Komfortschaummatratze

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Material: Heißschaum / Weichschaumstoff / Komfortschaum


Neben einfachen Federkernmatratzen zählen auch Matratzen aus Komfortschaum zu den insgesamt preisgünstigsten Matratzentypen in eher schlichter Bauweise. Komfortschaum-Matratzen können durchaus ihre Berechtigung haben, eignen sich jedoch nicht für alle Schlaftypen gleichermaßen gut. Woraus besteht eine Komfortschaum-Matratze, welche Vor- und Nachteile haben derartige Schaumstoffmatratzen, und für wen sind sie am besten geeignet?

Obwohl die meisten Hersteller und Händler noch nicht einmal die einfachsten Schaumstoff-Matratzen als solche bezeichnen, sondern des besseren Klangs wegen lieber mit 7-Zonen-Komfortschaum-Matratzen werben, besteht das Innere der meisten in Deutschland verkauften Matratzen in Wirklichkeit aus Schaumstoff. Mehr Infos über die Unterschiede zwischen Heißschaum- und Kaltschaummatratzen findest Du jederzeit zum Nachlesen in unserem großen Matratzenarten-Vergleich.

Definition Komfortschaummatratze

Komfortschaum-Matratzen bilden die tendenziell preisgünstigste und schlichteste Unterart aller Schaumstoff-Matratzen. Ihr Kern besteht typischerweise aus Polyurethan-Weichschaumstoff (auch PU, PUR oder fälschlicherweise Purschaum genannt), der in Anspielung auf die zu seiner Herstellung erforderlichen Wärmezufuhr auch als Heißschaum (im Gegensatz zum höherwertigen Kaltschaum) bezeichnet wird. Die spezifischen Aufschäum-Methoden tragen zur sehr gleichmäßigen Porung und dadurch relativ geringen Elastizität von Heißschaum bei.

Material-Eigenschaften von Komfortschaum

PU-Komfortschaum gehört zu den leichtesten Matratzen-Materialien. Eine einfache Komfortschaummatratze fühlt sich im Vergleich mit einer hochwertigen Kaltschaummatratze nachgiebiger an und reagiert eher flächenelastisch − Dein Körper sinkt also nicht punktgenau, sondern insgesamt etwas breitflächiger in die Oberseite der Matratze ein. Dadurch fällt die Anpassung der Liegefläche an Deine Körperkonturen bei einer Komfortschaum-Matratze in vielen Fällen fühlbar schlechter aus als bei einer Matratze aus Kaltschaum.

Durch ihre feine, aber offenporige Struktur sind Matratzen aus Komfortschaum sehr gut durchlüftet und noch atmungsaktiver als Kaltschaummatratzen, zugleich aber auch weniger stark punktuell belastbar. Dem Gewicht, der natürlichen Schweißentwicklung sowie der Wärme eines ruhenden Körpers hat Komfortschaum alias Heißschaum auf längere Sicht nur wenig entgegenzusetzen: Als Matratzenmaterial in alleiniger Verwendung ist dieser sehr weiche Schaumstoff oft nur eingeschränkt geeignet, da es schon nach recht kurzer Zeit zur Bildung von Dellen in der Matratzenmitte kommen kann.

Eigenschaften & Aufbau von Matratzen aus Komfortschaum


Die Bezeichnung Komfortschaum verheißt ein besonders angenehmes Liegegefühl, doch Matratzen aus Kaltschaum können in den meisten Schlafsituationen mit mehr Vorzügen aufwarten. Die deutlichsten Nachteile einer gewöhnlichen Schaumstoff-Matratze mit sogenanntem Komfortschaum-Kern sind ihre mangelnde Nachgiebigkeit und ihre kurze Lebensdauer: Bereits nach wenigen Monaten treten bei besonders minderwertigen Modellen erste störende Liegekuhlen auf, die Deinen Schlafkomfort empfindlich stören und das nächtliche Umdrehen behindern können.

Moderne Verwendung: Komfortschaum als Basismaterial

Es gibt zwei verschiedene Typen von Komfortschaum-Matratzen: Die einen bestehen aus reinem Heißschaum, die anderen sind − meist nur auf einer Seite − mit zusätzlichen Auflagen ausgestattet. In vielen modernen Matratzen dient Komfortschaum heute wegen seiner speziellen Liegeeigenschaften als großflächig stützende, dampfdurchlässige Basisschicht. Je nach Material-Auswahl wird durch die Kombination zweier Schaumstoffe mit sich ergänzenden Eigenschaften sogar ein besonders hoher Liegekomfort für die unterschiedlichsten Schlaftypen erreicht.

