Bauhaus

Ein modernistisches Bauhaus-Gebäude mit weißen Wänden, einem blauen Sockel, gelben Balkonen und einer roten Säule, die große Gitterfenster aufweist. Das Schild Bauhaus Archiv ist in der Nähe des Eingangs zu sehen.

Aktualisiert von Laura am 16. Januar 2026
Veröffentlicht von Martin am 16. Januar 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Form folgt Funktion: Das Objekt soll seinen Zweck bestmöglich erfüllen.
  • Klare Geometrie: Es dominieren Kreis, Quadrat und Dreieck.
  • Serielle Fertigung: Designs sind für die industrielle Massenproduktion gedacht.
  • Reduzierte Ästhetik: Keine Ornamente; Schönheit entsteht aus der Konstruktion.
  • Gesamtkunstwerk: Architektur und Inneneinrichtung bilden eine unzertrennliche Einheit.

Bauhaus-Stil: Mehr als nur gerade Linien

Du siehst den Bauhaus-Stil täglich, in jeder modernen Wohnung, in klaren Bürogebäuden. Doch was macht ihn zum wichtigsten Design-Impuls des 20. Jahrhunderts? Es ist die radikale Klarheit, die uns das Bauhaus schenkte. Wir tauchen ein in eine Welt, in der die Form der Funktion folgt. Das bedeutet: Keine unnötigen Schnörkel, keine schweren Stoffe. Hier regieren das Material, der Zweck und das klare, geometrische Denken.

  • Serielle Fertigung: Designs sind für die industrielle Massenproduktion gedacht.
  • Reduzierte Ästhetik: Keine Ornamente; Schönheit entsteht aus der Konstruktion.
  • Gesamtkunstwerk: Architektur und Inneneinrichtung bilden eine unzertrennliche Einheit.

Der radikale Bruch: Historie und Philosophie

Die Geburtsstunde dieses Stils schlug 1919 in Weimar. Walter Gropius gründete das Staatliche Bauhaus, eine Kunstschule, die alles anders machen sollte. Die traditionelle Ornamentik war plötzlich tot. Gropius sah eine neue Aufgabe: Die Trennung von Kunst und Technik aufzuheben. Die Designs sollten nicht nur schön, sondern auch für jeden erschwinglich sein. Sie mussten in der Fabrik herstellbar sein. Dieser Leitgedanke trieb die Bewegung an.

Die Form folgt der Funktion

Die zentrale Philosophie lautet: „Form follows function“. Das heißt, die Gestaltung eines Stuhls oder eines Gebäudes ergibt sich direkt aus seinem Nutzen. Das Design wird logisch, notwendig und damit zeitlos. Ein weiteres Schlüsselkonzept ist das „Gesamtkunstwerk“. Hier verschmelzen Architektur, Möbel, Grafik und sogar die Malerei zu einem stimmigen Ganzen. Es existieren keine einzelnen Teile mehr, sondern nur die perfekte, funktionale Einheit. Wichtige Köpfe, die diese Ideen prägten, sind neben Gropius der revolutionäre Möbeldesigner Marcel Breuer und der Architekt Ludwig Mies van der Rohe.

Charakteristische Merkmale im Detail

Der Bauhaus-Look ist unverwechselbar. Du erkennst ihn sofort an seiner sachlichen Eleganz und der Reduktion auf das Wesentliche.

Möbel und Formen: Die Möbel konzentrieren sich auf geometrische Grundformen. Rechte Winkel und klare Linien schaffen Ruhe. Die Konstruktion bleibt oft sichtbar, manchmal wirkt das Möbelstück sogar skelettartig.

Die wahre Revolution liegt im Material. Marcel Breuer, als junger Meister am Bauhaus, experimentierte als Erster mit Stahlrohr. Er sah das Material als leicht, hygienisch und ideal für die industrielle Fertigung. Sein berühmter Freischwinger-Stuhl ohne Hinterbeine nutzt die Elastizität des Rohrs und wurde zum Symbol der neuen Ära.

Farben und Materialien: Die Farbpalette ist bewusst reduziert. Du findest oft eine neutrale Basis aus Weiß, Schwarz und Grau. Akzente setzt man mit den Primärfarben Rot, Gelb und Blau. Diese Farbwahl unterstreicht die Geometrie und Struktur der Objekte. Materialien müssen ehrlich sein. Man verwendete Glas, Beton, Stahl, Leder und Holz – immer in ihrer natürlichen oder industriellen Form. Nichts wird kaschiert.

Raumgestaltung: Die Räume wirken offen, lichtdurchflutet und flexibel. Man setzt auf große Fensterflächen, die viel Tageslicht hereinlassen. Die wenigen Möbelstücke erfüllen klar ihren Zweck und lassen dem Bewohner viel Bewegungsfreiheit.

Wirkung und unsterbliches Vermächtnis

Das Bauhaus schuf eine sachliche, moderne und zeitlose Ästhetik. Es war eine klare Antwort auf die überladenen Stile seiner Zeit. Diese neue Sachlichkeit war frisch und kühn. Obwohl die Schule 1933 unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen wurde, starben die Ideen nicht. Die wichtigsten Vertreter emigrierten, vor allem in die USA. Sie verbreiteten ihre Prinzipien weltweit. Dort bildeten sie die Basis für den International Style in Architektur und Design. Deshalb sehen wir das Bauhaus-Erbe heute überall. Die Designs sind echte Klassiker. Viele Entwürfe, wie Breuers Stahlrohrmöbel, werden noch heute produziert. Das beweist ihre zeitlose Gültigkeit.

Abgrenzung: Bauhaus und Minimalismus

Viele verwechseln Bauhaus mit Minimalismus. Doch es gibt einen feinen Unterschied: Bauhaus ist der historische Ursprung des Funktionalismus. Der Funktionalismus stellt den Nutzen in den Vordergrund. Bauhaus ist die wichtigste deutsche Ausprägung dieses Denkens. Der spätere Minimalismus geht oft einen Schritt weiter. Er ist eine radikalere Reduktion der Dekoration, manchmal bis an die Schmerzgrenze. Er verwendet meist eine noch zurückhaltendere Farbpalette, oft nur Schwarz, Weiß und Beige. Im Gegensatz dazu nutzt das Bauhaus die stärkeren Primärfarben als wichtige, strukturierende Elemente.

Fazit

Das Bauhaus ist weit mehr als ein historischer Einrichtungsstil. Es ist ein Lebensgefühl der Klarheit. Es lehrt uns, dass wahre Schönheit in der perfekten Lösung einer Funktion liegt. Wir müssen nur das Richtige an den richtigen Platz stellen. Dieses Erbe prägt unser modernes Wohnen bis heute.

FAQ

Wer hat den Bauhaus-Stil erfunden?

Der Architekt Walter Gropius gründete 1919 in Weimar die Kunstschule „Staatliches Bauhaus“, die diesen revolutionären Stil hervorbrachte.

Man verwendet Materialien, die eine industrielle Ästhetik ausstrahlen und leicht zu verarbeiten sind: Stahlrohr, Glas, Beton, Leder und schlichtes Holz.

Konzentriere dich auf klare Linien und geometrische Formen. Reduziere Dekoration. Nutze neutrale Farben (Weiß, Grau) und setze Akzente mit einer Primärfarbe (Rot, Blau oder Gelb).

Dieser Satz bedeutet, dass die Form eines Objekts (z. B. ein Stuhl) direkt aus seinem Zweck (darauf zu sitzen) abgeleitet wird. Unnötige Ornamente entfallen. Die Funktion bestimmt die Gestaltung.

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