Nachhaltig einkaufen im Internet: Unsere Tipps

Klimafreundlich online shoppen – geht das?

Online-Shopping erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Nicht zuletzt durch die Schließungen des lokalen Einzelhandelns im Zuge des Lockdowns, erledigen immer mehr Konsumenten ihre Einkäufe im Netz. Aber geht das auch klimafreundlich? Auf den ersten Blick liegt die Vermutung nahe, dass der Einkauf im Ladengeschäft um die Ecke umweltfreundlicher sei. Aber ist dem wirklich so?

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Nachhaltiger Konsum beginnt mit der Auswahl des Produktes

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes zum Thema Treibhausgasemissionen im Online Handel tragen Transport und Handel nur zwischen 1 bis 10 % zu den Gesamtemissionen eines Produktes bei. Das bedeutet: Die Wahl zwischen lokalem Geschäft oder Online Handel ist weniger entscheidend für die Klimabilanz eines Einkaufs. Den größten Einfluss hat die Herstellung des Produktes: Wie umweltfreundlich ist die Produktion? Wie langlebig ist das Produkt? Welche Materialien werden verarbeitet? Nur einige von vielen Fragen, die den ökologischen Fußabdruck von Produkten maßgeblich beeinflussen. Während beim stationären Handel vor allem der Energieverbrauch des Geschäfts sowie die Anreise der Kunden weitere, wichtige Faktoren darstellen, zählen im Online Handel Lieferwege, Verpackungen und der Umgang mit Retouren.

Wir zeigen Dir im Folgenden wie Du Deinen nächsten Online-Einkauf nachhaltiger gestalten kannst.

Die Suche nach dem richtigen Produkt

Egal, ob Du bereits weißt, was für ein Produkt Du kaufen möchtest oder ob Du auf Inspiration im Internet setzt – starte Dein nachhaltiges Online-Shopping mit dem Wechsel zu einer umweltfreundlichen Suchmaschine. Beliebt ist zum Beispiel die Suchmaschine Ecosia, welche für Deine Suchanfragen Bäume pflanzt.

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Produkt gefunden, aber wie ist nun die Öko-Bilanz?

Die Ökobilanz von Produkten zu berechnen, ist gar nicht so einfach – schließlich beeinflussen unzählige Faktoren den ökologischen Fußabdruck von Waren und viele von ihnen sind für den Konsumenten nicht transparent. Einige Online-Shops bieten klimaneutrale Produkte an. In diesem Fall kannst Du Dich wahrscheinlich auf der Website des Unternehmens informieren oder den Kundenservice kontaktieren, wenn Du genauere Informationen erhalten möchtest. Mit dem Kauf klimaneutraler Produkte leistest Du einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz. Diese Möglichkeit bieten auch wir unseren Kunden.

Mehr über unseren Weg zum klimaneutralen Online-Shop erfährst Du HIER.

Du wirst vermutlich nicht für jedes Produkt eine klimaneutrale Variante finden können. Damit Du leichter einschätzen kannst, welche angebotenen Produkte eine gute Öko-Bilanz haben, kannst Du nach einigen, bekannten Siegeln Ausschau halten. Im Folgenden erhältst Du einen kurzen Überblick.

Anerkannte Siegel bieten Orientierung beim Online-Einkauf

Für Textilien

  • Bluesign® PRODUCT (Wissenschaftler und Nachhaltigkeitsexperten überwachen die Einhaltung der Standards)
  • GOTS (Global Organic Textile Standard)
  • EU Ecolabel (Europäisches Umweltzeichen für umweltfreundliche Produkte)
  • Textiles Vertrauen – OEKO-TEX® (kein Bio-Siegel, steht aber für den Verzicht von bestimmten Schadstoffen)

Für Lebensmittel & Getränke

  • FAIRTRADE
  • Demeter (strenger als EU Standard)
  • GEPA
  • Bio-Siegel (EU, Deutschland)
  • MSC-Label (Fisch und andere Meeresfrüchte)
  • Mehrwegzeichen (Getränke-Flaschen)

Für Möbel, Spielzeug (Holzprodukte)

  • FSC-Label (steht für Nachhaltige Hölzer, allerdings in der Kritik aufgrund des Gewichts der Transport-Maschinen und daraus resultierenden Schäden am Boden)
  • PEFC-Label (Holzprodukte)
  • Holz von Hier (gemeinnützige bundesweite Initiative, Verwendung von heimischem Holz)

Für elektronische Geräte:

