Bodenmatratzen

Zuletzt aktualisiert am 5. Mai 2021
Veröffentlicht am 30. November 2020

Definition: Was versteht man unter einer Bodenmatratze?

Als Bodenmatratze bezeichnet man Polstermatten oder Matratzen, die sich zur unmittelbaren Nutzung auf dem Fußboden eignen und kein Bettgestell erfordern. Neben den relativ preisgünstigen, meist jedoch eher dünn gepolsterten Bodenmatratzen, die als Krabbelmatte für Babys oder Spielwiese fürs Kinderzimmer vorgesehen sind, kommen hochwertige Schlafmatratzen aus besonders atmungsaktiven Materialien (z. B. Kaltschaum) als Bodenmatratzen für den täglichen Gebrauch infrage.

Im Grunde lassen sich nahezu alle Matratzen direkt auf dem Boden liegend zum Schlafen benutzen. Abhängig vom Material ist jedoch nicht jeder Matratzenkern atmungsaktiv genug für den längerfristigen Boden-Einsatz: Fehlt der belüftungsfördernde Unterbau aus Bettgestell und Lattenrost, neigen viele Matratzentypen mit der Zeit zu muffigen Gerüchen und schlimmstenfalls sogar Schimmelbefall. Beim Kauf einer neuen Bodenmatratze solltest Du auf die Angaben des Herstellers bzw. Anbieters achten und nur Modelle in die engere Wahl nehmen, die sich ausdrücklich fürs Schlafen auf dem Boden eignen.

Was musst Du beachten, wenn Deine Matratze direkt auf dem Fußboden liegen soll? In unserem Ratgeber-Blog findest Du nützliche Tipps & praktische Informationen zur Nutzung von Matratzen auf dem Boden!

Herkunft der Bodenmatratze

Auf dem Gebiet, das wir heute als Europa kennen, haben unsere Vorfahren jahrtausendelang auf dem Boden geschlafen, wobei ihnen zunächst Matten aus Pflanzenfasern und Tierfelle, später aber auch Stofflumpen oder Strohsäcke ähnlich einer Bodenmatratze als Unterlage dienten. Schlaflager, die an unsere modernen Matratzen erinnern, kamen angesichts der langen menschlichen Entwicklungsgeschichte erst sehr spät − nämlich nach der Erfindung des Betts − in Mode, blieben jedoch selbst dann noch bis in die Neuzeit hinein wenigen Wohlhabenden vorbehalten.

Wer heute auf dem Boden schläft und eine Matratze ohne Bett benutzt, wird oft bedauert oder belächelt − dabei kann das Konzept der Bodenmatratze durchaus als Kulturgut gelten und ist in vielen Ländern der Welt noch immer erfolgreich. Während der letzten Jahre gibt es auch bei uns immer mehr Menschen, die aus den unterschiedlichsten Beweggründen vollständig auf teure, platzraubende und schwierig zu transportierende Betten verzichten, und einfach ihre Matratze auf den Boden legen.

Paleo & Bodenmatratze

Die Paleo-Lebensweise (von „Paläolithikum“ = Altsteinzeit) verfolgt einen evolutionären Denkansatz: PaleoanerInnen orientieren sich an dem, was Menschen während der längsten Zeit ihrer Entwicklungs-Geschichte gegessen haben. Der Wunsch nach einer ursprünglicheren, natürlicheren Lebensweise motiviert sie oft aber auch dazu, noch weitere Aspekte ihres Lebens nach Art der Jäger und Sammler zu gestalten.

Da unsere Urahnen noch keine Bettgestelle kannten und dicht am Boden zu schlafen pflegten, vertritt die Paleo-Bewegung die Auffassung, dass bodennahes Schlafen naturgegeben und deshalb für unseren Körper gesünder ist. Oft wird im Rahmen einer umfassenden Lebensumstellung das erhöhte Bett abgeschafft: Stattdessen schlagen Paleo-Überzeugte ihr Schlaflager auf dem Boden auf. Auf die Dauer entpuppt sich eine ergonomisch geeignete Bodenmatratze mit guter Durchlüftung hierbei für viele als angenehmer, da dünne Matten nach Steinzeit-Manier harte Untergründe kaum abpolstern.

