Bonellfederkernmatratzen

bonellfederkernmatratze

Material


Namensgebung & Bezeichnungen

Der Begriff Bonellfederkern (selten auch Bonnellfederkern) beschreibt die innere Struktur der nach ihm benannten Bonellfederkern-Matratzen. Ein Bonellfederkern besteht aus einer variablen Anzahl von Stahlfedern, die durch Stahldraht miteinander verbunden werden. Der Bonellfederkern verhält sich flächenelastisch, gibt unter Druck also großflächig nach („Hängematteneffekt“). Bonellfederkerne werden auch für Sitzflächen von Polstermöbeln und Autositzen verwendet. In Boxspringbetten dienen sie als federnde Matratzenunterlage.

Als Feder bezeichnet man ein elastisches Objekt, das mechanische Energie speichern und wieder freisetzen kann. Woher jedoch der Name Bonell (oder Bonnell) stammt, ist ungewiss. Manche Quellen geben an, der Erfinder dieser speziellen, sanduhrenförmigen Federform habe Bonell geheißen – andere behaupten, Bonell sei der Entwickler des gleichnamigen Federkerns. Bonells Vornamen oder Informationen über sein Leben und Wirken konnten wir allerdings trotz intensiver Recherche nicht finden, sodass wir keine der beiden Versionen bestätigen können.

Merkmale & Eigenschaften des Bonellfederkerns

Bei Bonell-Federn handelt es sich um einen traditionellen Metallfedertyp mit dünner Mitte und breiten Enden. Für einen Matratzenkern aus Bonellfedern werden die einzelnen Federn durch ein Drahtgeflecht fest miteinander verflochten, sodass sie eine federnde Fläche bilden und nicht mehr verrutschen können. Solche großflächigen, in sich eher starren Bonellfederkern-Systeme werden auch in den zunehmend beliebten Boxspringbetten eingesetzt, wo sie in einen Rahmenkasten eingelegt den üblichen Lattenrost ersetzen und als Unterbau (Boxspring) für die eigentliche Matratze dienen.

Durch die dichte Anordnung und enge Verbindung der Bonellfedern verteilt sich der aufliegende Druck auf eine größere Fläche. Deshalb wird der Bonellfederkern auch als flächenelastisch bezeichnet: Im Gegensatz zu den hochwertigen punktelastischen Taschen- oder Tonnentaschen-Federkernen gibt die Federung eines Bonellfederkerns nicht punktuell nach, sondern weiträumig über die Liegefläche verteilt.

Typisch für den Bonellfederkern ist sein trampolinartiges Schwungverhalten, das von den meisten Menschen als eher weich und nachgiebig empfunden wird. Bonellfederkerne sind aufgrund ihres harten Materials sehr langlebig, vertragen aber keine Biegung und dürfen nicht in sich verdreht werden, da die Drähte dabei brechen können. Da an vielen Stellen Metall auf Metall reibt, neigen Bonellfederkerne von allen Federkernmatratzen am stärksten zur Geräuschbildung.

Matratze


Einordnung & Matratzentyp

Bonellfederkernmatratzen gehören zur großen Gruppe der Federkernmatratzen, die sich durch ihre charakteristische Funktionsweise und ihre Material-Eigenschaften deutlich von den Schaumstoffmatratzen abgrenzt. Neben Bonellfederkernmatratzen können auch Taschenfederkernmatratzen, Tonnentaschenfederkernmatratzen, Mischtypen sowie Hybridmatratzen mit Federkern- und Schaumschichten zur Gattung der Federkern-Matratzen gezählt werden.

Ausführliche Informationen über alle Matratzengattungen, ihre Merkmale, ihre Vor- und Nachteile sowie ihre Eignung für die unterschiedlichen Schlaftypen findest Du jederzeit zum Nachlesen in unserem großen Matratzenarten-Vergleich.

Geschichte & Herkunft der Bonellfederkernmatratze

Matratzen mit Bonellfederkern kommt auf dem Weg zum modernen Schlafkomfort eine zentrale Rolle zu. Thomas Sheraton, der unter King George III Möbel entwarf und als Erfinder elastisch gefederter Sitzpolster gilt, baute bereits im 18. Jahrhundert geschwungene Metallfedern in die Sitzflächen von Sesseln und Stühlen ein. Zu seiner Zeit warenflexible Schaumstoffe noch nicht erfunden, sodass sein vergleichsweise komfortabler Federkern als Revolution des Sitzens gefeiert wurde.

