Nackt schlafen: Ist es wirklich ges√ľnder nackt zu schlafen?

Nackte Tatsachen: Die ewige Debatte ums textilfreie Schlafen

Um das Thema Nacktschlafen ranken sich viele Mythen: Es soll nicht nur beim Stressabbau helfen, sondern macht uns angeblich sogar schlanker und j√ľnger. Stimmt es tats√§chlich, dass wir allein durchs Weglassen von Schlafanzug oder Nachthemd ein ges√ľnderes Leben f√ľhren k√∂nnten ‚ąí und wieso hat uns das niemand gesagt, bevor wir dieses teure Fitness-Abo abgeschlossen haben?! Snooze Project ist dem Ph√§nomen Nacktschlaf nachgegangen und hat die 7 popul√§rsten Mythen rund ums Schlafen ohne Kleidung auf den Pr√ľfstand gestellt.

7 Mythen √ľbers Nackt-Schlafen: Wahr oder Falsch?

Mythos 1: Nackt schlafen ist ges√ľnder

Dass unsere K√∂rpertemperatur nachts um rund ein Grad absinkt, ist ein Fakt. Zu dicke Pyjamas oder enge Schlafshirts behindern jedoch diese nat√ľrliche ‚ÄěKlimaanlage‚Äú. Den daraus resultierenden Schlafst√∂rungen kannst Du durchs Nacktschlafen erwiesenerma√üen entgegenwirken. Dennoch √§u√üerte sich Professor Thomas Penzel, wissenschaftlicher Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Berliner Charit√©, gegen√ľber der Apotheken-Umschau eher kritisch √ľber den Gesundheitswert des h√ľllenlosen Schlafens.

Zwar sei es sinnvoll, so der Schlafmediziner, stramme oder unbequeme Kleidung nachts wegzulassen ‚ąí doch weil wir in bestimmten Schlafphasen (sog. REM-Phasen) nicht registrieren, dass wir frieren, steige zugleich auch die Gefahr einer unbemerkten Unterk√ľhlung. Penzel empfiehlt Nacktschl√§fer*innen deshalb, sich auch in hei√üen Sommern√§chten zumindest mit einem d√ľnnen Laken zuzudecken, um Erk√§ltungen vorzubeugen.

Mythos 2: Nackt schlafen ist hygienischer

Nacktschlaf-Kritiker √§u√üern h√§ufig, dass es unhygienisch sei, nackt zu schlafen. Wir k√∂nnen Dich beruhigen: Diese Behauptung stimmt nur f√ľr den Fall, dass Du Deine Bettbez√ľge nicht oft genug w√§schst. Ohne Schlafanzug als Schutzbarriere, die nachts wie ein Schwamm Deinen Schwei√ü aufsaugt, bleibt nach Verdunstung der Fl√ľssigkeit eine Mischung aus Mineralsalzen, Bakterien Deiner nat√ľrlichen Hautflora sowie Hautsch√ľppchen in der Bettw√§sche zur√ľck.

Grund zur Besorgnis geben solche Schwei√ür√ľckst√§nde nicht. Hygienefachleute empfehlen Nacktschl√§fer*innen allerdings generell, Bez√ľge und Bettt√ľcher w√∂chentlich zu wechseln, ehe sich darin zu viele Keime ansammeln. Im Sommer oder bei starker Schwitzneigung solltest Du Deine Bettw√§sche eher noch √∂fter waschen ‚ąí auf diese Weise beugst Du auch st√∂renden Ger√ľchen vor. Merkliche Hygienevorteile stellen sich durchs Nacktschlafen aber nicht ein. Ob Schlafanzug oder Bettw√§sche: ohne Waschen geht es in keinem Fall.

Nur f√ľr eine K√∂rperzone ist es tats√§chlich hygienischer, nackt zu schlafen: Unser Intimbereich mag es am liebsten luftig. Unter Pyjama oder engem Slip sammelt sich der Schwei√ü vermehrt in Hautfalten, was manchmal sogar zu l√§stigen Hautreizungen und Entz√ľndungen f√ľhren kann. W√§hrend sich beim bekleideten Schlafen W√§rme und Feuchtigkeit stauen, unterst√ľtzt textilfreies Schlafen besonders im Schambereich die k√∂rpereigene W√§rmeregulierung und kann die Ausbreitung unliebsamer Keime eind√§mmen.

