Nackt schlafen: Ist es wirklich gesĂŒnder nackt zu schlafen?

Aktualisiert am 24. August 2023
Veröffentlicht am 14. Juli 2021

Nackte Tatsachen: Die ewige Debatte ums textilfreie Schlafen

Um das Thema Nacktschlafen ranken sich viele Mythen: Es soll nicht nur beim Stressabbau helfen, sondern macht uns angeblich sogar schlanker und jĂŒnger. Stimmt es tatsĂ€chlich, dass wir allein durchs Weglassen von Schlafanzug oder Nachthemd ein gesĂŒnderes Leben fĂŒhren könnten − und wieso hat uns das niemand gesagt, bevor wir dieses teure Fitness-Abo abgeschlossen haben?! Snooze Project ist dem PhĂ€nomen Nacktschlaf nachgegangen und hat die 7 populĂ€rsten Mythen rund ums Schlafen ohne Kleidung auf den PrĂŒfstand gestellt.

7 Mythen ĂŒbers Nackt-Schlafen: Wahr oder Falsch?

Mythos 1: Nackt schlafen ist gesĂŒnder

Dass unsere Körpertemperatur nachts um rund ein Grad absinkt, ist ein Fakt. Zu dicke Pyjamas oder enge Schlafshirts behindern jedoch diese natĂŒrliche „Klimaanlage“. Den daraus resultierenden Schlafstörungen kannst Du durchs Nacktschlafen erwiesenermaßen entgegenwirken. Dennoch Ă€ußerte sich Professor Thomas Penzel, wissenschaftlicher Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Berliner CharitĂ©, gegenĂŒber der Apotheken-Umschau eher kritisch ĂŒber den Gesundheitswert des hĂŒllenlosen Schlafens.

Zwar sei es sinnvoll, so der Schlafmediziner, stramme oder unbequeme Kleidung nachts wegzulassen − doch weil wir in bestimmten Schlafphasen (sog. REM-Phasen) nicht registrieren, dass wir frieren, steige zugleich auch die Gefahr einer unbemerkten UnterkĂŒhlung. Penzel empfiehlt NacktschlĂ€fer*innen deshalb, sich auch in heißen SommernĂ€chten zumindest mit einem dĂŒnnen Laken zuzudecken, um ErkĂ€ltungen vorzubeugen.

Mythos 2: Nackt schlafen ist hygienischer

Nacktschlaf-Kritiker Ă€ußern hĂ€ufig, dass es unhygienisch sei, nackt zu schlafen. Wir können Dich beruhigen: Diese Behauptung stimmt nur fĂŒr den Fall, dass Du Deine BettbezĂŒge nicht oft genug wĂ€schst. Ohne Schlafanzug als Schutzbarriere, die nachts wie ein Schwamm Deinen Schweiß aufsaugt, bleibt nach Verdunstung der FlĂŒssigkeit eine Mischung aus Mineralsalzen, Bakterien Deiner natĂŒrlichen Hautflora sowie HautschĂŒppchen in der BettwĂ€sche zurĂŒck.

Grund zur Besorgnis geben solche SchweißrĂŒckstĂ€nde nicht. Hygienefachleute empfehlen NacktschlĂ€fer*innen allerdings generell, BezĂŒge und BetttĂŒcher wöchentlich zu wechseln, ehe sich darin zu viele Keime ansammeln. Im Sommer oder bei starker Schwitzneigung solltest Du Deine BettwĂ€sche eher noch öfter waschen − auf diese Weise beugst Du auch störenden GerĂŒchen vor. Merkliche Hygienevorteile stellen sich durchs Nacktschlafen aber nicht ein. Ob Schlafanzug oder BettwĂ€sche: ohne Waschen geht es in keinem Fall.

Nur fĂŒr eine Körperzone ist es tatsĂ€chlich hygienischer, nackt zu schlafen: Unser Intimbereich mag es am liebsten luftig. Unter Pyjama oder engem Slip sammelt sich der Schweiß vermehrt in Hautfalten, was manchmal sogar zu lĂ€stigen Hautreizungen und EntzĂŒndungen fĂŒhren kann. WĂ€hrend sich beim bekleideten Schlafen WĂ€rme und Feuchtigkeit stauen, unterstĂŒtzt textilfreies Schlafen besonders im Schambereich die körpereigene WĂ€rmeregulierung und kann die Ausbreitung unliebsamer Keime eindĂ€mmen.

