Snooze Project erklärt: Schaumstoff und die Schaumstoffmatratzen [Projekt: Matratzenkunde]

schaumstoffmatratzen

Einfach ist was anderes...

Boah, da soll nochmal einer behaupten, Matratzen kaufen wäre einfach! Schon beim dritten Satz des Verkäufers beim Matratzendiscounter an der Ecke hattest Du keine Ahnung mehr, was das alles sein sollte: Latex, Kaltschaum, Schaumstoff, Gelschaum, Viscoschaum... Verwirrt von all den Begriffen torkelst Du mühsam nach draußen an die frische Luft wie dunnemals Mr. Bean auf der Flucht aus der Parfümabteilung. Das sind doch alles Schaumstoffmatratzen, oder nicht? Ist das eigentlich immer das gleiche Material, und falls nicht: Wie zur Hölle unterscheidet man verschiedene Arten voneinander? Komm, wir verraten es Dir – damit Du ab jetzt ganz einfach die allerbeste Matratze für Dich findest!

Schaumstoff: Nicht mehr wegzudenken

Obwohl der Begriff in der Matratzenwerbung kaum erwähnt wird, bestehen die meisten der in Deutschland verkauften Matratzen aus Schaumstoff. Im stylischen Marketing-Sprech ist meist von Komfortschaum, Viscoschaum, Memoryschaum, Gelschaum oder Latex die Rede. In Wahrheit gehören Matratzen aus diesen Materialien eigentlich allesamt zur großen Gruppe der Schaumstoffmatratzen. Auch wenn die Werbefachleute gern einen großen Bogen um diese Bezeichnung machen: Sie klingt vielleicht nicht hip, doch Schaumstoffmatratzen bestimmen derzeit ganz klar den europäischen Matratzenmarkt.

Schaumstoff ist überall

Schaumstoff ist der Oberbegriff für ganz viele unterschiedliche Schäume, die auch Dir sicherlich schon ganz oft in Deinem täglichen Leben begegnet sind. So gibt es Spülschwämme aus Schaumstoff, Dein Sofa ist mit Schaumstoff gepolstert, Deinen Kaffee hält eine Thermoskanne mit isolierender Schaumstoffschicht im Innern stundenlang warm, und nicht zuletzt enthalten natürlich auch die handelsüblichen Matratzen unterschiedliche Schaumstoffe in veränderlichen Anteilen.

Die Natur war wieder mal schneller

Schaumstoffmatratzen sind die Weiterentwicklung eines Prinzips, das im Tier- und Pflanzenreich schon seit Tausenden von Jahren erfolgreich genutzt wird. So schützen Vogelnester Eier und geschlüpften Nachwuchs deshalb besonders gut, weil zwischen Halmen und Stroh viel Luft für perfekte Polsterung und Isolierung sorgt. Kein Wunder, dass schon bald nach der Erfindung der ersten Schaumstoffe deren Vielseitigkeit erkannt wurde: Inzwischen findest Du sie nicht nur als Verpackungsmaterial, sondern auch in unzähligen Alltagsgegenständen. Und im Auto-, Caravan-, Boots- und Flugzeugbau geht erst recht nichts mehr ohne Schaumstoffe aller Art. 

Was ist Schaumstoff eigentlich genau?

Schaumstoffe sind künstlich erzeugte Materialien und bestehen meistens aus geschäumten Kunststoffen – lediglich 100%iges Naturlatex bildet hier eine seltene Ausnahme. Fürs Schäumen werden unterschiedliche physikalische, chemische oder mechanische Verfahren eingesetzt. An den Schnittkanten kannst Du deutlich erkennen, dass Schaumstoffe stets aus sehr vielen winzigen Zellen bestehen, die miteinander verbunden einen großen Block bilden.

Unterschiede beim Raumgewicht

Da die Schaumstoffporen im Innern mit Luft oder ungefährlichen Gasgemischen gefüllt sind, zeichnet sich Schaumstoff generell durch sein relativ geringes Gewicht aus. Experten sagen, er hat im Vergleich zum Ausgangsmaterial eine niedrige Dichte. Speziell bei Schaumstoffen bezeichnen sie die Dichte auch als Raumgewicht (kurz RG genannt) – ein wichtiger Wert, der viel über die Qualität und Haltbarkeit von Schaumstoffen aussagt, und den Du Dir vor der Suche nach einer neuen Matratze unbedingt genauer ansehen solltest.

