Träume: Was ist ein Traum? Warum träumen wir, was passiert Nachts wenn wir träumen und was steckt eigentlich hinter diesen Träumen?

traum

Traumpfade: Deinen Träumen auf der Spur

Huch!! Mitten in der Nacht schreckst Du plötzlich hoch, und Dein Herz klopft wie wild. Puh, was war das denn?! Nur ganz allmählich wird Dir klar: Du liegst zuhause in Deinem Bett – und hast alles nur geträumt...

Wenn Dich Snooze Project diesmal ins Land der Träume schickt, bleibt auch das völlig ungefährlich: Dir eins überzubraten, fiele uns im Traum nicht ein, wir schwören! Viel lieber klären wir mit Dir gemeinsam einige der ältesten Fragen überhaupt: Wie entsteht dieses nächtliche Kopfkino? Und wozu träumen wir überhaupt?

Wir sind alle Träumer

Über Träume wird unsagbar viel geredet, geschrieben und gesungen. Kein Wunder: Wir alle träumen vermutlich jede Nacht, auch wenn sich manche von uns anschließend auf nichts mehr besinnen können. Es kann tatsächlich sein, dass Du zwar süße Träume hast, sie aber einfach verschläfst. Beim Aufwachen ist dann alles längst vergessen. Tröste Dich: Manchmal ist es sogar besser, nichts mehr zu wissen – denn längst nicht jeder Traum ist ein schöner. Film ab: 

Was genau ist ein Traum?

Wikipedia sagt: „Ein Traum ist eine psychische Aktivität während des Schlafes“. Falls Du zu den Leuten gehörst, die sich zumindest manchmal an Träume erinnern, kennst Du dieses Erlebnis ja aus eigener Erfahrung: Eine Abfolge von Bildern, Tönen, Stimmen, Gedanken – oft schemenhaft, aber manchmal auch irritierend klar, garniert mit intensiven Gefühlen. Aber wozu sind Träume überhaupt da? Entsorgt Dein Gehirn da bloß Datenmüll, um Platz auf der Festplatte zu schaffen? Oder bedeutet jeder Traum auch etwas für Dein reales Leben?

Wie Träume Dein Wachsein beeinflussen

Neben richtiggehenden Albträumen haben wir oft auch Träume, die uns im Nachhinein verwirren. Hast Du auch schon mal über einen Traum nachgegrübelt, noch lange nach dem Aufwachen - und warst irgendwie „nicht ganz da“? Was bedeuten solche Träume? Ob Traumdeutung tatsächlich Sinn macht, darüber streiten die Experten. Sicher ist: Besonders wirklichkeitsnahe Träume können auch am Folgetag noch großen Einfluss auf unsere Stimmung haben. 

Die zentrale Frage: Wie entsteht ein Traum?

Spätestens seit Beginn der Traumforschung gegen Ende des 19. Jahrhunderts versuchen Wissenschaftler herauszufinden, wo und wodurch unsere Träume entstehen. Das ist alles andere als einfach: Ein Traum ist halt immer nur der Teil Deines Träumens, an den Du Dich nach dem Aufwachen noch erinnern kannst. Um aber einen Deiner Träume gründlich unter die Lupe zu nehmen, müsstest Du Dich möglichst vollständig an alles Geträumte erinnern. Dazu gehören neben der eigentlichen Traumstory mit sämtlichen Beteiligten auch die Gedanken und Gefühle, die Du damit verbindest. Daneben gibt es noch weitere Hürden, mit denen sich die Forschung herumschlägt.

