Schlafphasen

Zuletzt aktualisiert am 5. Mai 2021
Veröffentlicht am 23. November 2020

WAS IST EINE SCHLAFPHASE?


Jeder Schlafzyklus besteht aus unterschiedlichen Schlafphasen. Insgesamt durchleben wir während unseres Schlafs etwa vier bis sieben Zyklen. Ein Zyklus beinhaltet immer fünf Schlafphasen. Sie haben eine festgelegte Reihenfolge und sind somit nicht untereinander tauschbar. In jeder Phase produziert unser Gehirn Energie. Diese kannst Du beispielsweise mithilfe einer Elektroenzephalografie (EEG) messen und so genauer Dein Verhalten während des Ruhens beobachten.

WIE UNTERTEILEN SICH DIE EINZELNEN SCHLAFZYKLEN?

Wir haben Dir bereits erzählt, dass ein Zyklus aus insgesamt fünf Schlafphasen besteht. Die wohl bekannteste dieser ist die REM-Phase, die für den Traumschlaf verantwortlich ist. Ebenso gibt es eine Einschlafphase (N1), leichte Schlafphase (N2), Tiefschlafphase (N3) und eine Wach-Phase.

Dein Schlaf läuft nach einem besonderen Schema ab. Nach der Einschlafphase gelangst Du in den leichten und dann in den tiefen Schlaf. Die letzten zwei Phasen wiederholen sich und leiten Dich dann in den REM-Schlaf über.

WAS BEDEUTET NREM-SCHLAF?

Von den fünf Schlafphasen gehören vier zum NREM-Schlaf. Zu ihnen zählen einmal die Phasen N1 und N3 sowie zweimal die Phase N2. Der Non-REM-Schlaf wird auch als das Schlafstadium N, orthodoxer Schlaf, NREM-Schlaf und Nicht-REM-Schlaf bezeichnet. In ihm verlangsamen sich die Augenbewegungen bis sie komplett ausbleiben.

Laut Schlafforschern dient der NREM-Schlaf Deiner Erholung. Außerdem verarbeitest Du in ihm alle Eindrücke, die Du über den Tag verteilt gesammelt hast. Während dieser Phase verliert Dein Körper übrigens auch Wärme. Ebenso beginnt der Blutdruck in diesem Schlafstadium damit zu sinken. Oftmals hast Du innerhalb des Abschnitts keine oder nur leichte Träume.

ALLE SCHLAFPHASEN IM ÜBERBLICK


Wir erklären Dir nachfolgend die Schlafphasen N1, N2, N3 und REM im Detail. Neben einer verständlichen Definition erfährst Du auch mehr über die Funktion des jeweiligen Schlafabschnitts. So kannst Du Dir besser vorstellen, was mit Deinem Körper geschieht, wenn Du schläfst.

DAS PASSIERT WÄHREND DER N1-SCHLAFPHASE

Die N1-Stufe wird auch Einschlafphase genannt. Sie bezeichnet einen sehr leichten Schlafzustand, bei dem Deine Muskulatur noch ein wenig angespannt ist. Deine Atmung und auch Dein Puls wird in diesem Schlafabschnitt immer langsamer und gleichmäßiger. Auch Deine Hirnströme reduzieren sich und Du beginnst damit Deine Umgebung nicht mehr wahrzunehmen. Trotzdem hörst Du noch Geräusche in Deiner Umgebung. Sie können Dich sogar so stark stören, dass Du nicht einschlafen oder durchschlafen kannst. Die N1-Phase hat einen kleinen Anteil an Deinem Schlaf. Er beträgt im mittleren Lebensalter etwa fünf Prozent.

