Waschmittel: Pulver, Flüssig, Caps, Pods oder Tabs? Welches Format ist das richtige und welche Dosierung darf es sein?

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Die himmlisch duftende Welt der Waschmittel

Das Angebot an Waschmittel ist in den letzten Jahrzehnten so stark gestiegen, dass es eine kleine Herausforderung werden kann, das richtige Produkt für Bettwäsche und Co. zu finden. Diesbezüglich spielt nicht nur das Material der Textilien – von Chic im Strick bis hin zur synthetischen Funktionsfaser -, sondern auch die Farbe eine Rolle. Wir sind mal für Dich in die Welt der Waschmittel eingetaucht und präsentieren Dir unser reingewaschenes Resümee. Dank unseres Waschmittel Test kannst Du herausfinden, welches Waschmittel zu Deinen individuellen Ansprüchen passt und ob ein Privathaushalt wirklich ein facettenreiches Sortiment benötigt, um die anfallende Dreckwäsche in himmlisch duftende Textilien zu verzaubern.

Ein geschichtlicher Rückblick – Mit allen Wassern gewaschen

Während zu Beginn des Wäschewaschens vermutlich nur reines Wasser – in Kombination mit mechanischer Behandlung – genutzt wurde, soll vergorener Urin, der dabei Ammoniak bildete, im alten Rom als erstes Waschmittel zum Einsatz gekommen sein. Da weckt Homer´s Odyssee, in der die Wäsche am Strand gewaschen und anschließend in der Sonne auf natürliche Weise geblichen wurde, doch romantischere Assoziationen.

Laut Überlieferung basierte die erste seifenähnliche Substanz auf einem Mix aus Holzasche und Öl. Die Ägypter, Gallier und Germanen nutzten die Seifenherstellung von Fetten und Ölen, wobei die Verwendung vermutlich eher auf kosmetische oder heilende Zwecke abzielte. Die Entdeckung der Reinigungskraft von Seife geht übrigens auf den griechisch-römischen Arzt Galenos (130–200 n. Chr.) zurück.

Während Karl der Große (747–814 n.Chr.) das Handwerk der Seifensieder förderte, sorgten die Araber, Franzosen Italiener und Spanier – dem Ölbaum als Rohstoffquelle sei Dank - für den Boom die Seifenherstellung. Im 14. Jahrhundert stieg auch in Deutschland die Zahl der Seifensieder an, wobei Seife nach wie vor 'den oberen 10000' als Luxusartikel vorenthalten blieb. Im Zuge der technischen Herstellung von Soda - als Grundlage der Verseifung von Fetten – wurde das Waschstück aufgrund sinkender Preise – für die Allgemeinheit verfügbar.

Erst im 20 Jahrhundert erblickte Waschmittel das Licht der Welt, wobei die ersten Produkte unter starkem Reiben angewendet wurden, wobei so mancher Fleck – aufgrund der mechanischen Belastung - einem Loch wich. Dank eiweißlösender Enzyme konnte im Laufe der Zeit auf das anstrengende Rubbeln verzichtet werden. Unsere klassische Maschinenwäsche wurde aufgrund des technischen Fortschritts ab den Sechzigern populär und löste – sicher zur Freude so mancher Hausfrau - die ursprüngliche Handwäsche immer öfter ab. Dabei änderten sich auch die Waschmittelzusammensetzung und die Rohstoffe. Tenside – als grenzflächenaktive Substanzen – revolutionierten das Wascherlebnis. Nachdem umweltbelastende Substanzen glücklicherweise in den Hintergrund traten, wurden die Anforderungen an biologisch abbaubare Tenside im Laufe der Zeit verschärft.

Aktuelle Situation – Waschmittel goes Nachhaltigkeit

Erfreulicherweise steigt das Angebot an umweltgerechten Waschmitteln immer weiter an und bewusste Konsumenten reduzieren nicht nur die Waschmittelmenge und bevorzugen Öko-Waschmittel im Pappkarton, sondern setzen auch immer öfter auf natürliche Waschmittel wie Waschnüsse. Auch der Trend, umweltfreundliches Waschmittel selber zu machen – z. B. auf Basis von Waschsoda, Kernseife, Wasser und ätherischem Öl - steigt an und kann zusätzlich helfen, Deine Gesundheit und den Inhalt Deines Portemonnaies zu schützen.

Vollwaschmittel – der Klassiker für weiße Bettwäsche, Handtücher & Co.

Vollwaschmittel für Weißes sollen Deine Wäsche nicht nur reinigen, sondern auch den Grauschleier von Oma´s Gardinen vertreiben und das strahlende Weiß zurückbringen. Dafür werden dieser Variante von Bleichmittel und optische Aufheller zugesetzt. Entsprechend solltest Du mit einem Vollwaschmittel wirklich nur Weißes waschen, da Farben mit der Zeit verblassen können und ein Abfärben nicht gezielt verhindert werden kann. 