Auch für unsere smarte Snooze Project Kaltschaummatratze nutzen wir das eben beschriebene Prinzip. Als Basisschicht einer Matratze mit schichtweisem Aufbau erreicht Komfortschaum eine deutlich längere Haltbarkeit als in den reinen Komfortschaummatratzen: Er wird nicht direkt belastet und kommt nicht mit Deinem Körper in Berührung, sondern dient lediglich als atmungsaktiver Unterbau einer anpassungsfähigeren Schicht aus punktelastischem, besonders hochwertigem Kaltschaum. In diesem Zusammenhang brauchst Du Dir um die Langlebigkeit der Matratze also keine Gedanken zu machen, da sich Komfortschaum als stabilisierende Basis ideal eignet.

In der nachfolgenden Kaufberatung gehen wir deshalb ausschließlich auf die Eignung und Charakteristika einfacher, besonders billig hergestellter Schaumstoffmatratzen aus purem Heiß- bzw. Komfortschaum ohne gesonderte Deckschicht ein.

Kaufberatung Komfortschaummatratze: Vorteile, Nachteile, Tipps


Aufgrund ihres überwiegend niedrigen Preises werden Matratzen aus Komfortschaum noch immer in großen Stückzahlen verkauft. Angesichts ihrer vergleichsweise kurzen Lebensdauer reiner Heißschaummatratzen sind häufiger Neukäufe erforderlich als bei anderen Matratzentypen − den Anbietern beschert dieser Fakt ein willkommenes Umsatzplus, während Du als Kunde jedes Mal von Neuem den mitunter stressigen Auswahlprozess für die nächste Ersatzmatratze durchlaufen musst.

Überblick: Vorteile & Nachteile von Komfortschaummatratzen

Wie alle Matratzengattungen haben auch Komfortschaummatratzen materialtypische Vor- und Nachteile, die Du vor dem Kauf unbedingt beachten solltest. Die folgende Liste kann Dir dabei als übersichtlicher Ratgeber dienen und Dir helfen, Deine konkreten Anforderungen und Schlafvorlieben mit den Leistungen einer Matratze aus Komfortschaum abzugleichen.


Vorteile der Komfortschaummatratze:

  • Atmungsaktiv: Das offenporige Kernmaterial unterstützt ein luftiges Schlafklima ohne Hitze- oder Feuchtigkeitsstau
  • Geringes Gewicht: Leichtere Handhabung beim Beziehen & Wenden, weniger mühsamer Transport als bei schweren Matratzen aus Viscoschaum oder Latex
  • Keine störenden Geräusche: Im Gegensatz zu Federkernmatratzen kann in Schaumstoffmatratzen generell nichts knarren oder quietschen
  • Niedriger Preis im Vergleich mit den meisten restlichen Matratzentypen


Neutrale Eigenschaften der Komfortschaummatratze:

  • Geringe Wärmespeicherung: Durch sein kühles Liegegefühl besonders im Winter eignet sich Komfortschaum eher für Menschen, die im Bett nicht so schnell frieren; wer zum nächtlichen Schwitzen neigt, empfindet den offenporigen Komfortschaum meist als angenehm


Nachteile der Komfortschaummatratze:

  • Schlechte Umweltbilanz durch hohe Wärmezufuhr bei der Herstellung
  • Lattenrost erforderlich: Gerade Matratzen aus eher minderwertigen Materialien müssen meist auf einem Lattenrost liegen, der ihre ausreichende Belüftung gewährleistet − viele Hersteller weisen hierauf nur sehr versteckt in ihren Garantiebedingungen hin
  • Mehraufwand durch Wenden: Um der Bildung von Liegekuhlen vorzubeugen, müssen Matratzen aus Komfortschaum regelmäßig gewendet werden − für SeniorInnen oder gesundheitlich beeinträchtigte Personen ist dies kaum zu bewerkstelligen
  • Fehlerhafte Angaben zu Körperzonen: 7-Zonen-Komfortschaum-Matratzen sollen Skelett und Muskulatur dank variabler Liegebereiche besser stützen, doch laut Tests der Stiftung Warentest stimmen die Herstellerangaben bei zonierten Matratzen nur selten
  • Anfällig für Kuhlenbildung: Viele Komfortschäume leiden unter der Einwirkung von Gewicht und Körperwärme derart, dass sich schon nach kurzer Zeit störende Dellen in der Liegefläche bilden
  • Leicht entflammbar: Im Brandfall gefährlicher als Kaltschaummatratzen, daher nicht empfohlen für Raucher
  • Relativ kurze Lebensdauer im Vergleich mit den anderen Matratzentypen