Die ersten Federkernmatratzen kamen erst Ende des 19. Jahrhunderts auf den Markt. Aufgrund ihres hohen Eigengewichts bestanden sie damals noch aus drei Einzelteilen und waren zunächst nur für Wohlhabende erschwinglich. Um die Metallfedern zur großflächigen Nutzung zu stabilisieren, verband man sie durch Draht zu einem durchgängigen Bonellfederkern. Erst durch industrielle Serienfertigung konnten die Preise gesenkt werden, wodurch Bonellfederkernmatratzen nach dem zweiten Weltkrieg einen Boom erlebten, der bis in die 1970er Jahre hinein anhielt.

Aus heutiger Sicht gelten Bonellfederkern-Matratzen als einer der schlichtesten, aber auch preisgünstigsten Matratzentypen. Im Gegensatz zu noch einfacher konzipierten Billig-Federkernmatratzen werden die Federn für Bonellfederkernmatratzen thermoelektrisch vergütet, wodurch sie eine höhere Flexibilität erhalten. Die Metallkonstruktion eines Bonellfederkerns wird inzwischen standardmäßig aus Stahldraht gefertigt. Sie gilt als dauerelastisch und robust.

Aufbau von Matratzen mit Bonellfederkern

Ganz im Innern einer Bonellfederkernmatratze befindet sich immer der Bonell-Federkern aus Stahldraht – der Freiraum zwischen den Federn bleibt ungefüllt. Damit sich die harten Metallfedern des Bonellfederkerns auch nach längerer Nutzung nicht nach außen durchbohren, wird der Matratzenkern mit einem dichten Vlies oder Filz umgeben, der die darüber angebrachte Polsterschicht vor kantigen oder spitzen Drahtenden schützen soll.

Anschließend wird rundum eine mehrere Zentimeter dicke Lage Schaumstoff angebracht, die für eine weiche Polsterung und etwas mehr Liegekomfort sorgt. In manchen Bonellfederkern-Matratzen wird zudem eine weitere Außenschicht aus Viscoschaum, Latex oder Kaltschaum verbaut, die das Liegegefühl je nach Material noch leicht verändern kann. Umhüllt wird das Ganze schließlich vom Matratzenbezug, der idealerweise aus einem atmungsaktiven, verschleißfesten Stoff angefertigt wird.

Eigenschaften von Bonellfederkernmatratzen

Bonellfederkernmatratzen sind im Innern abgesehen von den verbauten Stahlfedern nahezu hohl und dadurch sehr dampfdurchlässig und atmungsaktiv. Bei richtiger Pflege und Behandlung kann die Bonell-Federkern-Matratze eine lange Lebensdauer erreichen, wobei ihre Formstabilität jedoch auch immer von den restlichen Schichten abhängt.

Hochwertige, nachhaltig produzierte und schadstoffgeprüfte Materialien können den Preis auch bei der relativ simpel aufgebauten Bonellfederkernmatratze merklich nach oben treiben. Dagegen sind billigere Modelle oft um Jahre kurzlebiger, da sie in ihrem Kern weniger Federn aufweisen, ihre Außenschicht oft aus minderwertigem Schaumstoff besteht, und sie meist auch insgesamt schlechter verarbeitet sind. Bonellfederkernmatratzen dürfen generell nicht gerollt, stark in sich verdreht oder geknickt werden, da dabei das Drahtgeflecht des Bonellfederkerns leiden oder gar brechen kann – falls es dennoch geschieht, wird die Matratze unbrauchbar und muss ersetzt werden.

Die meisten Bonellfederkernmatratzen bieten keinerlei Punktelastizität. Auf einer flächenelastischen Matratze sinken schwere Körperzonen jedoch nicht tief genug ein. Hierdurch bleiben die leichteren Körperbereiche wie Taille oder Nacken ungestützt und hängen buchstäblich in der Luft, wodurch Dein Liegekomfort auf Dauer sehr leiden kann. Bei Billigmodellen mit minderwertiger Polsterung können sich zudem im Lauf der Jahre harte Stahlfedern fühlbar nach außen durchdrücken. Oft entstehen auch Kuhlen, die die nächtliche Bewegungsfreiheit einschränken und Deinen Schlaf ebenfalls empfindlich stören können.

