Kaltschaummatratzen

kaltschaummatratze

Material


Namensgebung & Definition

Die Bezeichnung Kaltschaum wird synonym zum Begriff HR-Schaum (von engl. high-resilient: hochelastisch) für bestimmte Schaumstoffe aus Polyurethan (kurz: PU oder PUR)verwendet. Die Namensgebung verweist auf die im Gegensatz zu anderen Schaumstoffen vergleichsweise geringe Wärmezufuhr, die dank besonders reaktionsfreudiger Grundstoffe bei der Produktion von Kaltschaum benötigt wird. PUR-Kaltschaum wird überwiegend zur Herstellung hochwertiger Polstermöbel, Fahrzeugsitze und Matratzen verwendet.

Kaltschaum: Geschichte & Entwicklung

Bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts suchten Forscher zur Vermeidung der hohen Transportkosten nach synthetischen Latex-Alternativen. Damals war Kautschuk das einzige bekannte Polymer, und Latexschaum noch der einzige Schaumstoff. 1932 wurden zwar die ersten Latex-Schaummatratzen serienmäßig gefertigt, doch aufgrund des hohen Rohstoffpreises für den Latexgrundstoff Kautschuk war selbst diese Fabrikware nur für Reiche erschwinglich.

Erst der knapp vor dem Zweiten Weltkrieg finanziell und politisch besonders begünstigten deutschen Rüstungsindustrie gelang die Entwicklung synthetischer Polymere auf Erdölbasis. Der Chemiker Otto Bayer, Angestellter der I. G. Farbenindustrie AG, erfand 1937 ein Verfahren zur Herstellung von Polyurethan (PUR). Dieser aufschäumbare Kunststoff wurde schon wenig später als vielseitiger Werkstoff eingesetzt, während verbesserte PUR-Kaltschäume mit gleichmäßiger Dichteverteilung noch bis 1950 auf sich warten ließen.

Erst Anfang der 1960er Jahre konnten hierzulande die ersten Kaltschaummatratzen in Serienproduktion gehen. Da VerbraucherInnen bis dahin meist nur die bedeutend schwereren, oft dreiteiligen Federkernmatratzen gekannt hatten, entwickelte sich der neue, leicht handhabbare und ungewohnt komfortable Matratzentyp schnell zu einem Erfolg. Weich gepolsterte Sitzmöbel und Matratzen mit elastischen Füllungen wurden durch die Entwicklung moderner Schaumstoffe auch fürs gemeine Volk bezahlbar.

Generelle Eigenschaften von Kaltschaum

Da seine nach der Schäumung zunächst noch geschlossenen Zellwände durch einen speziellen Produktionsschritt geöffnet werden, ist Kaltschaum sehr feinporig, aber zugleich auch atmungsaktiv und feuchtigkeitsdurchlässig. Dennoch wirkt die in den Poren eingeschlossene Luft ähnlich wie ein isolierendes Polster. 

Kaltschaum ist ein besonders punktelastischer Schaumstoff: Er gibt exakt dort nach, wo er belastet wird. Außerdem bietet Kaltschaum eine besonders hohe Rückstellkraft − das bedeutet, dass er rasch wieder in seine Ausgangsform zurückkehrt, sobald kein Druck mehr auf seine Oberfläche ausgeübt wird. Bei hochwertigen Kaltschäumen bleiben keine Kuhlen oder Dellen in der Oberfläche sichtbar.

Guter Kaltschaum gehört zu den langlebigsten Schaumstoffen überhaupt. Bei minderwertigen Kaltschäumen können viel Luft und wenig Material allerdings ein zu niedriges Raumgewicht bewirken, das sich meist negativ auf Stabilität und Lebensdauer auswirkt. Die Qualität von Kaltschaum steigt proportional zu seinem Raumgewicht (RG): Je höher der RG-Wert − also die Materialdichte − eines Kaltschaumblocks, desto hochwertiger und haltbarer ist der Kaltschaum.

