Headspace – eine Schlafanleitung: Guter Schlaf zum Streamen auf Netflix?

Zuletzt aktualisiert am 17. August 2021
Veröffentlicht am 19. Juli 2021

Schlafen k√∂nnen wir alle. Aber was wissen wir eigentlich √ľber den Schlaf? Die Netflix Serie “Headspace: Eine Schlafanleitung” widmet sich in sieben kurzen Episoden dem Thema Schlaf. Dabei werden durchaus Einsichten pr√§sentiert, die f√ľr Einsteiger*innen in die wichtige Wissenswelt des Schlafes n√ľtzlich sein k√∂nnen.

Einf√ľhrung: Headspace – eine Schlafanleitung: Guter Schlaf zum Streamen?

Fragt man die Bundesb√ľrger*innen, so sagt jede/r zweite, dass er nicht genug schl√§ft. Laut DAK-Gesundheitsreport 2017 sollen 80 Prozent der Erwerbst√§tigen sogar schlecht schlafen. Es sind wohl auch diese Statistiken, die den Streaming-Riesen Netflix dazu veranlasst haben, inmitten von Thrillern, Mystery-Serien oder SciFi-Abenteuern eine Serie √ľber den Schlaf zu platzieren. “Headspace: Eine Schlafanleitung” verbindet Informationen √ľber den Schlaf aus Schlafforschung und -medizin mit kurzen Achtsamkeits√ľbungen und Meditationen, die beim Einschlafen helfen sollen. Wir haben die 7 Folgen angeschaut und informieren √ľber eine Serie, die auf intelligente Art und Weise m√ľde macht, ohne verschnarcht zu sein.

Was ist Headspace?

Headspace ist eigentlich eine Meditations-App. Sie soll dabei helfen, Deine Aufmerksamkeit nach innen zu richten und den Geist aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Beim Abo-Modell kann aus mehreren hundert Meditationen zu verschiedenen Themen ausgew√§hlt werden. Ob Dir das zum Beispiel 10 Euro pro Monat an Geb√ľhren wert ist, musst Du selbst entscheiden. Um die Netflix-Serie zu sehen, ben√∂tigt man nur den Netflix-Account. Gesonderte Geb√ľhren fallen nicht an.

Der Aufbau der Serie

Jede Folge der Serie “Headspace: Eine Schlafanleitung” hat einen Themenschwerpunkt, der in einfacher, nachvollziehbarer Sprache wichtige Informationen zum Schlaf bereitstellt. Dazu h√∂ren wir die angenehme, sanft-ruhige Stimme einer Frau namens Eve und sehen Animationen, die das Gesagte illustrieren. Zum Abschluss gibt es jeweils eine Achtsamkeits√ľbung/ Meditation, die beim Einschlafen helfen soll. Die Folgen sind ca. 15 min lang. Ein gutes Ma√ü, um sie als Betthupferl zu nutzen.

Folge 1 ‚ÄúBesser schlafen‚ÄĚ

Immer noch kursieren Gedanken zum Thema Schlaf in unserer Mitte, die man einmal hinterfragen sollte. Genau das macht die erste Folge der Netflix-Serie “Headspace: Eine Schlafanleitung”. Es geht also um Schlafmythen. Braucht der Mensch 8 Stunden Schlaf? Ist intensiver Sport vor dem Zubettgehen sinnvoll? Ein Gl√§schen Alkohol kann doch vor dem Schlafengehen eigentlich auch nicht schaden, oder? Diese und andere Fragen und Antworten bilden einen guten Einstieg, um sich mit dem eigentlich sehr komplizierten und wissenschaftlich anspruchsvollen Thema Schlaf zu besch√§ftigen. Auch in diesem Blog findest Du eine ausf√ľhrliche Besprechung der sogenannten Schlafmythen.

Folge 2 ‚ÄúDas Telefon ruhen lassen‚ÄĚ

Ein Leben ohne Handy k√∂nnen sich die meisten von uns sicher nicht mehr vorstellen. Es ist unbestritten, dass Technologie unser Leben einfacher gemacht hat und einfacher macht. Greifen wir einmal in die Mottenkiste der Binsenweisheiten und sagen an dieser Stelle: Da wo Licht, ist auch Schatten. Wobei in diesem Fall das Licht eigentlich der Schatten ist. Denn mit der Erfindung der Gl√ľhbirne, also des k√ľnstlichen Lichts haben sich auch die Umst√§nde f√ľr unser Schlafverhalten ge√§ndert. Darum geht es in dieser Folge der Serie. Hauptquelle f√ľr blaues Licht war fr√ľher die Sonne. Heute sind es auch PCs, Laptops oder Smartphones, die dieses Spektrum des Lichts ausstrahlen. Blaues Licht unterdr√ľckt Melatonin, ein wichtiges Hormon, das uns schl√§frig macht. Ausreichend erforscht ist der Zusammenhang zwischen der Displaybeleuchtung und dem Schlaf zwar noch nicht, dennoch lohnt es sich, die elektronischen Ger√§te rechtzeitig vor dem Zubettgehen ‚Äúaus den Augen zu verlieren‚ÄĚ. Warum erf√§hrst Du in dieser Episode der Netflix-Serie.