Du schlÀfst lieber bekleidet? Wie oft Du Deinen Schlafanzug waschen solltest, verraten wir Dir in unserem Ratgeber-Blog!

Mythos 3: Nackt schlafende Paare haben glĂŒcklichere Beziehungen

Dass Menschen, die nackt schlafen, ein besseres Sexualleben fĂŒhren, ist bislang nicht durch reprĂ€sentative Studien belegt − genauso könnte man im Umkehrschluss davon ausgehen, dass Paare, die tagsĂŒber einen liebevollen Umgang miteinander pflegen, diesen auch nachts fortsetzen und deshalb so gerne nackt miteinander im Doppelbett liegen. Immer wieder ist außerdem zu lesen, dass unbekleidetes Schlafen die Produktion des harmoniefördernden Bindungshormons Oxytocin fördern soll − doch das wird in Wahrheit auch beim Schmusen ohne direkten Hautkontakt ausgeschĂŒttet.

Nicht von der Hand zu weisen ist Schlafforschern zufolge allerdings der Effekt, dass sich bei hĂŒllenlos schlafenden Paaren automatisch mehr Gelegenheiten fĂŒr IntimitĂ€ten ergeben: NacktschlĂ€fer*innen fĂŒhlen sich eher sexy und sind empfĂ€nglicher fĂŒr BerĂŒhrungen als Personen, die im hochgeschlossenen Schlafanzug zu Bett gehen. Zudem kann schon der Anblick des nackten Partners bzw. der nackten Partnerin − genau wie der direkte Hautkontakt − Lust auf mehr machen.

„Frostbeulen“ mĂŒssen deshalb aber nicht gleich um ihre Beziehung fĂŒrchten: Es soll sogar glĂŒckliche Paare geben, die jahrzehntelang in getrennten Betten, RĂ€umen oder gar Wohnungen schlafen. Wer sich im Bett also nur mit Pyjama oder Nachthemd so richtig wohlfĂŒhlt, kann beruhigt angezogen schlafen gehen, ohne einen Ehekrach oder Hormonmangel befĂŒrchten zu mĂŒssen.

Mythos 4: Nackt schlafen reduziert Stress

Laboruntersuchungen konnten belegen, dass sich unser gesamter Biorhythmus wĂ€hrend der Nacht verlangsamt: Beim Schlafen werden Blutdruck, Herzrhythmus, Körpertemperatur, Stoffwechsel und Organfunktionen gedrosselt. Dieser Ruhezustand fördert nachweislich die Regeneration von Zellen und Immunsystem, stĂ¶ĂŸt aber offenbar auch notwendige Erholungsprozesse im Gehirn an. Diese Mechanismen, die Psycholog*innen zufolge bei der StressbewĂ€ltigung helfen, sind noch immer nicht vollstĂ€ndig erforscht.

Ein dicker Schlafanzug ist fĂŒr eine ungehinderte Stressreduktion wenig förderlich: Die dauerhafte Überhitzung verursacht oft Schlafprobleme, die den nĂ€chtlichen Stressabbau stören können. Fachleuten zufolge genĂŒgt es aber meist schon, ein Bein oder einen Arm unter der Bettdecke herauszustrecken, um ĂŒberschĂŒssige WĂ€rme an die Raumluft abzuleiten. Ob Du nach einer textilfreien Nacht tatsĂ€chlich entspannter in den Alltag startest, solltest Du also am besten selbst ausprobieren.

Geheimwaffe gegen Stress: Oxytocin

Auch das Kuschelhormon Oxytocin hilft gegen Stress! Seine AusschĂŒttung reduziert die Produktion des Stresshormons Cortisol, wirkt dadurch beruhigend und kann sogar depressiven Störungen vorbeugen. Alles, was Du dafĂŒr brauchst, ist regelmĂ€ĂŸiger, wohliger Körperkontakt zu Partner bzw. Partnerin − ob nackt oder angezogen, ist fĂŒr die effektive StressbekĂ€mpfung nicht entscheidend.

