Verschlussarten (Bettwäsche)

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Verschiedene Verschluss-Typen bei Bettwäsche

„Was kann man beim Bettwäsche-Kauf schon groß falsch machen?“, wirst Du Dich vielleicht fragen. Logisch: Von guter Qualität sollte sie sein, und der Hygiene zuliebe möglichst auch bei 60° C in der Waschmaschine waschbar − aber hast Du eigentlich auch schon mal über die Vorteile und Nachteile verschiedener Bettwäsche-Verschlüsse nachgedacht? Wir haben uns die wichtigsten Verschluss-Arten an Kissen- und Bettbezügen genauer angesehen und sie für Dich auf ihre Alltagstauglichkeit getestet!

Hotelverschluss: Einfach, schnell & (fast) unkaputtbar

Bettwäsche mit Hotelverschluss hat weder Reißverschluss noch Knöpfe. Um Kissen und Bettdecken auch ohne diese Vorrichtungen am Herausrutschen zu hindern, werden Bezüge mit Hotelverschluss bei ihrer Herstellung so nach innen umgeschlagen, dass sich die beiden Stoff-Enden an der offenen Seite um einige Zentimeter überlappen. Die Randnähte des Bezugs fixieren die aufeinanderliegenden Stoffbahnen, wodurch über die gesamte Breite des Bezugs eine verdeckte Öffnung entsteht. Kissen oder Bettdecke können auf diese Weise ganz einfach in den Bezug geschoben und jederzeit auch ganz leicht wieder herausgezogen werden.

Bettwäsche-Sets mit Hotelverschluss werden vornehmlich dort verwendet, wo Betten besonders häufig neu bezogen werden: In Hotels und anderen Übernachtungsbetrieben, Krankenhäusern und Seniorenstiften zählt jede Sekunde, da sich der Arbeitsaufwand bedingt durch die hohe Betten-Anzahl multipliziert. Die Zeitersparnis, die sich aus der Verwendung von Hotelverschluss-Bettwäsche ergibt, kann zu immensen Kostenverringerungen führen − ein klarer Vorteil für Einrichtungen, in denen jeder Cent zählt.

Fürs heimische Schlafzimmer sind Bettbezüge mit Hotelverschluss hingegen nicht ganz so beliebt. Das liegt vor allem daran, dass Bettwäsche hier meist viel länger verwendet wird, ehe sie in die Waschmaschine gesteckt wird − der Zeitaufwand für das Verschließen eines Bezugs mit Knöpfen oder Reißverschluss fällt also weniger ins Gewicht.

Hinzu kommt ein entscheidender Nachteil des Hotelverschlusses gegenüber den anderen Bettwäsche-Verschlussarten: Bei mehrtägiger Verwendung durch lebhafte SchläferInnen mit großem nächtlichen Bewegungsdrang können gerade die flexiblen und flächigen Bettdecken gerne mal aus ihrem Hotelverschluss-Bezug herausrutschen. Je breiter Deine Bettdecke, desto stärker kann sich dieser negative Effekt bemerkbar machen. Auch lässt die bisweilen breit aufklaffende Öffnung das Bett unordentlich und „zerwühlt“ wirken.

Gelegentlich werden deshalb bei Bettwäsche-Sets mit Hotelverschluss in der Mitte des Bettdecken-Bezugs Bändchen eingenäht, die durch eine Schleife oder einen dekorativen Doppelknoten („Schmetterlingsknoten“) verschlossen werden können. Das funktioniert zunächst sehr gut, doch da bei dieser Variante sämtliche Zugkräfte gebündelt auf wenige kleine Befestigungspunkte einwirken, reißen die Bänder meist leicht ab. Für die kleineren und voluminöseren Kopfkissen funktioniert das offene Prinzip des Hotelverschlusses zwar tendenziell besser, doch in unruhigen Nächten können sogar sie gelegentlich aus einem solchen Bezug herausrutschen.

