Matratzentest 2021: Warum & wie Du Testportale & Produktvergleiche prüfen solltest

Zuletzt aktualisiert am 26. Juli 2021
Veröffentlicht am 14. November 2017

Märchenstunde Matratzentest

Es ist wieder mal so weit: Du brauchst eine neue Matratze und willst Dich informieren, welche aktuell die beste ist. Bei der Recherche im Internet triffst Du auf zahlreiche Testportale, aber kannst Du denen wirklich trauen? Snooze Project hat sich für Dich durch den Dschungel der Warentester, Vergleichsseiten und angeblichen Testsieger gekämpft: Wir verraten Dir, was wirklich dahinter steckt − und wie Du unseriöse Fake-Tests zu Matratzen und anderen Produkten zuverlässig von den echten unterscheiden kannst.

Das Problem mit bezahlten Testplattformen

Matratzen-Testsieger gesucht, Lügenbaron gefunden − so könnte die Überschrift über dieses traurige Kapitel der Konsumgeschichte wohl ebenso lauten. Verbraucher*innen haben es auf der Suche nach der besten Matratze für ihre Zwecke zunehmend schwer: Immer mehr Webseiten locken mit komplett erfundenen oder kaum aussagefähigen Matratzentests, die in Wahrheit nur möglichst viele Klicks generieren und den Konsum ankurbeln sollen.Quellen wie der Verbraucherzentrale Bundesverband, die Stiftung Warentest, der Fernsehsender MDR sowie der Gütesiegel-Anbieter Trusted Shops warnen schon länger vor den angeblichen Produkttest-Portalen und ihren dubiosen Methoden. Bereits im Jahr 2017 kam die Redaktion der TV-Sendung WDR Servicezeit nach eigenen Recherchen zu dem erschreckenden Ergebnis, dass rund 30 Prozent der damals näher untersuchten Online-Matratzentests nichts als Fakes waren − und Marketing-Fachleute gehen davon aus, dass dieser Anteil weiterhin wächst.

Die Betreiber*innen etlicher Online-Testportale versuchen, Dich und möglichst viele andere Nutzer*innen durch eine ganze Fülle scheinbar nützlicher Informationen auf ihre Seiten zu locken. Tatsächlich ist der Informationsgehalt solcher Matratzenvergleiche aber bestenfalls gering: Häufig fassen sie lediglich Nutzerbewertungen aus dem Internet zusammen oder wenden bei näherem Hinsehen abwegige Prüfkriterien an, die gar nichts über die Qualität oder Eignung der Matratzen aussagen. Nicht wenige der aufgelisteten „Testergebnisse“ sind sogar komplett erfunden.

In Wahrheit geht es bei den meisten vorgeblichen Testseiten nur darum, Hilfesuchende wie Dich einzufangen und geschickt zu Verkaufsplattformen weiterzuleiten, um Ihnen dort möglichst viele möglichst teure Produkte zu verkaufen. Zahlreiche bekannte Hersteller und Onlinehändler zahlen hohe Summen an alle, die ihnen auf diese Weise Kundschaft zuschustern − schließen aber ihre eigene Verantwortung für die Inhalte derartiger Partnerseiten schon vorab durch geschickt formulierte Vertragsbedingungen aus.

Wie scheinbare Vergleichsportale mit Produkttests Geld verdienen

Viele Testseiten-Betreiber*innen erhalten hohe Provisionen von Produktherstellern und Onlinehändlern. Was sie tun, nennt sich Affiliate-Marketing (Partner-Werbung): Sobald Du z. B. einen solchen Fake-Matratzenvergleich anschaust, auf einen der Links hinter den verschiedenen Modellen klickst und dann auch bei diesem Shop einkaufst, kassiert der Vergleichsportal-Betreiber Geld dafür. Diese Belohnung kann circa 1 bis 15 % des Netto-Warenpreises betragen − und Du als Käufer*in finanzierst sie durch Deinen Kauf indirekt mit.Unser Tipp: Da die Durchführung unabhängiger Tests durch echte Fachleute aufwendig und teuer ist, sind seriöse, ausführliche Testergebnisse nur in den seltensten Fällen kostenlos erhältlich. Bei Gratis-Testportalen ist grundsätzlich Vorsicht geboten!

Wie küren unseriöse Testportale ihre Testsieger?