Du schläfst lieber bekleidet? Wie oft Du Deinen Schlafanzug waschen solltest, verraten wir Dir in unserem Ratgeber-Blog!

Mythos 3: Nackt schlafende Paare haben gl√ľcklichere Beziehungen

Dass Menschen, die nackt schlafen, ein besseres Sexualleben f√ľhren, ist bislang nicht durch repr√§sentative Studien belegt ‚ąí genauso k√∂nnte man im Umkehrschluss davon ausgehen, dass Paare, die tags√ľber einen liebevollen Umgang miteinander pflegen, diesen auch nachts fortsetzen und deshalb so gerne nackt miteinander im Doppelbett liegen. Immer wieder ist au√üerdem zu lesen, dass unbekleidetes Schlafen die Produktion des harmonief√∂rdernden Bindungshormons Oxytocin f√∂rdern soll ‚ąí doch das wird in Wahrheit auch beim Schmusen ohne direkten Hautkontakt ausgesch√ľttet.

Nicht von der Hand zu weisen ist Schlafforschern zufolge allerdings der Effekt, dass sich bei h√ľllenlos schlafenden Paaren automatisch mehr Gelegenheiten f√ľr Intimit√§ten ergeben: Nacktschl√§fer*innen f√ľhlen sich eher sexy und sind empf√§nglicher f√ľr Ber√ľhrungen als Personen, die im hochgeschlossenen Schlafanzug zu Bett gehen. Zudem kann schon der Anblick des nackten Partners bzw. der nackten Partnerin ‚ąí genau wie der direkte Hautkontakt ‚ąí Lust auf mehr machen.

‚ÄěFrostbeulen‚Äú m√ľssen deshalb aber nicht gleich um ihre Beziehung f√ľrchten: Es soll sogar gl√ľckliche Paare geben, die jahrzehntelang in getrennten Betten, R√§umen oder gar Wohnungen schlafen. Wer sich im Bett also nur mit Pyjama oder Nachthemd so richtig wohlf√ľhlt, kann beruhigt angezogen schlafen gehen, ohne einen Ehekrach oder Hormonmangel bef√ľrchten zu m√ľssen.

Mythos 4: Nackt schlafen reduziert Stress

Laboruntersuchungen konnten belegen, dass sich unser gesamter Biorhythmus während der Nacht verlangsamt: Beim Schlafen werden Blutdruck, Herzrhythmus, Körpertemperatur, Stoffwechsel und Organfunktionen gedrosselt. Dieser Ruhezustand fördert nachweislich die Regeneration von Zellen und Immunsystem, stößt aber offenbar auch notwendige Erholungsprozesse im Gehirn an. Diese Mechanismen, die Psycholog*innen zufolge bei der Stressbewältigung helfen, sind noch immer nicht vollständig erforscht.

Ein dicker Schlafanzug ist f√ľr eine ungehinderte Stressreduktion wenig f√∂rderlich: Die dauerhafte √úberhitzung verursacht oft Schlafprobleme, die den n√§chtlichen Stressabbau st√∂ren k√∂nnen. Fachleuten zufolge gen√ľgt es aber meist schon, ein Bein oder einen Arm unter der Bettdecke herauszustrecken, um √ľbersch√ľssige W√§rme an die Raumluft abzuleiten. Ob Du nach einer textilfreien Nacht tats√§chlich entspannter in den Alltag startest, solltest Du also am besten selbst ausprobieren.

Geheimwaffe gegen Stress: Oxytocin

Auch das Kuschelhormon Oxytocin hilft gegen Stress! Seine Aussch√ľttung reduziert die Produktion des Stresshormons Cortisol, wirkt dadurch beruhigend und kann sogar depressiven St√∂rungen vorbeugen. Alles, was Du daf√ľr brauchst, ist regelm√§√üiger, wohliger K√∂rperkontakt zu Partner bzw. Partnerin ‚ąí ob nackt oder angezogen, ist f√ľr die effektive Stressbek√§mpfung nicht entscheidend.