Fachgerecht produzierter Kaltschaum gast keinerlei gesundheitsgefährdende Stoffe aus: Zum Aufschäumen werden inzwischen nur noch FCKW-freie Treibmittel wie Pentane, Methylenchlorid, Kohlendioxid oder Wasser verwendet. Nach dem ersten Auslüften, das einige Stunden (in Ausnahmefällen einige Tage) in Anspruch nehmen kann, ist guter Kaltschaum praktisch geruchlos − bleibende Gerüche nach Ablauf von 4 Wochen kommen nur bei fehlerhaft hergestellten Kaltschäumen vor und wären ein Reklamationsgrund.

Im Vergleich mit anderen Polster- und Matratzenmaterialien bringt Kaltschaum ein relativ niedriges Eigengewicht mit, ist also vergleichsweise gut zu transportieren. Anders als Federkerne, die aufgrund ihres starren Aufbaus nicht gebogen werden dürfen, lässt sich Kaltschaum zum Transport auch behutsam knicken oder aufrollen.

Je nach Auswahl der Grundstoffe können die Eigenschaften eines Kaltschaums nach Belieben variiert werden, was ihn zu einem besonders vielseitigen Matratzenmaterial macht. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat sich die Qualität von Kaltschaum immer mehr verbessert: Heute haben preisgünstige, pflegeleichte Matratzen aus hochwertigem Kaltschaum die Latexmatratze nahezu verdrängt und beherrschen den europäischen Markt.

Matratze


Definition: Kaltschaummatratze

Die Kaltschaummatratze ist eine punktelastische Schaumstoffmatratze, deren Kernmaterial aus bei geringer Wärmezufuhr aufgeschäumtem Polyurethan (PU, PUR) besteht. Qualität und Eigenschaften einer herkömmlichen Kaltschaummatratze hängen von ihrem Raumgewicht (RG-Wert), ihrer Herstellmethode und ggf. von nachträglich in den Matratzenkern eingearbeiteten Profilschnitten ab. Auch unter den neuartigen One-fits-All-Matratzen, die sich für alle Schlaftypen gleichermaßen gut eignen sollen, gibt es Matratzen mit Kaltschaumanteil.

Einordnung & Matratzentyp

Kaltschaummatratzen zählen zur großen Gruppe der Schaumstoffmatratzen, die sich in puncto Funktionsweise und Material-Eigenschaften deutlich von Matratzen mit Federkern abgrenzt. Kaltschaummatratzen werden in Deutschland von allen Matratzentypen am häufigsten gekauft. Daneben gehören auch Komfortschaummatratzen, Viscomatratzen, Gelschaummatratzen und Latexmatratzen zur Gattung der Schaumstoff-Matratzen.

Ausführliche Informationen über alle Matratzengattungen, ihre Merkmale, ihre Vor- und Nachteile sowie ihre Eignung für die unterschiedlichen Schlaftypen findest Du jederzeit zum Nachlesen in unserem großen Matratzenarten-Vergleich.

Produktion: Herstellverfahren der Kaltschaummatratze

Die ersten Schaummatratzen wurden in einzelnen Gussformen aus Metall hergestellt, die aufwendig beheizt werden mussten. Bis zur Entwicklung des ersten Kaltschaums konnten Schaumstoffe generell nur unter starker Wärmezufuhr fabriziert werden, was häufig zu ungleichmäßigen Ergebnissen in puncto Aushärtung und Porenverteilung führte.

Durch die Verwendung hochreaktiver Polyole konnte die Temperatur deutlich reduziert und die Qualität enorm verbessert werden, weshalb Kaltschaum als dauerelastisch und besonders langlebig gelten darf. Polyole sind organische Verbindungen, die aus Erdöl, aber auch aus pflanzlichen Ölen gewonnen werden können. Derzeit wird international an Polyolen aus Raps-, Soja- sowie Sonnenblumenöl gearbeitet − auch für die Herstellung umweltfreundlicher Matratzenschäume.

