Jetlag - was ist das (Definition, Ursachen & Symptome)? Gute Tipps zum überwinden!? Und wie können wir den Jetlag im Vorfeld bereits vermeiden?

jetlag

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Geschichte des Jetlags bis heute: Herkunft, Bedeutung und Definition
    1. Der Jetlag und seine Bedeutung für Deinen Urlaub: Auf Zeitreise mit Snooze Project
    2. Jetlag nach dem Langstreckenflug: Was ist das eigentlich – und was hilft wirklich dagegen?
    3. Jetlag: Wer hat’s erfunden?
    4. Forscher werden hellhörig: Der Jetlag in der Wissenschaft
    5. Ob Urlaubsflug oder Geschäftsreise: Die Richtung macht den Jetlag
    6. Jetlag: Wort-Herkunft und Übersetzung
    7. Wieso ist Jetlag ein modernes Problem?
    8. Der Jetlag als Luxus-Erscheinung
    9. Billigflüge machen’s möglich: Jetlag wird zum Massenphänomen
    10. Die Entstehung eines Jetlags: Auf die Verzögerung kommt’s an
    11. Wie und warum kommt es überhaupt zum Jetlag?
    12. Immun gegen Jetlag: Gibt es das?
    13. Die ultimative Definition: Was ist ein Jetlag?
  2. So funktioniert‘s: Wie Licht und Flugrichtung Deinen Jetlag beeinflussen
    1. Unsere Hormone: Immer mit dabei
    2. Weitere Einflüsse auf Entstehung, Stärke und Dauer des Jetlags
    3. Spielt die Flugrichtung wirklich eine Rolle für den Jetlag?
    4. Ein extralanger Tag: Den steckst Du locker weg!
    5. Osten oder Westen: Welcher Jetlag ist schlimmer – und warum?
    6. Jetlag unerwünscht: Flüge in Nord-Süd-Richtung als perfekte Lösung
    7. Jetlag live: Shoppingtrip Frankfurt – New York – Frankfurt
    8. „Einmal Gotham City bitte - einfacher Flug!“
    9. Jetlag: Grundlagen und Ursachen
    10. Der Einfluss von Licht auf den Jetlag: Hormone kommen ins Schleudern
    11. Was genau sind diese Hormone eigentlich?
    12. Melatonin: Dein lichtgesteuerter Schlaf-Taktgeber
    13. Welche Auswirkungen haben Melatonin-Schwankungen
  3. Die häufigsten Jetlag-Symptome: Wer leidet worunter – und wie lange?
    1. Woran erkennst Du typische Jetlag-Symptome?
    2. Jetlag: Gängige Beschwerden und häufige Symptome
    3. Jetlag hoch drei: Jobs zwischen den Zeitzonen
    4. Big in Business: Geschäftsreisende sind am stärksten betroffen
    5. Fastfood und Jetlag: Ein Paar wie Nitro und Glycerin
    6. Jetlag-Horror: Zombie und Krümelmonster in einem
    7. Ein Gedächtnis wie ein Sieb
    8. Voll im Jetlag: Alter, wie lange denn noch?!
    9. Die Dauer des Jetlags: Gähnst Du noch oder schläfst Du schon?
    10. Unbeschreiblich weiblich: Der Jetlag und die Frauen
    11. Die Sommerzeit lässt grüßen: Mini-Jetlag mit großer Wirkung
    12. Wer leidet am stärksten unter Jetlag?
  4. Pillen gegen Jetlag: Sinnvoll oder gefährlich?
    1. Vorbeugung aus der Apotheke: Helfen Medikamente gegen Jetlag?
    2. Die Lifestyle-Droge gegen Jetlag: Melatonin einfach einnehmen?
    3. „Wundermittel“ Melatonin: Meist mehr Schaden als Nutzen
    4. Dem Jetlag vorbeugen: Ohne Chemie geht’s auch!
  5. Jetlag vorbeugen & bekämpfen: Vor, während und nach dem Flug
    1. Dein Weg aus dem Jetlag: So besonders wie alles an Dir
    2. Kurzurlaub: So zeigst Du dem Jetlag die kalte Schulter
    3. Jetlag auf Kurztrips vermeiden in 5 Schritten:
    4. Länger verreist als 3 Tage: Jetzt lohnt sich die Umstellung
    5. Vor dem Flug: Vorbeugen mit Anti-Jetlag-Tricks
    6. Jetlag, Sex und der ganze Rest: Medikamente richtig einnehmen bei Zeitverschiebung
    7. Am Tag der Reise: 7 ultimative Anti-Jetlag-Hacks für Deinen Flug
    8. Jetlag verhindern durch Fasten: Ist Verzicht aufs Essen die Lösung?
    9. Gut gelandet: Trotz Jetlag sicher zum Urlaubsort
    10. Du bist müde – und auf dem Highway ist die Hölle los
    11. Am Zielort: Jetlag bekämpfen in 10 Schritten
    12. Jetlag: Krankheit oder Bagatelle?
  6. Jetlag: Ausblick & Fazit
    1. Es werde Licht: Neue Wege aus dem Jetlag
    2. Nicht nur für Captain Future: Die Zukunft der Jetlag-Therapie
    3. Jetlag hat auch positive Seiten
    4. Snooze Project zieht Jetlag –Bilanz

1. Die Geschichte des Jetlags bis heute: Herkunft, Bedeutung und Definition

Dein Trip nach New York, Kuba oder Hongkong war ein Träumchen – aber jetzt läufst Du schon seit Tagen wie ferngesteuert neben der Spur? Wenn Du Dich nach einer Fernreise komplett erschlagen fühlst, aber trotzdem keinen Schlaf findest, hat er Dich kalt erwischt: Der Jetlag! 

Der Jetlag und seine Bedeutung für Deinen Urlaub: Auf Zeitreise mit Snooze Project

Alle reden drüber, für manche gilt er gar als Ehrenpreis für Macher, Trendsetter und Überflieger. Und doch würdest Du gerade so ziemlich alles tun, um Deinen Jetlag schnellstmöglich wieder loszuwerden oder dem nächsten Jetlag rechtzeitig vorzubeugen... Komm mit uns auf Zeitreise: Snooze Project lüftet die letzten Geheimnisse des Jetlags und zeigt Dir den schnellsten Weg zurück zu Deinem Schlafrhythmus!

Jetlag nach dem Langstreckenflug: Was ist das eigentlich – und was hilft wirklich dagegen?

Am Zielflughafen aussteigen und sofort gut gelaunt in die Ferien starten – so sah zumindest Dein Plan aus. Doch kaum gelandet, fühlst Du Dich plötzlich total schlapp und freust Dich nur noch aufs Hotelbett? Oder Du hast endlich Deinen lang ersehnten Traumurlaub erlebt – doch statt nach Deiner Rückkehr frisch gestärkt mit Power in den Alltag zu starten, bist Du nur noch dauermüde? Dieses Phänomen nennt sich Jetlag und tritt häufig nach längeren Flugreisen auf, bei denen Du mehrere Zeitzonen durchquert hast. Deine innere Uhr ist aus dem Takt geraten: Dein natürlicher Zeitrhythmus spielt verrückt, Dein Körper rebelliert, und Dein Schlaf zeigt Dir müde lächelnd den Stinkefinger.