Menschen, die bereits lange auf einer Bonnellfederkernmatratze geschlafen haben, entscheiden sich beim nächsten Matratzenkauf häufig für einen anderen Matratzentyp. Sie wissen aus leidvoller Erfahrung, dass minderwertige Bonellfederkern-Matratzen mit der Zeit gern störende Knarr-Geräusche entwickeln oder zu quietschen beginnen. Wer einen leichten Schlaf hat, wird daher eher eine – garantiert geräuschlose – Schaumstoffmatratze bevorzugen.

Hochwertigere, etwas teurere Matratzen mit Bonnelfederkern, die in ihrem Innern eine höhere Anzahl an Stahlfedern aufweisen und nach außen hin mit sehr dichten Schaumstoffen gepolstert sind, haben häufig auch ein hohes Gewicht. Dieser Umstand kann nicht nur bei Umzügen zu Schwierigkeiten führen, sondern auch das alltägliche Beziehen und Wenden erschweren. Hiervon betroffen sind vor allem breitere Bonnellfederkernmatratzen in durchgehenden Doppelbett-Großformaten wie 140x200, 150x200, 160x200, 180x200 oder 200x200. Gerade die besseren Bonellfederkern-Modelle können ein relativ hohes Gewicht aufweisen.

Mit zunehmender Nutzungsdauer sinkt das Stützvermögen einer Federkernmatratze: Bereits nach einem Jahr gehen durch die Materialermüdung der Stahlfedern bis zu 10 Prozent verloren, so Experten. Doch obwohl speziell Billigmodelle mit Bonell-Federkern mit zunehmendem Alter deutlich an Komfort verlieren können, haben gerade sie auch sie ihre Pluspunkte: Wegen ihres vergleichsweise geringen Metallanteils lassen sich diese Leichtgewichte unter den Federkernmatratzen recht einfach transportieren und bewegen.

Angesichts dieser widersprüchlichen Vor- und Nachteile zeigt sich, dass Du vor dem Kauf einer Bonnellfederkernmatratze sehr genau abwägen solltest, welche Eigenschaften Deine Matratze mitbringen sollte: Jeder Matratzenkauf ist eine ganz persönliche und individuelle Entscheidung – bei Matratzen mit Bonellfederkern gilt das in besonderem Maße.

Kaufberatung Bonellfederkernmatratze: Vorteile, Nachteile, Eignung & Tipps


Vorteile & Nachteile von Bonellfederkernmatratzen

Die Gattung der Federkernmatratzen überrascht mit unverhofften Vorteilen, bringt aber leider auch manche Nachteile mit sich. Um Dir die Orientierung beim nächsten Matratzenkauf zu erleichtern, haben wir nachfolgend die wichtigsten positiven und negativen Eigenschaften von Federkernmatratzen im Überblick für Dich zusammengefasst.

Vorteile von Bonellfederkernmatratzen:

  • Einfache Modelle teils sehr billig
  • Bei richtiger Behandlung meist langlebig
  • Flächenelastizität erleichtert aktiven SchläferInnen das nächtliche Umdrehen
  • Preisgünstige Schlafmöglichkeit für Kinder & sehr leichte Erwachsene
  • Atmungsaktiv & dampfdurchlässig
  • Kaum anfällig für Schimmel
  • Gut geeignet für Rollroste & schlichte Lattenroste ohne Verstellmöglichkeit


Nachteile von
Bonellfederkernmatratzen:

  • Festes, wenig anschmiegsames Liegegefühl
  • Nicht punktelastisch, daher schlechte Körperanpassung
  • Einfache Modelle neigen zur Kuhlenbildung
  • Hohlräume anfällig gegen Hausstaubmilben, schlechte AllergikerInnen-Eignung
  • Eigengewicht steigt mit zunehmender Qualität der Matratze (mehr Stahlfedern)
  • Sperrig bei Anlieferung, Umzug sowie Drehen & Wenden, da nicht roll- oder knickbar
  • Ungeeignet zur Nutzung auf verstellbaren Lattenrosten
  • Schwingen bei nächtlichen Bewegungen spürbar nach
  • Geräuschbildung durch Stahlfedern nicht ausgeschlossen


Da Matratzen mit Bonellfederkern relativ viele Nachteile mit sich bringen, solltest Du zusätzlich stets auch andere Matratzentypen wie die pflegeleichten und universeller einsetzbaren Kaltschaummatratzen in Deine Kauf-Überlegungen einbeziehen.