Gute Träume, schlechte Träume

Du bist anders als jeder andere Mensch. Das ist gut so, doch dadurch kann ein und derselbe Trauminhalt für jeden von uns etwas völlig anderes bedeuten. Ein Traum über Spinnen: Für die meisten ein Alptraum – doch für den begeisterten Spinnenforscher ein Wunschtraum! Sogar Deine eigenen Wunschträume von heute können Deine Alpträume von morgen werden. Die Traumforschung kämpft also nicht nur mit der schwer überwindbaren Grenze zwischen Schlaf und Wachsein: Auch der Erfahrungsschatz und die Gefühle jeder Versuchsperson unterscheiden sich voneinander – und verändern sich im Laufe eines Lebens. Heute nutzen Traumforscher daher ein ganzes Arsenal von Methoden, um das Träumen zu erkunden.

Neurobiologie: Traumhafter Bodycheck

Neurobiologen messen Hirnströme, erforschen die beteiligten Hirnregionen, dokumentieren Herzschlag, Atmung und Hautleitfähigkeit und ordnen Traumphasen den unterschiedlichen Schlafphasen unseres Gehirns zu. Fazit bis hierhin: Wir verfügen über eine Megamenge an Datenmaterial, gewinnen aber nur bruchstückhafte Erkenntnisse daraus. Einigkeit besteht lediglich darüber, dass Träume je nach Schlafphase entweder real oder aber unwirklich und bizarr ausfallen können. Außerdem scheint unser Träumen einem bestimmten Rhythmus zu folgen.

Verhaltensforschung: Träumer unter der Lupe 

Verhaltensforscher gehen die Jagd nach unseren Träumen aus einer anderen Richtung an: In Schlaflabors beobachten sie die Augen- und Körperbewegungen, Muskelzuckungen und Positionswechsel schlafender Versuchspersonen, führen Buch darüber und stellen Vergleiche an. Ergänzend werden auch Tierversuche durchgeführt, um das Verhalten träumender Tiere nach gezielten Eingriffen an deren Gehirnen zu ergründen. Ob schon etwas dabei herausgekommen ist? Ja, schon – doch auch hier verstärkt sich der Eindruck, dass wir bisher nur Mosaiksteinchen sammeln, das komplette Bild aber nicht erkennen.

Experimentelle Psychologie: Was hast Du geträumt?

Seit Sigmund Freunds bahnbrechendem Werk über die Traumdeutung, das 1899 erschien, erforschen Psychoanalytiker, Psychiater und Psychologen das Träumen. Gezielt werden Versuchspersonen während ganz bestimmter Schlafphasen aufgeweckt – und berichten dann, an welche Träume sie sich erinnern. Auch Schlafentzug, Schlafwandeln und Klarträume werden in Tests untersucht. Andere Experten widmen sich der Frage, wie sich Trauminhalte auf unser Wachleben auswirken – und welchen Einfluss umgekehrt die Erlebnisse von tagsüber auf unsere Träume haben.

Eine kurze Geschichte des Traums

Der zeitliche Ablauf des Schlafs scheint mit unseren Träumen in enger Verbindung zu stehen. Schon 1880 bemerkte der Mediziner Jean Gélineau, dass die Muskelspannung bei Schlafenden stark nachlässt – deshalb kannst Du übrigens nicht im Stehen schlafen, sondern höchstens kurz dösen. Im Tiefschlaf würde jeder Mensch einfach umfallen. Der nächste Mosaikstein der Schlafforschung kam rund 20 Jahre später von Professor Alfred Maury: Er weckte seine bedauernswerten Probanden in gnadenloser Regelmäßigkeit – und staunte nicht übel, als sie sich nur sehr selten an ihre Träume erinnern konnten.

Zwischen Traum und Zeit 

1944 entdeckten Neurologen, dass nächtliche Erektionen bei ihren männlichen Patienten einem periodischen Ablauf folgten. Wir wissen heute, dass sich dieser Zyklus genau mit den unterschiedlichen Traumstadien deckt. Die wohl wichtigste Beobachtung gelang Eugen Aserinsky 1953 im Zuge seiner Doktorarbeit: Die Rapid Eye Movements (schnelle Augenbewegungen), die wir heute vom vielzitierten REM-Schlaf kennen. Angesichts starker Hirnaktivitäten während der REM-Phasen war der Schlafforscher schon bald überzeugt, dass die REM-Phasen unseren tiefsten Traumstadien entsprechen.