Asiatischer Raum: Wo Bodenmatratzen als Standard gelten

In zahlreichen Ländern des asiatischen Raums lässt sich eine völlig andere Schlafkultur beobachten: So waren Bettgestelle in Japan oder Korea niemals üblich, da sich hier der größte Teil des Lebens nah am Boden abspielt. Man isst und sitzt gemeinsam auf dem Fußboden − folglich wurden nach und nach auch zum Schlafen spezielle Bodenmatratzen entwickelt.

Zu großer Bekanntheit auch in der westlichen Welt gelangte der japanische Futon: eine unelastische, mit Baumwolle gepolsterte Bodenmatratze, die allabendlich ausgebreitet und tagsüber platzsparend gefaltet oder aufgerollt in einem Schrank aufbewahrt wird. Nachdem der Futon in den 1980er Jahren als Teil der Japan-Modewelle auch in Europa bekannt wurde, gab es zunächst hauptsächlich sogenannte Futonbetten, die den japanischen Wohnstil vor allem optisch nachahmten. Inzwischen ist aber auch hier der Original-Futon im Design einer traditionellen japanischen Bodenmatratze erhältlich.

Minimalismus: Bodenmatratze als Ausdruck selbstgewählter Einfachheit

Beim alternativen Lebensstil des Minimalismus geht es darum, sich nur mit den allernötigsten Dingen zu umgeben, um sich selbst und die Umwelt nicht unnötigerweise zu belasten. Für MinimalistInnen hat ihre Lebenszeit den höchsten Stellenwert: Sie wollen kein Geld für unnötige Anschaffungen verdienen müssen, sondern stattdessen lieber ihre begrenzte Zeit sinnerfüllt genießen − selbst wenn dies bedeutet, nur sehr wenig zu besitzen.

Im Zusammenhang mit dieser Philosophie stehen auch Begriffe wie Downsizing (Verkleinerung), Simple Living (einfaches Leben), Purismus (Streben nach Reinheit) oder Funktionalismus (Motto: „Funktion bestimmt Form“): Sie alle regen zur Auseinandersetzung mit modernem Konsumzwang an und wollen zu einer möglichst selbstbestimmten, aufs Wesentliche konzentrierten, umweltschonenden Lebensführung beitragen.

Da ein Bettgestell für guten Schlaf nicht zwingend erforderlich ist, benutzen minimalistisch Orientierte häufig nur eine hochwertige Matte oder gute Bodenmatratze ohne jeglichen Unterbau als Schlafstätte. Auf diese Weise kann das Möbelstück Bett aus dem Schlafzimmer verbannt werden und Raum für andere Nutzungsmöglichkeiten freigeben.

Weitere Gründe für die Verwendung von Bodenmatratzen (Liste)

  • Platzersparnis
  • Vielseitige Nutzungsmöglichkeiten
  • Einfach zu transportieren, daher spontan nutzbar (teils auch andernorts)
  • Paarweise variabel nutzbar als Sitzcouch (gestapelt) oder Gäste-Doppelbett
  • Als Gästebett-Ersatz bei fehlendem Gästezimmer
  • Als wohnliche Bodenmatte zum Lesen, Chillen & Entspannen tagsüber
  • Als Spielwiese für Kinder
  • Als orientalisch anmutendes Bodenlager zum Sitzen oder Schlafen
  • Als platzsparendes Bett für Studierende