Da für den Hotelverschluss kein zusätzliches Material wie Kunststoff oder Metall benötigt wird, gilt er als besonders umweltfreundlich. Seine einfache Handhabung spart Zeit, doch aufgrund der beschriebenen Probleme ist er für Privathaushalte nicht unbedingt die beste Lösung.

Verschluss mit Knöpfen: Verlässlich, aber etwas mühsam

Geknöpfte Bettwäsche stammt aus Zeiten, in denen der Reißverschluss noch nicht erfunden war. In der Regel werden die Knöpfe leicht verdeckt am unteren Ende der Bezug-Unterseite angebracht. Früher verwendete man üblicherweise Metallknöpfe, die entweder mit weißem Leinen oder mit demselben Stoff überzogen waren, aus dem auch die Bettwäsche selbst gefertigt worden war. Weil damals viele Haushalte große Wäschestücke in einer Heißmangel mit Walze glätteten, mussten Bettwäsche-Knöpfe nicht nur kochfest, sondern auch mangelfest sein.

Heutzutage wird Bettwäsche in Privathaushalten meist auf der Leine getrocknet. Aus einem elektrischen Trockner kommt sie oft bereits nahezu faltenfrei heraus − wer es glatter mag, hilft zusätzlich mit dem Bügeleisen nach. Moderne Kunststoffknöpfe werden dadurch kaum beeinträchtigt, da man einfach um die Knöpfe herumbügeln kann. Auch Trocknertemperaturen werden meist gut vertragen. Die größte Schwachstelle von Wäscheknöpfen ist meist der Faden, mit dem sie angenäht sind.

Der Klassiker unter den Bettwäsche-Verschlüssen hält zwar auch bei breiteren Bezügen gut, doch all die vielen kleinen Knöpfe können beim Waschen im Laufe der Zeit verloren gehen und schlimmstenfalls sogar die Waschmaschine beschädigen. Leider bringt der Knopf-Verschluss noch einen weiteren Nachteil mit sich: Falls Du Wert auf die dauerhaft attraktive Optik Deiner Bettwäsche legst, wirst Du vermutlich einige Stunden Deiner Lebenszeit damit verbringen, passende Ersatzknöpfe aufzutreiben...

Bettwäsche zum Knöpfen ist teurer in der Herstellung, da alle Knöpfe einzeln angenäht und die Knopflöcher gestanzt bzw. geschnitten sowie anschließend einzeln umsäumt werden müssen − anderenfalls könnte der Stoff an den gelochten Stellen unschön ausfransen. Obwohl all diese Arbeitsschritte heute meistenteils maschinell erledigt werden, kann sich der größere Produktionsaufwand für geknöpfte Bettwäsche in etwas höheren Preisen äußern. Kissenbezüge und Bettbezüge zu knöpfen, dauert darüber hinaus deutlich länger und ist motorisch anspruchsvoller, weshalb inzwischen die meisten Verbraucher Bettwäsche mit praktischem Reißverschluss bevorzugen.

Reißverschluss: Bequem, hygienisch, sicher & richtig schnell

Wie clever, aber auch kompliziert die Erfindung des Reißverschlusses war, lässt sich schon daran erkennen, dass es von der ersten Idee im Jahr 1851 noch mehr als 70 Jahre dauerte, bis die ersten zuverlässig funktionierenden Reißverschlüsse serienmäßig in großen Stückzahlen gefertigt werden konnten. Der rostfreie und leichter zu verarbeitende Kunststoff-Reißverschluss kam sogar erst in den 1950er Jahren in die Ladenregale. Inzwischen hat sich der leicht bedienbare Reißverschluss zur mit Abstand beliebtesten Verschlussart für Bettwäsche gemausert.

Jeder Reißverschluss hat zwei spiegelverkehrte Seitenteile und einen Zipper (auch: Schieber, Schlitten), wobei beide Seitenteile mit kleinen Zähnen (auch: Krampen) versehen sind. Diese Zähnchen, die sich durch Bedienung des Zippers entlang der Reißverschluss-Mitte ineinander verhaken und auch wieder voneinander lösen lassen, können je nach Verwendung aus Metall oder Kunststoff bestehen.