Ein Traum zerplatzt 

Was ist dann mit Menschen, die keine REM-Phasen erleben? Dieses Phänomen tritt nicht nur krankheitsbedingt auf, sondern auch nach der Einnahme bestimmter Medikamente. Träumen diese Patienten nun gar nicht oder weniger intensiv? Dank neuerer Versuchsreihen wissen wir inzwischen, dass die Theorie über unseren REM-Schlaf als intensivste Traumphase offenbar nur zum Teil zutrifft: Die Probanden berichteten jedenfalls trotz fehlenden REM-Schlafs ebenso oft von lebhaften und umfangreichen Träumen wie gesunde Mitglieder der Kontrollgruppen. Es bleibt schwierig...

Wie funktioniert denn nun ein Traum? 

Solange Du wach bist, sorgen die Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin dafür, dass Du Geschehnisse um Dich herum aufmerksam wahrnimmst. Dass die beiden Neurotransmitter beim Träumen nicht mehr ausgeschüttet werden, könnte erklären, warum Du rund 95% Deiner Träume so schnell wieder vergisst: Noradrenalin und Serotonin sind auch entscheidend für ein funktionierendes Gedächtnis. Während des Schlafens übernehmen Acetylcholin und Dopamin die Kontrolle über Deine Schaltzentrale.

Traum-Biologie: Ganz schön technisch! 

Der Neurotransmitter Acetylcholin gilt als Auslöser des REM-Schlafs und Verursacher der intensivsten Traumphasen. Studien konnten belegen, dass Hirnregionen, die tagsüber für die Verarbeitung der Sinneseindrücke zuständig sind, im Traumschlaf aktiv bleiben. Dagegen werden andere Bereiche, die für Planung, Logik und Kurzzeitgedächtnis zuständig sind, beim Träumen rigoros abgeschaltet: Deine Emotionen reißen das Ruder an sich. Aus diesem Grund kommen Dir viele Träume nach dem Aufwachen absolut unlogisch vor – und an die meisten kannst Du Dich gar nicht mehr erinnern.

Bilder in Deinem Kopf: Alles nur elektrisch? 

Hirnstrom-Messungen zeigen, dass im Traumschlaf abgegrenzte Teile des Gehirns in einer Art geschlossenem System arbeiten, ohne Informationen von außen zu erhalten. Forscher mutmaßen, dass Acetylcholin und Dopamin große Zellverbände anregen: Die Nervenbahnen von den fürs Sehen zuständigen Teilen der Großhirnrinde zum limbischen System (insbesondere zur Amygdala) feuern beim Träumen aus vollen Rohren. Da die Amygdala für die emotionale Einordnung von Informationen zuständig ist, vermuten Experten, dass hier beim Träumen Teile unserer Gefühls-Erinnerungen verfestigt werden. Währenddessen entstehen die Bilder, die wir als Traum „sehen“. Doch wodurch wird nun beeinflusst, welche Bilder das letztendlich sind?

Wer schreibt das Drehbuch zum Traum? 

„Andrea fährt Karussell“ – wenn Du diesen Satz vor dem Einschlafen hörst, träumst Du nachts wahrscheinlich von einer Kirmes. Bei einem Versuch am Frankfurter Sigmund-Freud-Institut klappte das sogar, obwohl die Teilnehmer den Satz gar nicht wirklich verstehen konnten: Das Tonband wurde so schnell abgespielt, dass nur noch eine Art Zwitschern hörbar war. Als die Probanden später während einer REM-Phase geweckt wurden, beschrieben viele von ihnen das Karussell als Element ihres letzten Traums.