Mythos 5: Nackt schlafen fördert die Fruchtbarkeit

In stramm sitzenden Slips oder Pyjama-Shorts bleibt der mĂ€nnliche Genitalbereich nach einem Tag in wĂ€rmender Kleidung auch weiterhin dicht am Körper eingezwĂ€ngt. FĂŒr die Samenzellen ist diese Dauer-Überhitzung im wahrsten Sinne des Wortes tödlich, denn Spermien benötigen eine kĂŒhlere Umgebung, um funktionsfĂ€hig zu bleiben. Es ist also tatsĂ€chlich wahr: FĂŒr MĂ€nner, die sich ein Kind wĂŒnschen, kann das Schlafen ganz ohne Schlafanzughose oder zumindest in sehr luftiger Kleidung hilfreich sein. Die Raumtemperatur des Schlafzimmers sollte zudem nicht ĂŒber 21° C liegen.

Ob die VerĂ€nderung der nĂ€chtlichen Anzieh-Gewohnheiten etwas bewirkt, sollte statt mit Billig-Drogerietests durch eine*n FachĂ€rzt*in fĂŒr Urologie oder Reproduktionsmedizin ĂŒberprĂŒft werden: Eine umfassende Untersuchung ist viel aussagekrĂ€ftiger, da sie neben dem Mangel an funktionsfĂ€higen Spermien gleich auch andere körperliche Ursachen einer ungewollten Kinderlosigkeit ausschließen kann.

Ist der Kinderwunsch auch noch so dringend: Arktische Temperaturen sind fĂŒr die Erholung wĂ€rmegeschĂ€digter Spermien nicht erforderlich. Wer seinem Beckenbereich nachts die nötige Erfrischung gönnen möchte, muss beim Nacktschlafen aufpassen, sich Nieren oder Blase nicht zu verkĂŒhlen. Selbst in lauen SommernĂ€chten sollte deshalb besonders der untere Bauch- und RĂŒckenbereich immer mit einem leichten Laken bedeckt bleiben.

Mythos 6: Nackt schlafen macht schlank

Nackt zu schlafen kann nicht nur Deinem Sexleben, sondern auch Deinem Stoffwechsel ordentlich einheizen − zumindest, wenn es nach der Meinung mancher Hormonforscher*innen geht. Erinnern wir uns: RegelmĂ€ĂŸiges Weglassen von Pyjama oder Schlafshirt fördert die natĂŒrliche WĂ€rmeregulierung Deines Körpers, was wiederum schlaffördernd wirken und die Produktion von Stresshormonen vermindern kann. SchlĂ€fst Du hingegen bekleidet, kann dies die AusschĂŒttung solcher Hormone erhöhen.

Zur Gruppe besagter Stresshormone gehören auch die sogenannten Glucocorticoide, die als Auslöser von Heißhungerattacken gelten: Obwohl Du gar keinen Hunger hast, entwickelst Du plötzlich einen unerklĂ€rlichen Appetit auf fette, zuckrige Speisen wie Chips oder Schokolade. Wird Dein Körper nun nachts nicht mehr durch Kleidung warmgehalten, lĂ€sst sich die HĂ€ufigkeit solcher FressanfĂ€lle meist merklich reduzieren. Da auch Deine Psyche vom Nacktschlafen profitiert, weil es Entspannung und Körperbewusstsein fördert, dĂŒrfte Dir der Griff zu gesĂŒnderen Nahrungsmitteln doppelt leicht fallen.

Gern wird auch behauptet, dass bereits die KĂŒhlung des nackten Körpers den Kalorienverbrauch beim Schlafen erhöhen und zu einer Gewichtsabnahme beitragen könne − doch diese Vermutung stimmt nach Ansicht vieler Schlafforscher nicht. Professor Penzel von der CharitĂ© will Übergewichtigen keine großen Hoffnungen machen: Dass wir morgens meist einige Hundert Gramm weniger auf die Waage bringen als am Abend zuvor, liege hauptsĂ€chlich am nĂ€chtlichen FlĂŒssigkeitsverlust, erklĂ€rt der Schlafexperte.

Mythos 7: Nackt schlafen wirkt verjĂŒngend

Abends schlafen legen und morgens jĂŒnger aufwachen − das klingt wie im MĂ€rchen. Doch nach einer Studie der kalifornischen Stanford University, die Schlafverhalten und LeistungsfĂ€higkeit von Sportlern untersuchte, kann das Nacktschlafen tatsĂ€chlich eine verjĂŒngende Wirkung entfalten. Wie es scheint, ist das Schlafhormon Melatonin fĂŒr dieses Jungbrunnen-PhĂ€nomen verantwortlich.