Jetlag: Wer hat’s erfunden?

Logisch, mittlerweile ist der Jetlag längst im Duden gelistet und wird dort als „Störung des biologischen Rhythmus aufgrund der mit weiten Flugreisen verbundenen Zeitunterschiede“ beschrieben. Aber wer hat dieses Wort eigentlich ursprünglich erfunden: Jetlag? Aus heutiger Sicht ist das nicht ganz einfach herauszufinden. Unsere Online-Recherchen haben schließlich ergeben, dass der Begriff „jet lag“ bereits 1966 in einem Zeitungsartikel der  Los Angeles Times erwähnt und mit einem Kater nach übermäßigem Alkoholgenuss verglichen wurde (Quelle: Air & Space Magazine).

Forscher werden hellhörig: Der Jetlag in der Wissenschaft

Erst wenige Monate davor, im Dezember 1965, hatte die Bundesluftfahrtbehörde der Vereinigten Staaten Federal Aviation Agency damit begonnen, die Auswirkungen des bis dahin ungekannten Phänomens Jetlag zu untersuchen. Dazu befragte man Personen, die Flüge durch mehrere Zeitzonen von Osten nach Westen, Westen nach Osten und Norden nach Süden absolviert hatten. Mit der cleveren Gruppierung nach unterschiedlichen Flugrichtungen sollten die Wissenschaftler schon wenig später einen Volltreffer landen...

Ob Urlaubsflug oder Geschäftsreise: Die Richtung macht den Jetlag

Verständlicherweise fühlten sich nach derart langen Flügen fast alle Befragten müde – doch rasch stellte sich heraus, dass hauptsächlich Langstreckenflüge von West nach Ost den besonderen Zustand des Jetlags hervorrufen. Diese bahnbrechende Erkenntnis hat bis heute nichts an Gültigkeit verloren. Wieso bestimmte Flugrichtungen den Jetlag begünstigen, erläutern wir Dir weiter unten noch ausführlich.
Erstaunlicher Fakt am Rande:  Nach dieser ersten Studie geschah lange Zeit gar nichts. Es sollte noch bis 1980 dauern, ehe sich die US-Raumfahrtbehörde NASA schließlich des Problems Jetlag annahm und erstmals eigene Forschungen zu diesem auch für Astronauten wesentlichen Thema startete.

Jetlag: Wort-Herkunft und Übersetzung

Unser heutiges Wort „Jetlag“, das [ˈd͡ʒɛtlæɡ] ausgesprochen wird, setzt sich aus den englischen Begriffen „jet“ und „lag“ zusammen. Früher wurden bei uns parallel die Schreibweisen „Jet lag“ oder „Jet-Lag“ benutzt, die inzwischen aber als veraltet gelten.
Okay, jetzt ans Eingemachte: „Jet“ ist der englische Begriff für „Düsenflugzeug“ – auch im deutschsprachigen Raum kennt fast jeder dieses Wort, das schon vor langer Zeit in unseren alltäglichen Sprachgebrauch übernommen wurde. Aber wer oder was ist nun eigentlich dieser Lag?! Ganz einfach: Als „lag“ bezeichnet man auf Englisch die zeitliche Differenz zwischen dem Stattfinden eines Ereignisses und dem Eintritt seiner Folgen. Es geschieht also etwas, das mit Verzögerung noch für einen gewissen Zeitraum bestimmte Wirkungen nach sich ziehen kann. Aha, das passt: jet = Düsenflieger und lag = Zeitdifferenz!

Wieso ist Jetlag ein modernes Problem?

Eine indianische Weisheit mahnte bereits lange vor der Erfindung moderner Transportmittel: "Wenn du an einen neuen Ort gelangst, warte. Es braucht Zeit, bis auch Deine Seele nachkommt". Erstaunlich erkenntnisreich für eine Epoche, in der sowohl der Jetlag als auch seine Symptome noch gänzlich unbekannt waren – denn erst am 01. Januar 1914 wurde zwischen den Städten Tampa und St. Petersburg in Florida/USA die erste Fluglinie der Welt eingerichtet. Für einen Jetlag reichte diese Kurzstrecke aber noch längst nicht aus.

Der Jetlag als Luxus-Erscheinung

Bis in die 1960er Jahre hinein waren Fernreisen für Otto und Ottilie Normalverbraucher die absolute Ausnahme. Fliegen galt damals als teurer Luxus für die oberen Zehntausend, denn kaum jemand konnte sich die horrenden Ticketkosten leisten. Ein Beispiel: Der Flug von Deutschland nach New York kostete in etwa gleich viel wie ein nagelneuer VW Käfer. Klar, dass kaum jemand schnell genug durch mehrere Zeitzonen reisen konnte, um überhaupt einen Jetlag zu bekommen. Fast ausnahmslos Spitzenpolitiker, Promis und Superreiche jetteten schon damals per Flugzeug um die Welt – deshalb nannte man sie „Jetset“, eine Bezeichnung, die bis heute die Reichen und Schönen der Gesellschaft umschreibt. Sicherlich litten auch sie bereits unter Jetlag-Symptomen, konnten sich ihren „Zeitzonenkater“ aber nicht erklären.

Billigflüge machen’s möglich: Jetlag wird zum Massenphänomen

Erst viel später, mit Aufkommen der ersten europäischen Billigfluglinien in den 1990er Jahren, sanken die Flugpreise so rapide, dass sich nun auch ganz normale Menschen mit niedrigeren Einkommen einen Langstreckenflug gönnen konnten. Der bis zu diesem Zeitpunkt weithin unbeachtete Jetlag entwickelte sich plötzlich zur Geißel der Fernreisenden – und wurde dadurch endlich auch zum Forschungsobjekt eines größeren Kreises internationaler Wissenschaftler. Und weil Akademiker kompliziert klingende Begriffe stylisch finden, nannten sie den Jetlag kurzerhand „circadiane Dysrhythmie“, was auf Deutsch in etwa so viel heißt wie „Unregelmäßigkeit im Tagesrhythmus“.

Die Entstehung eines Jetlags: Auf die Verzögerung kommt’s an

Bei Urlaubsreisen nach Marokko, Russland oder Dubai konntest Du es vielleicht schon selbst ausprobieren: Geringe Zeitverschiebungen von höchstens 2 Stunden steckt Dein Körper ganz locker weg, ganz egal, in welche Richtung Du geflogen bist. Nebenwirkungen? Keine! Dabei ist es völlig wurscht, wie lange Deine Flugreise dauert: Ob Du einen Jetlag erleidest oder nicht, hängt vielmehr von der Zeitdifferenz zwischen Abflugort und Zielort ab. Und die wiederum gibt es auf Fernflügen nach Osten oder Westen, weil Du in deren Verlauf in andere Zeitzonen gerätst.

Wie und warum kommt es überhaupt zum Jetlag?