Vorteile & Nachteile

Offenbar verbringen sehr viele Menschen weltweit ihre Nächte auf dem Boden, ohne dadurch gravierende gesundheitliche Probleme zu bekommen. Auch unsere Urahnen kannten es nicht anders − doch als schlagkräftiges Argument für die Nutzung eines Futons oder einer anderen Bodenmatratze kann dies nicht ohne weiteres gelten. Gleich mehrere Hürden erschweren die Einschätzung des bodennahen Schlafens:

  1. Es handelt sich bei den Unterlagen um unterschiedlich nachgiebige Matten- und Matratzentypen, deren jeweilige Wirkung auf Muskulatur und Knochengerüst noch nicht ausreichend erforscht ist.
  2. Gewöhnung scheint eine Rolle zu spielen: Wer nie etwas anderes kennengelernt hat, lernt möglicherweise von Beginn an, auch auf einer härteren Unterlage ergonomisch günstig zu liegen − etwa durch das Einnahmen geeigneter Schlafpositionen.
  3. Die Verträglichkeit des Bodenschlafens scheint auch auf Körperbau und -größe zurückführbar zu sein, welche sich je nach Ethnie und Lebensunterhalt stark unterscheiden können.
  4. Körperlich hart arbeitende Menschen mit gut trainierter Muskulatur kommen mutmaßlich besser mit suboptimalen Schlafunterlagen zurecht als jemand, der eine sitzende Tätigkeit ausübt bzw. unter Bewegungsmangel leidet.
  5. Liegegefühl und Schlafkomfort werden von uns allen sehr subjektiv wahrgenommen & bewertet.

Damit Du Dir Dein eigenes Urteil darüber bilden kannst, ob sich eine Bodenmatratze für Dich eignen und zu Deinen individuellen Schlafvorlieben passen könnte, listen wir nachfolgend auf, welche wesentlichen Vorzüge und Nachteile das Schlafen auf dem Boden aufweist.

Vorteile der Verwendung von Bodenmatratzen

  • Bodennahes Schlafen entspricht der menschlichen Natur (Evolution)
  • Fördert die Beweglichkeit, da kein Bett das Einnehmen & Verlassen der Schlafposition erleichtert (kann auch nachteilig beurteilt werden, s. unten)
  • Raumgewinn: Kein Bettgestell; Bodenmatratze kann tagsüber hochklappt werden
  • Boden rund um Schlafstatt bietet mehr Ablagefläche als ein Nachttisch
  • Preisgünstig: Weder Bett noch Lattenrost erforderlich
  • Bei Neigung zum Herausfallen: Verringerte Verletzungsgefahr (reduzierte Fallhöhe)
  • Wechsel von Schlaf- zu Wachzustand beim Aufstehen fällt vielen Bodenschläfern leichter
  • Mehr Flexibilität: Geübte Bodenschläfer schlafen auf fast jeder Unterlage gut

Nachteile der Verwendung von Bodenmatratzen

  • Auf Dauer nur nachgiebige, gut stützende Matratzen geeignet (unnachgiebiger Untergrund)
  • Ein- & Ausstieg mangels Betthöhe umständlicher & etwas anstrengender
  • Fehlende Belüftung von unten kann bei vielen Matratzen hohen Pflegeaufwand erfordern und Schimmel begünstigen
  • Billig-Bodenmatratzen mangels Elastizität ergonomisch ungeeignet
  • Für Allergiker ungünstig, da in Bodennähe mehr Staub und Schmutz
  • Am Boden größere Wahrscheinlichkeit für Zugluft (z. B. bei undichter Zimmertür)
  • Bodennahe Luft in geschlossenen Räumen sauerstoffärmer (ausgeatmetes Kohlendioxid ist schwer und sammelt sich unten)
  • Geringeres Sicherheitsgefühl bei Aufgabe einer erhöhten Schlafposition (Bett)

Kaufberatung

Welche Eigenschaft(en) sollte eine Bodenmatratze haben?

