Headspace – eine Schlafanleitung: Guter Schlaf zum Streamen auf Netflix?

Aktualisiert am 5. Mai 2022
Veröffentlicht am 19. Juli 2021

Schlafen können wir alle. Aber was wissen wir eigentlich über den Schlaf? Die Netflix Serie “Headspace: Eine Schlafanleitung” widmet sich in sieben kurzen Episoden dem Thema Schlaf. Dabei werden durchaus Einsichten präsentiert, die für Einsteiger*innen in die wichtige Wissenswelt des Schlafes nützlich sein können.

Einführung: Headspace – eine Schlafanleitung: Guter Schlaf zum Streamen?

Fragt man die Bundesbürger*innen, so sagt jede/r zweite, dass er nicht genug schläft. Laut DAK-Gesundheitsreport 2017 sollen 80 Prozent der Erwerbstätigen sogar schlecht schlafen. Es sind wohl auch diese Statistiken, die den Streaming-Riesen Netflix dazu veranlasst haben, inmitten von Thrillern, Mystery-Serien oder SciFi-Abenteuern eine Serie über den Schlaf zu platzieren. “Headspace: Eine Schlafanleitung” verbindet Informationen über den Schlaf aus Schlafforschung und -medizin mit kurzen Achtsamkeitsübungen und Meditationen, die beim Einschlafen helfen sollen. Wir haben die 7 Folgen angeschaut und informieren über eine Serie, die auf intelligente Art und Weise müde macht, ohne verschnarcht zu sein.

Was ist Headspace?

Headspace ist eigentlich eine Meditations-App. Sie soll dabei helfen, Deine Aufmerksamkeit nach innen zu richten und den Geist aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Beim Abo-Modell kann aus mehreren hundert Meditationen zu verschiedenen Themen ausgewählt werden. Ob Dir das zum Beispiel 10 Euro pro Monat an Gebühren wert ist, musst Du selbst entscheiden. Um die Netflix-Serie zu sehen, benötigt man nur den Netflix-Account. Gesonderte Gebühren fallen nicht an.

Der Aufbau der Serie

Jede Folge der Serie “Headspace: Eine Schlafanleitung” hat einen Themenschwerpunkt, der in einfacher, nachvollziehbarer Sprache wichtige Informationen zum Schlaf bereitstellt. Dazu hören wir die angenehme, sanft-ruhige Stimme einer Frau namens Eve und sehen Animationen, die das Gesagte illustrieren. Zum Abschluss gibt es jeweils eine Achtsamkeitsübung/ Meditation, die beim Einschlafen helfen soll. Die Folgen sind ca. 15 min lang. Ein gutes Maß, um sie als Betthupferl zu nutzen.

Folge 1 “Besser schlafen”

Immer noch kursieren Gedanken zum Thema Schlaf in unserer Mitte, die man einmal hinterfragen sollte. Genau das macht die erste Folge der Netflix-Serie “Headspace: Eine Schlafanleitung”. Es geht also um Schlafmythen. Braucht der Mensch 8 Stunden Schlaf? Ist intensiver Sport vor dem Zubettgehen sinnvoll? Ein Gläschen Alkohol kann doch vor dem Schlafengehen eigentlich auch nicht schaden, oder? Diese und andere Fragen und Antworten bilden einen guten Einstieg, um sich mit dem eigentlich sehr komplizierten und wissenschaftlich anspruchsvollen Thema Schlaf zu beschäftigen. Auch in diesem Blog findest Du eine ausführliche Besprechung der sogenannten Schlafmythen.

Folge 2 “Das Telefon ruhen lassen”

Ein Leben ohne Handy können sich die meisten von uns sicher nicht mehr vorstellen. Es ist unbestritten, dass Technologie unser Leben einfacher gemacht hat und einfacher macht. Greifen wir einmal in die Mottenkiste der Binsenweisheiten und sagen an dieser Stelle: Da wo Licht, ist auch Schatten. Wobei in diesem Fall das Licht eigentlich der Schatten ist. Denn mit der Erfindung der Glühbirne, also des künstlichen Lichts haben sich auch die Umstände für unser Schlafverhalten geändert. Darum geht es in dieser Folge der Serie. Hauptquelle für blaues Licht war früher die Sonne. Heute sind es auch PCs, Laptops oder Smartphones, die dieses Spektrum des Lichts ausstrahlen. Blaues Licht unterdrückt Melatonin, ein wichtiges Hormon, das uns schläfrig macht. Ausreichend erforscht ist der Zusammenhang zwischen der Displaybeleuchtung und dem Schlaf zwar noch nicht, dennoch lohnt es sich, die elektronischen Geräte rechtzeitig vor dem Zubettgehen “aus den Augen zu verlieren”. Warum erfährst Du in dieser Episode der Netflix-Serie.