Dich zieht es in die Ferne? Bei mehr als zwei Stunden Zeitverschiebung könntest Du bereits leichtere Jetlag-Symptome bemerken, falls Du zum besonders anfälligen Personenkreis gehörst. Ab einer Zeitdifferenz von 5 Stunden oder mehr spüren dagegen bereits rund zwei Drittel aller Fernreisenden massive Jetlag-Auswirkungen: Der Schlaf-Wach-Rhythmus wird mächtig durcheinander gewirbelt. Das passiert übrigens auch vielen, die im Schichtdienst beschäftigt sind: Durch häufig wechselnde Arbeitszeiten stimmt ihre biologische Uhr nicht mehr mit dem gesellschaftlich vorgegebenen Tagesablauf überein. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom sozialen Jetlag.

Immun gegen Jetlag: Gibt es das?

Vermutlich hast Du Dich gerade eben gefragt: „Und was ist mit dem dritten Drittel?“. Aktuell muss die ehrliche Antwort wohl lauten: Wir wissen es nicht genau. Experten gehen davon aus, dass die Anfälligkeit für den Jetlag bereits in unseren Genen angelegt ist – genau, wie es auch im normalen Alltagsleben Frühaufsteher und Nachteulen gibt. Vermutlich bekommen wir unseren ganz individuellen Schlafrhythmus vererbt: Mit Sicherheit einer der Gründe dafür, dass mehr als 30 Prozent der Fernreisenden kaum oder sogar überhaupt nicht vom Jetlag betroffen sind. Echt zu beneiden, oder?
Mal sehen, ob wir aus all diesen Infos eine kurze, aber treffende Beschreibung des Jetlags und seiner wichtigsten Aspekte zusammenkriegen...

Die ultimative Definition: Was ist ein Jetlag?

Der Jetlag (von englisch jet = Düsenflugzeug und lag = Zeitverzögerung) ist eine Störung unseres biologischen Rhythmus, die durch Langstreckenflüge über mehrere Zeitzonen verursacht werden kann. Er ist auch als Zeitzonenkater oder circadiane Dysrhythmie bekannt. Statistisch betrachtet treten Jetlags am häufigsten und ausgeprägtesten nach Flügen in Richtung Osten mit einem Zeitunterschied von mindestens 5 Stunden auf.

2. So funktioniert‘s: Wie Licht und Flugrichtung Deinen Jetlag beeinflussen

Wissenschaftler nehmen an, dass auch unser Hormonhaushalt eine tragende Rolle bei der Entstehung des Jetlags spielen könnte. Besonders das „Schlafhormon“ Melatonin, dessen Pegel durch unser Umgebungslicht gesteuert wird, steht bei dieser Theorie im Fokus. 

Unsere Hormone: Immer mit dabei

Allerdings stehen die Forschungen auf diesem komplexen Gebiet erst am Anfang: Die hormonellen Regelkreise im menschlichen Körper beeinflussen sich ständig gegenseitig, was gezielte Untersuchungen eines kleinen Teils dieses unübersichtlichen Gesamtsystems erschwert.

Weitere Einflüsse auf Entstehung, Stärke und Dauer des Jetlags

Am ersten Tag nach dem Flug sind die Anzeichen eines Jetlags am massivsten – danach nehmen sie allmählich wieder ab. Einen Gewöhnungseffekt gibt es kaum: Sogar reiseerfahrene Gruppen wie Flugbegleiter, Promis, Geschäftsreisende oder Diplomaten haben ihre Problemchen mit Flügen durch wechselnde Zeitzonen. Wenn Du feste Schlafgewohnheiten hast, bist Du empfänglicher für einen Jetlag als Menschen mit unregelmäßigem Schlafrhythmus. Kinder und Personen ab etwa 60 Jahren brauchen ebenfalls meist länger, um sich auf neue Zeitzonen umzustellen.

Spielt die Flugrichtung wirklich eine Rolle für den Jetlag?

Je mehr Zeitzonen Du überquerst und je schneller Du dies tust, desto stärker fallen vermutlich auch Deine Jetlag-Symptome aus. Sowohl Flüge in Richtung Westen als auch Flüge in Richtung Osten können zum Jetlag führen – bei Ost-Fernflügen meldet er sich aber meistens viel stärker zu Wort. Die Ursache ist simpel: Beim Flug nach Westen verlängert sich Dein Reisetag, weil sich die gültige Ortszeit aus Deiner Sicht nach hinten verschiebt. Dein Körper verkraftet das bedeutend leichter als einen um Stunden verkürzten Tag, wie Du ihn bei Fernreisen nach Osten erlebst. Aktuellen Studien zufolge ruft eine Zeitdifferenz von 8 bis 10 Stunden in Flugrichtung Osten den stärksten Jetlag hervor.

Ein extralanger Tag: Den steckst Du locker weg!

In zahlreichen Experimenten konnten Schlafforscher beobachten, dass der „innere Tag“ der meisten Menschen eher etwas länger ist als 24 Stunden. Daran liegt es vermutlich, dass unser Körper Langstreckenflüge in Richtung Westen tendenziell besser akzeptiert: Es fällt ihm eben leichter, den Tag nach hinten zu verlängern, als ihn wie bei Flügen in Richtung Osten verkürzen zu müssen. Wer sich nachmittags um drei ganz spontan zur Nachtruhe betten soll, scheitert also meist an seiner biologischen Hardware – selbst dann, wenn er während der Flugreise kaum zum Schlafen gekommen ist und eigentlich erschöpft genug für mehr als ein kurzes Nickerchen wäre.

Osten oder Westen: Welcher Jetlag ist schlimmer – und warum?

Ach so! Deshalb stöhnen Deine Freunde also immer besonders lautstark über Flüge, die von Westen aus in Richtung Osten gehen – zum Beispiel von den USA nach Deutschland oder von Europa nach Thailand! Dass Flüge nach Osten generell stärkere Jetlag-Anzeichen verursachen als Flüge in Richtung Westen, beruht auf einer ganz banalen Erklärung: Von Osten nach Westen fällt Deiner inneren Uhr die Umstellung leichter, denn nach Westen reisen wir sozusagen zusammen mit dem Tageslicht. Eine Zeitdifferenz durch längeres Wachbleiben auszugleichen ist eben viel einfacher, als am Reiseziel auf Kommando lange vor Deiner üblichen Bettzeit schlafen zu müssen.

Jetlag unerwünscht: Flüge in Nord-Süd-Richtung als perfekte Lösung

Du willst gern einen Kurztrip machen, dabei aber unbedingt einen Jetlag und seine Folgen vermeiden? Unser Tipp: Schau Dich nach Zielen um, die entweder innerhalb oder zumindest nicht weit außerhalb unserer Zeitzone liegen! Auf einer Zeitzonenkarte kannst Du nachsehen, welche Länder von uns aus auch ohne nennenswerte Zeitverschiebungen zu erreichen sind: Es gibt reichlich Auswahl! Flüge in Richtung Norden oder Süden verursachen keinen Jetlag und eignen sich deshalb besonders für kurze Urlaube oder Shoppingtrips absolut perfekt.

