Nachtschweiß

ALLGEMEINES


DEFINITION: WAS IST NACHTSCHWEISS

In jeder Nacht verlierst Du bis zu einem halben Liter Schweiß. Das klingt zunächst viel. Wenn Du allerdings berücksichtigst, dass die Haut unser größtes Organ ist, lässt sich diese Menge nachvollziehen. Meist bleibt der Nachtschweiß unbemerkt, da dieser am Morgen beim Aufwachen bereits verdunstet ist. Vielleicht bleibt noch ein kleiner „Speckfilm“ auf der Stirn übrig. Du kannst also ganz beruhigt sein: Vor allem in schwülen Sommernächten ist es normal in der Nacht stärker zu schwitzen.

Auf Ursachensuche solltest Du Dich aber begeben, wenn Du des Öfteren in feuchter Bettwäsche aufwachst. Vor allem dann, wenn Du das Bettzeug während der Nacht wechseln musst, vielleicht sogar über mehrere Nächte, und Dich zusätzlich unruhig und abgeschlagen fühlst. Suche in diesem Fall den Arzt Deines Vertrauens auf und bespreche Dich mit ihm.

FUNKTIONEN VON NACHTSCHWEIS

Mit dem Nachtschweiß reguliert der Körper seine Temperatur. Diesen Prozess steuert das autonome Nervensystem – es passiert also wie von selbst. Dein Körper entledigt sich damit aber auch vieler Giftstoffe, die er über den Tag aufgenommen hat. Insofern ist das Schwitzen eine sehr wichtige Grundfunktion des Körpers.

Schweiß besteht zu fast 100 Prozent aus Wasser. Hinzu kommen Salz, Harnstoff und Fettsäuren. Über die Schweißdrüsen – von denen jeder von uns zwischen zwei und fünf Millionen besitzt – gelangt der Schweiß nach außen, um zu verdunsten. Darüber hinaus sorgt der Schweiß dafür, dass der Säure-Schutzmantel der Haut erhalten bleibt. Das hemmt effektiv das Keimwachstum von Bakterien.

Am meisten schwitzen wir an den Händen. Da sich besonders viele Schweißdrüsen auf Handflächen, Fußsohlen und der Stirn befinden, sondert man dort viel Schweiß ab. Ungefähr 365 Schweißdrüsen pro Quadratzentimeter hast Du an jeder Hand! Das bedeutet gleichzeitig, dass Du an diesen am schnellsten auskühlen kannst. Denn die Feuchtigkeit reguliert die Körpertemperatur während der Nacht um bis zu 2° Grad nach unten. Auf diese Weise kann sich Dein Körper während des Schlafs optimal regenerieren.

MÖGLICHE URSACHEN FÜR ÜBERMASSIGES SCHWITZEN


Die Ursachen für übermäßiges nächtliches Schwitzen können auf Medikamente zurückzuführen sein. Oft ist es in solchen Fällen möglich auf ein alternatives Medikament zurückzugreifen, aber bitte immer in Absprache mit Deinem Arzt. Wenn Du also bestimmte Medikamente regelmäßig einnehmen musst, lies am besten auf dem Beipackzettel nach, ob starkes Schwitzen in den Nebenwirkungen aufgeführt ist und kontaktiere Deinen Arzt.

Auch körperliche Krankheiten können zu verstärktem Nachtschweiß beitragen. Vor allem Blut- und Kreislaufprobleme, Infektionen, Stoffwechsel-Erkrankungen und hormonelle Störungen sind hier zu nennen. Bei Infekten wie einer Grippe kennst Du das: Dein Körper schwitzt für ein paar Nächte übermäßig stark. Das ist ein Schutzmechanismus, um Viren und Bakterien loszuwerden. Diese können bei hohen Temperaturen abgetötet werden. Doch es gibt viele weitere Faktoren, die dazu führen, dass Du nachts stärker schwitzt. Im Extremfall können auch sehr ernsthafte Erkrankungen dahinter stecken. Deshalb solltest Du Deinen Arzt um Rat bitten, wenn Du über mehrere Nächte auf einem nassen Laken aufwachst.