Neben den beiden Haupt-Reißverschlussarten, dem Profilreißverschluss und dem Spiralreißverschluss, gibt es heute auch den zahnlosen Gleitverschluss, wie Du ihn von manchen Gefrierbeuteln oder den Flüssigkeitsbeuteln fürs Handgepäck beim Fliegen kennst. Er funktioniert im Grunde nach demselben Prinzip, wobei hier allerding zwei flexible Kunststoffprofile ineinander gepresst werden.

Bei Bettwäsche wird am häufigsten der Spiralreißverschluss verwendet: Er ist biegsam, besonders schmal, leicht einzunähen und optisch unauffällig. Da Bett- und Kissenbezüge beim Waschen regelmäßig mit Wasser in Berührung kommen, sind die nichtrostenden Kunststoffreißverschlüsse derzeit am besten für diesen Einsatzbereich geeignet. Der größte Vorteil beim Reißverschluss ist wohl die Zeitersparnis: Selbst bei breiteren Bettbezügen, deren Verschlussöffnung gut und gerne zwei Meter lang sein kann, ist die Bettdecke dank Reißverschluss spielend in Nullkommanix eingepackt. Das Abnehmen des Bezugs zum Waschen ist ebenfalls flott erledigt, was förmlich dazu einlädt, häufiger mal im frisch bezogenen Bett einzuschlafen.

Ein weiterer Vorzug der Verwendung von Reißverschlüssen an Bettwäsche ist auch, dass Kissen und Bettdecke am vorgesehenen Platz bleiben, ohne nachts ungewollt verrutschen zu können. Die lückenlose Abdichtung des Bezugs durch einen Reißverschluss schließt aber nicht bloß Dein Kissen und Deine Bettdecke sicherer ein, sondern hält auch unliebsame Staubteilchen an Ort und Stelle, die anderenfalls durch jede nächtliche Bewegung aufgewirbelt werden und durch die lückenhafte Öffnung in die Raumluft entweichen könnten. Dieser Aspekt macht Bettwäsche-Sets mit Reißverschluss für an einer Hausstaub- bzw. Hausstaubmilben-Allergie leidende SchläferInnen so interessant.

Der Eindruck, dass Reißverschlüsse leichter kaputtgehen als andere Verschlusstypen, täuscht übrigens gewaltig: Bei fachmännischer Verarbeitung und der richtigen Pflege erreichen moderne Reißverschlüsse in Wahrheit sogar eine längere Lebensdauer als Knöpfe. Manche Bettwäsche-Hersteller wirken Verbraucher-Ängsten zusätzlich durch eine verlängerte Garantiedauer von 3 oder 5 Jahren entgegen.

Mit ein paar Handgriffen kannst Du aber auch selbst ganz leicht zum reibungslosen Funktionieren Deiner Bettwäsche-Reißverschlüsse beitragen. So solltest Du vor dem Waschen Deiner Bezüge sämtliche Reißverschlüsse generell wieder zuziehen: Auf diese Weise können die kleinen Zähnchen nicht durch mechanische Reibung an anderen Wäschestücken oder an der Waschmaschinentrommel beschädigt werden, da sie sich im geschlossenen Zustand  gegenseitig schützen.

Klemmt doch mal ein Reißverschluss, hilft meist schon das vorsichtige Einreiben der betreffenden Stelle mit einer (nicht angezündeten!) Kerze, deren Wachs sich wie ein Gleitmittel zwischen die Zähnchen schiebt. Benutze dazu aber lieber eine weiße Kerze, denn bunte Exemplare können Farbspuren am Stoff hinterlassen. Wenn Du unsere einfachen Tipps beherzigst, bleibt Dir Deine praktische Reißverschluss-Bettwäsche mit Gewissheit lange erhalten.

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