Jetlag live: Shoppingtrip Frankfurt – New York – Frankfurt

Die pulsierende Megacity New York schläft nie und ist schon deshalb eine Reise wert. Besonders beliebt sind pauschal buchbare Städtetrips nach Big Apple, die oft nur 3 oder 4 Tage dauern. Klingt mega, doch auf diese Weise werden wir in Scharen zur Beute des Jetlags: Schon auf dem Hinflug lauert er uns zum ersten Mal auf. Angesichts der neuen Eindrücke, mit denen New York City keineswegs geizt, werden die meisten Touristen damit zunächst ganz gut fertig: Hier fällt es schließlich leicht, ein paar Stunden länger wach zu bleiben als gewohnt. Schon am nächsten Morgen scheint zunächst alles wieder im Lot zu sein.

„Einmal Gotham City bitte - einfacher Flug!“

Durch den Central Park geschlendert, die Freiheitsstatue bestaunt und den weltberühmten Cheesecake probiert – drei Tage sind in NYC verdammt schnell vorbei. Am Airport durchläufst Du auf Socken penibelste Sicherheitskontrollen, und doch wartet er schon breit grinsend im Flieger auf Dich: Da isser ja wieder, Dein Jetlag! Diesmal zeigt er alles, was er kann: Die folgenden Tage durchlebst Du wie in Watte gewickelt, bist aufgedreht und todmüde zugleich, wäschst die neuen Jeans aus dem Outletcenter bei 90° C und meldest Dich am Handy auf Englisch. Wow, so ein Jetlag in West-nach-Ost-Version hat von Konzentrationsschwäche bis Sekundenschlaf allerlei in petto... In einem klaren Moment schwörst Du Dir: „Beim nächsten Mal bleibe ich einfach drüben!“.     

Jetlag: Grundlagen und Ursachen

Was genau passiert beim Jetlag eigentlich in Deinem Körper? Die Ursache des Jetlags liegt dem aktuellen Forschungsstand zufolge hauptsächlich bei den Lichtverhältnissen an Start- und Zielort Deiner Reise. Nach dem schnellen Überflug mehrerer Zeitzonen ist Dein gewohnter Tag-Nacht-Rhythmus plötzlich nicht mehr synchron zur neuen Ortszeit. Je nach Flugrichtung verlängert (Westen) oder verkürzt (Osten) sich Dein Reisetag, wobei letzteres meist problematischer ist. Deinem Gefühl nach müsste es noch hell sein, doch im Zielland ist es schon finstere Nacht: Ein Szenario, mit dem das menschliche Gehirn nur schlecht klarkommt. Und die Evolution piepst zerknirscht: „Sorry, früher gab es sowas halt noch nicht“.

Der Einfluss von Licht auf den Jetlag: Hormone kommen ins Schleudern

Tageslicht und nächtliche Dunkelheit beeinflussen die Hormonproduktion des Körpers – und damit letztendlich Deine innere Uhr. Jetlag-Symptome treten auf, sobald diese aufgrund einer größeren Zeitverschiebung aus dem Takt gerät. Sämtliche biologischen Rhythmen wie Essenszeiten, Schlafenszeit, Temperatursteuerung und weiblicher Zyklus können hierdurch ins Stolpern kommen, denn sie alle werden durch Hormone gesteuert.

Was genau sind diese Hormone eigentlich?

Hormone (altgriechisch „Antreiber“) fungieren als biochemische Botenstoffe, die auch in Deinem Körper unzählige Abläufe steuern. Sie werden von Zellen in Drüsen und anderen Gewebearten hergestellt, ehe sie in den Blutkreislauf abgegeben werden. Jedes Hormon dockt nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip gezielt an bestimmten Organen an, die daraufhin spezifische Reaktionen zeigen. Da sie so wesentlich fürs Funktionieren unseres Körpers sind, befasst sich mit den Hormonen und ihrer Erforschung sogar eine eigene Wissenschaftsrichtung: Die Endokrinologie.

Melatonin: Dein lichtgesteuerter Schlaf-Taktgeber

Ganz schön verrückt: Die winzige Zirbeldrüse, die im Gehirn liegt und auch Epiphyse genannt wird, lenkt durch die Produktion eines Hormons namens Melatonin Dein komplettes Schlafverhalten! Ob sie gerade viel oder wenig Melatonin herstellt, hängt von den Signalen ab, die sie von der Netzhaut Deiner Augen bekommt. Meldet diese Dunkelheit, kommt die kleine Zirbeldrüse auf Hochtouren: Jetzt schüttet sie große Mengen Melatonin aus – ab damit in die Blutbahn, und schon wirst Du müde. Auf diese Weise regelt die Epiphyse eine Vielzahl Deiner Körperfunktionen, während sie selbst im Verborgenen bleibt.

Welche Auswirkungen haben Melatonin-Schwankungen?

Veränderungen Deiner körpereigenen Melatonin-Produktion aufgrund eines Jetlags können sich sehr unterschiedlich und vielfältig äußern. Melatonin steuert als echtes Allround-Hormon nicht nur Deine innere Uhr, Deinen Schlaf-Wach-Rhythmus und Deine Schlafdauer, sondern beeinflusst auch die einzelnen Schlafphasen: Werden sie in ihrer Abfolge und/oder ihrer Dauer gestört, drohen Leistungstief und Konzentrationsschwäche. Melatonin regt normalerweise auch die Herstellung des Wachstumshormons Somatropin an, agiert als zellschützendes Antioxidans, senkt den Blutdruck und reguliert die Insulinausschüttung. Fällt es als Taktgeber aus, kann dieser Mangel zahlreiche Prozesse in Deinem Körper vorübergehend aus ihrer gewohnten Bahn werfen – manche mehr, manche weniger.

3. Die häufigsten Jetlag-Symptome: Wer leidet worunter – und wie lange?

Wenn Dich der Jetlag erwischt, kann das also die unterschiedlichsten körperlichen und psychischen Beschwerden mit sich bringen. Aber wieso macht Dir ausgerechnet mörderisches Kopfweh das Leben zur Hölle, während vom Jetlag betroffene Freunde bloß auf hohem Niveau über trockene Augen oder sporadische Fressanfälle jammern? 

Woran erkennst Du typische Jetlag-Symptome?

Ganz einfach: Wie die generelle Anfälligkeit für den Jetlag, so unterscheiden sich auch seine Symptome von Mensch zu Mensch. Jeder Körper ist durch Erbanlagen und Umwelteinflüsse individuell geprägt. Dein persönlicher Jetlag ist also genauso besonders wie Du selbst. Deshalb müssen längst nicht alle Anzeichen eines Jetlags, die wir nachfolgend auflisten, auch auf Dich zutreffen – Schwein gehabt!

