Rückstellkraft bei Matratzen

Rueckstellkraft

Allgemein


Nie mehr durchhängen: Wieso die Rückstellkraft bei Matratzen so wichtig ist

Um die Eigenschaften von Matratzen zu beschreiben, wird häufig der Begriff „Rückstellkraft“ verwendet. Im Prospekt, im Matratzenladen oder auf den Seiten von Matratzen-Onlineshops hört sich das zunächst ganz selbstverständlich an, doch beim genaueren Überlegen fragen sich wohl die meisten Verbraucher, was genau es mit dieser Rückstellkraft eigentlich auf sich hat. Völlig zu Recht − denn mit exakten Begriffsdefinitionen nehmen es viele Matratzen-Anbieter leider nicht so genau.

Definition und Bedeutung: Was ist die Rückstellkraft von Matratzen?

Der Begriff Rückstellkraft beschreibt die Fähigkeit von Matratzen, sich nach Druckbelastung wieder in ihre ursprüngliche Form auszudehnen. Alternativ werden oft auch Bezeichnungen wie Rückstelleffekt oder Formstabilität benutzt. Bleibt die hohe Rückstellkraft über einen längeren Zeitraum hinweg erhalten, ist dies ein Qualitätsmerkmal der Matratze. Voraussetzung hierfür ist bei Schaumstoff-Matratzen hauptsächlich ein hohes Raumgewicht (also eine hohe Materialdichte) des Kernmaterials.

Auch viele qualitativ hochwertige Federkernmatratzen haben eine dauerhaft hohe Rückstellkraft, sofern sie richtig gepflegt und benutzt werden: Bei ihnen sind die innenliegenden Metallfedern dafür verantwortlich, dass die Matratze immer wieder zu ihrer Ursprungsform zurückfindet. Im Gegensatz zum beliebtesten Matratzentyp Deutschlands, den pflegeleichten und anspruchslosen Kaltschaummatratzen, eignen sich selbst teurere Tonnentaschenfederkern-Matratzen aber nur selten für den Gebrauch auf verstellbaren Lattenrosten: Werden sie geknickt oder zu stark gebogen, kann die innere Federstruktur vieler Modelle beschädigt werden − dann hilft auch die beste Rückstellkraft nicht mehr, denn der Liegekomfort ist womöglich für immer dahin.

Matratzen


Was Dir die Rückstellkraft über Matratzen verrät − und was nicht!

Unter Rückstellkraft, Rückstelleffekt oder auch Formstabilität versteht man also die Fähigkeit einer Matratze, sich nach der Belastung durch den ruhenden Körper einer schlafenden Person wieder vollständig in ihre Ausgangsposition zurückzuformen. Wie hoch die Rückstellkraft einer Matratze auf Dauer wirklich ist, zeigt sich in der Praxis aber erst nach längerer Benutzung.

Erst wenn die hohe Rückstellkraft einer Matratze auch bei alltäglichem Gebrauch lange erhalten bleibt, handelt es sich tatsächlich um eine qualitativ hochwertige Matratze. Einen guten Hinweis hierauf kann Dir die Garantiedauer geben: Gewährt Dir ein Anbieter zum Beispiel 10 Jahre Garantie auf die Kernmaterialien Deiner neuen Matratze, vertraut er offenbar auch selbst darauf, dass deren Rückstellkraft lange erhalten bleiben wird.  

Bei Matratzen mit geringer Rückstellkraft entstehen schon bald Kuhlen an stark bzw. oft belasteten Stellen: Die Matratze „hängt durch“. Störende Dellen und Liegekuhlen können durch starke Beanspruchung, bei minderwertigen Matratzen aber durchaus auch schon bei ganz normaler Belastung entstehen. Auf lange Sicht können Matratzen mit geringer Rückstellkraft Rückenbeschwerden und Durchschlafprobleme verursachen, da sie Deinen Körper nicht (mehr) ausreichend abstützen.