Die meisten heute erhältlichen Kaltschaummatratzen werden im Blockschaumverfahren produziert: Zunächst werden riesige Schaumstoffblöcke hergestellt, dann werden daraus Matratzen zugeschnitten. Grundlegend für die Qualität jeder Kaltschaummatratze ist die sorgfältige Überwachung des Aufschäumprozesses: Bereits kleinste Abweichungen können sich in unterschiedlichen Porengrößen-Verteilungen und Raumgewichten innerhalb desselben Schaumblocks äußern.

Auch die Härtegradverteilung innerhalb eines großen Kaltschaumblocks ist selten völlig gleichmäßig: Je nachdem, aus welchem Teil des Blocks einzelne Matratzen geschnitten werden, kommt es innerhalb desselben Härtegrades eines Matratzenmodells zu unterschiedlichen Härten, wobei die Differenz bis zu 15 Prozent betragen kann. Zuverlässige Angaben zu Härtegrad und Komforteigenschaften sind daher nur bei Kaltschaummatratzen aus hochwertigen, fachgerecht gefertigten Schäumen möglich.

Direkt nach dem Aushärten sind die Poren des frischen Kaltschaums zunächst geschlossen. Unter der Lupe wirkt seine Struktur wie eine Ansammlung unzähliger winziger, unterschiedlich dicker Seifenblasen: Die ungleiche Form und Größe der Zellen erzeugt die hohe Punktelastizität des Kaltschaums und wirkt sich positiv auf seine Lebensdauer aus.

Um Kaltschaum atmungsaktiv zu machen, muss er nun zum Crushen (Zerdrücken): Unter einer Spezial-Presse platzen die Zellwände auf, was die Poren untereinander verbindet. Entstanden ist ein offenporiger Kaltschaum, der den Austausch von Luft und Feuchtigkeit ermöglicht. Für ein Matratzenmaterial sind das optimale Voraussetzungen.

Aufbau der Kaltschaummatratze

Fast jeder Matratzenanbieter führt Matratzen aus Kaltschaum zumindest in den Einzelbett-Maßen 90x200 und 100x200, aber auch in breiteren Formaten wie der Zwischengröße 140x200, dem klassischen Doppelbettmaß 180x200 oder 200x200 fürs breite Kingsize-Doppelbett. Sonderformate und Einzelanfertigungen waren früher selten und teuer, werden dank Internet inzwischen jedoch häufiger und auch günstiger angeboten. Der grundlegende Herstellungsprozess für Kaltschäume läuft stets ähnlich ab, liefert jedoch Materialien für Matratzenmodelle mit teils sehr unterschiedlicher Funktionsweise.

Herkömmliche Kaltschaummatratzen & 7-Zonen-Kaltschaummatratzen

Nach dem Aufschäumen, Crushen und Zuschneiden wird der Matratzenkern aus Kaltschaum mit weiteren Materialien zu einer Matratze verbaut. Je nach gewünschtem Härtegrad, Raumgewicht und anderen Eigenschaften werden für einen Matratzenkern manchmal auch mehrere Kaltschäume mit unterschiedlichen Merkmalen kombiniert.

Traditionelle Kaltschaummatratze − typischer Aufbau:

  • Innen: Matratzenkern aus einem oder mehreren Kaltschaum-Typen, teils mit Luftkanälen versehen
  • Den Kern umgebend: Mantel aus mehreren Schaumstoff-Schichten unterschiedlicher Dichte und Dicke, ebenfalls teilweise mit Einschnitten versehen.
  • Außen: Matratzenbezug, idealerweise mit Rundum-Reißverschluss und hygienisch bei 60 Grad Celsius in der Maschine waschbar.

 

Neben Art und Qualität des Kaltschaums sind auch Design und Aufbau des Matratzenkerns für den Schlafkomfort einer Kaltschaummatratze entscheidend. Unter den herkömmlichen Kaltschaummatratzen ist die 7-Zonen-Kaltschaummatratze am gängigsten: Hier sollen sieben in die Matratze eingeschnittene Liegezonen für unterschiedlich schwere Körperregionen für die ergonomisch korrekte Stützung der Wirbelsäule sorgen.

