Snooze Project erklärt: Bonellfederkern und die Bonellfederkernmatratzen [Projekt: Matratzenkunde]

bonellfederkernmatratze

Deine kleine Matratzenkunde: Die Bonellfederkernmatratze

Die schlechte Nachricht zuerst? Tja, da wollten wir von Snooze Project unsere Community endlich mal schonungslos über den Bonellfederkern aufklären, und dann das: Niemand kann uns sagen, woher der Name „Bonell“ (oder auch „Bonnell“) überhaupt stammt! Manche behaupten zwar, der Erfinder dieser speziellen Federform hätte Bonell geheißen – aber das könnte genauso gut auch eine vielfach abgekupferte Falschmeldung sein. Bonells Vorname oder Informationen über sein Leben sind bislang nämlich nirgends auffindbar. Du möchtest lieber gute Nachrichten als Fake News? Nichts lieber als das: Alle anderen Mysterien rund um die Bonellfederkernmatratze lüften wir hier für Dich!

Eine Feder geht um die Welt

Schon im 18. Jahrhundert baute in England Thomas Sheraton, seines Zeichens königlicher Chef-Möbeldesigner von George III., erstmals geschwungene Stahlfedern in die Sitzflächen seiner Polstermöbel ein. In puncto Bequemlichkeit eine echte Revolution zu einer Zeit, in der die Schaumstoffe noch nicht erfunden waren. Die Fahrt in der royalen Pferdekutsche – bis dahin eine denkbar harte Erfahrung – wurde plötzlich um einiges würdevoller. Der nachgiebige Sitzkomfort von Metallfedern in Kombination mit natürlichen Polster-Materialien sprach sich wie ein Lauffeuer herum: Rund um den Globus nahmen Möbelhersteller Sheratons Idee begeistert auf.

So kam der Bon(n)ellfederkern in die Matratze

Die erste Matratze auf Basis eines Bonellfederkerns wurde wohl in Kanada von James Marshall konstruiert. Der findige Ingenieur hatte die ewig klammen und ständig von lästigen Schädlingen befallenen Matratzen aus Wolle, Haar, Stoff, Stroh oder Daunen bis oben hin satt. Marshalls Erfindung bot dank des elastischen Federkerns nicht nur mehr Liegekomfort, sondern entsprach durch ihr gut belüftetes Innenleben auch einem deutlich höheren Hygienestandard. Zunächst konnten sich nur wenige Gutsituierte die neuartigen, einzeln von Hand gefertigten Federkernmatratzen leisten – erst einige Jahrzehnte später mauserten sich Bonellfederkernmatratzen durch die industrielle Revolution zum erschwinglichen Massengut.

Wie sehen Bonellfedern aus?

Im Bonellfederkern befinden sich viele einzelne Metallfedern, deren Form der von Sanduhren ähnelt. Aufgrund ihrer mittig schlankeren Form werden sie auch als Taillenfedern bezeichnet. In einem aufwändigen Verfahren werden sie aus Stahldraht gefertigt. Die besten sind doppelt vergütet: Bei der sogenannten thermischen Vergütung erfolgt eine Wärmebehandlung zur Härtung der Stahlstruktur; eine zusätzliche elektrische Vergütung verlängert die Lebensdauer der Federn. Federkern-Matratzen ohne Vergütung findest Du nur vereinzelt im Handel – sie sind am billigsten, doch ihre Federn halten nicht viel aus und können wegen ihres Mangels an Stabilität leicht brechen. 

Bonellfederkern – was ist das?