Colorwaschmittel für bunte Fashion – Kunterbunte Waschkraft

Wer kräftige Farben wie ein brillantes Rot liebt und nicht nach ein paar Wäschen in zartem Schweinchenrosé seinen Kiez entlang flanieren möchte, sollte sich für ein flüssiges oder pulverisiertes Colorwaschmittel entscheiden. Dieses farbschützende Waschmittel kommt - im Gegensatz zu einem klassischen Vollwaschmittel für Weißes - ohne Bleichmittel und optische Aufheller daher. Zusätzlich basieren Colorwaschmittel auf sogenannten Farbübertragungsverhinderern, die ein Abfärben verhindern sollen. Dabei werden die heraus gelösten Farbpigmente der Waschlauge umschlossen, so dass sie sich nicht auf einem Kleidungsstück – oder Deiner royalblauen Lieblingsbettwäsche – absetzen können. Dennoch würden wir Dir ans Herz legen, Dunkles und Helles getrennt zu waschen und stark abfärbende Textilien separat zu reinigen.

Tipp: Du liebst schwarze Fashion? Dann kannst Du gezielt ein Waschmittel für Schwarzes nutzen, welches die dunkle Farbkraft besonders lange erhält.

Feinwaschmittel für sensible Fashion

Feinwaschmittel werden für Textilien wie Wolle oder empfindliche Fasern wie Seide empfohlen, die bei niedrigeren Temperaturen – maximal 40° C – gewaschen werden. Waschmittel für Feines enthält keine Aufheller, (teilweise auch keine) Enzyme und Bleichmittel, so dass es ideal für Deine bunte Wäsche, aber auch leicht verschmutze weiße Textilien geeignet ist. Basics aus Wolle kannst Du alternativ mit einem speziellen Wollwaschmittel reinigen.

Waschmittel nach dem Baukasten-Prinzip

Sogenanntes Baukastenwaschmittel basiert meistens auf den drei Hauptbestandteilen eines normalen Vollwaschmittels: Basiswaschmittel, Enthärter und Bleichmittel. Der Vorteil liegt auf der Hand: während ein Vollwaschmittel nur in puncto Menge variiert werden kann, punktet ein Baukastenwaschmittel mit einer individuellen Zusammenstellung. Benötigst Du beispielsweise nur mehr Enthärter, kannst Du diese Komponente erhöhen. Dadurch gelangt nicht – im Gegensatzsatz zu einem Vollwaschmittel – auch mehr Bleichmittel und Waschpulver in Deine Waschtrommel und letztendlich in unsere Umwelt. Auf Wunsch kannst Du einem Baukastenwaschmittel noch einen Fleckentferner untermischen, falls Dein Lieblingsshirt nicht wegen des Designs, sondern aufgrund von Tomatensoße oder Schlammflecken alle Blicke auf sich zieht.

Tipp: Ein Waschmittel à la Baukasten-Prinzip überzeugt nicht nur mit einer individuellen Zusammenstellung, sondern schon auch Umwelt und spart Geld.

Waschmittel für Allergiker 

Du hast sensible Haut, die schnell mit Irritationen auf ein herkömmliches Waschmittel reagiert? Dann triffst Du mit einem sensitiven Waschmittel bei Allergien voll ins Schwarze. Charakteristisch für ein Waschmittel für Allergiker ist der Verzicht auf Konservierungs-, Duft- und Farbstoffe. Du möchtest auf einen himmlischen 'Bergwiesen-Duft' dennoch nicht verzichten? Teilweise werden hautverträgliche Duftstoffe eingesetzt. Spezielle Waschmittel für Babys ähneln in puncto Rezeptur Allergiker Waschmittel, wobei sich diesbezüglich auch ein ökologisches Waschmittel eignet.

Tipp: Der Umwelt zuliebe ein Öko-Waschmittel – auf Wunsch à la Ecover Waschmittel – kaufen, welches auf Wunsch in veganer Rezeptur, in hautfreundlicher Qualität und mit natürlichem Duft wie Lavendel überzeugt.

Funktionswaschmittel – Innovative Waschmittel für Sport & Co.

Funktionale Waschmittel werden im Privathaushalt typischerweise für Sportbekleidung – beispielweise für Outdoor-Mode - genutzt. Diese speziellen Produkte können Deine Fitnesswear nicht nur reinigen, sondern auch gezielt pflegen bzw. imprägnieren. Dadurch wirst Du effektiv vor Wind und Wetter geschützt und erhöhst die Haltbarkeit Deiner sportiven Lieblingsstücke. Zusätzlich werden auch spezielle Waschmittel für Funktionsmaterial wie Gore-Tex, Membran- und Mischgewebe oder Mikrofaser angeboten. Diese modernen Reinigungsmittel ähneln einem Feinwaschmittel, sind aber zusätzlich mit bestimmten Inhaltsstoffen angereichert. Dank dieser Spezialwaschmittel werden beispielsweise unangenehme Gerüchte wie Schweiß gebunden und neutralisiert.