Schaumstoffe in Matratzen

Logisch: Da sich fast alle Kunststoffe zum Schäumen eignen, gibt es Schaumstoffe mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Manche haben (wie das sehr bekannte Styropor) eine erstaunlich hohe Druckfestigkeit und geben fast gar nicht nach. Doch wir reden im Zusammenhang mit Matratzen über solche Schaumstoffe, die sich leichter zusammendrücken lassen – sie geben nach, wenn Du Dich drauflegst, und machen dadurch Deine Nächte erst richtig bequem.

Verwirrende Härtegrade 

Je nach Raumgewicht und Porung sind manche Schaumstoffmatratzen weicher und manche härter. Dieser Unterschied wird oft in Härtegraden angegeben, die aber bislang leider nicht einheitlich genormt sind. Lass Dich davon aber nicht länger frusten: Neue One-for-All-Matratzen haben grundsätzlich mittlere Härtegrade und eignen sich deshalb für die meisten Körpertypen. Unser Tipp: Einfach probeschlafen und selbst in aller Ruhe ausprobieren – denn welche Schaumstoffmatratze für Dich die richtige ist, kannst schließlich nur Du selbst entscheiden.

Liegeeigenschaften je nach Schaumstoff-Auswahl

Weil Schaumstoffmatratzen keine weiteren Bauteile aus anderen Materialien wie Metall oder festen Kunststoffen enthalten, sollte schon während der Herstellung besonderes Augenmerk auf die Wahl der richtigen Schaumstoffe gelegt werden. Manche Schaumstoffe sind offenporig: Ihre Zellwände sind nicht vollständig geschlossen und lassen dadurch viel Luft durch. Der Vorteil: Wasserdampf vom nächtlichen Schwitzen kann so zügig nach außen abgegeben werden. Doch Schaumstoffe mit feineren, komplett geschlossenen Poren zeichnen sich im Vergleich dazu durch längere Haltbarkeit und bessere Liegeeigenschaften aus. Ein echtes Dilemma, das nach einer Lösung schreit.

Latex galt als Nonplusultra

Während der letzten Jahrzehnte entschieden sich viele Verbraucher für eine Latexmatratze, da Schaumstoffe aus Latexgrundstoffen besonders hohen Komfort bieten. Aufgeschäumter Latex ist äußerst punktelastisch: Matratzen aus solchen Schäumen reagieren gezielt auf jede noch so kleine Belastung und stützen Skelett und Muskulatur optimal ab. Doch leider hat Latexschaum auch nervige Nachteile: Im täglichen Gebrauch stöhnen viele Nutzer über das hohe Gewicht ihrer Latexmatratzen, zumal diese wegen ihrer schlechten Luftdurchlässigkeit auch noch regelmäßig gewendet werden müssen. Außerdem ist Latex ein teurer Grundstoff – Latexschaummatratzen findest Du daher bis heute tendenziell eher am oberen Ende der Preisskala.

Modeerscheinung Viscomatratze 

Um auch Kunden mit einer niedrigeren Preisvorstellung echte Alternativen anbieten zu können, brachten Matratzenhersteller im Lauf der Zeit die sogenannten Viscoschaum- oder Gelschaum-Matratzen auf den Markt. Zunächst klang alles nach einer echten Revolution: Viscoschaumstoffe reagieren auf unsere Köperwärme und passen sich nach einer Weile tatsächlich exakt den individuellen Körperformen eines Schläfers an. Nach der anfänglichen Begeisterung machte sich jedoch bei zahlreichen Käufern herbe Ernüchterung breit: Beim Ins-Bett-Legen fühlen sich solche Schaumstoffmatratzen oft unangenehm kalt an, und haben sie sich erstmal angepasst, wird das Umdrehen im Schlaf nicht selten zum ungewollten Klettertraining.

Herausforderung für Forscher 

Währenddessen ging die Suche nach dem optimalen Matratzenschaumstoff unvermindert weiter. Materialforscher mussten über Jahre hinweg in ihren Labors an der Entwicklung besserer Schaumstoffe tüfteln, bis ihnen schließlich tatsächlich der große Coup gelang: Moderne Schaumstoffmatratzen können den Liegekomfort von Latex und die alltagstauglichen Eigenschaften der ersten Kunststoff-Schäume in sich vereinen. Die ersehnte Lösung lag in der Weiterentwicklung der sogenannten Kaltschäume – sie heißen übrigens deshalb so, weil bei ihrer Produktion keine Wärmeentwicklung auftritt.