Anders als bei den ersten Polsterfederungen wurden die Federn des Bonell-Federkerns erstmals auch untereinander verbunden. Seinen in sich beweglichen Zusammenhalt bekommt der Bonellfederkern durch gerade Drähte oder durch zusätzliche, quer verlaufende Spiralen. In beiden Fällen sorgt das Drahtgeflecht für die Interaktion nebeneinanderliegender Federn, verursacht dadurch aber auch das typische Trampolingefühl, das viele Kinder lieben. Eine Matratze mit Bonellfederkern ist eben nicht punkt-, sondern flächenelastisch: Ideal zum Betthüpfen! Legst Du Dich einfach nur drauf, gibt sie jedoch leider auch nicht punktgenau nach – es schwingt immer die gesamte Fläche mit.

Bonellfederkern im Boxspring-Bett

Hast Du Dich auch schon gefragt, wieso Du in manchen Hotelbetten so toll schläfst? Eine Ursache dafür liegt in der Nutzung von Bonellfederkernen als Bettunterbau, also anstelle eines Lattenrosts. In den beliebten Boxspring-Betten kann die Bonellfederung ihre Vorteile voll ausspielen: Im Gegensatz zum Lattenrost sorgt sie bis an die Bettränder für eine gleichmäßige Körperstützung. Besonders in Kombination mit intelligent aufgebauten Kaltschaummatratzen wie den Matratzen von Snooze Project ergeben sich hieraus richtig bequeme Betten mit viel Schlafkomfort – so holst Du Dir den Luxus Deines 5-Sterne-Traumhotels direkt ins heimische Schlafzimmer.

Bonellfederkern in Matratzen: Typische Merkmale

Bonellfederkernmatratzen sind lange schon nicht mehr State of the Art, gehören im Matratzenhandel aber ungeachtet dessen noch immer zum Standardsortiment. Gekauft werden sie in den meisten Fällen aus alter Gewohnheit („die hatte ich schon als Kind“) oder wegen ihres sehr günstigen Preises: Andere Federkernmatratzen wie Taschenfederkern- oder Tonnentaschenfederkernmatratzen sind bedeutend teurer. Weil taillierte Federn in der Mitte einen kleineren Durchmesser haben als an den beiden Enden, entstehen in einem Bonellfederkern kaum Berührungspunkte zwischen den einzelnen Federn – sie können sich bei korrektem Gebrauch also nicht verhaken oder gegenseitig beschädigen. Das sorgt für die lange Haltbarkeit von Bonellfederkernen.

Auf Druck folgt Gegendruck 

Bonellfedern reagieren je nach Belastung mit unterschiedlichem, an den ausgeübten Druck angepasstem Gegendruck: Wiegst Du wenig, wird Dir die Bonellmatratze eher weich vorkommen; ist Dein Körpergewicht höher, liegst Du entsprechend härter. Rund um den Federkern wird heute übrigens meistens eine dauerelastische Schaumstoffpolsterung aufgebracht, damit Du die Federn beim Liegen nicht von außen durchspürst. Zwar soll eine dünne Zwischenschicht aus Vlies oder Filz verhindern, dass die harten Stahlfedern das Schaumpolster von innen beschädigen – trotzdem geht bei diesem Matratzentyp meist die Polsterung als Erstes kaputt, wodurch die Matratze als Ganzes unbrauchbar wird.

Vorteile der Bonellfederkernmatratze

Billig ist ja ganz nett – aber was haben Bonellfederkernmatratzen noch zu bieten? Ganz klar: Ihr größtes Plus ist der ständige Luftaustausch. Da der Kern bis auf die Bonellfedern hohl bleibt, können Luft und Feuchtigkeit schon bei der kleinsten Bewegung nach außen entweichen. Falls es Dir beim Schlafen schnell zu warm wird oder Du nachts ordentlich ins Schwitzen kommst, ist die Anschaffung einer Bonellfederkernmatratze also durchaus eine Option. Dank des hervorragenden Feuchtigkeitstransports sind Stockflecken oder Schimmelbildung hier kein Thema. Deshalb werden Bonell-Matratzen gern für klamme Kellerräume oder schlecht belüftete Gartenhäuschen verwendet.

Was kann die Bonellfederkernmatratze noch? 