KATEGORISIERUNG: GRÜNDE FÜR NACHTSCHWEIS

Einfach zu entdeckende Gründe für Nachtschweiß liegen meistens im täglichen Leben. Mit einem gesunden Lebensstil legst Du täglich das Fundament für gesunden Schlaf ohne übermäßigen Nachtschweiß. Auf Folgendes solltest Du achten, wenn Du Dich auf die Suche nach möglichen Gründen für Dein starkes Schwitzen machst:

  • Alkoholgenuss
  • Ungesundes oder sehr üppiges Abendbrot
  • Material und Beschaffenheit Deiner Bettdecke
  • Material und Beschaffenheit Deiner Bettwäsche
  • Material Deines Pyjamas
  • Material und Beschaffenheit Deiner Matratze
  • Zimmertemperatur sollte bei ca. 19 Grad liegen
  • Ständig wechselnde Schlafenszeiten, z.B. durch Schichtdienst
  • Dauerstress
  • Weiteres

 

In unserem Artikel zum Thema Schlafhygiene findest Du einige Tipps für gesunden Schlaf!

PHYSIOLOGISCHE URSACHEN

Hyperhidrose

Falls jemand ungewöhnlich intensiv schwitzt, sprechen Mediziner von Hyperhidrose. Charakteristisch für dieses starke Schwitzen ist das regelmäßige Auftreten über einen längeren Zeitraum hinweg. Bei dieser Form des Schwitzens handelt es sich um ein krankheitsbedingtes Schwitzen, welches klar von Ursachen wie einer heißen Sommernacht oder zu dicker Bettwäsche abzugrenzen ist.

Hormonumstellungen

Wer häufig schweißgebadet aufwacht, läuft Gefahr Schlafstörungen und in Folge Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen zu entwickeln. Auch wenn die Hormone sich umstellen, hat der Körper stark damit zu tun, alles zu regulieren. Dann laufen im Körper komplizierte Prozesse ab. Davon sind Frauen sehr häufig betroffen, da bei Ihnen der Progesteron-Spiegel alle zwei Wochen steigt und wieder abflacht. Dazu kommt eventuell ein leichter bis starker Eisenmangel während der Menstruation. So können folgende Ursachen für ein paar Tage Nachtschweiß verantwortlich sein:

  • Menstruation
  • Schwangerschaft
  • Wechsel der hormonellen Verhütung
  • Menopause

 

Übrigens kann sich deshalb die allererste Periode bei jungen Mädchen auch durch ein paar Tage mit starkem Nachtschweiß ankündigen. Hormonelle Veränderungen bedeuten für den Körper Schwerstarbeit. Für Jungs in der Pubertät gilt Ähnliches: In der Zeit des Stimmbruchs und Wachstumsschubs kann auch bei ihnen stärkeres Schwitzen in der Nacht auftreten. In solchen Fällen liegt es meist am stark ansteigenden Testosteron.

Nachtschweiß in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft stellen sich die Hormone sehr stark um. Das sorgt bei vielen Frauen für stärkeres Schwitzen, vor allem am Nacken, Brustkorb und Bauch. Die Plazenta, die den Embryo ernährt, produziert gewisse Hormone. Sie regt die Durchblutung der werdenden Mutter an, um das Ungeborene optimal zu versorgen. Die damit verbundene erhöhte Körpertemperatur löst nicht selten während der gesamten Schwangerschaft immer wieder Schweißausbrüche aus. Sie gilt außerdem als erstes Anzeichen für eine Schwangerschaft. Frauen, die regelmäßig ihre Temperatur messen, stellen eine Schwangerschaft deshalb oft noch vor einem Test oder Arztbesuch fest.

PSYCHOLOGISCHE URSACHEN

Angst, Stress und Sorgen begünstigen Nachtschweiß. Denn dann schläfst Du wahrscheinlich auch unruhig, wälzt Dich hin und her. Nicht selten hat man in solchen Phasen auch Albträume, um die starken Emotionen und Überlastungen des Tages zu verarbeiten. Wenn Du das als Ursache erkennst, dann ist es wichtig, dass Du Dir Ruhe gönnst. Um besser für stressige Lebensphasen gewappnet zu sein, lohnt es sich Routinen zum Abschalten und Entspannen zu entwickeln. Das kann für den Anfang ein kleiner Spaziergang nach Feierabend sein.