  • EU-Energielabel
  • Energy Star (vor allem Bürogeräte wie Computer, Drucker und Kopierer)
  • EU Ecolabel

Allgemeine Siegel:

  • TCO-Label
  • Blauer Engel
  • EU Ecolabel

Die meisten dieser Kennzeichen stehen für eine gute Ökologie bei der Herstellung und faire Arbeitsbedingungen. Dabei geht es vor allem um die Wahrung der Menschenrechte, faire Löhne und den Arbeitsschutz der Angestellten. Informiere Dich am Besten vorab wofür die Siegel im Detail stehen, denn es ist kaum möglich, dass ein Siegel alle für Dich relevanten Faktoren prüft. Du solltest also genau schauen, für welche Standards welches Siegel steht und welche Du auf Basis dessen zukünftig berücksichtigen möchtest. Auch beim Umweltbundesamt bekommst Du sehr umfangreiche Infos zu verschiedenen Siegeln und deren Bedeutung.

Unsere Tipps für nachhaltiges Online-Shoppen

Neben der Auswahl des Produktes, kannst Du noch viele weitere Dinge beachten, um Deinen Online-Einkauf nachhaltiger zu gestalten. Wir haben im Folgenden einige Tipps für Dich zusammengefasst.

Retouren vermeiden

Vermeide Rücksendungen, indem Du Dir genau überlegst, ob Du das Produkt wirklich brauchst. Versuche Dich so gut es geht über Deinen Wunsch-Artikel zu informieren, damit Du keine Retour-Sendung hast. Laut „Marktcheck“ werden jährlich 280 Millionen Pakete aus Online-Bestellungen retour-geschickt! Diese landen gerade bei sehr großen Anbietern oft im Müll, weil der Aufwand für Reinigung und Neuverpackung größer ist als die Verschrottungskosten. Wenn Du Dir jetzt vorstellst, dass jedes dieser Pakete von Dir bis zum Anbieter zurücktransportiert wird – mit einem Kleintransporter – kannst Du Dir ausmalen, wie fies das für die Natur ist.

Recycelbare Produkte wählen

Versuche herauszufinden, ob Dein gewünschtes Produkt recycelbar, also wiederverwertbar ist. Gute Hinweise darauf sind das Siegel RECYCELBAR und wenn das Produkt aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz oder Bambus besteht. Bei Hygieneprodukten wie Kosmetik-Tüchern und Q-Tipps ist der Blaue Engel ein gutes Zeichen für einen nachhaltigen Rohstoff-Kreislauf.

Langlebige Produkte wählen

Je länger Dein neues Produkt nutzbar für Dich ist, desto besser für die Umwelt, denn: Die Herstellung neuer Produkte wird somit reduziert. Achte also darauf, Produkte zu wählen, die eine lange Lebensdauer haben und im Zweifel gut zu reparieren sind.

Sammelbestellungen aufgeben

Frage Deine Freunde, Verwandten, Nachbarn, ob sie mit Dir zusammen eine Bestellung aufgeben wollen. So spart ihr Verpackungsmüll, Lieferwege und Versandkosten. Und ein toller Bonus: Ihr lernt euch besser kennen und teilt dann auch die Vorfreude auf das Paket.

Express Versand vermeiden

Vermeide Express-Bestellungen, da die Lieferanten sonst gezwungen sind, für ein einzelnes Paket loszufahren. Es kann also nicht wie bei dem „Standard-Lieferweg“ gesammelt werden. Dadurch wird ein zusätzlicher Fahrtweg nötig, der unnötig CO2 in die Luft pumpt.

Umweltfreundliche Verpackungen

Bietet Dein gewählter Online-Shop umweltfreundliche Verpackungen an, z.B. eine Memo-Box? Das ist eine Versandtasche, die viele Male wiederverwendet wird. Dafür sendest Du sie nach dem Auspacken Deiner Einkäufe einfach an den Shop zurück. Alternativ kann die Verpackung der Produkte auch aus recycelten Materialien stehen oder das Produkt für den Versand besonders stark komprimiert werden. Du siehst . es gibt verschiedene Möglichkeiten die Verpackung umweltfreundlich zu gestalten.

Vermeide unnötige Wege Deines Pakets

Verfolge Deine Lieferung, damit Du Dein Paket auch entgegennehmen kannst. Oder bitte einen Nachbarn, es entgegenzunehmen. So vermeidest Du, dass Dein Paket unnötig weitere Runden dreht.

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