Pflegeleicht ist dieser Matratzentyp auch durch sein geringes Gewicht: Im Bonellfederkern werden relativ wenige Stahlfedern verbaut, sodass Du beim Transport solcher Modelle nicht viel zu schleppen hast. Das macht sich auch im Alltag beim Beziehen oder Wenden einer Bonellfederkernmatratze bemerkbar. Da Bonellfederkern-Matratzen nicht sonderlich biegsam sind, eignen sie sich als preisgünstige Schlafunterlage auf Rollrosten oder starren Lattenrosten. Auch für eine Do-It-Yourself-Kuschelecke direkt auf dem Fußboden kannst Du sie einsetzen.

Nachteile der Bonellfederkernmatratze 

Bis hierhin klingt das nicht übel, doch leider hat die Bonell-Federkernmatratze auch einige wunderliche Macken. So eignet sie sich zwar prima für einfache Lattenroste – doch sobald Du nicht auf Dein geliebtes verstellbares Kopfteil verzichten willst, wird sie zur bockigen Diva. Bei der Verwendung auf einem verstellbaren Lattenrost könnte nämlich ihr wenig flexibles Drahtgeflecht im Innern beschädigt werden. Du hast es nachts gerne ruhig? Dann ist der mitteilsame Bonellfederkern nicht Dein Freund: Sogar Bonell-Matratzen, die zu Beginn keinen Ton von sich geben, können konstruktionsbedingt nach einiger Zeit beginnen, jede Deiner Bewegungen mit einem Knarzen oder Quietschen zu kommentieren. Zudem schwingen Matratzen mit Bonellfederkern nach, sobald Du Dich umdrehst – ein Feeling, das man lieben muss, um es zu mögen...

Das größte Manko der Bonellfederkernmatratze 

Die anfänglich so unkompliziert wirkende Bonellfederkern-Matratze kann im Laufe der Zeit also nervige Star-Allüren entwickeln. Mit all diesem Gehabe wird sie Dich aber nicht über ihren größten Nachteil hinwegtäuschen: Sie ist beim besten Willen nicht punktelastisch. Weil sämtliche Feder-Enden durch Draht miteinander verbunden sind, können sie nicht einzeln auf Druck reagieren. Mit der Anpassung an Deine Wirbelsäule und dem tieferen Einsinken schwerer Körperzonen wie Schultern oder Becken ist die Bonnellfederkernmatratze überfordert: Ihr fehlt schlicht die dazu nötige Punktelastizität. Dadurch erhalten die meisten Schlaftypen auf ihr nicht die punktuelle Stützung, die Orthopäden und Schlafexperten empfehlen.

Ist die Bonellfederkernmatratze noch zeitgemäß? 

Verliert auch nur eine einzige Bonell-Feder ihre ursprüngliche Form, beeinträchtigt das Deinen Liegekomfort, da sie mit allen anderen Stahlfedern untrennbar verbunden ist. Schon daran kannst Du erkennen, dass das Prinzip der Bonellmatratze nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Zu ihrer Zeit waren Matratzen mit Bonellfederkern ein wahrer Segen – doch das war damals, als noch keinerlei dauerelastische Materialien zur Verfügung standen. Inzwischen gibt es jedoch formstabile und hochelastische Schaumstoffe für jeden Anspruch. Die vielen Vorteile intelligent geschichteter All-in-One-Matratzen wie der Matratze von Snooze Project stellen die Daseinsberechtigung von Bonell-Federkernmatratzen zunehmend in Frage. Mit Ausnahme indischer Fakire und leichter Personen, die es gern luftig kühl mögen, profitiert inzwischen wohl niemand mehr von der launischen, technisch längst überholten Bonellfederkernmatratze.

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  • Wieder mal was Neues gelernt

    Ein gut geschriebener Artikel! Spannend finde ich auf jeden Fall die Entstehungsgeschichte der Bonellfederkernmatratze.