Moderne One-fits-All-Matratzen aus Kaltschaum

Einen anderen Weg als die traditionellen Hersteller gehen einige Matratzen-Start-ups, die Kaltschäume als Bestandteil sogenannter One-fits-All-Matratzen verwenden. Diese fortschrittlichen Matratzen sollen aufgrund ihres speziellen Aufbaus zu möglichst vielen Schlaftypen passen, wodurch sich der Auswahlprozess beim Matratzenkauf deutlich einfacher gestaltet als bisher. Vermarktet wird dieser Matratzentyp hauptsächlich direkt über die eigenen Online-Matratzenshops der Start-ups, die anders als viele althergebrachte Anbieter ohne Zwischenhändler agieren. Auf diesem Weg ist es möglich, hochwertige Kaltschaummatratzen zu fairen Preisen anzubieten.

Ein gutes Beispiel für One-fits-All-Matratzen aus Kaltschaum ist unsere Snooze Project Matratze: Ihre Kaltschaum-Komfortschicht mit dem sehr hohen RG-Wert 50 passt sich punktgenau der Körperkontur an, während die stützende Basisschicht aus langlebigem Poly-Schaum für die nötige Stabilität und verbesserte Atmungsaktivität sorgt. Ihr Schlafklima ist ausgewogen: Nicht zu kühl, aber auch nicht mehr so extrem warm wie bei vielen herkömmlichen Kaltschaummatratzen. Durch ihre Kombination aus Komfort und Stützung eignet sich die One-fits-All-Matratze von Snooze Project für nahezu alle Körpertypen mit einem Gewicht zwischen 50 und 120 kg.

Universell geeignete One-fits-All-Kaltschaummatratzen können eine unkomplizierte Alternative zu traditionellen Modellen darstellen: VerbraucherInnen müssen durch diese Innovation beim Matratzenkauf auf weniger Ausstattungsmerkmale und Produkteigenschaften achten, da sich die Matratzen aufgrund ihres neuartigen Designs für unterschiedlichste Schlafpositionen und NutzerInnen eignen.

Typische Eigenschaften der Kaltschaummatratze

Die Kaltschaummatratze ist nicht zufällig die beliebteste Matratze Deutschlands: Im Vergleich mit anderen Matratzentypen ist sie relativ preisgünstig und erweist sich im Alltag als pflegeleicht, zugleich aber auch als besonders vielseitig. Eine hochwertige Qualität und fachgerechte Fertigung vorausgesetzt, erfüllt sie dank einer Vielzahl verfügbarer Modelle unterschiedlichste Anforderungen.

Kaltschaummatratzen sind atmungsaktiv: Sie halten gemütlich warm, sorgen dank ihrer guten Luftzirkulation und Feuchtigkeitsregulierung aber dennoch für ein angenehm trockenes Schlafklima. Dass Kaltschaum auch Wasserdampf schnell an die Raumluft ableitet, macht Kaltschaummatratzen zudem für lästige Hausstaubmilben unattraktiv. Je hochwertiger und offenporiger der Schaum, umso besser durchlüftet und somit hygienischer die Matratze.  

Da Kaltschaum robust und sehr flexibel ist, brauchen bei Kaltschaummatratzen bezüglich des Lattenrosts keinerlei komplizierte Vorgaben wie bestimmte Lattenabstände oder Begrenzungen bezüglich der Verstellbarkeit beachtet zu werden. Einige Kaltschaummatratzen (zum Beispiel die Snooze Project Matratze) eignen sich sogar für verschiedenste Untergründe und dürfen im Gegensatz zu anderen Matratzentypen auch direkt auf dem Boden benutzt werden, ohne Schaden zu nehmen.