Jetlag: Gängige Beschwerden und häufige Symptome

  • verschlechtertes allgemeines Befinden
  • verminderte Motivation
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Tagesmüdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Kraftlosigkeit
  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Appetitlosigkeit oder Heißhunger
  • erhöhter Konsum von Genussgiften wie Tabak, Alkohol oder Kaffee/Tee
  • Verdauungsprobleme
  • trockene, gerötete oder müde Augen
  • Schwindelgefühl
  • verstärkte Stimmungsschwankungen

 

Jetlag hoch drei: Jobs zwischen den  Zeitzonen

Ein oder zwei Jetlags im Jahr genügen den meisten von uns voll und ganz – mehr will wohl niemand überstehen müssen. Trotzdem gibt es gar nicht so wenige Menschen, die fast schon im Jetlag zuhause sind: Piloten, Flugbegleiter und zahlreiche Geschäftsleute müssen sich gezwungenermaßen mit den Folgen ständiger Zeitzonenwechsel abfinden. Auch in diesen Personengruppen entwickelt jede und jeder ganz eigene Kniffe, um Jetlag-Symptome so gut wie möglich abzumildern.

Big in Business: Geschäftsreisende sind am stärksten betroffen

Während sich das Bordpersonal der verschiedenen Airlines nach vollbrachter Schicht ausruhen darf, geht für viele Businessclass-Gäste der Spaß erst nach dem Flug so richtig los: Bist Du Vielflieger von Berufs wegen, verlangt man aller Erschöpfung zum Trotz vollen Einsatz von Dir. Vom Flughafen aus geht’s gleich ins Meeting, obwohl der Körper vor lauter Übermüdung innerlich Schlafliedchen summt. Oder der Tage läuft super, aber abends im Hotelbett lässt der Schlaf auf sich warten. Ob und wie lange Du solche Situationen auf Dauer schultern kannst, hängt von Deiner individuellen Konstitution und von unterschiedlichsten äußeren Faktoren ab. Eifrige Meilensammler sollten in jedem Fall gut auf ihre Gesundheit achten und sich bewusst Auszeiten gönnen.

Fastfood und Jetlag: Ein Paar wie Nitro und Glycerin

Eines der häufigsten Jetlag-Symptome neben den fast immer auftretenden Schlafschwierigkeiten äußert sich in Verdauungsstörungen: Auch Deine Essenzeiten geraten bei einer großen Zeitverschiebung durcheinander, was in Kombination mit hastig im Gehen eingenommenen, ungewohnten Snacks rasch Bauchdrücken, Sodbrennen und Magenverstimmungen verursachen kann. Damit aber noch nicht genug, denn Übermüdung verursacht zusätzlich auch einen mörderischen Heißhunger auf Ungesundes. Wieso eigentlich?

Jetlag-Horror: Zombie und Krümelmonster in einem

Untersuchungsergebnisse der University of Bristol konnten belegen. dass während eines Jetlags zu wenig Leptin produziert wird – ein Sättigungshormon, dessen Fehlen uns zu spontanen Attacken auf den Knabber-Vorrat verleitet. Nach den Chips hast Du Bock auf was Süßes – und dann noch ein Käsebaguette hinterher? Und vielleicht ein bisschen Eiscreme? Uff, spätestens bei so viel Zucker und Fett streikt dann auch der fitteste Verdauungstrakt. Kein Wunder, dass Vielflieger mit ständigem Schlafmangel Gefahr laufen, im Lauf der Zeit Übergewicht zu entwickeln: Bei ihnen ist Leptin oft über Jahre hinweg Mangelware. Und in der Minibar liegen immer diese leckeren Nüsschen...

Ein Gedächtnis wie ein Sieb

Währenddessen in Deinem Kopf: Elektrische Signale blitzen durch Dein Cockpit, aber auch hier hat der Jetlag sein Chaos verbreitet. Bis sich Dein Schlaf-Wach-Rhythmus wieder vollkommen eingespielt hat, kann Müdigkeit immer wieder zu Gedächtnisproblemen und Konzentrationsmangel führen. Kopfschmerzen (oft noch verstärkt durch die unbequeme Sitzhaltung im Flieger) und Migräne können ebenfalls vermehrt auftreten. Schlaf bewirkt jetzt mehr als jede Schmerztablette: Schon kurze Ruhezeiten können für Erholung sorgen und ein Abklingen Deiner Beschwerden bewirken.

Voll im Jetlag: Alter, wie lange denn noch?!

Über welchen Zeitraum Du mit Jetlag-Symptomen zu kämpfen haben wirst, kann Dir niemand genauer sagen als Du selbst: Die Dauer eines Jetlags variiert von Mensch zu Mensch und beruht nicht zuletzt auf Deiner körperlichen Fitness. Außerdem kommt es darauf an, wie viele Zeitzonen Du in welcher Richtung überfliegst: Je größer der Unterschied zwischen der Ortszeit und Deiner inneren Uhr, desto länger dauert es meist, bis beide wieder übereinstimmen. Nach Flügen in Richtung Osten kommen gleich noch einige Jetlag-Tage extra obendrauf, die Du idealerweise von vornherein in Deine Urlaubsplanung einbeziehen solltest.

Die Dauer des Jetlags: Gähnst Du noch oder schläfst Du schon?

So ein Jetlag nervt! Schon nach wenigen Tagen klingen die meisten Beschwerden zwar scheinbar wieder ab – doch Schlafforscher konnten nachweisen, dass messbare Veränderungen bei Hormonstatus und Körpertemperatur deutlich länger anhalten. Du ahnst es wahrscheinlich längst: Während eines Jetlags stellen sich nicht alle Körperfunktionen gleichzeitig um. Das wäre vermutlich auch zu unkompliziert gewesen... Es kann also passieren, dass Du Dich längst wieder fit fühlst, Dein Blutdruck oder Deine Verdauung aber weiterhin verrückt spielen. Erst nach rund zwei Wochen passen sich auch die letzten Parameter endlich an Deine neue Umgebung an. 

Unbeschreiblich weiblich: Der Jetlag und die Frauen

Der weibliche Teil der Menschheit kennt noch ein weiteres Jetlag-Phänomen, das gerade auf Urlaubsreisen lästig werden kann: Auch der hormonelle Zyklus kann durch eine größere Zeitverschiebung ziemlich aus dem Takt geraten. Aus diesem Grund gehören Monatshygieneartikel in jedes Fernreise-Beautycase: Sicher ist sicher.
Doch auch als Mann solltest Du die körperlichen Auswirkungen eines Jetlags keinesfalls unterschätzen, selbst wenn Du möglicherweise gar nicht viel davon bemerkst. Geh es einfach etwas langsamer an als sonst – umso schneller bist Du wieder voll belastbar.

Die Sommerzeit lässt grüßen: Mini-Jetlag mit großer Wirkung

Wie sehr Dich schon eine einzige Stunde aus der Bahn werfen kann, zeigt Dir im Miniaturformat die alljährliche Umstellung unserer eigenen Zeit: Im Frühjahr vor, im Herbst zurück – und bei so manchem tanzt der Schlafrhythmus Tango. Und das wegen nur 60 Minuten! Die gängige Jetlag-Faustregel ist also schon recht gnädig: Pro Stunde Zeitverschiebung benötigt unser Körper demnach nur etwa einen Tag für die Umgewöhnung. Schön wär’s! Doch für viele Menschen verlängern weitere Einflüsse die Rückkehr in einen normalen Tagesrhythmus zusätzlich.