Durch ihre Aufmachung und die Nutzung typischer Schlagwörter geben sich Fake-Testportale geschickt den Anstrich echter Warentester*innen. Doch welche Matratzen Du in den Bestenlisten der Online-Vergleichsseiten ganz oben findest, wird in der Mehrzahl der Fälle nicht durch den Liegekomfort, die Haltbarkeit oder sonstige wesentliche Produkteigenschaften beeinflusst, denn kaum ein*e Seitenbetreiber*in testet die empfohlenen Matratzen tatsächlich selbst.

Unterlegt mit im Internet zusammengeklaubten Rezensionen und eingestreuten Testergebnissen seriöser Anbieter*innen werden gezielt gute Testnoten erzeugt und die Produkte zu angeblichen Testsiegern ernannt. Die scheinbar neutralen Testberichte, die meist nur der Suchmaschinen-Optimierung und damit einem besseren Ranking der Seite bei Google & Co. dienen, bestehen bei näherem Hinsehen größtenteils aus inhaltslosem Blabla mit wenigen oder sogar frei erfundenen Fakten − gleich dahinter leitet Dich ein Affiliate-Link zum Kaufangebot auf der Partnerseite weiter.

Auffällig ist, dass auf den ersten Plätzen meistens besonders teure Matratzen bekannter Hersteller rangieren, während dies bei seriösen Tests eher selten der Fall ist. Die Fake-Tester*innen haben jedoch ein großes Interesse daran, Dich beim Besuch ihrer Seite zum Kauf eines möglichst hochpreisigen Modells zu bewegen − denn hierfür erhalten sie von ihren Partnershops oft auch die höchste Provision.

Im Netz finden sich nicht nur ausführliche Anleitungen und Download-Bausteine für die Betreiber*innen von Affiliate-Portalen − auch die Onlineshops selbst unterstützen unseriöse Testseiten: Mit Werkzeugen wie einem Link-Generator zum einfachen Verlinken ihrer Artikel oder hilfreichen Tipps zu clever eingestreuter Produktwerbung sorgen viele große Handelsportale bewusst dafür, dass immer wieder neue dubiose Vergleichsseiten online gehen.

Das Problem mit den angeblichen Testsiegern

Die unzähligen falschen Testsieger, die in den Top-10-Listen der Vergleichsportale meist zu Unrecht als besonders gute Matratzen aufgeführt werden, führen immer öfter zu Irritationen: Wenn sich bei der Online-Suche nach der besten Matratze echte Testergebnisse mit teils nur schwierig zu unterscheidenden Fake-Tests vermischen, verlieren arglose Verbraucher*innen zunehmend den Überblick. Besonders ärgerlich ist, dass es besonders den Fake-Testseiten häufig gelingt, in den Ergebnislisten gängiger Suchmaschinen ganz weit oben zu erscheinen.

Professionelle Werbetexter und Marketingspezialisten verwenden auch für Fake-Testportale die sogenannte Suchmaschinenoptimierung (kurz SEO von engl.: Search Engine Optimization): Durch die häufige Nutzung einschlägiger Suchbegriffe auf den angeblichen Testportalen sorgen sie dafür, dass echte Produkttests oft erst auf Seite 2 oder 3 erscheinen. Viele Verbraucher*innen blättern aber gar nicht erst bis dorthin − nur wer auf Anhieb gefunden wird, macht Umsatz.

Im schlimmsten Fall kann das falsche Spiel mit den Tests sogar gesundheitsgefährdend sein: Mitarbeiter*innen der Stiftung Warentest konnten vor einiger Zeit Fälle aufdecken, in denen Kinderwagen mit krebserregenden Materialien auf einem Fake-Vergleichsportal als Testsieger angepriesen wurden − die Warentester*innen selbst hatten hingegen kurz vorher vor exakt denselben Modellen gewarnt. Manchmal werden selbst die „Sehr gut“-Testsiegel der Stiftung Warentest gefälscht − für Produkte, die in Wahrheit niemals in ihren Laboren untersucht worden sind.

Im Zeichen der Gewinnmaximierung lassen offenbar auch renommierte Unternehmen alle Bedenken fallen: Sogar große Marken beteiligen sich inzwischen an der Masche mit den absatzfördernden Scheintests − wohl wissend, dass sie sich damit nicht selten am Rande der Legalität bewegen. Wer auffliegt, schiebt die Verantwortung einfach auf die Seitenbetreiber*innen − und wäscht die eigenen Hände scheinheilig in Unschuld.

Die Portale selbst greifen gern zu einer schwer durchschaubaren List: Sie umschreiben das Wort „Testsieger“ einfach mit ähnlichen Begriffen wie „Vergleichssieger“, „Kaufempfehlung“ oder „unsere Nummer Eins“. Damit bewegen sie sich in einer juristischen Grauzone: Getarnt als reine Meinungsäußerungen sind ihre willkürlichen Produktbesprechungen nur schwer juristisch verfolgbar. Lediglich die Verwendung gefälschter Siegel seriöser Testorganisationen oder die fälschliche Berufung auf deren Warentests ist eindeutig illegal.