Hochwertige Kaltschaummatratzen weisen eine hohe Stauchhärte und eine gute Rückstellkraft auf. Beim nächtlichen Umdrehen wird der Körper dadurch unterstützt, und bewegungsfeindliche Liegemulden werden vermieden. Sobald kein Druck mehr auf die Liegefläche ausgeübt wird, findet der Schaum rasch wieder zu seiner ursprünglichen Form zurück. Diese Eigenschaft sorgt zugleich auch für die lange Lebensdauer dieses Matratzentyps: Gute Kaltschaummatratzen lassen sich oft 10 Jahre und länger nutzen.

Wie andere Matratzentypen sind auch viele Kaltschaummatratzen in unterschiedlichen Härtegraden erhältlich. Welcher Härtegrad passend ist, wird anhand von Tabellen durch das Gewicht oder den Body Mass Index (BMI) der jeweiligen Person bestimmt. Da Härtegrade jedoch nicht einheitlich genormt sind und es innerhalb desselben ausgewiesenen Härtegrads oft zu starken Schwankungen kommt, zweifeln immer mehr Fachleute die Sinnhaftigkeit von Härtegradangaben an.

Die Bildung bleibender Kuhlen oder Dellen, wie sie bei billigen Schaum- und Federkernmatratzen häufig bemängelt wird, ist bei einer handwerklich korrekt hergestellten Kaltschaummatratze so gut wie ausgeschlossen. Für die Verschleißfestigkeit wesentlich ist allerdings ein ausreichend hohes Raumgewicht des Matratzenkerns: Um dauerhafte Elastizität zu gewährleisten, sollte eine gute Kaltschaummatratze den RG-Wert von circa 35 kg/m³ besser nicht unterschreiten. Teure Extras bei der Ausstattung, angebliche Spezialschäume oder viele Liegezonen tragen dagegen kaum zur Verbesserung des Liegekomforts bei.

Kaltschaum ist von Haus aus punktelastisch, sodass der Körper an jedem Punkt je nach Schwere unterschiedlich tief einsinkt. Die hohe Punktelastizität vor allem von Kaltschaum mit hohem RG-Wert gewährleistet eine optimale Anpassung an die Körpersilhouette und damit besonders hohen Schlafkomfort. Wie alle Schaummatratzen ist auch eine Kaltschaummatratze völlig geräuschlos, da in ihrem Innern keinerlei Metallteile verbaut werden.

Kaltschaum ist in Relation zu anderen Matratzenmaterialien ein relativ leichtes Material. Dadurch wiegen Kaltschaummatratzen meist spürbar weniger als Taschenfederkern- oder Tonnentaschenfederkern-Matratzen. Beim Bettwäsche-Wechsel sind sie einfacher zu handhaben und lassen sich bei Umzügen unkomplizierter transportieren als viele andere Matratzentypen.

Kaufberatung Kaltschaummatratzen


Im Lauf der vergangenen Jahrzehnte konnten Kaltschaummatratzen durch Fortschritte beim Fabrikationsprozess immer stärker verbessert werden. Den deutlich teureren und auch schwereren Latexmatratzen − vom punktelastischen Liegekomfort her am ehesten vergleichbar − haben sie längst den Rang abgelaufen und gehören heute zu den beliebtesten und meistgekauften Matratzentypen überhaupt. Die besten Kauftipps für Kaltschaummatratzen haben wir hier zusammengestellt.

Vorteile & Nachteile von Kaltschaummatratzen

Wie alle Matratzenmaterialien hat auch Kaltschaum charakteristische Vor- und Nachteile, die Du vor dem Kauf einer Matratze aus Kaltschaum oder mit Kaltschaumanteil berücksichtigen solltest. Die folgende Liste kann Dir dabei als praktische Entscheidungshilfe dienen.