Wer leidet am stärksten unter Jetlag?

Wegen unterschiedlicher Störfaktoren gehen Experten angesichts großer Zeitzonen-Unterschiede von 8 bis 12 Stunden von rund 2 Wochen Jetlag-Dauer aus. Bei Kindern und Senioren kann sich der Jetlag gelegentlich noch länger halten: Sie kommen mit Zeitumstellungen meist viel schlechter zurecht, sodass sich zahlreiche Symptome bei ihnen stärker äußern. Glaubt man den Statistiken, sind Frauen häufiger und intensiver vom Jetlag betroffen als Männer. Noch nicht durch belastbare Forschungsergebnisse belegt ist dagegen die Annahme, dass „Eulen“, also Abendmenschen, besser mit Jetlag-Situationen fertig werden als die schon am frühen Morgen putzmunteren „Lerchen“ – allerdings deutet Einiges tatsächlich darauf hin.

4. Pillen gegen Jetlag: Sinnvoll oder gefährlich?

Zur Vermeidung lästiger Jetlag-Symptome gehen Betroffene nicht selten ungewöhnliche Wege. So wird im Internet wiederholt empfohlen, das Potenzmittel Viagra gegen die Auswirkungen von Jetlags einzunehmen – eine Studie an Hamstern hat zwar ähnliche Zusammenhänge ergeben, konnte diese jedoch nicht an menschlichen Probanden bestätigen. Seitdem sind Ärzte zunehmend damit befasst, ihren Patienten entsprechende Rezeptwünsche geduldig wieder auszureden. 

Vorbeugung aus der Apotheke: Helfen Medikamente gegen Jetlag?

Mal abgesehen von den nicht zu verachtenden Nebenwirkungen des Wirkstoffs Sildenafil: Obwohl Viagra tatsächlich gewisse Körperteile in die Senkrechte befördern kann, wird es Deinen Körper dennoch nicht davon abhalten, sich unter Einwirkung eines Jetlags spontan in die Waagerechte zu wünschen. Schade eigentlich – aber gibt es in der Apotheke womöglich ein viel besseres Medikament gegen Jetlag?

Die Lifestyle-Droge gegen Jetlag: Melatonin einfach einnehmen?

Im Gegensatz zu Viagra scheint das Schlafhormon Melatonin US-Vielfliegern tatsächlich im Kampf gegen die Zeitverschiebung zu helfen. Doch wieso sind Melatonin-Präparate in Amerika eigentlich bei jedem Drugstore problemlos erhältlich, während sie bei uns nur auf ärztliche Verschreibung von Apotheken abgegeben werden sollen? Wahr ist: Melatonin-Tabletten können den gestörten Hell-Dunkel-Rhythmus auf weiten Reisen wieder ins Gleichgewicht bringen, indem sie Deinem Körper quasi Dunkelheit vorgaukeln  – doch das klappt nur dann, wenn sie absolut präzise dosiert und zur richtigen Zeit geschluckt werden.

„Wundermittel“ Melatonin: Meist mehr Schaden als Nutzen

Leider hängt der korrekte Einnahmezeitpunkt für Melatonin-Präparate von vielen Faktoren ab und lässt sich kaum zuverlässig berechnen. Nimmst Du das Trend-Hormon im falschen Moment ein, kann es Deine Jetlag-Beschwerden aber zusätzlich verstärken – und das ist besonders fatal, wenn Du den Traumurlaub erst noch vor Dir hast oder schon am Tag nach Deiner Rückkehr wieder zur Arbeit musst. Da über mögliche Nebenwirkungen und Langzeit-Folgen ebenfalls noch keine Erkenntnisse vorliegen, bleibt die Melatonin-Einnahme bei Jetlag kontrovers. Erfahrungsgemäß gibt es jedenfalls billigere, einfachere und vor allem wirksamere Mittel gegen Jetlag, die wir Dir nachfolgend gerne vorstellen.

Dem Jetlag vorbeugen: Ohne Chemie geht’s auch!

Obwohl Pharmakonzerne und Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln nur allzu gern am Jetlag verdienen, sind teure und schwer einzuschätzende Wirkstoffe in der Jetlag-Bekämpfung nicht die erste Wahl: Sie lassen sich oft nicht zuverlässig dosieren und können neue, zusätzliche Nebenwirkungen mit sich bringen. Auch unsere Ratschläge können Deinen nächsten Jetlag wahrscheinlich nicht komplett verhindern – doch die Symptome lassen sich immerhin mildern. Einige clevere Tricks helfen Deinem Körper dabei, sich zukünftig schneller an eine neue Zeitzone anzupassen.

5. Jetlag vorbeugen & bekämpfen: Vor, während und nach dem Flug

Ehe wir Dir verraten, wie Du den nächsten Jetlag besser überstehen oder vielleicht sogar komplett vermeiden kannst, hier noch ein wichtiger Hinweis: Jeder Jetlag ist anders, weil jeder Mensch anders ist! Was bedeutet das nun für Dich?

Dein Weg aus dem Jetlag: So besonders wie alles an Dir

Tja, Wissenschaftler mögen uns zwar Ratschläge geben, die für Touristen und Geschäftsreisende generell nützlich sein können – doch nicht jeder Tipp muss auch zu Dir und Deinem Leben passen. Es kann also manchmal eine mühsame Geschichte werden, ehe sich durch Ausprobieren und Verwerfen schließlich die Verhaltensregeln herauskristallisieren, die Dir persönlich tatsächlich helfen, mit Deinen ganz individuellen Jetlag-Symptomen klarzukommen. Der beste Rat für Deine Jetlag-Vorbeugung muss daher lauten: Immer schön geduldig bleiben – mit Dir und mit Deinem Körper!

Kurzurlaub: So zeigst Du dem Jetlag die kalte Schulter

Pah, denkst Du jetzt vielleicht, was für ein Aufriss – wo Du doch eh bloß einmal im Jahr in den Urlaub fliegst. Viel interessanter ist doch: Wie verhält es sich mit all den Wochenend-Kurztrips, für die sich die mühsame Vorbereitung auf eine andere Zeitzone eigentlich gar nicht lohnt? Wenn Du nicht vorhast, länger als maximal 72 Stunden in der anderen Zeitzone zu bleiben, solltest Du Deinen Schlafrhythmus nicht erst aufwändig umstellen, sondern ihn einfach mit auf die Reise nehmen. Doch wie gehst Du praktisch vor, um den Jetlag bei kurzen Ferntrips oder Geschäftsreisen zu umgehen?