Zur Nutzung ohne Lattenrost und Bettgestell sind nicht alle Matratzen gleichermaßen gut geeignet. Feuchtigkeitsstaus und die hierdurch begünstigte Schimmelbildung lassen sich durch die Verwendung möglichst atmungsaktiver Matratzentypen vermeiden, zu denen neben den schlicht aufgebauten Bonell-Federkernmatratzen vor allem Kaltschaummatratzen mit einem hohen Anteil an offenporigen Schaumstoffen gehören.

Während bei klassischen Betten der Lattenrost für die ausreichende Belüftung der Matratzenunterseite sorgt, müssen die meisten Matratzen, die auf dem Boden liegend benutzt werden, alle paar Tage für mehrere Stunden senkrecht zum Lüften aufgestellt werden − bei sehr schweren Matratzentypen und großen Formaten eine schweißtreibende Aufgabe. Durch die Wahl einer sehr luftdurchlässigen Matratze erübrigt sich diese aufwendige Pflegemaßnahme jedoch weitestgehend.

Für einen Einsatz direkt auf dem Fußboden sind Matratzen mit hoher Punktelastizität besonders geeignet: Punktelastische Modelle handelsüblicher Höhe sind problemlos in der Lage, harte Böden optimal auszugleichen. Schwere Körperregionen wie Becken und Schultern können angenehm in die Liegefläche einsinken, hängen aber selbst bei schwereren Schläfern nicht bis auf den Boden durch, da die restlichen Muskelpartien in jeder Schlafposition sicher abgestützt bleiben.

Essentiell für die dauerhafte Hygiene jeder Bodenmatratze ist ein abnehmbarer Bezug mit Rundum-Reißverschluss. Wohnlich bunte Billig-Bodenmatratzen bieten sich bei straffer Füllung zwar als Spielwiese für Kinder oder als Sitzbereich für Erwachsene an, sind aber zum Schlafen denkbar ungeeignet und verfügen nur selten über abnehmbare Stoffbezüge. Sobald es ums alltägliche Auf-dem-Boden-Schlafen geht, spricht neben besseren Hygiene-Eigenschaften − oft sind die Bezüge bis 60 Grad Celsius waschbar − auch der ergonomisch vorteilhafte Liegekomfort für „echte“ Matratzen.

Welche Matratzenarten eignen sich als Bodenmatratze?

Schwere Latexmatratzen, Viscoschaummatratzen oder Gelschaummatratzen kommen in der Regel nur für sehr kurze Zeiträume als Bodenmatratzen infrage: Da sie meist weniger atmungsaktiv sind, sammelt sich in ihrem Innern schnell Feuchtigkeit an, die Schimmelsporen einen guten Nährboden bietet. Um den Schimmelbefall zu verhindern, müssen diese drei Matratzentypen bei Bodennutzung unbedingt regelmäßig senkrecht ausgelüftet werden, was jedoch durch ihr hohes Gewicht sehr erschwert wird.

Auch im Dauergebrauch als Bodenmatratze geeignet sind hingegen einfache, leichtere Federkernmatratzen oder hochwertige Kaltschaummatratzen: Beide Matratzenarten sind besonders luftdurchlässig und sorgen ohne besonderen Pflegeaufwand für ein trockenes Schlafklima. Lediglich in Schlafzimmern mit hoher Luftfeuchtigkeit sollten auch diese atmungsaktiven Matratzentypen ab und zu stehend gelüftet werden. Ihre Handhabbarkeit wird in jedem Fall durch stabil angenähte Wendeschlaufen erhöht.

Moderne Kaltschaummatratzen mit intelligentem Schichtdesign haben gegenüber geeigneten Federkernmatratzen einen entscheidenden Vorteil: Selbst hochwertige Schäume mit hohem Raumgewicht (RG-Wert) sind immer noch leichter als Latex oder Gelschaum, aber dennoch extrem punktelastisch. Damit ist eine gute Kaltschaummatratze nicht nur transportabel, sondern bietet aufgrund ihrer punktuellen Nachgiebigkeit auch auf harten Böden ein bequemes Liegegefühl. Die atmungsaktivsten Federkernmatratzen sind hingegen eher flächenelastisch und können harte Untergründe dadurch weniger gut ausgleichen.