Bei psychischem Druck schüttet der Körper vermehrt Stresshormone aus. Mit moderatem Ausdauertraining, regelmäßigem Ausspannen und gesundem Lebensstil kannst Du die Nachtschweiß-Attacken gut in den Griff bekommen. Angstschweiß kommt übrigens aus separaten Drüsen, die sich erst im Laufe der Pubertät bilden.

ÄUSSERE EINFLÜSS

Als harmlose Ursachen für Nachtschweiß kommen äußere Einflüsse – beispielsweise ein ungesunder Lebensstil, eine atmungsschwache Matratze – in Frage. In den meisten Fällen helfen einfache Kniffe, um nicht mehr schweißgebadet aufzuwachen. Ist die Umgebungstemperatur im Schlafzimmer kühler als Deine Körpertemperatur, kann sie Deine überschüssige Körperwärme aufnehmen.

Kannst Du gesundheitliche Ursachen ausschließen, empfehlen wir Dir Folgendes:

  • Schlafzimmertemperatur 16-19 Grad
  • Vor der Nachtruhe 5-10 Minuten lüften
  • Atmungsaktive Matratze
  • Natürliche, biologische Nachtwäsche aus Baumwolle, Leinen, Hanf
  • Verzicht auf würziges, scharfes, mächtiges Abendbrot
  • Entspannungsübungen vor dem Schlafengehen

TIPPS GEGEN NACHTSCHWEIS


PYJAMA, NACHTHEMD UND BETTWÄSCHE

Falls Du nachts schnell schwitzt, verzichte möglichst auf Nachtwäsche aus synthetischen Fasern. Sie fördert das Schwitzen. Wichtig ist, dass der Schweiß verdunsten kann, oder von atmungsaktiver Nachtwäsche aufgenommen wird. Naturfasern wie Baumwolle sind dafür ideal. Darüber hinaus gibt es Pyjamas aus feinen Mischgeweben, beispielsweise Modal mit Silberfasern. Durch diese verdunstet Nachtschweiß schneller und Du hast ein angenehm trockenes Körpergefühl. Zudem haben silberhaltige Materialien einen antibakteriellen Effekt, der den Schweißgeruch zuverlässig hemmen soll. Solche Stoffe sind atmungsaktiv, sehr saugfähig und liegen luftig-leicht auf der Haut.

Bei der Bettwäsche gilt Ähnliches wie beim Nachthemd und Pyjama: Achte auch hier möglichst auf leichte, atmungsaktive Wäsche aus Naturstoffen. Am besten schläfst Du in Baumwolle oder Leinen.

Im Sommer kannst Du auch nur den Bettbezug zum Zudecken nutzen. Der saugt den Nachtschweiß – ein atmungsaktives Material wie Baumwolle vorausgesetzt – zuverlässig auf.

MATRATZE

Bei starkem Nachtschweiß empfehlen wir Dir eine Kaltschaummatratze. Diese – beispielsweise eine Snooze Project Matratze – leitet überschüssige Wärme durch den offenporigen Aufbau zuverlässig ab. Von einer atmungsschwachen Latexmatratze raten wir Dir ab, wenn Du zu Nachtschweiß neigst. Gleiches gilt für Matratzen mit Memory Effekt, deren Kuhlen-Bildung das Schwitzen fördert.

ERNÄHRUNG

Es lohnt sich ein besonderes Augenmerk auf Deine Ernährung zu richten, wenn Du nachts zu stark schwitzt. Schwer verdauliche Nahrungsmittel am Abend hindern den Körper daran, sich nachts ausreichend zu regenerieren. Denn der Prozess der Verdauung kostet den Körper viel Kraft und hält ihn wach.

Durch ein Ernährungstagebuch wird Dir das ein oder andere auffallen, was Du in Zukunft anders machen kannst. Versuche für ein zwei Wochen alles zu notieren, was Du vier Stunden vor dem Schlafen zu Dir nimmst, auch Getränke. Am Morgen schreibst Du Dir dann dazu wie gut Du geschlafen, und ob Du übermäßig geschwitzt hast.

