Früher Vogel fängt den Wurm? Power Nap oder einfach mal lieber früh ins Bett gehen?

PowerNap

It’s Time for Revolution: Nieder mit der Schlaf-Diktatur!

Morgens halb sieben in Deutschland, und der Wecker ist dein Feind? Kommt uns bekannt vor – schließlich heißen wir nicht umsonst Snooze Project. Aber egal, wie oft Du die SNOOZE-Taste drückst: Irgendwann quälst Du Dich mühsam aus den Federn – viel zu früh für Dich, und viel zu spät für Deinen Chef… Oder hüpfst Du morgens frisch und munter aus dem Bett, kochst fröhlich pfeifend Kaffee und wunderst Dich über die genervten Blicke Deiner Mitmenschen?

Warum sind wir in puncto Schlaf so unterschiedlich? Und wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt zum Aufstehen? Team Snooze Project hat wieder mal ermittelt!

Früher Vogel fängt den Wurm?

6:18 Uhr – das ist Statistiken zufolge die durchschnittliche Aufstehzeit der Deutschen. Ob Schule oder Arbeit: Alles scheint bei uns zwischen 8:00 und 8:30 anfangen zu müssen. Nur Morgenstund‘ hat eben das sprichwörtliche Gold im Mund. Besonders Menschen in hohen Positionen wie Manager und Politiker brüsten sich gerne damit, dass sie angeblich locker mit wenig Schlaf auskommen. Mein Haus, mein Auto, mein Golfclub, meine 4 Stunden Nachtruhe – wenig Schaf hat sich in unserer Leistungsgesellschaft fast schon zum Prestigeobjekt entwickelt. Zu Recht?

Forscher sagen das Gegenteil

„Wer ist schon scharf auf Gold im Mund und frisch gefangene Würmer?“, fragen die Langschläfer unter Euch schulterzuckend in die Runde. Und tatsächlich: Wissenschaftliche Untersuchungen deuten zunehmend darauf hin, dass der gesunde Schlaf von ausreichender Dauer sogar karrierefördernd sein dürfte. Schlafexperte Hans-Günter Weeß lässt im Interview mit ZEIT ONLINE durchblicken, dass er Entscheidungen, die unter Schlafmangel getroffen werden, für fragwürdig hält. Bei zu wenig Schlaf, so Weeß, treten Grundsätze, die wir normalerweise zur Entscheidungsfindung nutzen, in den Hintergrund. Dagegen fördert seiner Meinung nach das Ausgeschlafensein den beruflichen Erfolg: In diesem Zustand sei unser Gehirn nicht nur leistungsfähiger, sondern auch kreativer. Das komplette Interview mit Hans-Günter Weeß findest Du hier.

Der frühe Vogel kann Dich mal?

Wenn Du zu den notorischen Langschläfern gehörst, erntest Du von Deiner Umgebung häufig Unverständnis. Wer Dich nicht näher kennt, versucht morgens um neun, bei Dir anzurufen, oder stört Dich um die Mittagszeit beim gemütlichen Frühstück. Klar, Du bleibst höflich. Aber eigentlich ist es ungerecht: Warum bist Du eigentlich der Part, der ständig unter sozialem Jetlag leiden soll? Dabei gehörst Du zur heimlichen Gewinnerseite, denn Forscher der Universität Madrid haben 2013 in umfangreichen Tests herausgefunden, dass Spätaufsteher mehr jener geistigen Fähigkeiten besitzen, die gemeinhin mit Erfolg, Karriere und hohem Einkommen in Verbindung gebracht werden.

„Das haben wir immer schon so gemacht“

Dass sich in unserer Gesellschaft alles von acht bis achtzehn Uhr abzuspielen scheint, ist historisch bedingt. Die Agrarwirtschaft hatte früher einen hohen Stellenwert, und Bauern richteten sich gezwungenermaßen nach dem Tageslicht. Künstliche Beleuchtung konnten sich in alten Zeiten nur die wenigsten leisten. Kerzen und Öl waren teure Luxusgüter, weshalb man notgedrungen alle wichtigen Tätigkeiten verrichtete, während es draußen hell war. Diese Gewohnheiten haben sich zum allgemeingültigen Muster verfestigt, in dem wir noch heute gefangen sind. Aber ein Trostpflaster haben wir für Dich: Es wird besser!

Die Öffnungszeiten der Cyberworld: 24/7!

Inzwischen verschwimmen dank moderner Lichttechnik, Globalisierung und Internet die althergebrachten Zeitraster. Mehr und mehr Angestellte und Freelancer arbeiten zu ungewöhnlichen Zeiten, um mit Kunden und Lieferanten rund um den Globus kommunizieren zu können. Willst Du in Chinas Businesswelt einen Fuß in die Tür bekommen, beginnt Dein Arbeitstag morgens um drei. Sitzen Deine Kontakte in New York City, legst Du frühestens um zwei Uhr nachmittags los.

Das klingt zunächst ungewöhnlich, bringt aber große Vorzüge mit sich: Ob Frühaufsteher oder Langschläfer – die richtige Jobwahl verschafft Dir die Freiheit, nach Deinem persönlichen Rhythmus zu leben. Willkommen in der 24-Stunden-Gesellschaft! Dennoch bleibt die Frage, wieso wir in Bezug auf unsere Schlafenszeiten so unterschiedliche Vorlieben haben.

Ey, was bist denn Du für ‘n Vogel?