Eignung von Matratzen mit Bonellfederkern

Die Eigenschaften einfacher Bonellfederkernmatratzen unterscheiden sich teils sehr stark von denen hochwertigerer Taschenfederkern- und Tonnentaschenfederkernmatratzen. Anders als die meist bedeutend teureren Tonnentaschen-Federkernmatratzen sind die simpel aufgebauten Bonell-Federkernmatratzen nicht punktelastisch, passen sich den Körperkonturen nicht gut an und sind deshalb am ehesten für Rücken- oder Bauchschläfer geeignet. Seitenschläfer sollten lieber einen Matratzentyp mit hoher Punktelastizität wählen, der sich exakt an die seitliche Körperlinie anschmiegt.

Menschen mit niedrigem Körpergewicht verbringen nicht selten recht angenehme Nächte auf günstigen Federkernmatratzen aus dem Sonderangebot: Speziell Kinder und sehr leichte, zierliche Erwachsene können selbst auf einer schlichten Bonell-Federkernmatratze durchaus bequem liegen, da ihre Körper auch mit wenig Stützung auskommen. Für normalgewichtige oder schwere SchläferInnen sowie Seiten- oder Wechselschläfer eignen sich aus der Gattung der Federkernmatratzen hingegen eher die teureren (Tonnen-)Taschenfederkern-Matratzen. Eine hochwertige Kaltschaummatratze kann für diesen Personenkreis letztendlich die erschwinglichere Alternative darstellen.

Als flächenelastische Schlafunterlage für Babys und Kinder eignet sich eine Bonellfederkern-Babymatratze bzw. -Kindermatratze recht gut, da sie zu den leichten, wenig auf Stützung angewiesenen Personen gehören. Eine Bonellfederkern-Babymatratze ist atmungsaktiv genug, um die ausreichende Sauerstoffzufuhr in jeder Schlafposition sicherzustellen. Leider nehmen die Hohlräume im Innern große Mengen ausgelaufener Flüssigkeiten sehr schnell auf: Nach einem Malheur lassen sich Federkernmatratzen im Gegensatz zu Modellen aus Kaltschaum oder Latex kaum mehr hygienisch säubern. Dazu kommt, dass gerade die temperaturempfindlichen Babys das sehr luftige Liegegefühl von Federkern-Babymatratzen oft als zu kühl empfinden.

Viele Menschen schlafen eher aus alter Gewohnheit auf einer Matratze mit Bonellfederkern: Sie kennen sie aus ihrer Kindheit und haben nie über den Wechsel zu einem moderneren Matratzentyp nachgedacht. Vom luftigen Schlafklima einer Bonell-Federkernmatratze tatsächlich profitieren können Personen, die nachts zum Schwitzen neigen: Aufgrund der vielen Hohlräume in ihrem Kern aus Stahlfedern geben fast alle Federkernmatratzen auch größere Mengen Wasserdampf zügig an die Raumluft ab und sorgen dadurch für ein angenehm trockenes, kühles Liegegefühl. Falls Du im Bett jedoch zum Frieren neigst, können die hervorragenden Belüftungseigenschaften von Federkernmatratzen auch zum Problem werden: Auf einer Federkernmatratze kühlt Dein ruhender Körper bedeutend schneller aus als etwa auf einer Kaltschaummatratze.

Die Atmungsaktivität und Schimmelresistenz vonBonellfederkernmatratzenkann bei der Nutzung in selten beheizten Zweitwohnungen, klammen Gartenhäuschen oder Kellergeschoss-Schlafzimmern vorteilhaft sein. Willst Du lediglich eine billige, robuste Matratze fürs Gästezimmer oder Wochenendhaus kaufen, kannst Du ebenfalls bedenkenlos zur Discountermatratze mit Bonellfederkern greifen: Gelegentliche Übernachtungen auf einer nicht typgerechten Matratze werden von meisten Menschen gut vertragen.