Die Angabe „hohe Rückstellkraft“ verrät Dir aber leider nichts darüber, wie schnell oder langsam sich das Kernmaterial einer Matratze wieder vollständig ausdehnt, sondern nur, dass dies nach einer gewissen Zeitspanne geschehen wird. Auch über den Härtegrad sagt die Rückstellkraft nichts aus: So kann eine weiche Matratze mit dem Härtegrad H1 eine dauerhaft hohe Rückstellkraft aufweisen, während manche minderwertige Matratze mit Härtegrad H3 (fest) schon nach einigen Monaten merklich durchhängt.

Das größte Missverständnis: Rückstellkraft = Reaktionszeit?!

Oft wird der Begriff Rückstellkraft falsch benutzt, um die Elastizität einer Matratze zu beschreiben. Eine hohe Rückstellkraft sagt jedoch gar nichts darüber aus, wie viel Zeit eine Matratze benötigt, um wieder in ihre Ausgangsform zurückzukehren, sondern lediglich darüber, dass sie ihre ursprüngliche Form irgendwann wieder von selbst einnimmt (und nicht dauerhaft eingedellt bleibt).

Die Empfehlung, dass sich Matratzen mit hoher Rückstellkraft angeblich generell besonders gut für aktive SchläferInnen eignen, die sich nachts im Bett häufig bewegen, ist daher sachlich falsch, weil dieser Personenkreis zugleich auch auf eine hohe Rückstell-Geschwindigkeit angewiesen ist! Wenn Du morgens verspannt aufwachst, Dich abgekämpft oder unbeweglich fühlst, könnten diese Indizien auf eine „zu langsame“ Matratze hindeuten.

So verfügen Viscomatratzen aus Memoryschaum zwar meistens zwar durchaus über eine hohe Rückstellkraft, sind für bewegungsfreudige Personen aber dennoch nicht die beste Wahl: Bis sie ihre Ausgangsform wieder komplett erreichen, kann unter Umständen auch mal eine halbe Minute vergehen. Latexmatratzen oder Kaltschaummatratzen mit ebenfalls hoher Rückstellkraft reagieren hingegen in Sekundenbruchteilen, so dass Du Dich beim häufigen nächtlichen Umdrehen nicht jedes Mal mühsam aus einer erst allmählich verschwindenden Vertiefung „herauskämpfen“ musst.

Ähnlich schnell wie Latex- oder gute Kaltschaummatratzen reagieren übrigens auch Matratzen mit Federkern. Falls robuste, fachmännisch angefertigte Stahlfedern korrekt verbaut worden sind, kann eine hochwertige Tonnentaschenfederkern-Matratze bei materialgerechter Benutzung auch nach vielen Jahren noch dieselbe hohe Rückstellkraft aufweisen wie beim Kauf. Allerdings solltest Du vorher ausprobieren, ob Du mit dem federnden, entfernt an ein Trampolin erinnernden Liegegefühl mancher Federkernmatratzen tatsächlich zurechtkommst.

Kann man die Rückstellkraft selbst messen oder berechnen?

Testlabors wie die der Stiftung Warentest können die langfristige Rückstellkraft beurteilen, indem sie wie im Zeitraffer Belastungssituationen simulieren: Die Matratze wird zunächst exakt vermessen, dann im Dauertest durch schwere Rollen oder Kugelgewichte eingedrückt und anschließend erneut vermessen. Hierdurch zeigt sich, ob es große Abweichungen zur Ausgangssituation gibt, oder ob die Matratze auch nach der Dauerbelastung weiterhin ihre volle Rückstellkraft behalten hat.