Folge 3 “Die sonderbare Welt der Träume”

Eine Schlafanleitung kommt natürlich nicht ohne die Beschäftigung mit dem Träumen aus. Die dritte Folge widmet sich folgerichtig der Welt der Träume. Wenn wir träumen, funktioniert zwar unser Bewusstsein, aber das Gehirnareal, das zwischen real und fiktiv unterscheidet, ist quasi abgemeldet. Das trifft in der Regel auch für die Muskeln in Armen und Beinen zu, so dass wir unsere Träume nicht ausleben. Wenn wir etwa im Traum vor einer Bedrohung fliehen, bleiben wir trotzdem im Bett liegen. Irgendwie beruhigend. Dass man sich manchmal an Träume erinnern kann und manchmal nicht, scheint davon abhängig zu sein, wie intensiv unsere Mikro-Wachphasen in der Nacht sind. Denn sobald wir – auch wenn es nur sehr kurz ist – wach werden, vollbringt das Gehirn gleich eine Erinnerungsleistung. Thematisiert wird in dieser Folge auch die Image Rehearsal Therapy zur zielgerichteten Veränderung von Alpträumen und das sogenannte luzide Träume. Auch wir haben diesen spannenden Themen unter diesem und unter diesem Link bereits ausführliche Artikel gewidmet.

Folge 4 “Stress loslassen”

Wie leicht geht uns der Satz über die Lippen: “Du ich kann grad’ nicht, ich bin im Stress.” Druck und Anspannung scheinen selbstverständliche Begleiter unseres Alltags zu sein. Das führt dann dazu, dass wir bisweilen im Bett liegen, müde sind, aber trotzdem kein Auge zubekommen. Um den Stress als Schlafkiller geht es in dieser Folge. Dazu wird anschaulich vorgeführt, wie Wachheit und Schläfrigkeit zusammen hängen. Guter erholsamer Schlaf führt zu einem hohen Grad an Wachheit und geringer Schläfrigkeit. Wie auf einer Wippe ändert sich dieses Verhältnis im Verlauf eines Tages. Sobald das Schlafbedürfnis überwiegt, gehen wir vom Zustand der Müdigkeit in den Schlaf über. Leider zeigt dann häufig der Stress sein Gewicht: Geldsorgen, Ärger bei der Arbeit oder Beziehungsprobleme zum Beispiel. Solche stressigen Ereignisse klingen nach, setzen das Gedankenkarussell in Bewegung und sorgen für die Ausschüttung von Stresshormonen. Das sind Wachmacher, die nun gewissermaßen mit den Schlafhormonen über Kreuz liegen. Die Episode erklärt einfach und nachvollziehbar, was da genau passiert, unter anderem auch in Bezug auf den sogenannten “Erste-Nacht-Effekt”, also dem Phänomen, dass unsere ersten Nächte in neuer Schlafumgebung wie Hotels oder Pensionen oft sehr unruhig sind. Und das Enten, die am Rande ihrer Gruppe schlafen, ein Auge offen haben, ist auch sehr interessant. Also ruhig mal reinschauen in diese Folge.

Folge 5 “Fakten zu Schlaftabletten”

Studien zufolge soll die Schlafqualität mehr Einfluss auf die Lebensqualität haben als das Einkommen. Das klingt nachvollziehbar, denn dauerhaft nicht erholsamer Schlaf führt zu Übergewicht, hohem Blutdruck und womöglich Herzerkrankungen. Da ist ein prall gefülltes Konto dann auch kein Trost mehr. Insofern verwundert es nicht, dass es einen riesigen Markt für Schlafmedikamente gibt, die schnelle Abhilfe bei Schlafproblemen versprechen. Diese Folge der Netflix-Serie zeigt sich allerdings skeptisch gegenüber den vermeintlichen Heilsbringern. Denn was passiert genau, wenn die schlaffördernden Botenstoffe, die eigentlich der Körper herstellen sollte, von außen zugeführt werden? Schaut einfach mal rein in diese Episode. 