Untersuchungsergebnissen zufolge bekĂ€mpft Melatonin sogenannte freie Radikale: Körpereigene Stoffwechselprodukte also, die durch UmwelteinflĂŒsse wie die UV-Strahlung der Sonne, aber auch durch Genussgifte wie Alkohol oder Nikotin entstehen. Die aggressiven freien Radikale können Deine Zellen angreifen und dadurch eine verfrĂŒhte Zellalterung bewirken − Melatonin als Antioxidans wirkt dagegen wie ein Superheld, der sogar krebserregende Schadsubstanzen an sich bindet und dadurch unschĂ€dlich macht.

Dein Körper produziert Melatonin vor allem bei Dunkelheit − doch volle Wirkung entfaltet das Schlafhormon offenbar erst, wenn die Umgebung kĂŒhl genug ist: Bei einer Raumtemperatur von unter 21° C nackt zu schlafen, scheint seinen Anti-Aging-Effekt noch zu verstĂ€rken. Sollte sich dieser Wirkmechanismus durch kĂŒnftige Studien bestĂ€tigen lassen, wĂ€re nackt Schlafen eine einfach umsetzbare und kostengĂŒnstige Methode, Deinen Körper auf lange Sicht gesĂŒnder und fitter zu halten − ganz ohne schĂ€dliche Nebenwirkungen oder lĂ€stige Abofallen.

Nackt schlafen: Vorteile & Nachteile − nicht nur bei Hitze

Obwohl lĂ€ngst nicht alle Mythen ĂŒbers Nacktschlafen stimmen, legen sich besonders in der heißen Jahreszeit viele Menschen lieber ohne einengende Kleidung ins Bett. Bei sehr warmer Schlafumgebung mit schlechten LĂŒftungsmöglichkeiten lassen sich SommernĂ€chte tatsĂ€chlich oft nur hĂŒllenlos ertragen. Wenn Du bei hohen Temperaturen schlecht einschlĂ€fst, genießt Du durch den nĂ€chtlichen Verzicht auf Kleidung manchen ĂŒberraschenden Vorteil − dasselbe gilt aber auch, wenn Du es im Bett generell gern luftiger magst.

5 gute GrĂŒnde, nackt zu schlafen

  1. Tropische SommernÀchte werden sofort ertrÀglicher
  2. Dein Schweiß staut sich nicht lĂ€nger unter der Kleidung, sondern sorgt fĂŒr natĂŒrliche VerdunstungskĂŒhle
  3. Du erleichterst Deinem Körper die nĂ€chtliche Temperaturabsenkung, was indirekt Deine Einschlafphase verkĂŒrzt
  4. BettwĂ€sche aus Satin oder Leinen kann Deine Haut im direkten Kontakt angenehm kĂŒhlen
  5. Weil Du morgens nicht verschwitzt aufwachst und Deine Haare langsamer nachfetten, kannst Du lÀnger schlafen und Deine tÀgliche Dusche getrost auf den Abend schieben

5 GrĂŒnde, im Bett Pyjama oder Nachthemd zu tragen

  1. In der REM-Schlafphase merkst Du nicht, dass Du frierst − Kleidung verhindert, dass Du Dich deswegen verkĂŒhlst
  2. Als Schlafwandler*in gerĂ€tst Du dank Schlafanzug nicht in Verlegenheit oder Gefahr, weil Du Dich mitten in der Nacht plötzlich splitterfasernackt auf der Straße wiederfindest
  3. Deine BettwĂ€sche wird weniger stark durch Schweiß verschmutzt und muss seltener in die Waschmaschine
  4. Bei manchen gesundheitlichen Problemen kann es angenehmer sein, bekleidet zu schlafen − z. B. damit Du Dich bei einer Hauterkrankung nicht im Schlaf wundkratzt
  5. Wenn Du in einem Pflege- oder Altersheim, Krankenhaus oder einer Reha-Einrichtung schlÀfst, hilft Dir Nachtkleidung bei der Wahrung Deiner IntimsphÀre