Folge 3 ‚ÄúDie sonderbare Welt der Tr√§ume‚ÄĚ

Eine Schlafanleitung kommt nat√ľrlich nicht ohne die Besch√§ftigung mit dem Tr√§umen aus. Die dritte Folge widmet sich folgerichtig der Welt der Tr√§ume. Wenn wir tr√§umen, funktioniert zwar unser Bewusstsein, aber das Gehirnareal, das zwischen real und fiktiv unterscheidet, ist quasi abgemeldet. Das trifft in der Regel auch f√ľr die Muskeln in Armen und Beinen zu, so dass wir unsere Tr√§ume nicht ausleben. Wenn wir etwa im Traum vor einer Bedrohung fliehen, bleiben wir trotzdem im Bett liegen. Irgendwie beruhigend. Dass man sich manchmal an Tr√§ume erinnern kann und manchmal nicht, scheint davon abh√§ngig zu sein, wie intensiv unsere Mikro-Wachphasen in der Nacht sind. Denn sobald wir – auch wenn es nur sehr kurz ist – wach werden, vollbringt das Gehirn gleich eine Erinnerungsleistung. Thematisiert wird in dieser Folge auch die Image Rehearsal Therapy zur zielgerichteten Ver√§nderung von Alptr√§umen und das sogenannte luzide Tr√§ume. Auch wir haben diesen spannenden Themen unter diesem und unter diesem Link bereits ausf√ľhrliche Artikel gewidmet.

Folge 4 ‚ÄúStress loslassen‚ÄĚ

Wie leicht geht uns der Satz √ľber die Lippen: ‚ÄúDu ich kann grad‚Äô nicht, ich bin im Stress.‚ÄĚ Druck und Anspannung scheinen selbstverst√§ndliche Begleiter unseres Alltags zu sein. Das f√ľhrt dann dazu, dass wir bisweilen im Bett liegen, m√ľde sind, aber trotzdem kein Auge zubekommen. Um den Stress als Schlafkiller geht es in dieser Folge. Dazu wird anschaulich vorgef√ľhrt, wie Wachheit und Schl√§frigkeit zusammen h√§ngen. Guter erholsamer Schlaf f√ľhrt zu einem hohen Grad an Wachheit und geringer Schl√§frigkeit. Wie auf einer Wippe √§ndert sich dieses Verh√§ltnis im Verlauf eines Tages. Sobald das Schlafbed√ľrfnis √ľberwiegt, gehen wir vom Zustand der M√ľdigkeit in den Schlaf √ľber. Leider zeigt dann h√§ufig der Stress sein Gewicht: Geldsorgen, √Ąrger bei der Arbeit oder Beziehungsprobleme zum Beispiel. Solche stressigen Ereignisse klingen nach, setzen das Gedankenkarussell in Bewegung und sorgen f√ľr die Aussch√ľttung von Stresshormonen. Das sind Wachmacher, die nun gewisserma√üen mit den Schlafhormonen √ľber Kreuz liegen. Die Episode erkl√§rt einfach und nachvollziehbar, was da genau passiert, unter anderem auch in Bezug auf den sogenannten ‚ÄúErste-Nacht-Effekt‚ÄĚ, also dem Ph√§nomen, dass unsere ersten N√§chte in neuer Schlafumgebung wie Hotels oder Pensionen oft sehr unruhig sind. Und das Enten, die am Rande ihrer Gruppe schlafen, ein Auge offen haben, ist auch sehr interessant. Also ruhig mal reinschauen in diese Folge.

Folge 5 ‚ÄúFakten zu Schlaftabletten‚ÄĚ

Studien zufolge soll die Schlafqualit√§t mehr Einfluss auf die Lebensqualit√§t haben als das Einkommen. Das klingt nachvollziehbar, denn dauerhaft nicht erholsamer Schlaf f√ľhrt zu √úbergewicht, hohem Blutdruck und wom√∂glich Herzerkrankungen. Da ist ein prall gef√ľlltes Konto dann auch kein Trost mehr. Insofern verwundert es nicht, dass es einen riesigen Markt f√ľr Schlafmedikamente gibt, die schnelle Abhilfe bei Schlafproblemen versprechen. Diese Folge der Netflix-Serie zeigt sich allerdings skeptisch gegen√ľber den vermeintlichen Heilsbringern. Denn was passiert genau, wenn die schlaff√∂rdernden Botenstoffe, die eigentlich der K√∂rper herstellen sollte, von au√üen zugef√ľhrt werden? Schaut einfach mal rein in diese Episode.¬†

