Betten machen: Ja oder Nein?

Zuletzt aktualisiert am 5. Mai 2021
Veröffentlicht am 12. April 2021

Betten machen – ja oder nein?


Was ist das denn für eine Frage? Natürlich mache ich das Bett, denn ich bin ja kein schlampiger Heiopei. Gemach, gemach. Die Frage “Betten machen – ja oder nein” hat tatsächlich ihre Berechtigung. Denn ein Bett hat auch seine “Bedürfnisse”. Die sollte man kennen, wenn man sich überlegt, ob das Bett nun gemacht oder nicht gemacht werden woll. Was darunter zu verstehen ist und worauf Du beim Betten machen achten solltest, klären wir in dem nachfolgenden Beitrag.

hier gehts direkt zu unseren 5 tipps zum bettenmachen

Betten machen – eine Geschmacksfrage?


Das Schlafzimmer ist heute in vielen Haushalten mehr als das Wort eigentlich bezeichnet. Schlafen ist im Schlafzimmer für viele schlicht “Basic Need”. Darüber hinaus wird der Schlafraum aber auch für andere Dinge genutzt. Zum Beispiel als zweites Fernsehzimmer, für Fitness oder das Home Office. Nicht nur die unzähligen digitalen Einrichtungsberater, Möbel-Kataloge oder Design-Broschüren zeigen auch: Das Schlafzimmer ist ein Ort, wo auf vielfältige Art und Weise das betrieben wird, was Sozialwissenschaftler Impression Management nennen. Was bedeutet das? Ganz einfach: Wir versuchen, den Eindruck, den wir auf andere Menschen machen, bewusst zu steuern. Dazu streuen wir selektiv Informationen und schaffen situative Räume, von denen wir positive Wirkungen auf andere Menschen erwarten. Etwas platt gesagt: Wir wollen gut ankommen.

Es liegt auf der Hand, dass ein “ordentliches” Schlafzimmer auf viele Menschen besser wirkt als ein “unordentliches”. Kein Wunder also, dass die meisten Menschen es bevorzugen, die Betten zu machen. Denn eine gepflegte ordentliche Schlafstätte signalisiert, hier hat jemand sein Leben im Griff.

Betten machen – ein Erfolgsrezept?


William H. McRaven, ein Admiral der Navy-Seals, geht noch einen Schritt weiter:

“Wenn ihr die Welt verändert wollt, müsst ihr damit anfangen, euer Bett zu machen,” so sein Credo. Sein Bestseller mit praktischen Lebenstipps heißt denn auch “Mach’ Dein Bett”. Wie man sich denken kann, ist William H. McRaven ein großer Freund von Ordnung und Disziplin, sonst wäre er wohl nicht Admiral der Navy Seals geworden. Und irgendwie ist es schon ein Treppenwitz der Geschichte, dass diese Hymne an Drill, Drangsal und Ordnungssinn beim Militär ausgerechnet durch ein winziges kleines Tierchen in eine Schieflage gerät. Gemeint ist die Hausstaubmilbe.

Die Hausstaubmilbe


Sie ist gerade mal 0,1 bis 0,5 Millimeter klein – die Hausstaubmilbe, die zur Familie der Spinnentiere zählt. Mit bloßem Auge ist sie nicht zu erkennen. Die Dermatophagoides, wie sie lateinisch heißt, ernährt sich hauptsächlich von Hautschuppen. Ein Mensch verliert pro Tag etwa ein bis zwei Gramm davon. Schon deshalb kann man sich leicht vorstellen, warum die Milben das Bett besonders mögen. Der Mensch verbringt eine Menge Zeit darin, ergo gibt es dort viele Hautschuppen, dazu eine hohe Luftfeuchtigkeit, kurzum: get the Milben-Party started. Eigentlich sind Hausstaubmilben harmlos und stehen auch nicht in dem Ruf, Krankheiten zu übertragen. Dennoch: sie können die Hausstauballergie auslösen, indem das Immunsystem eines Allergikers überempfindlich auf Eiweiße in den Kotbällchen reagiert. Hauptsächlich vermehren sich die Milben zwischen Mai und Oktober. Die Sommertemperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit sind Hauptgründe dafür.