Beim Matratzenkauf hast Du leider keine unmittelbare Möglichkeit, die Rückstellkraft einer Matratze selber zu messen. Trotzdem gibt es manche Angaben, aus denen Du Rückschlüsse auf die Rückstellfähigkeit einer Matratze ziehen kannst. Vor allem das Raumgewicht ist ein Indikator für die Langlebigkeit des Materials: Wenn Du eine Matratze suchst, die nicht schon nach wenigen Monaten Ermüdungserscheinungen zeigt, sollte der RG-Wert für eine Kaltschaummatratze bei mindestens 40 kg/m³ liegen.

Die Komfortschicht unserer Snooze Project Matratze besteht übrigens aus einem besonders hochwertigen und langlebigen Kaltschaum, der sogar 50 kg/m³ wiegt. Auf diese Weise bist Du vor Enttäuschungen sicher gefeit, hast den Kopf für wichtigere Dinge frei und kannst die hohe Rückstellkraft Deiner Matratze über viele Jahre hinweg sorgenfrei genießen.

Liegekuhlen: Ein nützliches Warnsignal

Deine Matratze hängt durch? Deine Liegefläche hat Dellen? Beim Schlafengehen pfeifst Du unwillkürlich die Melodie von „Häschen in der Grube“? All das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass Deine Matratze von schlechter Qualität ist. Falls Deine Matratze schon seit vielen Jahren im Einsatz ist, zeigen Liegemulden nur eines ganz klar an: dass dringend Ersatz her muss!

Auch die besten Matratzen werden mal müde: Aufgrund der ganz normalen Materialermüdung durch mechanische Dauerbelastung, Körperwärme und -feuchtigkeit haben sie irgendwann ausgedient. Sobald sich bei einer Matratze mit anfänglich rascher Rückstellung die Kuhlen merklich langsamer zurückbilden als zu Beginn, ist das ein sicheres Indiz für das Nachlassen ihrer Formstabilität − und Du solltest Dir ganz allmählich Gedanken über eine neue Matratze machen.

Klar: Wenn ein Matratzentausch fällig wird, ist das zunächst ein bisschen ärgerlich. Andererseits kannst Du die Sache aber auch positiv sehen, denn immerhin lässt Dir Deine altersschwache Matratze genug Zeit, um Dich ausgiebig mit Deinen Wünschen an ihre Nachfolgerin zu befassen. Die solltest Du nutzen! Bei Snooze Project kannst Du Deine neue Matratze bestellen und ganz entspannt in Deinen eigenen vier Wänden 100 Tage probeschlafen − ganz ohne Risiko und superbequem!

Tipps


Dauerhafte Rückstellkraft: Das solltest Du beim Matratzenkauf beachten (Liste mit Tipps)

Das Thema Rückstellkraft verdeutlicht sehr anschaulich, wie wichtig die Qualität des Kernmaterials für die Wahl der richtigen Matratze sein kann. Wir haben abschließend einige Tipps für Dich zusammengestellt, anhand derer Du Matratzen mit dauerhaft hoher Rückstellkraft leichter erkennen kannst.

Unsere 5 Kauftipps: So erkennst Du Matratzen mit hoher Rückstellkraft

  1. Neben Latex-, Visco- und Gelschaum-Matratzen bieten auch hochwertige Taschenfederkern- sowie Kaltschaum-Matratzen eine sehr gute Rückstellkraft und Formstabilität.
  2. Bei Kaltschaum-Matratzen sollte das Raumgewicht bzw. der RG-Wert mindestens 40 kg/m³ betragen: Eine hohe Materialdichte verlängert die Lebensdauer.
  3. Eine Stauchhärte von rund 4,0 kPa (Kilopascal) für Erwachsene bzw. 3,0 kPa für Kinder begünstigt ebenfalls eine dauerhaft hohe Rückstellkraft.
  4. Zur Erreichung eines ausreichenden Rückstell-Effekts sollte die Matratze mindestens 16-18 Zentimeter hoch sein.
  5. Eine langjährige Garantie auf den Matratzenkern lässt auf eine hochwertige Verarbeitung und gute Materialqualität schließen − und damit auch auf einen langanhaltenden Rückstelleffekt.
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