Nachteile der Kaltschaummatratze:

  • Billig-Massenware mit niedrigem RG-Wert kann Kuhlen entwickeln
  • Härtegrad-Angaben oft unzuverlässig, da nicht einheitlich genormt
  • Je nach Aufbau eventuell ungeeignet für stark schwitzende Schläfer
  • Je nach Modell und Hersteller teilweise unnötig teuer
    (speziell bekannte Marken mit hohem Werbe-Etat)
  • Für die meisten Kaltschaummatratzen ist ein Lattenrost erforderlich
  • Kurz nach dem Kauf evtl. für einige Tage störender Eigengeruch

 

Vorteile der Kaltschaummatratze:

  • Punktelastisch, daher sehr anpassungsfähig
  • Hohe Rückstellkraft
  • Gemütliches Schlafgefühl
  • Gute Luftzirkulation und Feuchtigkeitsableitung
  • Hygienisch, deshalb gut für Menschen mit Hausstaub-Allergie geeignet
  • Sehr geringes Nachschwingen
  • Bei RG-Wert ab ca. 35 kg/m³: lange Haltbarkeit (10 Jahre und mehr)
  • Teils latexähnlich, aber preisgünstiger
  • Große Auswahl unterschiedlicher Hersteller und Variationen
  • Leicht, einfach handhabbar und transportabel
  • Je nach Ausführung auch für schwere Schläfer verfügbar
  • Für verstellbare Lattenroste und Motor-Lattenroste ideal geeignet

 

Eignung von Kaltschaummatratzen

Der große Erfolg der Kaltschaummatratze hat sicherlich mit ihrem tendenziell eher günstigen Preis, hauptsächlich aber mit ihrer Eignung für sehr viele unterschiedliche Personenkreise zu tun. Mit ihrer hohen Flexibilität und Formstabilität unterstützt die Kaltschaummatratze alle Schlafpositionen gleichermaßen gut und wird deshalb gern bei Muskelverspannungen und Rückenschmerzen empfohlen.

Matratzen aus Kaltschaum passen sich punktgenau an den Körper an und sorgen dadurch für die optimale Stützung aller Körperregionen − das entlastet Wirbelsäule und Gelenke. Dank ihrer hohen Rückstellkraft unterstützt die Kaltschaummatratze auch sehr unruhige, aktive SchläferInnen beim mühelosen Ändern ihrer Schlafstellung.

Eine Kaltschaummatratze bietet sich außerdem für alle an, die sich zu zweit ein Bett teilen. Anders als viele Federkernmatratzen schwingt sie nicht nach: Im Doppelbett oder Kingsize-Boxspringbett übertragen sich selbst bei gemeinsam benutzter Kaltschaum-Matratze kaum Vibrationen auf die andere Bettseite. Dadurch können Paare auf diesem Matratzentyp ungestört schlafen.

Mit ihrer meist mittelfesten bis straffen Liegefläche sind Kaltschaummatratzen auch für Babys, Kleinkinder, Schulkinder sowie Teenager optimal geeignet. Dass sie leicht und gut transportabel sind, macht sie zudem zum perfekten Matratzentyp für umzugsfreudige Großstadtnomaden − doch auch Personen mit Behinderungen sowie durch Krankheit geschwächte oder ältere Menschen schätzen ihre gute Handhabbarkeit.

Da sich Lebensdauer und Stabilität von Kaltschaummatratzen während der letzten Jahre zusehends verbessert haben, können mittlerweile auch SchläferInnen mit höherem Körpergewicht diesen Matratzentyp bedenkenlos nutzen. Bei hohem Raumgewicht und einer Matratzendicke von mindestens 18 Zentimetern ist gewährleistet, dass auch schwere Körper in jeder Lage genug Stützung erfahren. Erst ab etwa 160 kg Körpergewicht raten die meisten Experten, lieber auf eine Matratze mit Taschen- oder Tonnentaschenfederkern auszuweichen.

Wer im Bett leicht friert, bevorzugt Matratzen aus Kaltschaum wegen ihrer guten Wärmeisolationwer leicht schwitzt, mag wiederum ihr angenehm trockenes Schlafklima. Lediglich Menschen mit starken nächtlichen Schweißausbrüchen benötigen unter Umständen einen noch luftigeren Matratzentyp: Hier käme etwa eine schlichte Federkernmatratze mit möglichst geringem Schaumstoffanteil infrage, die innen bis auf die Stahlfedern komplett hohl und daher noch atmungsaktiver ist.

