Narkolepsie

Narkolepsie

Aktualisiert am 19. Juli 2022
Veröffentlicht am 10. März 2022

⏰ Das Wichtigste in Kürze

  • Narkolepsie ist eine Erkrankung des Nervensystems, die dazu führt, dass Du tagsüber spontan einschläfst 
  • Neben plötzlich auftretenden Schlafattacken gibt es weitere Symptome für Narkolepsie, z.B. Halluzinationen oder Tagesmüdigkeit 
  • Die Krankheit ist nach aktuellem Forschungsstand nicht heilbar, aber in der Regel gut zu therapieren 

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und dient nicht zur Selbstdiagnose oder Behandlung. 

Narkolepsie ᐅ Das solltest Du wissen 

Was ist Narkolepsie?

Unter Narkolepsie ist eine Erkrankung des Nervensystems zu verstehen. Sie zeigt sich dadurch, dass Du am Tag spontan einschläfst. Das kann sogar passieren, während Du sprichst oder isst. 

Wie äußert sich Narkolepsie?

Um herauszufinden, ob Du an Narkolepsie leidest, solltest Du mehrere Symptome erkennen. Bei der Erkrankung tritt nämlich nicht nur ein Anzeichen auf, sondern gleich mehrere. Hier eine Übersicht über die häufigsten Warnzeichen, die für die neurologische Krankheit sprechen:

• Starke Müdigkeit am Tag
• Ungewolltes/Häufiges Einschlafen
• Schlafstörungen
• Muskelerschlaffungen
• Halluzinationen in Verbindung mit Schlafen
• Automatisiertes Verhalten
• Schlaflähmung

Bitte beachte, dass Du nicht automatisch an einer Narkolepsie erkrankt sein musst, wenn Du einige dieser Anzeichen zeigst. Ehe Du voreilige Schlüsse ziehst, solltest Du mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin sprechen. 

Narkolepsie: Was passiert im Körper?

Vor vielen Jahren wurde noch davon ausgegangen, dass an Narkolepsie das Hormon Hypocretin schuld ist. Es hat im Körper Einfluss auf unsere Gefühle sowie unser das Ess- und Schlafverhalten.

Im Jahr 2018 gelang es einem Forscherteam aus der Schweiz aber herauszufinden, dass für die Immunabwehr verantwortliche Blutzellen gegen eben dieses gebildete Hormon Hypocretin vorgehen. Sie sorgen dafür, dass es im Gehirn zu einer Entzündungsreaktion kommt. Dabei gehen die Nervenzellen kaputt, die Hypocretin bilden. 

📌3 wichtige Fakten über Narkolepsie

  1. Das erste Mal tritt die Krankheit oft zwischen dem 15. Und 30. Lebensjahr auf. Doch Narkolepsie ist auch bei Kinder und älteren Menschen möglich.
  2. Meist zeigt sich die Erkrankung durch eine Schläfrigkeit am Tag, die in Attacken auftritt. 
  3. Narkolepsie hat keine Auswirkungen auf die Lebenserwartung.

Anzeichen & Symptome von Narkolepsie

Die Symptome und Anzeichen der Narkolepsie hängen vom Schweregrad der Erkrankung ab. Während es Menschen gibt, bei denen die Krankheit nur schwach ausgeprägt ist, finden sich andere Personen, die Probleme haben, ihren Alltag mit der Krankheit zu bewältigen.

Im Vordergrund der Narkolepsie steht die Tagesschläfrigkeit. Viele Betroffene schlafen beim Essen, Telefonieren, Arbeiten oder auch Sprechen mit Freunden und Familienmitgliedern ein. Solltest Du beim Fernsehen einschlafen, musst Du Dir jedoch keine Sorgen machen, denn wir alle schlafen ab und zu ein, wenn wir uns stark entspannen oder ausruhen möchten.

Um herauszufinden, ob Du an der Krankheit leidest, ist es wichtig, dass Du Dir überlegst wie häufig und bei was Du einschläfst. In diesem Zusammenhang hat es sich bewährt eine Art Tagebuch zu schreiben, welches Du dann Deinem Arzt zeigen kannst. Das wird ihm dabei helfen herauszufinden, ob Du an Narkolepsie leidest oder nicht.