Anders sieht es aus, wenn Du nach neuen Matratzen für ein regelmäßig genutztes Doppelbett suchst, denn der flächenelastische Bonell-Federkern schwingt bei nächtlichen Bewegungen spürbar nach. Für Singleschläfer ist dieses charakteristische Liegegefühl reine Geschmackssache, doch Paare sollten ihrer Nachtruhe zuliebe über einen anderen Matratzentyp wie etwa eine punktelastische Tonnentaschenfederkern- oder Kaltschaummatratze nachdenken. Als große Paarmatratze fürs Doppelbett sind einfachste Federkernmatratzen mit Bonellfederung ungeeignet, da sich beide Partner gegenseitig beim Schlafen stören könnten. Manchmal wird zwar zu zwei separaten Bonellmatratzen geraten, damit störende Vibrationen auf der eigenen Bettseite bleiben − doch dann entsteht in der Bettmitte eine lästige Besucherritze, die ebenfalls häufig für Irritationen sorgt.

Falls Du einen verstellbaren Lattenrost bevorzugst, solltest Du statt einer Bonellfederkernmatratze lieber eine Schaumstoffmatratze wählen: Der starre Bonellfederkern kann sich der Biegung eines hochgestellten Kopfteils oder einer nach oben abgeschrägten Fußraste nicht anpassen, während manche Taschenfederkernmatratzen und nahezu alle Kaltschaummatratzen problemlos damit zurechtkommen. Dass ein Bonellfederkern nicht biegsam ist, stellt auch für häufig ihren Wohnsitz wechselnde Stadtnomaden ein Problem dar: Bei jedem Umzug eine raumgreifende, nicht klappbare oder einfach aufrollbare Matratze unterbringen zu müssen, kann für sie zeitraubend und kostspielig sein.

Für Allergiker sind Federkernmatratzen generell weniger gut geeignet. Zwar ist besonders die Bonellfederkernmatratze atmungsaktiv und gut durchlüftet, doch in den großen Hohlräumen können sich mit der Zeit Staub und feine Hautschüppchen ansammeln, die für Hausstaubmilben die perfekte Lebensgrundlage bilden. Die Ausscheidungen der Milben verbleiben wie der Staub im Innern der Bonellfederkernmatratze und können bei Menschen, die allergisch darauf reagieren, Symptome wie Dauerschnupfen oder Augenreizungen auslösen.

Ob eine Matratze unbedingt metallfrei sein sollte, ist nach wie vor umstritten: Es gibt bislang keinerlei wissenschaftlich anerkannte Nachweise für gesundheitliche Vorteile des metallfreien Schlafens, sondern lediglich Vermutungen und Erfahrungsberichte. Kritiker befürchten eine Wechselwirkung der Stahlfedern mit bioelektrischen Strömen im menschlichen Körper, die einen negativen Einfluss auf Nerven und Organe ausüben könnte. Wer den Metallfedern im Innern eine gesundheitsschädliche Wirkung zuschreibt, wird sicherlich lieber auf eine Schaumstoff-Matratze aus Latex, Viscoschaum, Gelschaum oder Kaltschaum zurückgreifen.

Überblick: Für wen eignen sich Bonellfederkernmatratzen?

  • Fans des flächenelastischen „Trampolin“-Liegegefühls
  • Menschen, die Federkern-Matratzen seit jeher gewohnt sind & gut darauf schlafen
  • SchläferInnen mit niedrigem Körpergewicht bis ca. 50 kg
  • Babys und Kinder bis ca. 1,50 m Körpergröße
  • Personen, die zu Nachtschweiß, Hitzewallungen etc. neigen
  • Menschen, denen das Handling einer sperrigen Matratze keine Mühemacht
  • VerbraucherInnen, die sich nicht an Metallteilen im Schlafbereich stören
  • NutzerInnen eines unverstellbaren Roll- oder Lattenrosts


Im Hinblick auf die sehr eingeschränkte Eignung von Bonellfederkernmatratzen solltest Du Dich zeitgleich auch nach weiteren alltagstauglichen, aber universeller einsetzbaren Matratzenarten umschauen. Oft hilft bei der Kaufentscheidung schon der direkte Vergleich anhand einer kleinen, an Deine individuellen Schlafvorlieben angepassten Pro-und-Contra-Liste.