Besonders empfehlenswert ist eine Kaltschaummatratze auch für Personen mit Hausstaub-Allergie: Durch die gute Durchlüftung des offenporigen Kaltschaums haben Milben hier kaum Chancen, sich in größeren Mengen einzunisten. Gute Kaltschaummatratzen verfügen zudem über einen abnehmbaren, bei 60 Grad in der Maschine hygienisch waschbaren Bezug und können bei Bedarf problemlos mit zusätzlichen milbendichten Bezügen (Encasings) ausgestattet werden.

Viele Menschen setzen sich zum Lesen oder Fernsehen im Bett am liebsten auf. Eine hochwertige Kaltschaummatratze macht in Kombination mit einem verstellbaren Lattenrost oder einem Motorrost jede Bewegung mit und stellt damit die volle Funktionalität eines solchen Schlafsystems sicher. Auch bei Erkrankungen, die zum Schlafen eine höhere Lagerung des Rumpfs oder der Beine erfordern, bietet sich deshalb eine Kaltschaummatratze an.

Manche modernen Kaltschaummatratzen (z. B. die Snooze Project Matratze) dürfen nicht nur auf einem Latten- oder Rollrost, sondern aufgrund ihres speziellen Aufbaus auch auf selbstgebauten Palettenbetten, Boxspringbetten oder direkt auf dem Boden liegen. Damit eignen sich derartige Kaltschaummatratzen auch als strapazierfähige Bodenmatratze für Übernachtungsgäste oder als variable Spiel- und Gästematratze im Kinderzimmer.

Überblick: Für wen eignen sich Kaltschaummatratzen?

Besonders geeignet für

  • Menschen mit Rückenschmerzen und Muskelverspannungen
  • Personen mit hohem nächtlichen Bewegungsdrang
  • Paare bzw. DoppelbettschläferInnen
  • Kinder jeden Alters
  • Menschen, die häufig umziehen
  • Personen mit gesundheitlichen Handicaps
  • Rücken-, Bauch- und Seitenschläfer (und Mischtypen)
  • Menschen mit Hausstaub(milben)allergie
  • Betten mit verstellbarem Lattenrost oder Motorrost

 

Weniger gut geeignet für

  • Menschen, denen es nachts oft zu warm wird
  • Sehr schwere Personen ab ca. 160 kg Körpergewicht

Weitere Kauftipps: Qualitätsmerkmale bei Kaltschaummatratzen


Kaltschaummatratzen sind teils bereits zu niedrigen Preisen im Handel erhältlich − doch längst nicht jede Kaltschaummatratze erfüllt die vielen Werbeversprechen der Hersteller und Händler. Im Hinblick auf die Frage, worauf Du beim Kauf einer Kaltschaummatratze achten solltest, haben wir nachfolgend die wichtigsten Qualitäts-Merkmale von Matratzen aus Kaltschaum für Dich erläutert.

Matratzenbezug

Aus hygienischen Gründen sollte der Matratzenbezug einer Kaltschaummatratze mit einem Rundum-Reißverschluss ausgestattet sein: So lässt er sich bei Verunreinigungen oder Flecken einfach abnehmen und in die Waschmaschine stecken, und AllergikerInnen können Staub und Milben regelmäßig entfernen. Bezüge aus Naturmaterialien wie Rosshaar und Schurwolle sind für Allergiker wenig geeignet. Synthetische Fasern wie Polyester sind dagegen allergikerfreundlich, langlebig und auch nach vielen Wäschen formstabil.

Die Maschinenwäsche bei 60° C sollte schon aus Hygienegründen für jeden modernen Matratzenbezug erlaubt sein: Besonders für Hausstaub-Allergische ist dies wichtig, da Milben und der allergieauslösende Milbenkot bei diesen Temperaturen zuverlässig herausgewaschen werden. Der Bezugsstoff sollte nicht allzu straff sitzen, um die Nachgiebigkeit des Kaltschaums nicht zu behindern. Daneben sprechen auch saubere Nähte für eine fachgerechte Verarbeitung.