Menschen, die von der Erkrankung betroffen sind, fühlen sich oft müde und leiden auch an Schlafstörungen. Das hängt mit dem gestörten Schlaf-Rhythmus zusammen. Zum Teil kommt es während der Attacken übrigens zu Halluzinationen oder auch zum automatisierten Verhalten. Betroffene berichten unter anderem, dass sie sich wie ferngesteuert fühlen.

Diagnose von Narkolepsie

Meist wird Narkolepsie bei einem Arztgespräch diagnostiziert. Hierbei hört sich Dein Doktor erst Deine Krankengeschichte an und stellt Dir anschließend einige Fragen. Durch sie kann er den möglichen Schweregrad der Krankheit herausfinden oder Differenzialdiagnosen stellen. Einige Ärzte wenden spezielle Fragebögen an, um die Schläfrigkeit am Tag besser zu beurteilen.

Bis eine wirkliche Diagnose steht, kann es jedoch ein wenig dauern. Das liegt daran, dass dafür meist Tests zum Einsatz kommen. Diese führen Somnologen (Schlafmediziner) aus. Zum Teil ist auch ein Besuch im Schlaflabor notwendig, um herauszufinden, weshalb Du am Tag so müde bist.

Bitte beachte: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Ursachen & Risikofaktoren für Narkolepsie

Eine Narkolepsie wird aufgrund eines fehlgesteuerten Immunsystems ausgelöst. Dabei kommt es zur Zerstörung von Zellen, die zur Bildung des Hormons Hypocretin von Bedeutung sind. Durch den Zelltod kann es zu einer Störung im Schlaf-Wach-Rhythmus kommen. Er wird durch unterschiedliche Umweltfaktoren und auch das Vorhandensein HLA-Gens begünstigt. Narkolepsie und die Schweinegrippe-Impfung stehen möglicherweise auch im Zusammenhang. Selbst Infekte bergen das Risiko die Erkrankung auszulösen. Dabei verdächtigen Mediziner besonders Streptokokken und das Influenzavirus.

Narkolepsie: Behandlung & Therapie

Eine leichte Narkolepsie wird meist nur mit einer Verhaltensänderung behandelt. Das bedeutet, dass Du jeden Tag einen fixen Rhythmus hast, den Du befolgst. So kannst Du Deine Schlafqualität in der Nacht verbessern und bist am Tag weniger müde. Manchmal wird es auch empfohlen ein oder zwei Nickerchen am Tag zu machen, um dem Körper die Möglichkeit zu geben ein wenig Energie zu tanken. Anderen Betroffen hilft hingegen regelmäßiger Sport. 

Einige Betroffene fühlen sich auch nach dem Trinken von Kaffee oder Cola besser. Selbst eine Tasse schwarzer Tee kann helfen das Tagespensum zu bewältigen. Bei schweren Formen von Narkolepsie ist der Einsatz von Medikamenten sinnvoll. Sie stimulieren Deinen Körper, sodass Du Dich wacher fühlst. Zur Behandlung von Symptomen, wie Halluzinationen, kann auch der zusätzliche Einsatz von Antidepressive hilfreich sein.

FAQ

Wie äußert sich Narkolepsie?

Narkolepsie äußert sich häufig durch eine starke Tagesschläfrigkeit. Aber auch Schlafstörungen, Lähmungen im Schlaf und Halluzinationen treten bei dem Krankheitsbild häufig auf.

Ist Narkolepsie heilbar?

Bislang ist Narkolepsie nicht heilbar. Jedoch ist die Krankheit gut zu therapieren, sodass viele Betroffene gut mit der Krankheit leben können. 

Was kann man gegen Narkolepsie machen?

Häufig raten Ärzte und Ärztinnen Betroffenen zu einer Verhaltensänderung, z.B. durch geplante Nickerchen am Tag, Bewegung oder die Umstellung der Ernährung. In einigen Fällen hilft Betroffenen aber auch die Einnahme von Medikamenten. Diese können Dich z.B. wacher machen oder Halluzinationen vorbeugen. Sowohl die Diagnose als auch die Behandlung sollte stets in Absprache mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin erfolgen. 

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