Die beste Babymatratze: Muss sie eine trittkante haben, oder geht es auch ohne?

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Grundlagen


Was bringt die trittfeste Sicherheitskante bei einer Babymatratze?

Die wesentlichen Anforderungen an Babys erste Matratze sind wohl den meisten Eltern bewusst: Klein­kinder sollen während des Schlafens gut abgestützt sein − aber auch beim Strampeln und Herumhopsen jederzeit sicher gegen Verletzungen geschützt sein. Dazu ist eine Matratze nötig, die nicht zu stark nachgibt, einiges aushält und keine Schad­stoffe ausdünstet − aber braucht sie unbedingt auch eine trittfeste Sicherheitskante?

Definition: Was ist die Trittkante bei einer Babymatratze?

Eine verstärkte Trittkante stellt sicher, dass der Rand einer Matratze nicht zu stark eingedrückt werden kann. Bei ersten Stehversuchen bietet eine Babymatratze mit trittfester Sicherheitskante mehr Schutz vor Verletzungen, indem sie dem Einklemmen der Füße sowie dem Durchrutschen der kleinen Beine zwischen den Gitterstäben des Bettchens vorbeugt. Die integrierte Trittkante besteht aus härterem, unnachgiebigerem Schaumstoff als die restliche Matratze.

Welche Bauarten gibt es bei Babymatratzen? (mit Liste)

Auch Matratzen für die Kleinsten unter uns können genau wie die Erwachsenen-Matratzen aus unterschiedlichsten Materialien hergestellt werden. Ob Du für Dein Kind eine Baby-Matratze aus Kokos oder anderen Naturfasern, aus Latex, Schaumstoff („Komfortschaum“), Kaltschaum oder einer Kombination mehrerer Materialien bevorzugst, ist aber bloß der erste Teil Deiner Entscheidung − denn spätestens jetzt stehst Du vor der Frage: Trittkante - ja oder nein? Und: Was bedeutet die Angabe „mit Trittkante“ eigentlich genau?

Im Hinblick auf die Trittkante lassen sich 3 Babymatratzen-Bauarten unterscheiden:

  1. Matratzen ohne verstärkte Trittkante
  2. Matratzen, bei denen lediglich die langen Seiten mit trittfesten Kanten versehen sind
  3. Matratzen, die rundum über eine trittfeste Sicherheitskante verfügen, also auch an den kurzen Seiten

Trittfeste Kanten gibt es also in zwei Varianten: Die eine verläuft um die komplette Matratze herum, die andere nur an den Längsseiten. Tatsächlich werden also Matratzen angeboten, die zwar Trittkanten haben, aber nur auf zwei Seiten. Ob deren Hersteller wohl glauben, dass unternehmungslustige Babys nur an den Längsseiten ihres Bettchens herumturnen? Oder geht es eher darum, zwar werbewirksam trittfeste Sicherheitskanten anpreisen zu können, gleichzeitig aber am teureren Randmaterial zu sparen?

In jedem Fall erfüllt Bauart 2, bei der nur die Längsseiten mit Trittkanten ausgestattet sind, wohl kaum die Sicherheits-Anforderungen besorgter Eltern. Außerdem wird der innere Kern der Matratze durch zwei seitliche Streifen längst nicht so gut stabilisiert wie durch einen umlaufenden „Rahmen“ aus festerem Schaum. Wenn schon Trittkante, dann also bitte auch rundum!

Fazit: Trittkante ja oder nein?


Realitäts-Check: In welchen Fällen ist eine Rundum-Trittkante wichtig?

Gestern blieb es noch ruhig dort liegen, wo Du es hingelegt hast − doch plötzlich will Dein Baby die Welt entdecken und wird zusehends wagemutiger. Es zieht sich an den Gitterstäben hoch, krabbelt eifrig in seinem Bettchen herum und probiert aus, wie hoch es sich auf der Baby-Matratze wohl so hüpfen lassen könnte...