Mythos 5: Nackt schlafen fördert die Fruchtbarkeit

In stramm sitzenden Slips oder Pyjama-Shorts bleibt der m√§nnliche Genitalbereich nach einem Tag in w√§rmender Kleidung auch weiterhin dicht am K√∂rper eingezw√§ngt. F√ľr die Samenzellen ist diese Dauer-√úberhitzung im wahrsten Sinne des Wortes t√∂dlich, denn Spermien ben√∂tigen eine k√ľhlere Umgebung, um funktionsf√§hig zu bleiben. Es ist also tats√§chlich wahr: F√ľr M√§nner, die sich ein Kind w√ľnschen, kann das Schlafen ganz ohne Schlafanzughose oder zumindest in sehr luftiger Kleidung hilfreich sein. Die Raumtemperatur des Schlafzimmers sollte zudem nicht √ľber 21¬į C liegen.

Ob die Ver√§nderung der n√§chtlichen Anzieh-Gewohnheiten etwas bewirkt, sollte statt mit Billig-Drogerietests durch eine*n Fach√§rzt*in f√ľr Urologie oder Reproduktionsmedizin √ľberpr√ľft werden: Eine umfassende Untersuchung ist viel aussagekr√§ftiger, da sie neben dem Mangel an funktionsf√§higen Spermien gleich auch andere k√∂rperliche Ursachen einer ungewollten Kinderlosigkeit ausschlie√üen kann.

Ist der Kinderwunsch auch noch so dringend: Arktische Temperaturen sind f√ľr die Erholung w√§rmegesch√§digter Spermien nicht erforderlich. Wer seinem Beckenbereich nachts die n√∂tige Erfrischung g√∂nnen m√∂chte, muss beim Nacktschlafen aufpassen, sich Nieren oder Blase nicht zu verk√ľhlen. Selbst in lauen Sommern√§chten sollte deshalb besonders der untere Bauch- und R√ľckenbereich immer mit einem leichten Laken bedeckt bleiben.

Mythos 6: Nackt schlafen macht schlank

Nackt zu schlafen kann nicht nur Deinem Sexleben, sondern auch Deinem Stoffwechsel ordentlich einheizen ‚ąí zumindest, wenn es nach der Meinung mancher Hormonforscher*innen geht. Erinnern wir uns: Regelm√§√üiges Weglassen von Pyjama oder Schlafshirt f√∂rdert die nat√ľrliche W√§rmeregulierung Deines K√∂rpers, was wiederum schlaff√∂rdernd wirken und die Produktion von Stresshormonen vermindern kann. Schl√§fst Du hingegen bekleidet, kann dies die Aussch√ľttung solcher Hormone erh√∂hen.

Zur Gruppe besagter Stresshormone geh√∂ren auch die sogenannten Glucocorticoide, die als Ausl√∂ser von Hei√ühungerattacken gelten: Obwohl Du gar keinen Hunger hast, entwickelst Du pl√∂tzlich einen unerkl√§rlichen Appetit auf fette, zuckrige Speisen wie Chips oder Schokolade. Wird Dein K√∂rper nun nachts nicht mehr durch Kleidung warmgehalten, l√§sst sich die H√§ufigkeit solcher Fressanf√§lle meist merklich reduzieren. Da auch Deine Psyche vom Nacktschlafen profitiert, weil es Entspannung und K√∂rperbewusstsein f√∂rdert, d√ľrfte Dir der Griff zu ges√ľnderen Nahrungsmitteln doppelt leicht fallen.

Gern wird auch behauptet, dass bereits die K√ľhlung des nackten K√∂rpers den Kalorienverbrauch beim Schlafen erh√∂hen und zu einer Gewichtsabnahme beitragen k√∂nne ‚ąí doch diese Vermutung stimmt nach Ansicht vieler Schlafforscher nicht. Professor Penzel von der Charit√© will √úbergewichtigen keine gro√üen Hoffnungen machen: Dass wir morgens meist einige Hundert Gramm weniger auf die Waage bringen als am Abend zuvor, liege haupts√§chlich am n√§chtlichen Fl√ľssigkeitsverlust, erkl√§rt der Schlafexperte.

Mythos 7: Nackt schlafen wirkt verj√ľngend

Abends schlafen legen und morgens j√ľnger aufwachen ‚ąí das klingt wie im M√§rchen. Doch nach einer Studie der kalifornischen Stanford University, die Schlafverhalten und Leistungsf√§higkeit von Sportlern untersuchte, kann das Nacktschlafen tats√§chlich eine verj√ľngende Wirkung entfalten. Wie es scheint, ist das Schlafhormon Melatonin f√ľr dieses Jungbrunnen-Ph√§nomen verantwortlich.