Gehe bitte auf jeden Fall zum Arzt wenn das übermäßig starke Schwitzen länger als zwei Wochen anhält. Im besten Fall findet ihr gemeinsam heraus, dass Du nur deine Ernährung umstellen solltest. Doch es können auch ernsthafte Ursachen dahinter stecken. Je früher diese entdeckt werden, desto höher sind die Chancen, dass Du bald wieder gesund bist.

Hier sind die größten Schweißtreiber, auf die Du achten solltest:

  • Zucker
  • Scharfe Gewürze
  • Fett
  • Alkohol

SPORT & ENTSPANNUNG

Gerade wenn die Ursache in Kreislaufstörungen liegt, sind moderater Sport und ausreichend Entspannung gute Wege, um das nächtliche Schwitzen einzudämmen. Leichte Gymnastik und Dehnübungen wie Pilates oder Yoga eignen sich am besten. Achte also auf Deine Gewohnheiten. So wie Du den Tag verbringst, so schläfst Du auch. Wenn Du oft schweißgebadet aufwachst lohnt es sich, Deinen Tagesablauf zu überdenken. Entspannende Musik, lesen, ein Hörspiel hören, oder ein kurzes Bad – Achtung nicht zu heiß, 38 Grad und entspannendes Badesalz – sind gut geeignet, um am Abend zur Ruhe zu kommen.

DIE TIPPS GEGEN NÄCHTLICHES SCHWITZEN

Wenn Du die Gründe für Dein nächtliches Schwitzen kennst, kannst Du gezielt gegensteuern. In längeren Stressphasen solltest Du auf Entspannungstechniken setzen und für Erholung sorgen. Drüber reden hilft oft, Anspannung abzubauen. Auch Sport und Spaziergänge an der frischen Luft helfen. Ein gesunder Lebensstil mit gesunden Gewohnheiten reduziert das Risiko von Nachtschweiß nachhaltig.

Im Sommer ist es normal, dass Du die eine oder andere Nacht stärker schwitzt. Versuche, die Bettdecke durch ein leichtes Baumwoll-Laken zu tauschen. Außerdem kannst Du das Schlafzimmer im Sommer eine halbe Stunde vor dem Schlafen mit einem Ventilator abkühlen. Weniger als 25 Grad sollten es im Sommer nicht sein. Das reicht für erholsamen Schlaf im Trockenen. Lass Dich bitte nicht dazu hinreißen den Ventilator in der Nacht anzulassen. Dann drohen Zerrungen im Nacken was den Nachtschweiß wieder verstärkt.

Bei hohen Nachttemperaturen im Sommer kannst Du auch ein feuchtes Tuch – beispielsweise ein Bettlaken – vor das leicht geöffnete Fenster hängen.

TIPPS AUF EINEN BLICK

  • Luftfeuchtigkeit reduzieren
  • ideale Raumtemperatur im Schlafzimmer: 16-19 Grad
  • eine atmungsaktive Matratze
  • leichtes Abendbrot
  • drei bis 4 Stunde vor dem Schlafen nichts mehr essen.
  • auf Nikotin, Alkohol, Koffein verzichten (Achtung – auch in Schwarz- und Grüntee enthalten)
  • moderates Ausdauertraining (leichte Gymnastik, Dehnübungen)
  • spätestens 1 Stunde vor Schlafengehen zur Ruhe kommen
  • Entspannungsübungen vor dem Schlafengehen

 

Spezial-Tipp: Cremes mit Salbei- oder Rosmarin-Öl wirken kühlend und leicht schweißhemmend. Alternativ kannst Du Dir über den Tag hinweg mehrere Tassen Salbei-Tee zubereiten.

Bei Schweißausbrüchen in den Wechseljahren kann es helfen, sich die Beine mit kühlem – nicht kaltem – Wasser abzubrausen, bevor Du ins Bett gehst.

Wenn das alles nicht ausreicht, scheue Dich bitte nicht mit einem Arzt zu sprechen!