Menschen können in zwei Hauptgruppen sogenannter Chronotypen eingeteilt werden. Die Langschläfer, auch Eulen genannt, bleiben lange wach und stehen entsprechend spät auf. Die Frühaufsteher oder Lerchen gehen früh ins Bett und sind bei Tagesanbruch putzmunter. Egal, in welche Kategorie Du gehörst: Du kannst nichts dafür. Denn diese Disposition ist genetisch bedingt – Umerziehung zwecklos! Die wichtigsten Studienergebnisse zu den Schaftypen, ausführlich erklärt hier.

Plädoyer für die frühen Vögel

Du gehörst zu den rund zehn Prozent der Bevölkerung, die gern früh aus den Federn hüpfen und spätestens um halb acht voll einsatzfähig sind? Glückwunsch: Dann bist Du eine der raren Lerchen. Okay, vielleicht musst Du aus Rücksicht auf Deine Wahl-Mitmenschen mucksmäuschenstill durch die Wohnung schleichen – doch Lerche zu sein hat auch Vorteile.

Der Morgen ist die Zeit der Ruhe. Kein Schwein ruft Dich an, und die heimische Online-Community schlummert auch noch selig und süß. Falls Du jetzt schon mit der Arbeit loslegen kannst, bist Du am frühen Nachmittag mit allen Pflichten durch. Während die anderen noch im Büro versauern, liegst Du schon längst am Pool in der Sonne.

Der frühe Morgen ist aber auch die perfekte Zeit für Sport, der Deinen grauen Zellen die Extradosis Sauerstoff liefert. Genug Muße für ein gesundes Frühstück aus frischen Zutaten bleibt sogar auch noch. Also: Lass die Eulen doch heulen!

Die Uhr tickt…

Solange noch nicht jeder frei über seinen Tagesrhythmus entscheiden kann, lebt ein Teil von uns permanent in der falschen Zeitzone – und gegen seine Gene. Fachleute weisen schon lange darauf hin, dass die Verschiebung des Schul- bzw. Arbeitsbeginns um nur eine einzige Stunde zur allgemeinen Verbesserung von Leistung und Gesundheit führen würde. Manche Ökonomen versprechen sich davon gar eine Erhöhung der Wirtschaftsleistung. Bislang stoßen diese Anregungen auf taube Ohren. Doch die aktuellen Entwicklungen in der globalen Arbeitswelt lassen annehmen, dass Politik und Wirtschaft schon bald von der Realität überrannt werden könnten.

Bis dahin: Power Nap!

Am Wochenende mal so richtig ausschlafen: Damit gleichst vermutlich auch Du Dein während der Woche aufgelaufenes Schlafdefizit aus. Dass es auch anders geht, beweist Japans arbeitende Bevölkerung allmorgendlich in den U-Bahnen ihrer Großstädte: Obwohl es dort so voll ist wie Köln beim Rosenmontagszug, finden nicht wenige Japaner auf dem Weg ins Büro noch ein Eckchen zum Dösen.

Power-Napping (von Power = Kraft und Nap = Nickerchen) bietet die optimale Lösung für alle, deren Schlaf nachts zu kurz kommt. Leider lässt der übliche deutsche Arbeitsalltag keinen Platz für derartige Ruhepausen – die Spanier sind diesbezüglich mit ihrer Siesta deutlich besser dran. Doch auch hierzulande täten Chefs gut daran, Gelegenheiten fürs Mittagsschläfchen zu schaffen. Experimente des National Institute of Mental Health (NIMH) und der Harvard University belegen, dass selbst der Kurzschlaf Lernprozesse und Informationsverarbeitung fördert. Frusterfahrungen angesichts schwieriger Aufgaben wurden durch ein halbstündiges Nickerchen förmlich ausgelöscht – vermutlich könnten Schlafpausen sogar dem gefürchteten Burnout vorbeugen. Mehr zum Thema Power Nap findest Du auch in unserem Blog Artikel speziell zum Thema Power Nap!

Besser den Wecker stellen

Wie groß der individuelle Ruhebedarf ist, und ob man überhaupt schlafen oder bloß dösen sollte, darüber gehen die Expertenmeinungen auseinander. Doch egal, wie lange Du für Deinen Power Nap brauchst: Spätestens nach dreißig Minuten solltest Du Dich aufwecken lassen. Anderenfalls gerätst Du in tiefere Schlafphasen, was Dich für den restlichen Tag eher müder machen würde. Mehr Infos über den optimalen Power Nap und was Du dabei beachten solltest findest Du hier.

Obwohl das Nickerchen den tiefen Nachtschlaf nicht ersetzt, kann es also Deine Leistungsfähigkeit steigern. Fehlt Dir dazu die Gelegenheit, solltest Du Deine Mittagspause zumindest weit weg vom Schreibtisch verbringen. Schon der Umgebungswechsel und die frische Luft wirken Wunder und helfen Dir besser durch den Nachmittag.

Gönn‘ Deinem Schlaf hier und jetzt ein besseres Image.

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  • Eulen an die Macht

    Ich bin selber eine sogenannte Eule. Ist oft bei der Arbeit ein Problem, da ich erst ab 10 so richtig in Schwung komme. Gleiche den Schlafverlust dann oft mit einem Powernap aus aber das ist auch manchmal schwierig, weil meine Arbeitszeiten es eigentlich nicht zulassen. Gehe dann oft einfach früher schlafen. Habe dann aber leider immer weniger vom Abend.