Manche Kaltschaummatratzen der neuesten Generation − so auch die Snooze Project Matratze − verfügen dank einer Schicht aus offenporigem Poly-Schaum über eine integrierte Belüftungsfunktion: Auch ohne besondere Maßnahmen sind sie in der Lage, beim Schwitzen entstehende Feuchtigkeit zügig an die Raumluft abzuleiten. Aus diesen Gründeneignen sie sich ideal für die dauerhafte Nutzung als komfortable Bodenmatratzen auf Parkett, Laminat, PVC, Fliesen, Teppich, Kork, Linoleum und anderen Böden.

Ein weiterer Pluspunkt von Kaltschaummatratzen ist ihre Geräuschlosigkeit: Da sie keinerlei Federn oder sonstige mechanische Teile enthalten, verhalten sie sich auch bei nächtlichen Schlafbewegungen absolut ruhig. Gerade leichte Federkernmatratzen neigen dagegen mit zunehmendem Alter zu quietschenden oder knarrenden Lauten, die den Schlaf mitunter empfindlich stören können.

Worauf achten beim Kauf einer Bodenmatratze? (Liste)

Eine gute Bodenmatratze sollte folgende Mindestanforderungen erfüllen:

  • Atmungsaktives Kernmaterial (z. B. offenporiger Kaltschaum)
  • Abnehmbarer, bei 60° C maschinenwaschbarer Bezug mit Rundum-Reißverschluss
  • Gute Handhabbarkeit (Wendeschlaufen, hochwertige Verarbeitung)
  • Niedriges Materialgewicht (wie z. B. bei Kaltschaum)
  • Hohe Punktelastizität bzw. hoher RG-Wert für dauerhaften Liegekomfort

Pflegehinweise

Umgang mit einer Bodenmatratze

Selbst bei einer atmungsaktiven Bodenmatratze der neuen Generation kann gute Pflege die Lebensdauer beträchtlich verlängern. Obwohl vor allem atmungsaktive Kaltschaummatratzen alle Vorteile mitbringen, die ihren Einsatz direkt auf dem Boden problemlos ermöglichen, sollten auch sie ab und zu stehend gelüftet werden − insbesondere in Schlafzimmern mit hoher Luftfeuchtigkeit und schlechter Fenstersituation. Auf diese Weise lässt sich Schimmel effektiv vorbeugen.

Am effektivsten stellst Du Bodenmatratzen gleich morgens nach dem Aufstehen zum Lüften hochkant. An die Wand oder an einen stabilen, hohen Schrank gelehnt kann sie bis abends stehenbleiben. Bei geeignetem Wetter ermöglicht ein weit geöffnetes Fenster den besten Sauerstoffaustausch. Im Sommer darf eine Bodenmatratze auch im Freien ausgelüftet werden, sollte dabei aber nicht in der prallen Sonne stehen. Von unten kann sie im Freien durch eine Folie vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Der Bereich unter einer Bodenmatratze sollte je nach Bodenbelag während des Lüftens besonders gründlich gesaugt werden.Parkett, Laminat, Fliesen oder ähnliche Hartböden werden anschließend noch nebelfeucht gewischt. Bevor die Bodenmatratze wieder an ihren Platz gelegt wird, sollte der Boden vollständig trocknen. Als Zusatz zum Putzwasser eignet sich ein Spritzer Spülmittel oder eine duftneutrale Bodenpflege.