Durch Verbraucherschutz-Organisationen erkämpfte Abmahnungen laufen dennoch oft ins Leere, da sich die Portalbetreiber*innen hinter falschen Kontaktdaten verstecken, ohne das vorgeschriebene Impressum auftreten oder ihren Sitz trickreich ins ferne Ausland verlegen, wo sie für wenig Geld eine Briefkastenfirma anmelden. Damit wird es nahezu unmöglich, konkrete Personen rechtlich für ihre betrügerischen Machenschaften zu belangen.

So erkennst Du seriöse Testportale & Ergebnisse

Solange die Justiz gegen billige Test-Imitationen größtenteils machtlos ist, hilft auf Dauer nur Eines: Vor dem Online-Surfen Gehirn einschalten und aufmerksam mitdenken. Doch woran lassen sich Fake-Testportale von seriösen Produktvergleichen unterscheiden? Lass uns Matratzentests doch mal wie eine wissenschaftliche Forschungsmethode betrachten − denn genauso objektiv sollten zuverlässige Produkttests schließlich auch sein.

Was macht einen seriösen Produkttest aus?

Forschende orientieren sich bei der Durchführung ihrer Experimente an den Gütekriterien für wissenschaftliches Arbeiten. Ihr Ziel dabei ist es, die Ergebnisse ihrer Forschung für andere Menschen nachvollziehbar und vergleichbar zu machen. Ganz ähnliche Ansprüche stellen Jurist*innen und Verbraucherschützer*innen auch an die Durchführung von Produkttests und -vergleichen.

Die Gütekriterien quantitativer Forschung sind:

  • Validität: In den Produkttest fließen tatsächlich nur die wesentlichen Kriterien, Werte und Ergebnisse ein − und keine, die gar nicht aussagekräftig sind.
  • Reliabilität: Die wiederholte Testung desselben Produkts muss unter ähnlichen Voraussetzungen auch ähnliche Ergebnisse erbringen.
  • Objektivität: Die Testergebnisse dürfen nicht von einzelnen beteiligten Personen abhängen − dazu müssen vorab konkrete, standardisierte Vorgaben für die Durchführung, Auswertung und Interpretation der Testergebnisse definiert worden sein.

Sobald ein Produkttest diese drei Voraussetzungen erfüllt, ist er auch für Verbraucher*innen und Jurist*innen jederzeit objektiv nachprüfbar. In der Praxis erkennst Du seriöse Matratzen-Testseiten z. B. an der offen und verständlich erläuterten Systematik der Tests und daran, dass die wesentlichen Produkteigenschaften auch wirklich sachkundig überprüft und sinnvoll bewertet werden. Themen wie Verpackung oder Lieferzeiten sollten dagegen geringer gewichtet sein, da sie für den Liegekomfort der Matratzen keinerlei Rolle spielen.

Mit rechtlichen Mitteln ist den betrügerischen Fake-Tester*innen , die diese Regeln nicht beachten, nur schwierig beizukommen: Zwar gibt es das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), demzufolge Produkttests mit Bewertungen und Ranglisten anhand klar festgelegter Testkriterien für alle Nutzer*innen objektiv nachprüfbar sein müssten, doch die Betreiber*innen wechseln häufig ihre Domains, nennen ihre Produkt-Vergleiche nicht mehr ausdrücklich „Test“ und/oder sind schwierig zu ermitteln.

Unseriöse Matratzen-Vergleichsportale führen meist keine echten Tests durch. Stattdessen werden geklaute Rezensionen mit erfundenen Bewertungen nach Belieben aufgehübscht. Dadurch kannst Du Fake-Matratzentests meist leicht entlarven − mit Hilfe der wissenschaftlichen Gütekriterien:

  • Validität: Werden tatsächlich relevante Merkmale untersucht (etwa das hohe Raumgewicht einer guten Matratze), oder eher unwichtige Punkte bewertet (z. B. die stylische Farbe des Bezugs)? Lassen sich alle Ergebnisse und Bewertung verallgemeinern, oder treffen sie zum Teil nur für eine bestimmte Zielgruppe (z. B. Seitenschläfer*innen, Allergiker*innen) zu?
  • Reliabilität: Wären die Testergebnisse jederzeit durch erneute Messungen unter den angegebenen Bedingungen reproduzierbar?
  • Objektivität: Entstehen die Bewertungen unabhängig von den beteiligten Personen? Legen die Betreiber konkrete, standardisierte Vorgaben für die Testdurchführung sowie die Auswertung und Interpretation der Testergebnisse offen, oder geben sie nur ein Sammelsurium von Einzelmeinungen wieder?