DAS PASSIERT WÄHREND DER N2-SCHLAFPHASE

Bist Du in der Phase N2 angelangt, entspannen sich Deine Glieder und Muskeln weiter. Auch Deine Atmung reduziert sich und Dein Puls wird spürbar langsamer. Ebenso kommt es zur deutlichen Absenkung Deiner Körpertemperatur und Deine Augenbewegungen bleiben komplett aus. Manchmal beginnst Du bereits in der Phase N2 mit dem Träumen. Das liegt daran, dass dieser Abschnitt damit endet, dass Du einschläfst. Im Vergleich zu den Schlafphasen N1, N3 und dem REM-Schlaf macht die N2-Schlafphase etwa 45 bis 55 Prozent Deines Ruhezustands aus. Du verbringst somit die meiste Zeit Deines Schlafs in einer leichten Ruhephase.

DAS PASSIERT WÄHREND DER N3-SCHLAFPHASE

In der Phase N3 gelangst Du in Deinen Tiefschlaf. In ihm bewegst Du Dich nicht und bist daher komplett entspannt. Deshalb ruht sich Dein Körper im N3-Abschnitt aus und tankt so Kraft für den nächsten Tag. Doch in dieser Schlafphase passiert noch mehr, denn es kommt zur Ausschüttung von Wachstumshormonen. Sie unterstützen Dein Immunsystem und tragen zur Erneuerung Deines Zellgewebes bei.

Einige Menschen beginnen in der Schlafphase N3 auch mit den Zähnen zu knirschen oder Schlafzuwandeln. Üblicherweise verbringst Du in dieser Phase etwa 15 bis 25 Prozent Deines Schlafs.

DAS PASSIERT WÄHREND DER REM-SCHLAFPHASE

Die Phase des Rapid Eye Movements (REM) wird auch als desynchronisierter und paradoxer Schlaf bezeichnet. Sie tritt nach etwa 60 bis 90 Minuten des Ruhens ein. In ihr bewegen sich Deine Augen besonders schnell. Dies ist von außen, für andere Menschen, gut erkennbar. Außerdem wirst Du in diesem Schlafabschnitt vermehrt träumen. Doch selbst bei sehr lebhaften Träumen bleiben Deine Muskeln entspannt und bewegen sich nicht. Das liegt daran, dass sich Dein Körper während des Träumens selbst schützen möchte.

Er stellt eine Bewegungsstarre her. Sie verhindert, dass es zu Verletzungen während des Ruhens kommt. In Deiner REM-Phase verbringst Du Deine Zeit damit Emotionen und Eindrücken zu verarbeiten, die Du während Deines Tages gesammelt hast.

Solltest Du keinen REM-Schlaf haben, hat dies eine große Auswirkung auf Deinen Körper. Ein Fehlen dieser Phase führt zur Steigerung Deiner Triebe. Das bedeutet, dass Deine Aggressivität und auch Dein Hunger steigen. Ebenso wirst Du Probleme mit Deinem Gedächtnis und Deiner Konzentration feststellen. Ein häufiger Grund, weshalb Du keinen REM-Schlaf bekommst, ist der Konsum von Schlafmitteln. Sie stört nämlich den Ablauf des Ruhens. Auf der anderen Seite wird der REM-Schlaf-Entzug auch als Therapie für Personen mit Depressionen eingesetzt, um die Symptome der Erkrankung abzumildern.

ERGEBNISSE ZU DEN SCHLAFSTADIEN UND IHREN PHASEN

Damit Du Dir besser vorstellen kannst, wie lange Du in welchem Schlafabschnitt verbleibst, haben wir Dir eine Tabelle zusammengestellt. In ihr siehst Du zusammenfassend auch zu welcher Phase das entsprechende Schlafstadium gehört.