Eine Bodenmatratze kommt durch ihre bodennahe Positionierung gezwungenermaßen mit viel mehr Staub und Schwebstoffen in Kontakt als Matratzen, die auf einem erhöhten Bettgestell liegen. Schon deshalb sollte jede gute Bodenmatratze unbedingt einen abnehmbaren Matratzenbezug mitbringen, der sich bei 60° Grad waschen lässt. Mit einem bleichehaltigen Pulver-Vollwaschmittel wird der Bezug durch die Maschinenwäsche von Schmutz, Bakterien, Viren, Milben und Pilzsporen nahezu vollständig befreit − vor allem für Allergiegeplagte ist dieser hohe Hygienestandard wichtig.

Wer auf einer Bodenmatratze schlafen möchte, fragt sich häufig: Lattenrost − ja oder nein? Von Experten wird ein Lattenrost für Bodenmatratzen nur dann dringend empfohlen, wenn im betreffenden Raum eine Fußbodenheizung verbaut ist: Da er für Abstand zwischen warmem Boden und hitzeempfindlicher Matratze sorgt, kann ein Lattenrost hier die Lebensdauer der Matratze verlängern und zu einem angenehmeren, kühleren Schlafklima beitragen.

Auch ohne Fußbodenheizung kann ein Lattenrost, Rollrost oder Federholzrahmen auf dem Boden von Vorteil sein. Der Abstand zum Fußboden verbessert − auch wenn es sich nur um wenige Zentimeter handelt − die Belüftung der Matratze und kann aufwendigere Lüftungsbemühungen überflüssig machen. Ein improvisiertes Bett aus Europaletten erfüllt denselben Zweck und erzeugt sogar einen etwas größeren Bodenabstand.

Pflegehinweise für Bodenmatratzen (Liste)

  • Matratzen ohne Bodenabstand regelmäßig lüften
  • Luftfeuchtigkeit überwachen (evtl. Hygrometer benutzen) & möglichst niedrig halten
  • Bodenbelag unter der Matratze turnusmäßig saugen/putzen (parallel zum Lüften)
  • Zwischen Matratze & Fußbodenheizung immer Lattenrost benutzen
  • Lattenrost zwischen Boden und Matratze verbessert die Belüftung
  • Matratze ausschließlich auf trockene Böden legen
  • Matratzenbezug regelmäßig waschen

Eignungsempfehlungen

Für wen ist Bodennahes schlafen nicht geeignet?

Auf einer Bodenmatratze sollte nur schlafen, wer das Sicherheitsgefühl eines erhöhten Bettgestells mit besserem Überblick über den Raum bedenkenlos aufgeben kann. Speziell in insekten- und spinnenreichen Regionen bewegen sich die Tiere häufig am Boden entlang: Hier kann ein erhöhter Schlafplatz die störungsfreiere Wahl sein.

Beim Schlafen auf einer Bodenmatratze fehlt ein Bettgestell, das Menschen mit Behinderungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparats einen komfortablen Einstieg bzw. ein bequemes Aufstehen ermöglicht. Aus demselben Grund entscheiden sich auch viele an sich gesunde Menschen mit zunehmendem Alter irgendwann dafür, ihre Matratze(n) auf ein höheres Bett mit Lattenrost bzw. ein Boxspringbett zu legen.

Wer unter Rückenbeschwerden leidet, sollte vor der dauerhaften Benutzung einer Bodenmatratze seine(n) behandelnde(n) MedizinerIn oder PhysiotherapeutIn fragen − und sich nötigenfalls für ein passendes Bett mit entsprechendem Roll- oder Lattenrost entscheiden. Manchmal kann gerade das Schlafen auf einer Bodenmatratze aber auch vorhandene Rückenschmerzen lindern.

Lebenssituationen und gesundheitliche Voraussetzungen können sich schnell ändern. Wird plötzlich der Wechsel vom Boden hin zum erhöhten Bettgestell nötig, lässt sich eine hochwertige Bodenmatratze aus Kaltschaum problemlos weiterverwenden: Sie funktioniert im Zusammenspiel mit verschiedensten Untergründen, passt zu den meisten Bettentypen und ist aufgrund ihres flexiblen Materials auch für verstellbare Lattenroste geeignet.