Jetlag auf Kurztrips vermeiden in 5 Schritten:

  1. Prüfe die Zeitdifferenz zwischen Heimat und Ziel – berechne nun, um wie viel Uhr Du im Zielland schlafen gehen und wieder aufstehen musst, um Deine gewohnten Zeiten beizubehalten, und notiere Dir diese Zeiten
  2. Schreib Dir zusätzlich die Zeiträume auf, in denen Du am müdesten bist (in der Heimat meist von 3 bis 5 Uhr nachts und von 15 bis 17 Uhr nachmittags – das klassische Nachmittagstief)
  3. Versuche, wichtige Termine wie Geschäfts-Meetings außerhalb dieser Zeiträume wahrzunehmen
  4. Im Zielland solltest Du zu Zeiten, in denen es in der Heimat dunkel ist, ebenfalls das Tageslicht meiden: Halte Dich drinnen auf oder benutze draußen eine dunkel getönte Sonnenbrille – so gaukelst Du Deinem Körper nächtliche Dunkelheit vor
  5. Nimm Deine Mahlzeiten weiterhin im heimatlichen Rhythmus zu Dir: Ist zuhause Frühstückszeit, wähle am Zielort eine leichte Mahlzeit, die Deinem Körper Nährstoffe in gewohnter Zusammensetzung liefert

 

Länger verreist als 3 Tage: Jetzt lohnt sich die Umstellung

Sobald Du insgesamt länger als 72 Stunden um den Globus jettest, hast Du kaum Chancen, dem Jetlag zu entgehen – doch mit unseren Verhaltensempfehlungen kannst Du seine Symptome deutlich mildern und wertvolle Reisetage dazugewinnen. Dazu benötigst Du keine teuren Medikamente, sondern nur ein bisschen Disziplin: Der Vorbeugung und Bekämpfung eines Jetlags dienen hauptsächlich Tipps, mit deren Hilfe Du Dich in Zukunft leichter an die Zeitzone Deines Zielorts anpasst.

Vor dem Flug: Vorbeugen mit Anti-Jetlag-Tricks

Für längere Fernreisen solltest Du spätestens drei Tage vor dem Abflug mit der Vorbereitung beginnen. Du fliegst nach Westen? Dann gehst Du nun am besten jeden Tag eine Stunde später schlafen und stehst auch eine Stunde später auf. Falls deine Flugreise in Richtung Osten geht, machst Du es umgekehrt: Dazu gehst Du täglich eine Stunde eher schlafen – und stehst folglich auch jeden Tag eine Stunde früher auf. Falls machbar, verschiebst Du auch Deine Essenszeiten sowie aktive und ruhige Phasen im gleichen Rhythmus. Achte darauf, trotz dieser Umstellungen genug Schlaf zu bekommen: Wenn Du gut ausgeruht auf die Reise gehst, treffen Dich spätere Jetlag-Auswirkungen nicht mit voller Wucht. Schau Dir doch mal unsere Tipps zum Einschlafen an.

Jetlag, Sex und der ganze Rest: Medikamente richtig einnehmen bei Zeitverschiebung

Falls Du nicht zu den Reisenden gehörst, die auf die regelmäßige Einnahme von Blutdrucksenkern, Antibiotika, oralen Verhütungsmitteln („Pille“), Insulin oder anderen Arzneimitteln angewiesen sind, darfst Du jetzt beim nächsten Abschnitt weiterlesen. Ansonsten brauchst Du Expertentipps, mit deren Hilfe Du angesichts einer mehrstündigen Zeitverschiebung Deine Medis auch während des Urlaubs korrekt einnimmst. Wie alles andere, so muss nämlich auch die Einnahme Deiner Tabletten, Kapseln oder Spritzen auf den neuen Tagesrhythmus abgestimmt werden, damit wieder alles perfekt zueinander passt. Unser Rat: Besprich Dich vor Reisen in gravierend andere Zeitzonen mit Deinem Hausarzt, Gynäkologen oder einem spezialisierten Reisemediziner bzw. Reiseapotheker!

Am Tag der Reise: 7 ultimative Anti-Jetlag-Hacks für Deinen Flug

  • Überliste Dein Gehirn: Stell Deine Armbanduhr bei Flugbeginn auf die Uhrzeit Deines Zielorts um – so gewöhnst Du Dich mental schon während des Flugs an den neuen Zeitrhythmus
  • Verzichte auf Schlafmittel und Melatoninpräparate: Sie belasten Deinen Organismus nur zusätzlich und machen Dich im Falle einer Panne womöglich handlungsunfähig
  • Iss nur, wenn Du Hunger hast: Zu große und fette Mahlzeiten belasten den Organismus
  • Viel trinken: Perfekt geeignet sind zuckerarme, koffeinfreie Flüssigkeiten wie Mineralwasser oder Kräutertees – den alkoholischen „Schlummertrunk“ besser meiden
  • Im Flieger nur schlafen, wenn in Deinem Zielland gerade Nacht herrscht – lieber wach bleiben, wenn dort Tag ist
  • Zu ungestörtem Schlaf verhelfen Dir Ohrstöpsel, Schlafmaske und ein kuschliges Kissen
  • Mit einer speziellen Blaulichtfilter-Brille bringt die Lichtausschüttung des Bord-Entertainments Deinen Melatonin-Haushalt nicht zusätzlich durcheinander

 

Jetlag verhindern durch Fasten: Ist Verzicht aufs Essen die Lösung?

Derzeit noch umstritten ist eine Theorie, der zufolge unsere biologische Uhr auch durch die Nahrungsmenge gesteuert wird. Forscher der Universität in Harvard konnten bereits an Labormäusen beobachten, dass Nahrungsentzug wach macht – offenbar ist es dem Körper wichtig, seine Energieversorgung zu sichern, ehe er sich beruhigt schlafen legt. Experten vermuten, dass 16 Stunden Reisezeit ohne Nahrungsaufnahme  und eine anschließende leichte Mahlzeit am Zielort den Jetlag und seine Symptome deutlich vermindern können. Möglicherweise könnte es schon genügen, lediglich während des Fluges zu fasten – was angesichts der originellen Bordspeisen meist keinen großen Verzicht darstellt. Versuch macht kluch, wie man so schön sagt: Probier es doch einfach mal aus!

Gut gelandet: Trotz Jetlag sicher zum Urlaubsort

Leider wird nur selten darauf hingewiesen, wie extrem ein Jetlag unsere mentale Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Wenn Du nach der Landung noch die Fahrt zum endgültigen Ziel Deiner langen Reise vor Dir hast, kann es Dir in diesem geistigen und körperlichen Ausnahmezustand schwer fallen, Dich zu orientieren. Keine Sorge, das ist völlig normal: Jetlag-Opfer sind eben meist nicht so ganz zurechnungsfähig. Deshalb kann es hilfreich sein, möglichst gründlich vorbereitet im Urlaubsland anzukommen, denn Kommunikationsvermögen und Entscheidungsfähigkeit leiden unter Jetlag immens.

Du bist müde – und auf dem Highway ist die Hölle los

Komplizierte Vertragsabschlüsse, die Suche nach dem richtigen Weg, unübersichtliche Verkehrsregelungen oder Fahrten mit dem ungewohnten Mietauto: Das sind anspruchsvolle Situationen, denen Du Dich unter starkem Jetlag-Einfluss nicht aussetzen solltest. Sogar Langstreckenpiloten, die solche Strapazen andauernd erleiden, schlafen nach Erkenntnissen der NASA häufig für einige Sekunden am Steuer ein – beim Autofahren wären das gefährliche Sekunden, die Dein Leben für immer verändern könnten. Im Gegensatz zu den Berufsfliegern hast Du keinen Co-Piloten, der rasch mal übernehmen kann. Pass also gut auf Dich auf und nutze lieber Shuttle-Service oder Taxi!