Checkliste: So erkennst Du Fake-Tests & unseriöse Vergleichs-Portale

Beim Googeln nach Produkttests und -vergleichen führen Dich immer mehr Suchergebnisse auf Fake-Testseiten: Die Betreiber*innen haben die angeblich getesteten Produkte oft nicht ein einziges Mal selbst in Händen gehalten. Gefüllt werden die angeblichen Tests stattdessen mit attraktiven Produktfotos von der Hersteller-Homepage, raumgreifend aufbereiteten Produktdaten, zusammengewürfelten Erfahrungsberichten aus fremden Quellen und weitgehend aussagefreien, suchmaschinenoptimierten Texten.Mach Schluss mit Fake-Vergleichsportalen und prüfe im Verdachtsfall einfach folgende Punkte unserer Checkliste. Je mehr Merkmale zutreffen, umso wahrscheinlicher bist Du auf einen unseriösen Produkttest gestoßen!

Checkliste: Teste den Tester!

  • Der Domain-Name enthält bereits die Produktbezeichnung (z. B. matratzen-test oder matratzen-testsieger)
  • Alle Produkte haben gute Bewertungen, oder es gibt gleich mehrere Testsieger
  • Bunte, plakative Buttons führen Dich direkt zum Kauf des Produkts („Preis auf Amazon checken“, „Webseite besuchen“)
  • Du findest nur die Testnoten, erfährst aber nicht, wie sie zustande gekommen sind
  • Hintergrundinfos zu getesteten Produkt-Eigenschaften oder Testablauf fehlen
  • Das Impressum der Internetseite fehlt komplett, ist lückenhaft, enthält scheinbare Tippfehler oder nennt eine Adresse im juristisch schlecht erreichbaren Ausland (Großbritannien, USA, Marshallinseln etc.)
  • Es werden trotz angeblicher Tests keine eigenen Fotos gezeigt, sondern professionelle Produktfotos vom Hersteller oder aus Online-Kaufhäusern verwendet
  • Das Portal nennt nicht das Wort “Testsieger”, sondern verwendet Synonyme (z. B. „Vergleichssieger“, „unsere Favoriten“)

Einige oder sogar alle Kriterien treffen zu? Dann hilf anderen Verbrauchern und melde den falschen Test per E-Mail an fake-test@stiftung-warentest.de!

Teste den Test: Checkliste zum Download

Mit unserer Checkliste für unterwegs kannst Du zukünftig immer und überall Produkttests prüfen. Einfach Bild speichern oder auf Pinterest merken!
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Die Prüfkriterien im Detail

Der Domain-Name enthält bereits die Produktbezeichnung

Viele Anbieter*innen betreiben eine große Anzahl unterschiedlichster „Testportale“ für alle möglichen Produkte − je mehr Produktgruppen abgedeckt werden, desto höhere Provisionen generieren die jeweiligen Betreiber*in. Die Seiten heißen häufig ähnlich und nennen die jeweilige Produktgruppe in ihrer Netzadresse.

Alle Produkte haben gute Bewertungen oder es gibt gleich mehrere Testsieger

Da Dich die vorgeblichen Testportale in Wahrheit hauptsächlich zum Kaufen animieren sollen, wollen sie jedes Produkt gut aussehen lassen. Schlimmstenfalls werden Dir schlechte Testergebnisse seriöser Organisationen wie der Stiftung Warentest sogar absichtlich verschwiegen, da sich die Betreiber*innen das Geschäft nicht verderben wollen.

Bunte, plakativ gestaltete Buttons führen Dich direkt zum Kauf des Produkts

Was auf den ersten Blick wie ein Serviceangebot zum Preis-Check oder für weiterführende Produktinfos klingt („Preis auf Amazon checken“, „Webseite besuchen“), soll Dich in Wirklichkeit bloß zum Kaufen animieren − beim Anklicken landest Du direkt auf einer Händlerseite.

Du findest nur die Testnoten, erfährst aber nicht, wie sie zustande gekommen sind

Zum Schein werden neben den Noten häufig wenige seriöse Quellen genannt, die mit Kundenrezensionen von Privatleuten vermischt werden, um daraus nach beliebiger Gewichtung eine nur scheinbar objektive Gesamtnote zu „errechnen“. Auf diese Weise können Betreiber ihre Testnoten nach Gutdünken aufpeppen − selbst bei objektiv schlechten oder gar gesundheitsgefährdenden Produkten.