Das Bett – wie gemacht für Hausstaubmilben


Milben fühlen sich wohl, wenn sie über Poren an ihrem Körper Wasser aus ihrer unmittelbaren Umgebung aufnehmen. Wir schwitzen ja so einiges aus über Nacht, so dass diese Feuchtigkeit den perfekten Nährboden für die Milben bildet. Hautschuppen, hohe Feuchtigkeit – Milben können sich in dieser Atmosphäre optimal vermehren. Wenn Du jetzt nach dem Aufstehen gleich das Bett machst, schließt Du die Milben unter Decke und Kissen zusammen mit der Feuchtigkeit ein. Das freut natürlich unsere kleinen Freunde, denn in dieser dunklen, feuchten Atmosphäre können sie sich wunderbar vermehren. Unter diesen Vorzeichen wollen wir das Betten machen jetzt einmal überdenken. Zumal auch ein Forschungsteam der Kingston University herausgefunden hat, dass ein gemachtes Bett einen besseren Nährboden für Milben bietet als ein ungemachtes Bett.

Betten machen – wie denn jetzt?


Aufstehen, das Laken glatt ziehen, ein Karate-Hiep in das Kopfkissen, die Bettdecke zusammenlegen, womöglich noch eine schicke Tagesdecke darüber legen, all das freut unseren Ordnungssinn, aber eben auch die Hausstaubmilbe. So leid es uns tut, aber dieses Paradies sollten wir den kleinen Mitbewohnern dann doch vorenthalten. Je wärmer und feuchter es ist, desto wohler fühlen sich die Milben. Wird das Bett gleich nach dem Aufstehen schön ordentlich gemacht, kann die Feuchtigkeit nicht verdunsten. Richten wir unser Augenmerk also auf 5 Tipps zum Betten machen.

5 Tipps zum Bettenmachen

  • Frische Luft: Das Schlafzimmer immer ausreichend lüften. Milben mögen die Kälte nicht. Daher auch darauf achten, dass die Raumtemperatur nicht in tropische Höhen steigt. 18 Grad sind eine gute Orientierungsmarke.
  • Bett aufschütteln: Damit die frische Luft zirkulieren kann, die Bettdecke nach dem Schlafen vorsichtig aufschütteln und dann weit zurückklappen. Bei schönem Wetter bzw. wenn es machbar ist, die Decke kurz draußen aufhängen oder auf das Fensterbrett legen.
  • Matratze regelmäßig wenden: Drehe die Matratze regelmäßig. Die Matratze vorsichtig absaugen, ohne sie mit einer sehr starken Saugstufe zu beschädigen. Auch der Lattenrost sollte regelmäßig gesaugt werden.
  • Bei 60 Grad waschen: Bettwäsche sollte bei 60 Grad gewaschen werden. Denn wie Kälte mögen die Milben auch keine große Hitze. Ein regelmäßiger Wechsel der Bettwäsche und der Laken vermindert zudem die Grundbelastung erheblich.
  • Kuscheltiere, Vorhänge und Teppiche: Sofern vorhanden sollte auch hier eine regelmäßige Reinigung durchgeführt werden.

Fazit


Ordnung ist das halbe Leben. Morgens nach dem Aufstehen beim Betten machen solltest Du die Ordnung etwas hinten anstellen. Ein gemachtes Bett liefert für Hausstaubmilben einen besseren Nährboden als ein ungemachtes. Über Nacht sammelt sich Feuchtigkeit in Deiner Koje, die Milben ebenso wie ein Lebenselixier empfinden wie verlorene Hautschuppen. Kommt frische, kalte Luft an das Bett ist die Chance gut, dass die Milben absterben. Weitere Informationen über die Betthygiene liefern unsere Artikel über

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Viel Spaß bei der Lektüre und wie immer einen erholsamen Schlaf wünscht das Snooze Project Team.

 

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