Untersuchungsergebnissen zufolge bek√§mpft Melatonin sogenannte freie Radikale: K√∂rpereigene Stoffwechselprodukte also, die durch Umwelteinfl√ľsse wie die UV-Strahlung der Sonne, aber auch durch Genussgifte wie Alkohol oder Nikotin entstehen. Die aggressiven freien Radikale k√∂nnen Deine Zellen angreifen und dadurch eine verfr√ľhte Zellalterung bewirken ‚ąí Melatonin als Antioxidans wirkt dagegen wie ein Superheld, der sogar krebserregende Schadsubstanzen an sich bindet und dadurch unsch√§dlich macht.

Dein K√∂rper produziert Melatonin vor allem bei Dunkelheit ‚ąí doch volle Wirkung entfaltet das Schlafhormon offenbar erst, wenn die Umgebung k√ľhl genug ist: Bei einer Raumtemperatur von unter 21¬į C nackt zu schlafen, scheint seinen Anti-Aging-Effekt noch zu verst√§rken. Sollte sich dieser Wirkmechanismus durch k√ľnftige Studien best√§tigen lassen, w√§re nackt Schlafen eine einfach umsetzbare und kosteng√ľnstige Methode, Deinen K√∂rper auf lange Sicht ges√ľnder und fitter zu halten ‚ąí ganz ohne sch√§dliche Nebenwirkungen oder l√§stige Abofallen.

Nackt schlafen: Vorteile & Nachteile ‚ąí nicht nur bei Hitze

Obwohl l√§ngst nicht alle Mythen √ľbers Nacktschlafen stimmen, legen sich besonders in der hei√üen Jahreszeit viele Menschen lieber ohne einengende Kleidung ins Bett. Bei sehr warmer Schlafumgebung mit schlechten L√ľftungsm√∂glichkeiten lassen sich Sommern√§chte tats√§chlich oft nur h√ľllenlos ertragen. Wenn Du bei hohen Temperaturen schlecht einschl√§fst, genie√üt Du durch den n√§chtlichen Verzicht auf Kleidung manchen √ľberraschenden Vorteil ‚ąí dasselbe gilt aber auch, wenn Du es im Bett generell gern luftiger magst.

5 gute Gr√ľnde, nackt zu schlafen

  1. Tropische Sommernächte werden sofort erträglicher
  2. Dein Schwei√ü staut sich nicht l√§nger unter der Kleidung, sondern sorgt f√ľr nat√ľrliche Verdunstungsk√ľhle
  3. Du erleichterst Deinem K√∂rper die n√§chtliche Temperaturabsenkung, was indirekt Deine Einschlafphase verk√ľrzt
  4. Bettw√§sche aus Satin oder Leinen kann Deine Haut im direkten Kontakt angenehm k√ľhlen
  5. Weil Du morgens nicht verschwitzt aufwachst und Deine Haare langsamer nachfetten, kannst Du länger schlafen und Deine tägliche Dusche getrost auf den Abend schieben

5 Gr√ľnde, im Bett Pyjama oder Nachthemd zu tragen

  1. In der REM-Schlafphase merkst Du nicht, dass Du frierst ‚ąí Kleidung verhindert, dass Du Dich deswegen verk√ľhlst
  2. Als Schlafwandler*in gerätst Du dank Schlafanzug nicht in Verlegenheit oder Gefahr, weil Du Dich mitten in der Nacht plötzlich splitterfasernackt auf der Straße wiederfindest
  3. Deine Bettwäsche wird weniger stark durch Schweiß verschmutzt und muss seltener in die Waschmaschine
  4. Bei manchen gesundheitlichen Problemen kann es angenehmer sein, bekleidet zu schlafen ‚ąí z. B. damit Du Dich bei einer Hauterkrankung nicht im Schlaf wundkratzt
  5. Wenn Du in einem Pflege- oder Altersheim, Krankenhaus oder einer Reha-Einrichtung schläfst, hilft Dir Nachtkleidung bei der Wahrung Deiner Intimsphäre