Genaue Infos zu getesteten Produkt-Eigenschaften oder Testablauf fehlen

Oft basiert die Benotung der aufgelisteten Artikel auf vollkommen unterschiedlichen Testkriterien. Manchmal fließen auch rätselhafte „Service-Noten“ mit in die Gesamtbewertung ein: Besonders skurril war ein von Verbraucherschützern aufgedeckter Fall, in dem der leckere Kaffee während der Beratung zur besseren Benotung des Kreditangebots einer Bank führte. Auch minderwertige Matratzen können im Fake-Test gut abschneiden, wenn kostenloser Versand und kurze Lieferzeit stark gewichtet werden, während wesentliche Qualitätskriterien unter den Tisch fallen.

Das Impressum der Internetseite fehlt komplett, ist lückenhaft, enthält scheinbare Tippfehler oder nennt eine Adresse im juristisch schlecht erreichbaren Ausland

Betreiber*innen einer Internet-Plattform zu geschäftlichen Zwecken müssen sich laut §5 Telemediengesetz (TMG) im Impressum zu erkennen geben. Nutzer*innen sollen deren Seriosität überprüfen, sich ein Bild über das Unternehmen oder die Person dahinter machen, sie kontaktieren und ggf. rechtliche Ansprüche gegen sie durchsetzen können. Unseriöse Vergleichsportale haben entweder gar kein bzw. kein vollständiges Impressum oder nennen Adressen in Ländern wie Großbritannien, USA oder Marshallinseln − an sie ist im Streitfall kaum heranzukommen, weil Du sie nicht in Deutschland verklagen kannst.

Es werden trotz angeblicher Tests keine eigenen Fotos gezeigt, sondern Produktfotos vom Hersteller oder aus Online-Kaufhäusern verwendet

Seriöse Warentester dokumentieren ihre Testabläufe gern durch Fotos oder Videos: Hier können Auffälligkeiten gezeigt oder Eigenschaften anschaulich miteinander verglichen werden. Wer gar nicht selbst testet, besorgt sich Produktbilder entweder unerlaubterweise aus Fremdrezensionen oder kooperiert direkt mit den Marketingabteilungen der Hersteller, die Affiliate-Partner*innen oft gerne professionelle Fotos ihrer Produkte zur Verfügung stellen.

Das Portal nennt nicht das Wort “Testsieger”, sondern verwendet Synonyme

Bei Produkten, die aus Tests seriöser Anbieter wie etwa der Stiftung Warentest oder Öko-Test als Sieger hervorgehen, vervielfacht sich oft der Umsatz − viele Verbraucher verlassen sich beim Kauf blind auf deren Testnoten. Wer unzulässigerweise einen eigenen oder gar erfundenen Test veröffentlicht, ohne darauf hinzuweisen, dass sich in Wahrheit alles um reine Verkaufsförderung dreht, bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Da deutsche Gerichte sehr strenge Maßstäbe an die Objektivität von Tests anlegen, benutzen Fake-Tester*innen statt „Testsieger“ lieber das juristisch unverfängliche Wort „Vergleichssieger“.

Fazit

Bei kostenlosen Testseiten und Vergleichsportalen im Internet solltest Du generell besonders aufmerksam sein: Dein Vertrauen verdienen nur Tests, die die Prüfung anhand unserer Checkliste bestehen. Kontrolliere jeden Punkt, ehe Du Dich beim Matratzenkauf auf Produktinfos und Bewertungen derartiger Betreiber*innen verlässt − und melde unseriöse Testseiten am besten gleich an die Stiftung Warentest weiter, um auch andere davor zu schützen!

Bei seriösen Tester*innen wie Öko-Test oder Stiftung Warentest solltest Du vorher abwägen, welche Kriterien für Dich entscheidend sind: Selbst ein Testsieger kann in einer Kategorie womöglich schlechter abschneiden als ein insgesamt schlechter bewertetes Konkurrenzprodukt − ist aber gerade diese für Dich besonders wesentlich, kann das schlechter benotete Produkt für Dich persönlich sogar das Bessere sein.

Zu guter Letzt ist oft auch ein scharfer Blick aufs Testdatum hilfreich: Hersteller, deren Produkte von professionellen Warentestern bemängelt worden sind, bessern häufig ganz schnell nach − eventuelle Schwächen könnten also zwischenzeitlich schon längst beseitigt worden sein.