Wer kann von einer Bodenmatratze profitieren?

Bodenmatratzen ohne Bettgestell sind platzsparend: Werden sie tagsüber hochgeklappt und an eine Wand gelehnt, kann der nächtliche Schlafplatz zwischenzeitlich für andere Zwecke genutzt werden. Aus diesem Grund eignet sich eine Bodenmatratze besonders gut für kleine Räume und 1-Zimmer-Apartments. Auch Personen, die häufig umziehen und deshalb ganz bewusst auf einen großen Hausstand verzichten, bevorzugen oft eine einfach zu transportierende Bodenmatratze.

Wer sich aus finanziellen Gründen kein teures Bettgestell anschaffen will, kann in einer hochwertigen Bodenmatratze durchaus eine gute Alternative mit hohem Schlafkomfort entdecken: Nicht wenige Menschen, die das Schlafen auf dem Fußboden einmal ausprobiert haben, bleiben sehr lange dabei, weil für sie die Vorteile gegenüber einem Bett überwiegen.

In bestimmten Lebenssituationen sind Bodenmatratzen besonders beliebt. Typisch ist etwa die Zeit nach einem Umzug: Wer sich mit der Wahl eines neuen Betts noch etwas Zeit lassen will, findet in einer Bodenmatratze oft die perfekte Übergangslösung. Vorerst wird dann nur eine gute Matratze gekauft − und einfach so lange direkt auf dem Boden platziert, bis das passende Traumbett gefunden ist.

Bestimmte Personenkreise wie Kinder, Schlafwandler oder an Demenz Erkrankte neigen vermehrt dazu, im Schlaf aus dem Bett zu fallen. In solchen Fällen kann eine Bodenmatratze das Unfallrisiko minimieren − meist auf viel angenehmere Weise als ein Bett mit Klappgittern: Auf der Bodenmatratze muss niemand „eingesperrt“ werden, da man nicht tief genug fällt, um sich ernsthaft verletzen zu können. Auch manche Senioren- und Pflegeheime haben dies bereits erkannt und pflegen fallgefährdete Bewohner erfolgreich auf Bodenmatratzen.

Bodenmatratzen für Kinder lassen sich in eine gemütliche Schlafhöhle verwandeln, wenn oberhalb ein Baldachin angebracht wird: Speziell ängstliche Kinder fühlen sich im Dunkeln durch den geschaffenen „Raum im Raum“ häufig bedeutend sicherer. Tagsüber lädt ein derartiger Schlafplatz durch seine Ausstrahlung von Ruhe und Schutz auch zum konzentrierten Hausaufgabenmachen oder entspannten Spielen ein.

Fazit

Bei der Umstellung auf eine Bodenmatratze können in der ersten Zeit auch bei völlig gesunden Menschen muskelkaterartige Schmerzen an Rücken und Gelenken auftreten: Ob sich ein Nachtlager auf dem Boden tatsächlich für Dich eignet, oder ob Du Deine für den Boden vorgesehene Matratze doch lieber auf einem erhöhten Bett bzw. Boxspringbett nutzen möchtest, kannst Du erst nach einigen Wochen zuverlässig beurteilen. Beim Neukauf einer Bodenmatratze solltest Du daher Händler bevorzugen, die eine Option zum risikolosen Probeschlafen in den eigenen vier Wänden anbieten.

Eine Bodenmatratze kann nicht als pauschale Empfehlung gelten, gibt jedoch in vielen Situationen eine sinnvolle und preisgünstige Alternative zum kompletten Schlafsystem mit Lattenrost und Bettgestell ab. Die Einhaltung der empfohlenen Hygienemaßnahmen ist hierfür ähnlich wesentlich wie die Wahl einer atmungsaktiven, punktelastischen und einfach zu handhabenden Matratze. Als Kernmaterial für eine Bodenmatratze eignet sich hochwertiger Kaltschaum für die meisten Schlaftypen am besten.