Vorteile moderner Schaumstoffmatratzen 

Von den Kinderkrankheiten früher Schaumstoffmatratzen ist mittlerweile also nicht mehr viel zu spüren. Ein Glück für Dich, denn inzwischen findest Du im Handel bereits zu bezahlbaren Preisen sehr komfortable Kaltschaummatratzen mit hoher Punktelastizität und langer Haltbarkeit. Die Preisdifferenz zum Latex kannst Du Dir jetzt sparen – und die tolle Bettwäsche, in die Du Dich neulich verguckt hast,  gleich noch dazu bestellen. Kaltschaummatratzen der neuen Generation sind im Vergleich mit Latex echte Leichtgewichte und lassen sich ganz bequem beziehen, lüften und wenden.

Für wen eignen sich Schaumstoffmatratzen? 

Da sie Milben so gut wie keine Chance lassen, sind Schaummatratzen für Allergiker die allererste Wahl. Je nach Schaumdichte und -art fühlen sich durch die hohe Anpassungsfähigkeit moderner Schaumstoffe aber auch fast alle anderen Schlaftypen auf ihnen wohl – sogar bei vorhandenen Rückenbeschwerden. Falls Du nicht zum Clan der Frostbeulen gehörst, hältst Du am besten nach einer Kaltschaummatratze Ausschau: Im Gegensatz zu Latex- oder Viscomatratzen gewährleistet Kaltschaum eine sehr ausgewogene Belüftung und sorgt für eine angenehme Schlaftemperatur. Anders als bei der anderen großen Matratzengruppe, den Federkernmatratzen, erzeugen Drehbewegungen auf Schaumstoffmatratzen übrigens keinerlei störende Geräusche – damit ist Deine Nachtruhe auf Jahre hinaus gesichert.

Preisgünstige Schaumstoffmatratzen 

Einfache Schaummatratzen ohne jedes Extra müssen nicht per se schlecht sein: Besonders bei seltener Nutzung oder für Kinder mit ihrem geringen Körpergewicht können sie durchaus eine sinnvolle Alternative bieten. Suchst Du eine Matratze für den Campingbus, Euer Ferienhaus oder fürs nur gelegentlich bevölkerte Gästezimmer? Auch hier reicht eine billigere Schaumstoffmatratze meist völlig aus. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Stiftung Warentest, die Discounter-Matratzen aus dem Angebot immer wieder spontanen Schnelltests unterzieht.

Für wen eignen sich Schaummatratzen weniger gut? 

Obwohl die positiven Merkmale von Schaumstoffmatratzen den meisten Schlaftypen entgegenkommen, solltest Du in bestimmten Fällen besser eine Federkernmatratze wählen. Durch ihre Hohlräume im Innern bieten Federkernmatratzen hervorragende Belüftungseigenschaften. Damit sind sie perfekt, falls es Dir im Bett schnell zu warm wird und/oder Du zum Schwitzen neigst. Du hast eine Figur wie Bud Spencer zu seinen besten Zeiten oder bist so groß und durchtrainiert wie Box-Champion Wladimir Klitschko? Dann kannst Du auch Schaummatratzen bedenkenlos nutzen, sofern diese mindestens 18 Zentimeter dick sind. Nur auf diese Weise ist gewährleistet, dass Dein Körper tief genug in die Matratze einsinken kann und dennoch eine ausreichende Stützung erfährt.

Fusion-Matratzen für (fast) alle 

Um neben den hervorragenden Liegeeigenschaften ausgewählter Kaltschäume auch einen immer besseren Luftaustausch zu gewährleisten, sind viele Matratzen-Anbieter mittlerweile dazu übergegangen, mehrere Schaumstoffsorten intelligent miteinander zu kombinieren. Besonders Onlineshops wie Snooze Project ließen sich offenbar von der beliebten Fusion-Küche inspirieren: Sie setzen bei der Kreation ihrer praktischen One-for-All-Matratzen auf die besten Eigenschaften mehrerer „Zutaten“. Ein offenporiger Schaumstoff sorgt zum Beispiel als stützende Basisschicht nicht nur fürs angenehme Schlafklima, sondern verteilt auch das Gewicht Deines Körpers gleichmäßig über die gesamte Matratzenfläche. Eine dicke, darüber liegende Komfortschicht aus hochwertigem Kaltschaum gibt punktelastisch nach und bietet Dir maximalen Schlafkomfort.

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