TABELLE: SCHLAFPHASEN UND IHRE PROZENTUALE VERTEILUNG (DER DAUER) IM ÜBERBLICK

Schlaf-Stadium bzw. -PhaseAnteil (bzw. Dauer) in Prozent (%)
Stadium N1 (Teil der Non-REM-Schlaf Phase)ca. 5%
Stadium N2 (Teil der Non-REM-Schlaf Phase)ca. 45-55% (da es in jedem Schlafzyklus zweimal auftritt)
Stadium N3 (Teil der Non-REM-Schlaf Phase)ca. 15-25%
REM-Schlaf Phaseca. 20-25%
Wach-Anteilca. unter 5%

FAZIT & TIPPS ZU DEN SCHLAFPHASEN


Trotz der strikten Abfolge der Schlafphasen durchläuft jeder Mensch den Ruheprozess individuell verschieden. Das hängt zum Teil vom Alter der Person ab und auch von bestehenden Erkrankungen. Wenn Du mehr über Deinen eigenen Schlaf wissen möchtest, kannst Du einen Schlafphasenwecker oder ein Fitness-Armband ausprobieren. Was Dir ein solches Zubehör verrät, erfährst Du nachfolgend von uns.

DAS LEBENSALTER BEEINFLUSST DIE LÄNGE UNSERER SCHLAFPHASEN

Wir haben Dir bereits erzählt, dass Dein Schlafzyklus immer nach demselben Schema abläuft. Berücksichtige dabei jedoch, dass die Länge Deiner einzelnen Phasen variiert. Sie hängt nämlich zu einem großen Teil von Deinem Alter ab.

Kurz nach der Geburt dauert die REM-Phase etwa neun Stunden. Ab dem achten Lebensjahr hat sich die Dauer der einzelnen Phasen im Schlaf angepasst. Dann verbringst Du während Deiner REM-Phase etwa zwei Stunden pro Tag mit dem Träumen.

Je älter Du bist, desto weniger wirst Du übrigens träumen und in der REM-Phase stecken. Das hat zur Folge, dass zum Beispiel Senioren seltener über ihre Träume berichten. Sie finden nämlich seltener beziehungsweise kürzer statt.

SCHLAFSTÖRUNGEN SIND DURCH ERKRANKUNGEN MÖGLICH

Bei starken Abweichungen Deines Schlafmusters weist dies auf eine Störung Deines Schlafverhaltens hin. In einem solchen Fall solltest Du über eine Analyse und anschließende Behandlung des Problems nachdenken. So kannst Du bald wieder erholt aufzuwachen und Deinen Tag mit Energie zu beginnen.

Bei den Schlafstörungen ist die Schlafapnoe besonders häufig anzutreffen. Leidest Du an dieser Krankheit, wirst Du innerhalb Deiner Schlafphasen gestört und kannst diese somit nicht komplett durchlaufen. Die Folge davon ist, dass Du Dich nach dem Schlafen unausgeruht und erschöpft fühlst. Viele Menschen, die an Schlafapnoe leiden, bemerken dies übrigens selbst. Sie wachen während des Schlafs auf und schnappen nach Luft oder fühlen sich beklemmt. Diese und andere Erkrankungen sind bei einem Aufenthalt in einem Schlaflabor leicht feststellbar. Solltest Du den Verdacht haben, dass Du an einem Schlafproblem leidest, empfehlen wir Dir daher den Besuch im Labor.

MIT EINEM SCHLAFPHASENWECKER DEN EIGENEN SCHLAF ANALYSIEREN

Möchtest Du Deine Schlafphasen selbst analysieren und sehen, wie lange sie ablaufen, kannst Du einen Schlafphasenwecker verwenden. Er wird mit einem Armband geliefert und kann so ganz einfach und relativ genau Deinen Schlaf analysieren.

In letzter Zeit haben sich weitere Utensilien etabliert, die Dir einen Einblick in Deine Ruhephasen geben können. Besonders Fitness-Armbänder, die als Zusatzfunktion eine Schlafanalyse anbieten, werden gerne genutzt. Mit einem Bewegungssensor begutachten sie Deinen Schlaf und analysieren ihn im Anschluss.

Im Vergleich zu einer professionellen Analyse des Schlafs im Labor sind Fitness-Armbänder und auch Schlafphasenwecker weniger genau. Du kannst Sie jedoch als grobe Orientierung nutzen und dazu etwas mehr über Deinen Schlaf zu erfahren.