Letztendlich kannst nur Du ganz individuell fĂŒr Dich selbst entscheiden, ob Du in Zukunft lieber nackt oder angezogen schlafen willst. Schlafexpert*innen sehen durchaus Anlass, die Vor- und Nachteile der nĂ€chtlichen „Freikörperkultur“ im Einzelfall grĂŒndlich gegeneinander abzuwĂ€gen − immerhin kann das hĂŒllenlose Schlafen fĂŒr manche Personengruppen ziemlich unangenehm oder sogar gefĂ€hrlich werden…

Tipps & Regeln: Das solltest Du beachten, wenn Du nackt schlÀfst

Obwohl es durchaus Vorteile haben kann, nackt zu schlafen, verzichten laut Umfragen nur zwischen 8 und 12 % der Deutschen nachts regelmĂ€ĂŸig auf jegliche Bekleidung. Dass in manchen Umfragen höhere Zahlen auftauchen, liegt meist an der Formulierung − zum Beispiel wird oft gefragt, ob man schon einmal nackt geschlafen habe oder ob man sich dies prinzipiell vorstellen könne, was natĂŒrlich auf einen bedeutend grĂ¶ĂŸeren Personenkreis zutrifft. TatsĂ€chliche Nacktschlaf-Fans werden sich allerdings noch wohler fĂŒhlen, wenn sie einige wichtige Regeln beherzigen.

Die richtige Basis: Matratze clever auswÀhlen

Je weniger Stoffschichten sich zwischen Körper und Schlafunterlage befinden, desto wichtiger ist die QualitĂ€t der Matratze. Generell sollten passende Matratzen fĂŒr NacktschlĂ€fer*innen möglichst atmungsaktiv sein und unbedingt ĂŒber einen abnehmbaren, bei 60° C maschinenwaschbaren Bezug mit praktischem Rundum-Reißverschluss verfĂŒgen, um ein luftiges und dauerhaft hygienisches SchlafgefĂŒhl zu gewĂ€hrleisten. Beim Neukauf solltest Du zudem auf geprĂŒfte Schadstofffreiheit achten, die durch Siegel wie OEKO-TEXÂź Standard 100 Klasse 1 zertifiziert wird.Matratzen aus Naturmaterialien wie Rosshaar oder Latex können beim Nacktschlafen angenehm sein, doch manche der Fasern und FĂŒllmaterialien kommen fĂŒr Menschen mit Allergien nicht infrage. Sicherer sind etwa punktelastische Kaltschaummatratzen: Sie eignen sich nicht nur optimal fĂŒr Allergiker*innen, sondern sind auch bei nahem Hautkontakt und vermehrter Schweißaufnahme sehr resistent gegen Hausstaubmilben und Schimmelsporen.

Hautnah: Die ideale BettwÀsche

Nacht fĂŒr Nacht verliert jeder Mensch ca. 0,5 bis 1 Liter FlĂŒssigkeit ĂŒber die Haut. Normalerweise absorbiert der Stoff des Schlafanzugs einen Großteil davon, doch wenn Du nackt schlĂ€fst, saugen BezĂŒge und Bettlaken Deinen Schweiß auf. Deshalb solltest Du atmungsaktive, saugfĂ€hige und hautvertrĂ€gliche Naturfasern wie etwa Baumwolle bevorzugen, die die Feuchtigkeit zĂŒgig aufnehmen, speichern und schließlich langsam wieder verdunsten lassen können.Je nach Umgebungstemperatur können sich diverse Baumwollstoffe fĂŒrs Nacktschlafen eignen, die sich in ihre Struktur unterscheiden: In kalten WinternĂ€chten spenden Bettwaren aus Baumwoll-Flanell und -Biber WĂ€rme, wĂ€hrend im Hochsommer kĂŒhlender Mako-Satin oder Seersucker fĂŒr ein angenehmes HautgefĂŒhl sorgt. Mit der richtigen BettwĂ€sche schlĂ€fst Du auch ohne Kleidung zu jeder Jahreszeit trocken und gemĂŒtlich.