Mit einer guten Kleinkinder-Matratze musst Du Dir um Deine(n) kleine(n) Entdecker(in) nicht allzu viele Sorgen machen: Auch, wenn es manchmal halsbrecherisch aussieht, ist Babys Verletzungsgefahr beim Erkunden der Welt doch relativ gering. Besonders wichtig ist, dass die Babymatratze nicht zu weich ist: Wenn der kleine Kopf nicht allzu tief in die Matratze einsinken kann, beugt dies der gefürchteten Erstickungsgefahr am wirksamsten vor. Matratzen für Babys und Kleinkinder sollten also eine eher harte Liegefläche aufweisen.

Eine trittfeste Kante ist dagegen kein lebenswichtiges Muss, gilt aber trotzdem als Sicherheitsmerkmal. Nach Ansicht vieler Schlafexperten kann sie helfen, Babys Verletzungsgefahr ab einem bestimmten Entwicklungsgrad zu minimieren. Sobald sich Kleinkinder am Bettgitter hochziehen und stehenbleiben können, würde ohne verstärkte Sicherheitskante das Risiko bestehen, dass sie sich die kleinen Füßchen schmerzhaft zwischen Matratzenrand und Bettrahmen oder -gitter einklemmen, weil der weiche Matratzenrand unter der punktuellen Belastung einsackt.

Eine umlaufende, unsichtbar in die Matratze eingebaute Sicherheits-Trittkante aus etwas stabilerem, härterem Schaumstoff sorgt hingegen auch im Randbereich der Matratze für verlässlichen Halt bei den ersten, womöglich noch ein wenig wackligen Schrittchen Deines Nachwuchses. Die rundum verstärkte Trittkante stellt also sicher, dass der Matratzenrand nicht so tief eingedrückt werden kann, dass Dein Baby seine Balance verliert oder abrutscht − und schützt es damit vor unnötigen Verletzungen.

Weil Trittkanten aber auch den etwas weicheren Matratzenkern an seinen Außenrändern stabilisieren und vor starken Verformungen schützen, hält eine Matratze mit integrierten Randelementen tendenziell auch länger. Das ist der Grund, aus dem eine Babymatratze mit Trittkante oft auch noch bedenkenlos fürs nächste Kind weiterbenutzt werden kann.

Was sagen Eltern über die Trittkante bei Babymatratzen?

Häufig kosten Kleinkindmatratzen mit Trittkante auch heute noch mehr als vergleichbare Modelle ohne gesonderte Randelemente − kein Wunder, dass vor allem junge Eltern mit chronisch leerem Geldbeutel dazu neigen, auf die Sicherheitskante zu verzichten. Frei nach dem alten Kölner Motto: „Et hätt noch emmer jut jejange“ (übersetzt in etwa: „Bis jetzt ist es doch immer gut gegangen“) raten sie in Online-Elternforen oder im persönlichen Gespräch von der Trittkante ab, wobei sie sich auf Ihre eigenen Erfahrungen beziehen.

Die zweite Gruppe gehört zu den Eltern, die für ihr Kind vor einiger Zeit eine Matratze mit Trittkante gekauft haben − und im Nachhinein nicht glauben, dass diese einen Unterschied bewirkt hat. Auch diese Auffassung beruht auf eigenen Erfahrungen, denn schließlich hat sich ihr Nachwuchs (womöglich dank der Trittkante, aber wer weiß das schon?) tatsächlich nicht ernsthaft verletzt.

Die erste Perspektive finden wir durchaus verständlich: Schließlich müssen viele junge Eltern ihr Geld angesichts der unzähligen Neuanschaffungen für Babys Ankunft ganz schön zusammenhalten. Die zweite Perspektive ist ebenfalls gut nachvollziehbar, weil jeder Mensch dazu neigt, sein eigenes Erleben auf die Umwelt zu übertragen.

