Raumgewicht (RG-Werte bei Matratzen)

Zuletzt aktualisiert am 8. Juli 2021
Veröffentlicht am 19. Oktober 2020

Definition: Was bedeutet Raumgewicht bei Matratzen?

Willkommen im Reich der Kaltschaum-, Viscoschaum-, Latex- und Gelmatratzen. Denn hier ist das Raumgewicht ein wichtiger Faktor. Hintergrund ist, dass während des Schäumverfahrens sog. Rohmasse zu Schaumstoff verarbeitet wird. Im Rohmaterial bilden sich während dieser Produktion kleine Lufteinschlüsse. Das ist so gewollt, denn durch diese „Poren“ gewinnt der Schaumstoff die benötigte Formstabilität. Einfach gesagt: Sobald Du dich auf die Matratze legst, wird Druck ausgeübt. Hier weniger, dort mehr, je nach Schlafposition und Körpergewicht. Die Matratze passt sich jetzt dem Körper an. Lässt der Druck nach, weil Du die Schlafposition änderst oder aufstehen musst, nimmt die Matratze wieder ihre ursprüngliche Form an. Halten wir fest: Wir haben Rohmasse (z.B. Kaltschaum) und Luftbläschen, die im Resultat den Schaumstoff bilden. Das Raumgewicht einer Schaummatratze zeigt nun an, wie viel Kilogramm Rohmasse in einem Kubikmeter Schaumstoff im Matratzenkern enthalten ist.

Formstabile Matratzen kehren schnell in ihre ursprüngliche Form zurück, wenn die Druckpunkte des Körpers verschwunden sind. Das bedeutet, dass ein allzu schnelles Durchliegen verhindert wird. In diesem Zusammenhang spricht man auch von der Rückstellkraft der Matratze. Hier kannst Du dich über diesen Punkt noch genauer informieren.

Für das Rückstellen der Matratzenform sorgen die Lufteinschlüsse. Nun könnte man denken, je mehr Poren, desto besser Rückstellkraft und Formstabilität. Dem ist nicht so. Ist der Anteil an Lufteinschlüssen im Verhältnis zum Schaumstoff zu hoch, leiden die Qualität und die Langlebigkeit der Matratze. Und da sind wir wieder – genau – beim Raumgewicht. Denn es wirkt sich auf die relevanten wichtigen Matratzeneigenschaften aus. Und da heben wir drei hervor:

Auf welche Eigenschaften wirkt sich das Raumgewicht besonders stark aus?

Die Langlebigkeit

Die guten Eigenschaften, die aus einem hohen Raumgewicht herrühren, machen die Matratze insgesamt langlebiger.

Die Rückstellkraft

Matratzen mit einem hohen Raumgewicht kehren nach Belastung schnell wieder in ihre ursprüngliche Form zurück. Es liegt auf der Hand, dass dadurch der Schlafkomfort verbessert wird.

Die Formstabilität

Bei Matratzen mit einem hohen Raumgewicht ist das Verhältnis zwischen Poren und Schaumstoff ausgewogen. Das hat eine hohe Formstabilität zur Folge.

Das passende Raumgewicht finden: Hohes oder geringes Raumgewicht?

Aus dem eben gesagten geht hervor: Grundsätzlich ist es empfehlenswert, auf ein hohes Raumgewicht zu achten. Die Matratze ist umso elastischer und langlebiger, je mehr Schaumstoff-Rohmasse verwendet wurde. Das hohe Raumgewicht sorgt dafür, dass die Matratze nicht nach 2 oder 3 Jahren durchgelegen ist. Für die Haltbarkeit einer Matratze spielen aber auch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Es liegt auf der Hand, dass eine selten genutzte Matratze im Gästezimmer länger hält als eine identische im Kinderzimmer, die vom gelenkigen Nachwuchs tagein tagaus als Spielwiese auf die Probe gestellt wird.

Nachfolgend die Tabelle zur groben Orientierung.

Bedeutung & Haltbarkeit: Raumgewicht (RG) Werte bei Kaltschaummatratzen (Tabelle)

RaumgewichtQualitätInterpretation
20-25Sehr einfache QualitätIm täglichen Gebrauch nach ca. 1 bis 2 Jahren durchgelegen
30Leichte QualitätHaltbarkeit ca. 2 bis 3 Jahre
35Gute QualitätHaltbarkeit ca. 5 bis 6 Jahre
40Sehr gute QualitätHaltbarkeit ca. 6 bis 8 Jahre
50 und mehrPremium QualitätHaltbarkeit ca. 10 Jahre und länger

Raumgewicht und Härtegrad

Gleich mal etwas flapsig gesagt: Nicht alles, was schwer ist, muss auch hart sein. Insofern sollte man das Raumgewicht einer Matratze nicht mit ihrem Härtegrad gleichsetzen. Es handelt sich hierbei um unterschiedliche Indikatoren und Merkmale. Der Härtegrad gibt an, wie viel Druck man ausüben muss, um den Matratzenkern um ein bestimmtes Maß zu stauchen. Verbindliche Richtlinien dazu liegen nicht vor. Härtegrad 1 kann bei dem einen Anbieter einen ähnlichen Wert haben wie Härtegrad 2 bei dem anderen. Das Raumgewicht ist davon nicht berührt. Hohes Raumgewicht bedeutet daher nicht automatisch hoher Härtegrad. Das kann man auch daran ablesen, dass Matratzen mit einem Raumgewicht von 40 in jedem beliebigen Härtegrad angeboten werden. Weitere Informationen zum Härtegrad findest Du hier.