Praktische One-fits-All-Matratzen wie die punktelastische Kaltschaummatratze von Snooze Project eignen sich beispielsweise für nahezu alle Schlaftypen, lassen sich problemlos auf verstellbaren Lattenrosten und allen anderen Unterlagen nutzen und genügen selbst den hohen Hygiene-Erfordernissen von Hausstaub-AllergikerInnen. Ebenfalls beliebt, meist aber teurer und für nicht ganz so viele Schlaftypen geeignet sind Matratzen aus Memoryschaum oder mit Tonnentaschenfederkern.

Weitere Kauftipps: Qualitätsmerkmale bei Bonellfederkernmatratzen


Anzahl der Federn

Oft wird in der Werbung für Matratzen mit Bonellfederkern die Zahl der im Matratzenkern verbauten Stahlfedern angegeben. Diese Angabe bezieht sich üblicherweise auf eine Matratze im Single-Format 100 x 200 cm. Ein 400er Bonellfederkern weist also 200 Federn pro Quadratmeter auf. Da es so viele unterschiedliche Matratzengrößen gibt, sollte jeder seriöse Händler zugunsten einer besseren Vergleichbarkeit die Federzahl pro Quadratmeter nennen.

Tendenziell gilt für Federkernmatratzen die Faustregel: Je höher die Federanzahl, desto punktelastischer die Matratze. Die Bonell-Federkernmatratze bildet davon jedoch eine Ausnahme: Da sie aufgrund ihres Aufbaus betont flächenelastisch reagiert, führt eine hohe Federanzahl hier nur zu einer höheren Festigkeit. Weil die Federanzahl jedoch immer im Zusammenhang mit dem Körpergewicht betrachtet werden muss, kann eine zu hohe Federnzahl sogar bewirken, dass eine leichte Person zu viel Stützung erfährt und im Ergebnis zu hart liegt. Bei Bonellfederkern-Matratzen ist die Federn-Anzahl alleine deshalb wenig aussagekräftig.

Abgesehen davon macht auch das Material der Polsterung oberhalb des Federkerns einiges aus: Eine Schicht aus punktelastischem Latex oder Kaltschaum mit hohem Raumgewicht bringt die Wirkung eines guten Federkerns besser zur Geltung als eine Abdeckung aus unelastischem Filz oder kurzlebigem Billigschaumstoff. Deshalb solltest Du Dich in Deiner Kaufentscheidung nie allein von der Anzahl der Federn leiten lassen.

Überdurchschnittlich viele Federn können sich sogar nachteilig auswirken: Hochwertige Bonellfederkernmatratzen sind durch ihren hohen Metallanteil schwerer und dadurch beim Beziehen oder Wenden für viele Menschen noch schwieriger zu handhaben. Generell liegt das Gewicht von Matratzen mit Bonellfederkern aber im niedrigen bis mittleren Bereich − also meist zwischen den leichteren Kaltschaummatratzen und den sehr schwereren Tonnentaschenfederkern- oder Latexmatratzen.

Anzahl der Feder-Windungen (Gangzahl)

Die sogenannte Gangzahl der verbauten Stahlfedern gilt ebenfalls als Kriterium zur Qualitätsbeurteilung von Federkernmatratzen. Sie gibt an, wie viele Windungen jede einzelne Feder aufweist. Federn mit einer hohen Anzahl an Windungen verbessern den Schlafkomfort, da sich die Liegefläche durch ihre gesteigerte Elastizität besser an Belastungen anpassen kann. Außerdem gelten Federn mit hoher Gangzahl als robuster und können die Lebensdauer des Bonellfederkerns verlängern.