Doch andererseits lässt sich seit einigen Jahren durchaus manche preisgünstige und gute Babymatratze auftreiben, die über eine Trittkante verfügt und trotzdem nicht teurer ist als vergleichbare Matratzen ohne Trittkante. Streng genommen gibt es inzwischen also längst keinen Grund mehr, bei einer Babymatratze oder auch Kleinkindmatratze auf die Sicherheits-Trittkante zu verzichten. Wer weiß − vielleicht verringert sie ja tatsächlich die Verletzungsgefahr?

Was hält die Stiftung Warentest von Kleinkind-Matratzen ohne Trittkante?

Die Tester der Stiftung Warentest berufen sich beim Testen von Baby- und Kleinkindermatratzen hauptsächlich auf die Vorgaben der entsprechenden Industrienorm. In der europäischen Norm DIN EN 16890:2017 haben internationale Experten die sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüfverfahren für Matratzen, Matratzenböden und Matratzenauflagen festgelegt, welche in Kinderbetten, Reisekinderbetten, Krippen und Hängewiegen verwendet werden.

Als wesentlich für eine gute, fürs Kleinkind ungefährliche Matratze gelten demnach Kernmaterialien, die eher hart und unnachgiebig sind, da hier das Köpfchen des Babys beim Schlafen nicht zu tief einsinken kann. Eine zu weiche Unterlage kann für kleine Kinder lebensgefähr­lich sein. Im Test fällt insgesamt etwa die Hälfte der Kinder­matratzen durch die Sicher­heits­prüfung. Das kann auch daran liegen, dass Teile einer Kleinkindermatratze nicht normgerecht, also verletzungssicher und schadstofffrei, verarbeitet worden sind.

Im Rahmen vergangener Tests zum Thema Baby- und Kleinkindmatratze haben die erfahrenen Warentester insbesondere Matratzen, die zusätzlich auch über eine integrierte Trittkante verfügten, positiv hervorgehoben: Offenbar wirkt eine trittfeste Sicherheitskante dem Unfallrisiko im Kinderbettchen so stark entgegen, dass Stiftung Warentest sie für sinnvoll erachtet.

Das sagt Stiftung Warentest zur Trittkante bei Babymatratzen (hier geht es zur Quelle bei Stiftung Warentest, 01.04.2020):

"Eine stabile Matratzenkante ist sinn­voll. Sie soll verhindern, dass ein Kind beim Laufen, Hopsen und Stehen im Bett in die Spalte zwischen Matratze und Bett­rand rutscht und sich die Füßchen einklemmt."

Unser Expertenrat

Insgesamt sind wir von Snooze Project der Meinung, dass eine Babymatratze idealerweise über eine etwas festere Trittkante verfügen sollte. Wir finden, dass Du im Zweifel lieber nichts riskieren solltest, wenn es um die Gesundheit und Sicherheit Deines Kindes geht. Nimm Dir aber ausreichend Zeit, die riesige Angebotspalette im Bereich der Baby- und Kleinkindmatratzen ganz in Ruhe vergleichen, um nicht auf platte Panikmache und unlautere Preistreiberei hereinzufallen. Auch übertriebener Schnickschnack wie senkrechte Luftkanäle oder eine Einteilung der Matratze in mehrere Liegezonen ist für Babys und Kleinkindern nicht nur unnötig, sondern meist auch unnötig teuer.

Guter Schlaf für Dein Baby muss nicht die Welt kosten: Eine hochwertige, nicht zu weiche Kaltschaum-Babymatratze mit trittfester Sicherheitskante genügt vollkommen, um die speziellen Ansprüche der Kleinsten optimal zu erfüllen. Siegel wie die Zertifizierung nach Standard 100 by Oeko-Tex, Klasse I zeigen Dir, dass es sich um eine schadstoffkontrollierte, selbst für Babys unbedenkliche Matratze handelt.

Durch einen sachlichen Faktenvergleich wirst auch Du für Dein Baby eine sichere Matratze mit integrierter Trittkante zum fairen, erschwinglichen Preis finden − die nicht zuletzt auch Dir selbst später manche angsterfüllte Schrecksekunde ersparen wird.

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