Wahrnehmungen und Erinnerungen 

Ähnliche Experimente mit Bildern erbrachten vergleichbare Resultate. Erlebnisse vom Vortag, aber auch Themen, die uns zuletzt beschäftigt haben, erscheinen uns häufig im Traum. Doch auch, während wir bereits schlafen, können wir äußere Reize wie Durst, Hunger, Harndrang, Geräusche und Lichtverhältnisse noch ganz spontan in unser Traum-Drehbuch einbauen: Du träumst von einer Alarmsirene – und stellst beim Aufwachen fest, dass es in Wirklichkeit Dein Wecker ist, der Zeter und Mordio klingelt...

Wenn Träume wahr werden 

Friedrich August Kekulé rätselte lange über den Aufbau des Benzol-Moleküls, doch die Lösung des Problems wollte ihm einfach nicht gelingen. Eines Tages nickte er über seiner Arbeit ein – und träumte von einer Schlange, die sich selbst in den Schwanz biss. Kekulé hatte die Antwort geträumt: Das Benzol-Molekül musste ringförmig sein... Über den Sinn des Träumens gibt es zahlreiche Spekulationen. Sicher ist, dass Tierarten, die seit der Urzeit unverändert überlebt haben, ebenfalls alle Anzeichen für REM-Schlafphasen zeigen. Manche Wissenschaftler betrachten den Traum daher als pures Überbleibsel aus unserer Entwicklungsgeschichte.

Sinn und Zweck des Träumens 

So viele Wissenschaftsbereiche an der Erforschung des Träumens arbeiten, so viele psychologische und physiologische Hypothesen gibt es über seine Funktion. Hier kommen die wesentlichsten – nachfolgend einmal eine kleine Liste, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Warum (darum) träumen wir zum Beispiel: 

  • Der Traum als spontaner Problemlöser (wie bei Kekulés Benzolring)
  • Erzeugung kreativer Lösungsansätze für Aufgabenstellungen aus dem Wachleben
  • Erholung für bestimmte Nervenzellen, die während des Träumens abgeschaltet werden
  • Traumelemente als Ausdruck unserer unterbewussten Wünsche (lt. S. Freud)
  • Träume als Spiegel der Seele, als Ausdruck unserer seelischen Befindlichkeit (lt. C. G. Jung)
  • Gehirnreifung und Aktivierung neuer Nervenverbindungen durch den REM-Schlaf (experimentell belegt durch den höheren REM-Phasen-Anteil bei Kleinkindern, der mit zunehmendem Alter immer stärker abnimmt)
  • Eigen-Programmierung mit immer gleichen Mustern, um unsere Individualität zu sichern
  • Träumen, um zu vergessen (Bereinigung gemerkter Daten)
  • Verarbeitung und Bewertung unserer Erlebnisse aus dem Wachleben
  • Entspannung zur Verarbeitung angstbesetzter Themen

Was gefunden? 

Auf Dich treffen gleich mehrere Punkte zu? Angesichts der vielen Ergebnisse, die Traumforscher diverser Disziplinen bislang sammeln konnten, ist das sogar wahrscheinlich. Immer wieder haben sich in der Vergangenheit einzelne kleine Teile des Traumpuzzles als stimmige Bausteine eines großen Ganzen erwiesen. Deine Träume sind eben etwas ganz Besonderes – und haben viele Aufgaben, die sich keineswegs widersprechen müssen.

Wovon träumst Du nachts? 

Das Hauptproblem an jeder bislang aufgestellten Theorie übers Träumen ist wohl, dass wir sie weder beweisen noch widerlegen können – und dass sie nicht unbedingt für uns alle gelten muss. Das hat durchaus auch eine positive Seite: Jeder Traum bleibt damit etwas Geheimnisvolles, das Dir ganz alleine gehört. Noch immer existieren mysteriöse, unentdeckte Welten – mitten in uns drin. Auf unserer Erde leben derzeit fast 8 Milliarden Menschen. Und jeder von uns träumt seinen eigenen Traum... Snooze Project sagt: Träum was Schönes!

Tags: SCHLAF
Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

  • Wow!

    Sehr interessant was alles so hinter einem Traum steckt.