Letztendlich kannst nur Du ganz individuell f√ľr Dich selbst entscheiden, ob Du in Zukunft lieber nackt oder angezogen schlafen willst. Schlafexpert*innen sehen durchaus Anlass, die Vor- und Nachteile der n√§chtlichen ‚ÄěFreik√∂rperkultur‚Äú im Einzelfall gr√ľndlich gegeneinander abzuw√§gen ‚ąí immerhin kann das h√ľllenlose Schlafen f√ľr manche Personengruppen ziemlich unangenehm oder sogar gef√§hrlich werden…

Tipps & Regeln: Das solltest Du beachten, wenn Du nackt schläfst

Obwohl es durchaus Vorteile haben kann, nackt zu schlafen, verzichten laut Umfragen nur zwischen 8 und 12 % der Deutschen nachts regelm√§√üig auf jegliche Bekleidung. Dass in manchen Umfragen h√∂here Zahlen auftauchen, liegt meist an der Formulierung ‚ąí zum Beispiel wird oft gefragt, ob man schon einmal nackt geschlafen habe oder ob man sich dies prinzipiell vorstellen k√∂nne, was nat√ľrlich auf einen bedeutend gr√∂√üeren Personenkreis zutrifft. Tats√§chliche Nacktschlaf-Fans werden sich allerdings noch wohler f√ľhlen, wenn sie einige wichtige Regeln beherzigen.

Die richtige Basis: Matratze clever auswählen

Je weniger Stoffschichten sich zwischen K√∂rper und Schlafunterlage befinden, desto wichtiger ist die Qualit√§t der Matratze. Generell sollten passende Matratzen f√ľr Nacktschl√§fer*innen m√∂glichst atmungsaktiv sein und unbedingt √ľber einen abnehmbaren, bei 60¬į C maschinenwaschbaren Bezug mit praktischem Rundum-Rei√üverschluss verf√ľgen, um ein luftiges und dauerhaft hygienisches Schlafgef√ľhl zu gew√§hrleisten. Beim Neukauf solltest Du zudem auf gepr√ľfte Schadstofffreiheit achten, die durch Siegel wie OEKO-TEX¬ģ Standard 100 Klasse 1 zertifiziert wird.Matratzen aus Naturmaterialien wie Rosshaar oder Latex k√∂nnen beim Nacktschlafen angenehm sein, doch manche der Fasern und F√ľllmaterialien kommen f√ľr Menschen mit Allergien nicht infrage. Sicherer sind etwa punktelastische Kaltschaummatratzen: Sie eignen sich nicht nur optimal f√ľr Allergiker*innen, sondern sind auch bei nahem Hautkontakt und vermehrter Schwei√üaufnahme sehr resistent gegen Hausstaubmilben und Schimmelsporen.

Hautnah: Die ideale Bettwäsche

Nacht f√ľr Nacht verliert jeder Mensch ca. 0,5 bis 1 Liter Fl√ľssigkeit √ľber die Haut. Normalerweise absorbiert der Stoff des Schlafanzugs einen Gro√üteil davon, doch wenn Du nackt schl√§fst, saugen Bez√ľge und Bettlaken Deinen Schwei√ü auf. Deshalb solltest Du atmungsaktive, saugf√§hige und hautvertr√§gliche Naturfasern wie etwa Baumwolle bevorzugen, die die Feuchtigkeit z√ľgig aufnehmen, speichern und schlie√ülich langsam wieder verdunsten lassen k√∂nnen.Je nach Umgebungstemperatur k√∂nnen sich diverse Baumwollstoffe f√ľrs Nacktschlafen eignen, die sich in ihre Struktur unterscheiden: In kalten Wintern√§chten spenden Bettwaren aus Baumwoll-Flanell und -Biber W√§rme, w√§hrend im Hochsommer k√ľhlender Mako-Satin oder Seersucker f√ľr ein angenehmes Hautgef√ľhl sorgt. Mit der richtigen Bettw√§sche schl√§fst Du auch ohne Kleidung zu jeder Jahreszeit trocken und gem√ľtlich.