7-Zonen-Kaltschaummatratze

Zahlreiche Kaltschaummatratzen werden mit 3, 5, 7 oder 9 Liegezonen ausgestattet: Verschiedenförmige Einschnitte im Matratzenkern sollen bewirken, dass jeder Körperbereich passend gebettet ist. Dabei sollen schwerere Regionen in den Kaltschaum einsinken können, während leichtere Bereiche gestützt werden. Die Idee dahinter: Liegt die Wirbelsäule gerade, können sich Bandscheiben und Muskulatur im Schlaf optimal erholen.

Experten wie etwa die Tester der Stiftung Warentest bezweifeln allerdings, dass die beliebten 7-Zonen-Kaltschaummatratzen wirklich immer wie angegeben wirken: Im Labor waren oft keine oder nur geringe Unterschiede zwischen den ausgelobten Liegezonen messbar. Daher sollten Zonen und Formschnitte stets gut durchdacht und gezielt gesetzt sein, um während des Schlafens tatsächlich bestimmte Körperregionen zu entlasten. Eine Kaltschaummatratze mit vielen Zonen ist meist nicht besser als eine wenig oder gar nicht zonierteKaltschaummatratze, wird aber häufig teurer angeboten.

Raumgewicht

Im Gegensatz zur Zonierung gehört ein hohes Raumgewicht tatsächlich zu den entscheidenden Qualitätsmerkmalen einer guten Kaltschaummatratze. Der sogenannte RG-Wert beschreibt, wie viele Kilogramm Ausgangsmaterial in einem Kaltschaum-Würfel mit einem Meter Kantenlänge stecken. Das Raumgewicht entspricht also der Dichte des Schaumstoffs, angegeben in Kilogramm pro Kubikmeter (kg/m³): Je höher das Raumgewicht, desto höher der Materialeinsatz, und desto hochwertiger und haltbarer ist auch die Matratze.

Gute Qualitäten beginnen bei Kaltschaummatratzen etwa mit einem RG-Wert von 35, während Premiumkaltschaum bei 50 und mehr liegt. Werte in diesem Bereich gewährleisten nicht nur eine lange Lebensdauer, sondern sind auch ein Hinweis auf die hohe Punktelastizität und Stützkraft eines Matratzenkerns aus Kaltschaum.

Probeschlafen, Garantie & Prüfsiegel

Der menschliche Körper benötigt oft mehrere Wochen, um sich an eine neue Schlafunterlage anzupassen. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist deshalb auch bei Kaltschaummatratzen die Möglichkeit zum unverbindlichen Probeschlafen bei Dir zuhause – selbstverständlich auf der ausgepackten Matratze und für einen längeren Zeitraum.

Großzügige Probeschlaf-Optionen geben Dir viel mehr Zeit zum Testen als das kurze Probeliegen im Matratzenladen. Seriös sind Angebote, die Dir ähnliche Bedingungen einräumen, wie wir es für unsere Snooze Project Kaltschaummatratze tun. Ein großer Vorteil des Probeschlafens ist auch die erleichterte Rückgabe bei Nichtgefallen, denn meist musst Du diese nicht erst wortreich begründen. Auf gute Kaltschaummatratzen gewähren einige Anbieter außerdem bis zu 10 Jahre Garantie.

Die gesundheitliche Unbedenklichkeit einer Kaltschaummatratze erkennst Du am leichtesten an renommierten Prüfsiegeln wie STANDARD 100 by OEKO-TEX®: Die Angabe Produktklasse I besagt, dass die zertifizierte Matratze selbst für Babys und Kleinkinder bedenkenlos nutzbar ist.

Matratzen aus heimischer und damit ökologisch günstigerer Produktion in einem deutschen Fachbetrieb sind in puncto Schadstofffreiheit und Umweltfreundlichkeit eher zu empfehlen als Billigmatratzen aus Fernost, die bereits vor ihrem Verkauf große Transportstrecken zurückgelegt haben und nicht selten ein minderwertiges Innenleben aufweisen.

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  • sehr gut

    viele dank