Tabelle: Feder-Gangzahl & Matratzen-Qualität

Anzahl WindungenMatratzenqualität
3 minderwertig, nicht zu empfehlen
4 geeignet zur gelegentlichen Nutzung (z.B. Gästebett)
5 gut
6 oder 6,5 sehr gut
7 oder mehr hervorragend

 

Raumgewicht

Das Raumgewicht gilt bei Schaumstoffmatratzen als wichtigstes Qualitätsmerkmal. Bei Federkernmatratzen dreht sich dagegen alles um die Metallfedern: Hier spielt das Raumgewicht nur eine Rolle, weil der Bonellfederkern nach außen durch eine oder mehrere zusätzliche Schaumstoffschicht(en) gepolstert ist. Bonellfederkernmatratzen sollten wie alle Federkernmatratzen möglichst mit hochwertigen, sehr dichten Schäumen mit einem hohen Raumgewicht ausgestattet sein – auf diese Weise wird sichergestellt, dass die innenliegenden harten Metallfedern auch nach längerer Nutzung nicht durch die Außenhülle hindurch spürbar werden.

Matratzenbezug

Genau wie die Deckschicht einer Bonellfederkernmatratze sollte auch der Bezugsstoff leicht dehnbar und etwas elastisch sein, um die Wirkung der Federn nicht abzuschwächen. Wesentlich ist auch eine hochwertige Verarbeitung mit dichtem Gewebe und haltbaren Nähten, da Matratzen mit Bonellfederkern aufgrund des harten Metalls der Federn extremen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind.

Aus hygienischen Gründen sollte jeder Matratzenbezug mit einem Rundum-Reißverschluss ausgestattet sein: So lässt er sich bei Verunreinigungen oder Flecken einfach abnehmen und in die Waschmaschine stecken, und AllergikerInnen können zumindest außen Staub und Milben regelmäßig entfernen. Eine Synthetik-Beimischung erhöht die Formstabilität des Bezugsstoffs. Waschtemperaturen bis 60° C sollten schon aus Hygienegründen für jeden modernen Matratzenbezug zugelassen sein.

Liegezonen

Mehrere Liegezonen sollen bei Matratzen die angemessene Stützung unterschiedlich schwerer Körperregionen wie Beine, Becken, Taille, Schultern und Nacken bewirken. Bei Taschen- und Tonnentaschen-Federkernmatratzen gibt es Modelle mit 3, 5, 7 oder 9 Liegezonen. Für Matratzen mit flächenelastischem Bonellfederkern spielen Zonen jedoch keine Rolle, da ihr drahtverbundener Federkern keine Einteilung in unterschiedlich nachgiebige Bereiche zulässt. Ein großer Nachteil ist das vermutlich nicht: Die Ergebnisse unabhängiger Matratzentests haben wiederholt gezeigt, dass Liegezonen kein Garant für mehr Schlafkomfort sind.

Probeschlafen, Garantie & Prüfsiegel

Dein Körper kann mehrere Wochen brauchen, um sich an eine neue Schlafunterlage anzupassen. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist deshalb auch bei Bonellfederkern-Matratzen die Möglichkeit zum unverbindlichen Probeschlafen bei Dir zuhause – selbstverständlich auf der ausgepackten Matratze und für einen großzügig bemessenen Zeitraum.

Probeschlaf-Optionen lassen Dir genug Zeit zum Testen – ganz anders als das kurze, oft hektische Probeliegen im Matratzenladen. Seriös sind Angebote, die Dir ähnliche Bedingungen einräumen, wie wir es für unsere Snooze Project Matratze tun. Ein großer Vorteil des Probeschlafens ist auch die erleichterte Rückgabe bei Nichtgefallen, denn meist musst Du diese nicht erst wortreich begründen. Auf hochwertigere Bonell-Federkernmatratzen gewähren viele Anbieter außerdem bis zu 10 Jahre Garantie, die allerdings nur bei sachgemäßer Benutzung gilt.

Die gesundheitliche Unbedenklichkeit einer Federkernmatratze kannst Du am leichtesten an renommierten Prüfsiegeln wie STANDARD 100 by OEKO-TEX® erkennen. Matratzen aus heimischer und damit ökologisch günstigerer Produktion in einem deutschen Fachbetrieb sind in puncto Schadstofffreiheit und Umweltfreundlichkeit eher zu empfehlen als Billigmatratzen aus Fernost, die bereits vor ihrem Verkauf große Transportstrecken zurückgelegt haben und nicht selten ein Innenleben aus minderwertigen Materialien aufweisen.

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  • Wieder mal was Neues gelernt

    Ein gut geschriebener Artikel! Spannend finde ich auf jeden Fall die Entstehungsgeschichte der Bonellfederkernmatratze.