Eignung von Matratzen aus einfachem Schaumstoff / Komfortschaum / Heißschaum

Die charakteristischen Merkmale von Komfortschaum als Matratzenmaterial bringen also einige Vorteile, aber auch nicht zu unterschätzende Nachteile mit sich − beides solltest Du im Hinblick auf Deine Bedürfnisse und Deine heimische Schlafsituation gründlich gegeneinander abwägen. Dass Matratzen aus Komfortschaum besonders leicht sind, vereinfacht zum Beispiel den Transport und die alltägliche Handhabung beim Wenden oder Beziehen, wirkt sich andererseits aber auch negativ auf die Elastizität aus.

Weil Heißschaumstoff unter hohen Belastungen schnell ermüdet, eignen sich Komfortschaummatratzen hauptsächlich für leichte, zierliche SchläferInnen. Dieses Wissen vorausgesetzt gibt es einige typische Anwendungsbeispiele, bei denen es sich sehr wohl lohnen kann, statt einer teuren Matratze aus Gelschaum oder Latex eine simple, billige Schaumstoffmatratze zu kaufen.

Für Kinder und Teenager, deren Knochenwachstum noch nicht vollständig abgeschlossen ist, bieten billige Komfortschaum-Matratzen einen brauchbaren Ersatz für teurere Matratzentypen. Ab einer Körpergröße von 1,50 m oder einem Lebensalter von 15 Jahren sollten die einfachen Schaumstoffmatratzen jedoch besser gegen eine hochwertigere Matratze mit besseren ergonomischen Eigenschaften ausgetauscht werden.

Komfortschaum-Matratzen können bei seltener Nutzung oder für Menschen mit geringem Körpergewicht eine sinnvolle Alternative sein. Auch für den gelegentlichen Einsatz in Campern bzw. Wohnmobilen, im Ferienhaus oder im Gästezimmer reicht eine einfache Schaumstoffmatratze meist aus. Zur dauerhaften Nutzung durch normal- oder schwergewichtige Erwachsene sind Matratzen aus weichem Komfortschaum wegen ihrer schlechten Stützeigenschaften aber weniger zu empfehlen.


Eignung der Komfortschaum-Matratze: Personengruppen & Anwendungszwecke (Liste):

  • Leichte Personen mit einem Körpergewicht bis ca. 50 kg
  • Kleinkinder, Kinder und Jugendliche bis ca. 15 Jahre bzw. 1,50 m Körpergröße
  • Gelegentliche Nutzung (Gästezimmer, Ferienhaus etc.)
  • Einsatz in selten beheizten Räumen (Gartenhaus, Kellerraum)

Qualitätsmerkmale bei Komfortschaummatratzen


Auch wenn eine Matratze aus preisgünstigem Komfortschaum nur für den gelegentlichen Gebrauch vorgesehen ist, solltest Du bei ihrem Kauf auf einige wesentliche Ausstattungsmerkmale achten. Dazu gehört ein hochwertiger, haltbar vernähter Bezug mit Wendeschlaufen, die eine einfachere Handhabung der sperrigen Matratze ermöglichen. Falls Du Dich für eine Komfortschaum-Matratze entscheidest, solltest Du sie regelmäßig umdrehen und wenden, damit sie sich nicht einseitig durchliegt. Beachte am besten schon vor dem Kauf die diesbezüglichen Herstellerhinweise, um später keine unangenehme Überraschung zu erleben.