Flüssigwaschmittel versus Waschpulver

Während unsere Großmütter auf die Kraft von pulverisiertem Waschmittel setzten, hast Du heute die Wahl zwischen Flüssigwaschmittel oder festem Waschpulver. Im direkten Vergleich überzeugt pulverisiertes Waschmittel in Tests häufig mit einer intensivieren Waschwirkung als die Flüssigvariante. Letztere enthält aufgrund der geringen Haltbarkeit keine Bleichmittel, allerdings optische Aufheller, die jedoch nur ein strahlenderes Aussehen und kein mehr an Sauberkeit bringen. Noch ein Manko: Flüssigwaschmittel weisen laut Stiftung Warentest typischerweise höhere Gehalte an umweltbelastenden Tensiden auf.

Tipp: Um weiße Wäsche vor Vergrauen zu schützen und Flecken effektiv zu beseitigen, liegst Du mit einem Waschpulver goldrichtig. Ein weiteres Plus von festem Waschmittel: insbesondere biologische Waschmittel – aber auch große Mengen - werden im Pappkarton und nicht in umweltbelastender Plastikverpackung angeboten.

Vorportioniertes Waschmittel à la Reinigungspraline – Tabs & Waschmittel Pods 

Die Firmen preisen dieses komprimierte Waschmittel mit Charakteristika wie 'benutzerfreundliches Handling' oder 'komfortable Qualität' an. Während die Waschmittel Tabs in die Einspülkammer Deiner Waschmittel gelegt werden, kommen die noch jüngeren Waschmittel Pods direkt in die Waschtrommel unter die Wäsche. Allerdings sind diese gepressten bzw. vorportionierten Waschmittel samt hygienischem Trendfaktor im Waschmittel Test auch kritisch zu hinterfragen. Diesbezüglich schneiden insbesondere die Waschmittel Pods schlecht ab.

Denn laut Stiftung Warentest kosten diese nicht nur wesentlich mehr als konventionelles Waschmittel – teilweise sogar fast das Doppelte -, sondern sie belasten auch unsere Umwelt. Fällt mal weniger Wäsche an, kannst Du Waschmittel Pods nicht einfach halbieren. Und die angeblich wasserlöslichen Folienverpackungen verwandeln sich teilweise in schleimige Reste, die es sich mit Vorliebe auf Deiner Wäsche gemütlich machen. So bekommt die Werbeaussagen 'bequem' zumindest eine ganz neue Bedeutung. Nicht zuletzt kann auch die Wasch- bzw. Reinigungsgswirkung nicht auf ganzer Linie überzeugen.

Die Trilogie der Waschmittel 

Laut Stiftung Warentest benötigst Du drei verschiedene Waschmittel. Deine farbige Wäsche solltest Du mit Colorwaschmittel reinigen, da es die Brillanz Deiner Kleidung erhält. Du hast kein Colorwaschmittel zur Hand und Dein Lieblingsshirt braucht dringend einen Frischekick? Als Alternative könnte Deine Wahl auch auf ein Feinwaschmittel fallen, welches allerdings in der Regel teurer ist.


Deine weiße Wäsche – beispielsweise Bettwäsche oder Handtücher – verstehen sich am besten mit einem Vollwaschmittel. Da die flüssige Variante Aufheller und das Pulver Bleichmittel enthalten kann, ist es nicht für bunte Wäsche geeignet.

Du liebst Styles à la Chic im Strick? Wollwaschmittel sind frei von Enzymen, die in konventionellem Waschpulver enthalten sein können. Diese enzymatischen Substanzen könnten Wolle und Seide schädigen. Falls Dein Wollwaschmittel ausgegangen ist und alle Drogerien weit und breit ihre Türen bereits geschlossen haben, kannst Du einzelne Kleidungsstücke auch mal per Handwäsche mit einem Haarshampoo reinigen.

Die richtige Dosis – Waschmittel lieber sparsam anwenden 

Du fragst Dich, wieviel Waschpulver benötigt wird, um Deine Lieblingskleidung in neuem Glanz erstrahlen zu lassen? Laut Stiftung Warentest lautet die Devise: weniger ist mehr. Als Orientierung gilt die Empfehlung auf der Verpackung, die sich nach der jeweiligen Wasserhärte und dem Verschmutzungsgrad richtet.

Tipp: Mit steigendem Härtegrad des Wassers benötigst Du mehr Waschmittel. Du bist Dir unsicher, ob Dein Leitungswasser eher weich oder hart ist? Die regionalen Daten kannst Du bei Deinem Wasserversorger erhalten oder teilweise auch online abrufen.

Stiftung Warentest hält es für sinnvoll, die Menge an Waschmittel zu verwenden, die für leicht bis normal verschmutzte Wäsche angegeben wird. Während Du das Waschpulver bei wenig Wäsche reduzieren kannst, brauchst Du mehr Waschmittel, wenn Deine Kleidung stark bzw. stärker verschmuzt ist.

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