Nicht vergessen: BettwĂ€sche regelmĂ€ĂŸig wechseln

LĂ€sst Du den schĂŒtzenden Pyjama weg, landen Schweiß, feine HautschĂŒppchen und oft auch Spuren anderer KörperflĂŒssigkeiten wie Speichel oder Urin direkt im Gewebe Deiner BettwĂ€sche. Aus diesem Grund ist es fĂŒrs Nacktschlafen essentiell, Bettlaken und BezĂŒge hĂ€ufig genug zu waschen. Als besonders pflegeleicht und temperaturfest erweisen sich auch hier wieder Bettwaren aus Baumwolle, von denen die meisten bis 60° C maschinenwaschbar und trocknerfest sind.WĂ€hrend es im Winter meist ausreicht, Dein Bett einmal pro Woche neu zu beziehen, solltest Du dies im Sommer alle drei bis vier Tage tun. Falls Du Deine BezĂŒge normalerweise bĂŒgelst, kann es sich lohnen, fĂŒr warme NĂ€chte auf Seersucker umzuschwenken: Der ist bĂŒgelfrei und sieht durch seinen Kreppeffekt lĂ€ssig aus. An den Tagen zwischen den WĂ€schen solltest Du Deine BettwĂ€sche als NacktschlĂ€fer*in tĂ€glich ausschĂŒtteln und lĂŒften: Am besten lĂ€sst Du das Bett morgens aufgedeckt und machst es erst abends, damit Restfeuchtigkeit ĂŒber den Tag hinweg verdunsten kann.Knöpfe, Reißverschluss oder HotelbettwĂ€sche? Mit welcher Art von VerschlĂŒssen Du Dir das hĂ€ufige Waschen Deiner BettbezĂŒge erleichtern kannst, erfĂ€hrst Du in unserem Lexikonartikel ĂŒber Verschlussarten bei BettwĂ€sche.Vor UnterkĂŒhlung schĂŒtzenIn manchen Schlafphasen ist unser Wahrnehmungsempfinden so stark herabgesetzt, dass wir nicht mehr merken, wann wir zu frieren anfangen. Bei verrutschter Bettdecke kann eine lĂ€nger andauernde KĂ€lteeinwirkung auf den unbekleideten Körper Dein Immunsystem angreifbar fĂŒr ErkĂ€ltungsviren machen − am Morgen wachst Du dann mit einem Schnupfen oder dem typischen Kratzen im Hals auf.Um der nĂ€chsten ErkĂ€ltung aus dem Weg zu gehen, sollten NacktschlĂ€fer*innen zusĂ€tzliche Laken unter der eigentlichen Bettdecke nutzen, um den WĂ€rmeverlust beim Freistrampeln zu reduzieren. Je nach Schlafgewohnheiten ist manchmal aber auch eine Überdecke besser geeignet, einer VerkĂŒhlung vorzubeugen. Wer es im Winter extrawarm mag, kann zu einer Kuscheldecke aus Schafwolle oder leichter Mikrofaser greifen.

FAQ

TagsĂŒber sind die unteren Körperregionen meist in enganliegende UnterwĂ€sche sowie stramm sitzende, feste Stoffe (Jeans etc.) eingezwĂ€ngt. Wird auch nachts weiterhin enge WĂ€sche getragen, verstĂ€rkt sich das feuchtwarme Klima der Intimzone, sodass sich Pilze und Bakterien noch leichter vermehren können. Um lĂ€stigen Infektionen und Hautreizungen vorzubeugen, sollte man beim Schlafen auf UnterwĂ€sche verzichten.

Die Mehrzahl der Frauen schlĂ€ft nicht etwa nackt, sondern bevorzugt eine Kombination aus Slip und T-Shirt − erst danach folgen Schlafanzug oder Pyjama, wĂ€hrend das traditionelle Nachthemd inzwischen deutlich weniger beliebt ist. Völlig nackt schlafen Umfragen zufolge nur rund 12 % der weiblichen Bevölkerung. Mediziner*innen empfehlen jedoch speziell Frauen, die hĂ€ufiger Probleme mit Pilzinfektionen oder Rasurpickeln haben, nachts zumindest auf UnterwĂ€sche zu verzichten.

Wer gern angezogen schlĂ€ft, sollte dabei enge KleidungsstĂŒcke wie BHs, stramm sitzende Slips oder Bauch-weg-UnterwĂ€sche meiden. Besser als Textilien aus Kunstfasern wie Polyester, Polyacryl oder Polyamid sind atmungsaktive Stoffe, die ĂŒberwiegend aus saugfĂ€higen Naturfasern wie Baumwolle, Seide, Wolle, Viskose oder Bambus-Jersey bestehen. Wer jedoch lieber nackt schlĂ€ft und sich dabei wohler fĂŒhlt, kann das bedenkenlos tun.

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