Matratzenbezug

Aus hygienischen Gründen sollte jeder Matratzenbezug mit einem Rundum-Reißverschluss ausgestattet sein: So lässt er sich bei Verunreinigungen oder Flecken einfach abnehmen und in die Waschmaschine stecken, und auch Allergiker können Staub und Milben auf diese Weise sicher entfernen. Eine Synthetik-Beimischung sorgt für die bessere Formstabilität des Bezugsstoffs. Zugelassene Waschtemperaturen bis 60° C sollten heutzutage schon aus Hygienegründen für jeden Matratzenbezug selbstverständlich sein.

Liegezonen für 5 oder 7 Körperbereiche

In den Labors der Stiftung Warentest werden Matratzen umfassend auf ihre technischen und ergonomischen Eigenschaften untersuchen. Die Tester stellten inzwischen wiederholt fest, dass sich angeblich vorhandene Zonen kaum auf den Schlafkomfort auswirken − dies gilt nicht nur für Matratzen aus Komfortschaum, sondern auch für andere Matratzengattungen. Da sich fast jeder Mensch im Schlaf bewegt, gelangt die Wirkung der unterschiedlichen Zonen von vornherein nicht zuverlässig an die dafür vorgesehenen Körperpartien. Eine 7-Zonen-Komfortschaum-Matratze ist häufig nicht besser als eine unzonierte Matratze, wird jedoch meist teurer angeboten.

Raumgewicht

Ein aussagekräftiger Hinweis auf die hohe Qualität einer Komfortschaummatratze ist dagegen ihr Raumgewicht (auch RG-Wert genannt). Es gibt die Dichte des verbauten Schaumstoffs an und sollte gerade bei Heißschaum möglichst hoch sein, um eine lange Haltbarkeit des Matratzenkerns sicherzustellen. Während Herstellerangaben zu Härtegraden nicht gesetzlich genormt sind, lässt sich das Raumgewicht jeder Schaummatratze anhand einer mathematischen Formel berechnen und dadurch sehr gut mit dem anderer Modelle vergleichen.

Je höher das Raumgewicht, desto besser sind die Gebrauchseigenschaften einer Schaumstoffmatratze. Bei Matratzen aus Komfortschaum sind RG-Werte ab 28 kg/m3 üblich: Gut sind bereits Modelle ab einem Raumgewicht von ca. 30 kg/m3, während die besten Modelle dieses Matratzentyps gelegentlich auch RG-Werte von 40 oder mehr erreichen können. Modelle mit hohem RG-Wert sind schwerer und meist etwas teurer als die einfachsten Komfortschaum-Matratzen, da sie eine größere Menge des Ausgangsmaterials Polyurethan enthalten − dafür halten sie aber auch deutlich länger als Modelle mit niedrigen RG-Werten.

Probeschlafen, Garantie & Prüfsiegel

Serviceleistungen des Matratzenhändlers oder -onlineshops verraten Dir einiges über dessen Seriosität. Komfortschaummatratzen, die für eine ständige Nutzung vorgesehen sind, solltest Du nur bei Anbietern kaufen, die Dir die Gelegenheit zum Probeschlafen in Deinen eigenen vier Wänden geben: Probeschlaf-Optionen geben Dir viel mehr Zeit zum Testen als das kurze Probeliegen im Matratzenladen, und Du kannst die Matratze bei Nichtgefallen meist einfacher zurückgeben.

Obwohl Matratzen aus Heißschaum für ihre relativ kurze Lebensdauer bekannt sind, gibt es innerhalb dieser Matratzengattung große Qualitätsunterschiede. Deshalb solltest Du nur solche Komfortschaummatratzen in Betracht ziehen, bei denen Dir der Hersteller mindestens 5 Jahre Garantie auf die Beständigkeit des Matratzenkerns einräumt. Zum Vergleich: Hochwertige Kaltschaummatratzen erreichen meist einen Nutzungszeitraum von 10 Jahren und mehr, was sich auch in entsprechend langen Garantiezeiten niederschlägt.

Die gesundheitliche Unbedenklichkeit einer Komfortschaummatratze kannst Du am leichtesten an renommierten Prüfsiegeln wie STANDARD 100 by OEKO-TEX® erkennen. Matratzen aus heimischer und damit ökologisch günstigerer Produktion in einem deutschen Fachbetrieb sind in puncto Schadstofffreiheit und Umweltfreundlichkeit eher zu empfehlen als Billigmatratzen aus Fernost, die bereits vor ihrem Verkauf große Transportstrecken zurückgelegt haben.

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