Folge 6 ‚ÄúAuf die Matte mit der Schlaflosigkeit‚ÄĚ

In dieser Folge geht es um die Insomnie, also die krankhafte Schlafst√∂rung. Nat√ľrlich ist es dabei wichtig zu ermitteln, welche Gr√ľnde das Schlafproblem hat. Sind es wom√∂glich die Gene, die √ľber unsere Schlafqualit√§t entscheiden? Tats√§chlich hat die Wissenschaft anhand von Experimenten mit Fliegen Schlaf-Gene entschl√ľsselt. Allerdings wirken auf die Schlafqualit√§t zahlreiche Faktoren ein. Die Gene alleine scheinen also nicht zu entscheiden, wie gut oder schlecht wir schlafen. In diesem Zusammenhang gibt es aber keine allgemeing√ľltigen Rezepte f√ľr eine erholsame Nachtruhe. Dazu sind die Menschen und ihre Lebensumst√§nde einfach zu verschieden. Diese Folge zeigt, dass man selbst einiges tun kann, um die pers√∂nliche Schlafqualit√§t zu verbessern. Damit l√§sst sich bereits viel erreichen, um Schlafst√∂rungen vorzubeugen oder gar zu beheben.

Folge 7 ‚ÄúDein perfekter Schlafrhythmus‚ÄĚ

Wir hatten schon angesprochen, dass Schlaf eine sehr individuelle Angelegenheit ist. Zwar kann man festhalten, dass unser aller Schlaf zahlreiche gemeinsame Merkmale hat, das konkrete Schlafmuster ist allerdings bei uns allen verschieden. Um einen einfachen Vergleich zu ziehen: Wir haben alle einen Daumen, aber jede*r von uns hat einen anderen Fingerabdruck. Wie findest Du aber jetzt Deinen pers√∂nlichen Schlafrhythmus? Darum geht es in dieser Folge. Auch hier wird eine Erkenntnis zitiert, die zahlreiche Schlafforscher*innen teilen: Wichtiger als die Einschlafzeit ist die Aufwachzeit. Wer kann, sollte versuchen, immer um die gleiche Zeit aufzustehen. Da wir die Schlafphasen der Nacht in ca. 90 Minuten langen ‚ÄúRunden‚ÄĚ absolvieren, kannst Du von Deiner Aufwachzeit in 90 Minuten Schritten zur√ľckgehen, um auf die ausreichende Menge Schlaf zu kommen. 5 Bl√∂cke sind wahrscheinlich auch f√ľr Dich gut geeignet. Wenn es mal 4 oder 3 werden, so l√§sst sich das bei vielen von uns durch vermehrten Schlaf in der Folgenacht durchaus wieder kompensieren. Schau Dir am besten einmal diese Folge an und nutze sie als Denkanstoss f√ľr Deinen pers√∂nlichen Schlafrhythmus.

Fazit

Die Netflix Serie “Headspace: Eine Schlafanleitung” ist ein gelungenes Format, um sich mit einem Thema zu besch√§ftigen, das in unserem hektischen Alltag ein Schattendasein f√ľhrt. Gemeint ist der Schlaf. Die sieben Episoden sind sehr interessant, nett animiert und vermeiden es, das Thema zu verkomplizieren. Menschen, die sich schon ausf√ľhrlicher mit dem Thema Schlaf besch√§ftigt haben, bieten sie nicht unbedingt fundamental neue Erkenntnisse. Aber f√ľr Einsteiger*innen in die Erkenntnis-Welt des Schlafs sind sie gut geeignet. Auch die Achtsamkeits√ľbungen und Meditationsanleitungen, die jede Folge beschlie√üen, sind zu empfehlen. Auch wenn Meditation nicht jedermann/fraus Sache ist, so zeigt sie doch zum Abschluss der jeweiligen Folge, was wirklich wichtig ist: Der Schlaf geh√∂rt dem Schlaf. Wir sollten uns auf ihn konzentrieren und all die anderen Themen, die uns wom√∂glich gerade durchfluten, auf den kommenden Tag verlegen. Der Schlaf kann uns dabei nur helfen, wenn er das sein darf, was er ist: Ruhe und Erholung.

FAQ

Was steckt hinter Headspace?

Headspace geht zur√ľck auf den Briten Andy Puddicombe. Mit seinem Unternehmen hat er eine App zum Meditieren entwickelt. Mittlerweile gibt es Meditationen zu unterschiedlichen Themenbereichen. F√ľr Headspace arbeiten inzwischen rund 260 Mitarbeiter mit Hauptsitz in Los Angeles.

Was kostet die Headspace App?

Folgende Kosten fallen an: Im monatlichen Abonnement kostet der Dienst 12,99 ‚ā¨ pro Monat. Die erste Woche ist kostenlos. F√ľr das j√§hrliche Abo zahlt man 57,99 ‚ā¨ pro Jahr.

Werden Kosten f√ľr Headspace von Krankenkassen √ľbernommen?

Hierzu schreibt die Verbraucherzentrale: Mit dem Inkrafttreten des “Digitale Versorgungs-Gesetz” (DVG) k√∂nnen bestimmte Gesundheits- oder Medizin-Apps f√ľr gesetzlich Versicherte zu einer Kassenleistung werden. Man spricht von “digitalen Gesundheitsanwendungen”, kurz “DiGA”, die in einem eigenen Verzeichnis gelistet sind.