Exkurs: Kleine Verschnaufpause

Raumgewicht, Härtegrad, Rückstellkraft, Stauchhärte – eigentlich wolltest Du dich nur über Matratzen informieren und nicht gleich Atomphysik studieren. Dafür haben wir Verständnis. So sehr wir unseren Kunden empfehlen, sich Wissen über den Schlaf und die dazu passende Matratze anzueignen, so sehr sind wir auch um einfache, pragmatische Lösungen bemüht. Daher bieten wir Matratzen mit Rundum-Sorglos-Faktor an. Uns gefällt an Kaltschaummatratzen, dass sie

  • langlebig
  • atmungsaktiv
  • punktelastisch
  • formbeständig

sind und man sie dennoch preiswert anbieten kann. Wir glauben an unser Produkt. Darum bieten wir 100 Tage Probeschlafen und 10 Jahre Garantie an. Denn bei allen Indikatoren und Merkmalen einer guten Matratze halten wir es mit der Trainer-Legende Otto Rehhagel: Wichtig is’ auf’m Platz. Denn ganz gleich, für welche Matratze Du dich entscheidest, in jedem Fall solltest Du sie unter Deinen echten Bedingungen testen und nicht nur im Store kurz probeliegen.Jetzt aber zurück zum Raumgewicht.

Formel: Wie berechnet man das Raumgewicht?

Das Raumgewicht von Matratzen wird anhand einer Formel errechnet. Dazu müssen das Gewicht der Matratze in Kilogramm (kg) sowie das Volumen der Matratze in Kubikmeter (m³) bekannt sein. Konkret bedeutet dies nur drei Schritte

Welches Gewicht hat die Matratze?

Wiegen Sie den Matratzenkern. Dazu den Bezug der Matratze entfernen. Einfacher ist es, wenn das Gesamtgewicht der Matratze auf der Verpackung angegeben ist. Dann einfach nur den Bezug wiegen und das Gewicht des Bezuges anschließend vom Gesamtgewicht abziehen.

Welches Volumen hat die Matratze?

Multipliziere die Länge mit der Breite und Höhe des Matratzenkerns (Länge x Breite x Höhe).

Raumgewicht ermitteln

Jetzt einfach das Matratzengewicht durch das Volumen teilen.

Die Formeln in der Übersicht

Raumgewicht beim Matratzen Topper

Auch bei einem Matratzen Topper gibt das Raumgewicht Auskunft über die Qualität und die Haltbarkeit. Topper sind 4-10 cm dünne Matratzenauflagen. Bei der Berechnung des Raumgewichts gelten dieselben Schritte wie auch bei der Matratze. Grundsätzlich gilt: Je höher das Raumgewicht, desto höher ist die Qualität, Langlebigkeit und Formstabilität des Matratzen Toppers. Weitere Informationen zum Topper findest Du auch hier.

Tipps rund um das Raumgewicht

  • Das Raumgewicht sollte beim Matratzenkauf mit einbezogen werden. Den goldenen Wert gibt es nicht. Das Raumgewicht ist nur ein Mosaikstein, der zum Gesamtbild des Schlafes gehört. Empfehlenswert ist immer das Probeschlafen unter den eigenen, individuellen Umständen.
  • Das Raumgewicht bezieht sich immer nur auf den Matratzenkern bzw. den Schaumstoff der Matratze. Den Bezug, der je nach Modell mehrere Zentimeter dick sein kann, musst Du bei Deinen Berechnungen außen vor lassen.
  • Einschnitte, Löcher, Formen und/ oder Wellenschnitte, die viele Hersteller in ihre Schaumstoffe schneiden, verringern die Materialmenge und damit auch das Gewicht des Kerns. In diesen Fällen hat die Berechnung des Raumgewichts im wahrsten Sinne des Wortes Lücken, weil Länge, Höhe oder Breite ja beschnitten sind. Du solltest deshalb immer eine Toleranz von +/- 10 Prozent einplanen. bzw. die errechneten RG Werte dementsprechend analysieren.
  • Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Ein Beispiel: Du hast die Wahl zwischen einer Latexmatratze und einer Kaltschaummatratze. Beide haben jeweils ein Raumgewicht von 40kg/m³ – sind die nun beide gleich gut? Jedes Matratzenmaterial hat sein ganz individuelles Gewicht. So ist Latex grundsätzlich schwerer als Kaltschaum und erreicht  ein höheres Raumgewicht, auch wenn es für „Latexverhältnisse“ eher niedrig ist.
  • Das Raumgewicht einer Matratze hat grundsätzlich nichts mit deren Härtegrad zu tun. Allerdings kann man sagen: Je höher das Raumgewicht einer Matratze, umso höher ist auch die Punktelastizität.
  • Auch bei einem Topper definieren sich die Qualität und auch die Haltbarkeit über die Kennzahl des Raumgewichtes.