Am Zielort: Jetlag bekämpfen in 10 Schritten  

  1. Übernimm sofort den Zeitrhythmus Deines Zielorts: Wenn Du Richtung Osten reist, kannst Du ggf. eine Nacht „ausfallen lassen“, um hohen Schlafbedarf für den folgenden Abend anzustauen – in Richtung Westen bleibst Du hingegen einfach wach, bis auch am Zielort Deine Schlafenszeit erreicht ist
  2. Bewege Dich im Freien: Ein leichtes Workout versorgt Dein Gehirn mit Sauerstoff, und Sonnenlicht als Taktgeber erleichtert Dir die Anpassung – ein kostenloser Jetlag-Rechner oder eine der vielen Jetlag-Apps für Smartphone oder iPhone helfen Dir beim richtigen Timing
  3. Geh unter Menschen: Soziale Kontakte unterstützen Dein Gehirn bei der Umstellung
  4. Sorge in der ersten Nacht nach der Landung für ausreichend Schlaf
  5. Bei Müdigkeitsattacken in den nächsten Tagen hilft ein kurzes Nickerchen (15 Minuten)
  6. Meide Koffein am Ankunftstag – erst in den Folgetagen hilft Kaffee in kleinen, über den Tag verteilten Dosen (1 Vierteltasse pro Stunde) beim Wachbleiben
  7. Nimm viel Flüssigkeit zu Dir, meide dabei aber zuckrige Limos, Energy Drinks und Alkohol – sie greifen zu stark in den Hormonhaushalt ein und bremsen Deine Regeneration
  8. Schone Dich:  Vermeide während der ersten zwei Tage nach Deiner Ankunft anstrengende Aktivitäten
  9. Vergiss Melatonin-Präparate und Schlafmittel: Nichts hilft Dir so gut wie Dein eigener Körper – vertraue ihm
  10. Entspann Dich und gib Deinem Körper Zeit: Ungeduld beschleunigt gar nichts, sie macht nur schlechte Laune

 

Jetlag: Krankheit oder Bagatelle?

Auch wenn es sich manchmal so anfühlt: So ein Jetlag ist keine behandlungsbedürftige Krankheit, sondern bloß eine vorübergehende Störung Deiner Befindlichkeit. Dein Jetlag mag lästig sein und sich über mehrere Tage hinziehen – doch Medikamente dagegen sind überflüssig, und zum Arzt musst Du deswegen normalerweise auch nicht. Brenzlig wird es erst, wenn die Symptome auch nach mehreren Wochen nicht merklich nachlassen, und Du Dich eher schlechter als besser fühlst. Dann hat der Jetlag womöglich Deinen gewohnten Schlafrhythmus aus der Spur gebracht, sodass ein Arztbesuch tatsächlich angesagt sein könnte. Zum Glück treten derartige Probleme aber nur in Ausnahmefällen auf.

6. Jetlag: Ausblick & Fazit

Den Zusammenhang zwischen Umgebungslicht, Zirbeldrüse, Melatonin und Schlaf hatten wir schon kurz angerissen – doch neben dem natürlichen Tageslicht kommt zunehmend auch moderne Lichttechnologie gegen Jetlag-Symptome zum Einsatz. 

Es werde Licht: Neue Wege aus dem Jetlag

Seit mehreren Jahren statten Fluggesellschaften neue Maschinen testweise nach einem ausgeklügelten Lichtkonzept aus, das den Jetlag verringern soll: Sie nutzen blaues Licht, das erwiesenermaßen die Produktion des Schlafhormons Melatonin hemmt, um eine morgenähnliche Hallo-Wach-Stimmung zu erzeugen. Beim Start von Nachtflügen wird hingegen ein gedämpftes, eher rötliches Licht erzeugt, das zu Entspannung und Schlaf einlädt. Vielleicht lernst Du dieses neue Anti-Jetlag-Konzept ja schon bald kennen...

Nicht nur für Captain Future: Die Zukunft der Jetlag-Therapie

Der Wissenschaftler Dr. Raymond Najjar vom Singapore Eye Research Institute hat entdeckt, dass Lichtblitze während des Schlafens den Schlafrhythmus seiner Versuchsteilnehmer verlangsamen: Nach dem Versuch wurden sie rund zwei Stunden später müde als erwartet. Auch der Melatoninspiegel der Probanden stieg später und langsamer an als sonst. Die Erklärung: Viele kurze Blitze überlisten das Gehirn. Es „denkt“ nun, dass noch heller Tag wäre – auch wenn wir eigentlich längst tief schlafen. Das Team von Snooze Project wartet gespannt auf mobile Lichtblitzgeräte fürs Handgepäck, mit denen wir dem Jetlag hoffentlich schon bald nebenwirkungsfrei entwischen können. Doch das kann wohl noch dauern: Bislang ist die Lichtblitz-Behandlung leider nur im Labor möglich.

Jetlag hat auch positive Seiten

Vor zuhause gebliebenen Freunden und Angehörigen mit Deinem üblen Jetlag prahlen zu können, macht schon irgendwie Spaß, oder? Na klar, denn schließlich ist er ein Zeichen dafür, dass Du Dir auch weit entfernte Traumziele leisten kannst oder Dein Job so wichtig ist, dass Du weltweit gefragt bist! Außerdem berichten Geschäftsleute immer wieder, gerade unter Jetlag-Einfluss besonders kreativ zu sein oder klarer denken zu können – dafür sprechen möglicherweise auch die Erkenntnisse von Psychologen, die Depressionen mit Schlafentzug behandeln. Auch für den Jetlag gilt also: Er hat nicht nur negative Auswirkungen. Tja, ist eben alles Einstellungssache!

Snooze Project zieht Jetlag -Bilanz

Nie wieder Jetlag: Wer Dir das verspricht, nimmt den Mund mit Sicherheit zu voll. Wunder solltest Du von keinem Hilfsmittel gegen Jetlag erwarten.  Doch mit unseren Tipps und Tricks kannst Du die lästigen Folgen des Jetlags in Zukunft hoffentlich so gering halten, dass Dein Urlaubserlebnis dadurch nicht mehr geschmälert wird, und Geschäftstermine trotz Zeitverschiebung zu Erfolgserlebnissen werden. Helfen kann Dir nicht zuletzt auch eine positive Grundhaltung: Wer Jetlag-Symptome annimmt wie die neue Umgebung seines Reiseziels, wird deutlich weniger darunter leiden.

Jetlag und kein Ende in Sicht? Probier’s mit richtig gutem Schlaf: Auf Deiner Matratze von Snooze Project!

Tags: GESUNDHEIT
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  • Super umfangreich, gut!

    Alles was ich wissen wollte, und teilweise auch mehr :) Sehr schön! Ein Lob.