Nicht vergessen: Bettwäsche regelmäßig wechseln

L√§sst Du den sch√ľtzenden Pyjama weg, landen Schwei√ü, feine Hautsch√ľppchen und oft auch Spuren anderer K√∂rperfl√ľssigkeiten wie Speichel oder Urin direkt im Gewebe Deiner Bettw√§sche. Aus diesem Grund ist es f√ľrs Nacktschlafen essentiell, Bettlaken und Bez√ľge h√§ufig genug zu waschen. Als besonders pflegeleicht und temperaturfest erweisen sich auch hier wieder Bettwaren aus Baumwolle, von denen die meisten bis 60¬į C maschinenwaschbar und trocknerfest sind.W√§hrend es im Winter meist ausreicht, Dein Bett einmal pro Woche neu zu beziehen, solltest Du dies im Sommer alle drei bis vier Tage tun. Falls Du Deine Bez√ľge normalerweise b√ľgelst, kann es sich lohnen, f√ľr warme N√§chte auf Seersucker umzuschwenken: Der ist b√ľgelfrei und sieht durch seinen Kreppeffekt l√§ssig aus. An den Tagen zwischen den W√§schen solltest Du Deine Bettw√§sche als Nacktschl√§fer*in t√§glich aussch√ľtteln und l√ľften: Am besten l√§sst Du das Bett morgens aufgedeckt und machst es erst abends, damit Restfeuchtigkeit √ľber den Tag hinweg verdunsten kann.Kn√∂pfe, Rei√üverschluss oder Hotelbettw√§sche? Mit welcher Art von Verschl√ľssen Du Dir das h√§ufige Waschen Deiner Bettbez√ľge erleichtern kannst, erf√§hrst Du in unserem Lexikonartikel √ľber Verschlussarten bei Bettw√§sche.Vor Unterk√ľhlung sch√ľtzenIn manchen Schlafphasen ist unser Wahrnehmungsempfinden so stark herabgesetzt, dass wir nicht mehr merken, wann wir zu frieren anfangen. Bei verrutschter Bettdecke kann eine l√§nger andauernde K√§lteeinwirkung auf den unbekleideten K√∂rper Dein Immunsystem angreifbar f√ľr Erk√§ltungsviren machen ‚ąí am Morgen wachst Du dann mit einem Schnupfen oder dem typischen Kratzen im Hals auf.Um der n√§chsten Erk√§ltung aus dem Weg zu gehen, sollten Nacktschl√§fer*innen zus√§tzliche Laken unter der eigentlichen Bettdecke nutzen, um den W√§rmeverlust beim Freistrampeln zu reduzieren. Je nach Schlafgewohnheiten ist manchmal aber auch eine √úberdecke besser geeignet, einer Verk√ľhlung vorzubeugen. Wer es im Winter extrawarm mag, kann zu einer Kuscheldecke aus Schafwolle oder leichter Mikrofaser greifen.

FAQ

Warum nachts ohne Unterhose schlafen?

Tags√ľber sind die unteren K√∂rperregionen meist in enganliegende Unterw√§sche sowie stramm sitzende, feste Stoffe (Jeans etc.) eingezw√§ngt. Wird auch nachts weiterhin enge W√§sche getragen, verst√§rkt sich das feuchtwarme Klima der Intimzone, sodass sich Pilze und Bakterien noch leichter vermehren k√∂nnen. Um l√§stigen Infektionen und Hautreizungen vorzubeugen, sollte man beim Schlafen auf Unterw√§sche verzichten.

Wie schlafen die meisten Frauen?

Die Mehrzahl der Frauen schl√§ft nicht etwa nackt, sondern bevorzugt eine Kombination aus Slip und T-Shirt ‚ąí erst danach folgen Schlafanzug oder Pyjama, w√§hrend das traditionelle Nachthemd inzwischen deutlich weniger beliebt ist. V√∂llig nackt schlafen Umfragen zufolge nur rund 12 % der weiblichen Bev√∂lkerung. Mediziner*innen empfehlen jedoch speziell Frauen, die h√§ufiger Probleme mit Pilzinfektionen oder Rasurpickeln haben, nachts zumindest auf Unterw√§sche zu verzichten.

Was sollte man beim Schlafen tragen?

Wer gern angezogen schl√§ft, sollte dabei enge Kleidungsst√ľcke wie BHs, stramm sitzende Slips oder Bauch-weg-Unterw√§sche meiden. Besser als Textilien aus Kunstfasern wie Polyester, Polyacryl oder Polyamid sind atmungsaktive Stoffe, die √ľberwiegend aus saugf√§higen Naturfasern wie Baumwolle, Seide, Wolle, Viskose oder Bambus-Jersey bestehen. Wer jedoch lieber nackt schl√§ft und sich dabei wohler f√ľhlt, kann das bedenkenlos tun.