Folge 6 “Auf die Matte mit der Schlaflosigkeit”

In dieser Folge geht es um die Insomnie, also die krankhafte Schlafstörung. Natürlich ist es dabei wichtig zu ermitteln, welche Gründe das Schlafproblem hat. Sind es womöglich die Gene, die über unsere Schlafqualität entscheiden? Tatsächlich hat die Wissenschaft anhand von Experimenten mit Fliegen Schlaf-Gene entschlüsselt. Allerdings wirken auf die Schlafqualität zahlreiche Faktoren ein. Die Gene alleine scheinen also nicht zu entscheiden, wie gut oder schlecht wir schlafen. In diesem Zusammenhang gibt es aber keine allgemeingültigen Rezepte für eine erholsame Nachtruhe. Dazu sind die Menschen und ihre Lebensumstände einfach zu verschieden. Diese Folge zeigt, dass man selbst einiges tun kann, um die persönliche Schlafqualität zu verbessern. Damit lässt sich bereits viel erreichen, um Schlafstörungen vorzubeugen oder gar zu beheben.

Folge 7 “Dein perfekter Schlafrhythmus”

Wir hatten schon angesprochen, dass Schlaf eine sehr individuelle Angelegenheit ist. Zwar kann man festhalten, dass unser aller Schlaf zahlreiche gemeinsame Merkmale hat, das konkrete Schlafmuster ist allerdings bei uns allen verschieden. Um einen einfachen Vergleich zu ziehen: Wir haben alle einen Daumen, aber jede*r von uns hat einen anderen Fingerabdruck. Wie findest Du aber jetzt Deinen persönlichen Schlafrhythmus? Darum geht es in dieser Folge. Auch hier wird eine Erkenntnis zitiert, die zahlreiche Schlafforscher*innen teilen: Wichtiger als die Einschlafzeit ist die Aufwachzeit. Wer kann, sollte versuchen, immer um die gleiche Zeit aufzustehen. Da wir die Schlafphasen der Nacht in ca. 90 Minuten langen “Runden” absolvieren, kannst Du von Deiner Aufwachzeit in 90 Minuten Schritten zurückgehen, um auf die ausreichende Menge Schlaf zu kommen. 5 Blöcke sind wahrscheinlich auch für Dich gut geeignet. Wenn es mal 4 oder 3 werden, so lässt sich das bei vielen von uns durch vermehrten Schlaf in der Folgenacht durchaus wieder kompensieren. Schau Dir am besten einmal diese Folge an und nutze sie als Denkanstoss für Deinen persönlichen Schlafrhythmus.

Fazit

Die Netflix Serie “Headspace: Eine Schlafanleitung” ist ein gelungenes Format, um sich mit einem Thema zu beschäftigen, das in unserem hektischen Alltag ein Schattendasein führt. Gemeint ist der Schlaf. Die sieben Episoden sind sehr interessant, nett animiert und vermeiden es, das Thema zu verkomplizieren. Menschen, die sich schon ausführlicher mit dem Thema Schlaf beschäftigt haben, bieten sie nicht unbedingt fundamental neue Erkenntnisse. Aber für Einsteiger*innen in die Erkenntnis-Welt des Schlafs sind sie gut geeignet. Auch die Achtsamkeitsübungen und Meditationsanleitungen, die jede Folge beschließen, sind zu empfehlen. Auch wenn Meditation nicht jedermann/fraus Sache ist, so zeigt sie doch zum Abschluss der jeweiligen Folge, was wirklich wichtig ist: Der Schlaf gehört dem Schlaf. Wir sollten uns auf ihn konzentrieren und all die anderen Themen, die uns womöglich gerade durchfluten, auf den kommenden Tag verlegen. Der Schlaf kann uns dabei nur helfen, wenn er das sein darf, was er ist: Ruhe und Erholung.

FAQ

Was steckt hinter Headspace?

Headspace geht zurück auf den Briten Andy Puddicombe. Mit seinem Unternehmen hat er eine App zum Meditieren entwickelt. Mittlerweile gibt es Meditationen zu unterschiedlichen Themenbereichen. Für Headspace arbeiten inzwischen rund 260 Mitarbeiter mit Hauptsitz in Los Angeles.

Was kostet die Headspace App?

Folgende Kosten fallen an: Im monatlichen Abonnement kostet der Dienst 12,99 € pro Monat. Die erste Woche ist kostenlos. Für das jährliche Abo zahlt man 57,99 € pro Jahr.

Werden Kosten für Headspace von Krankenkassen übernommen?

Hierzu schreibt die Verbraucherzentrale: Mit dem Inkrafttreten des “Digitale Versorgungs-Gesetz” (DVG) können bestimmte Gesundheits- oder Medizin-Apps für gesetzlich Versicherte zu einer Kassenleistung werden. Man spricht von “digitalen Gesundheitsanwendungen”, kurz “DiGA”, die in einem eigenen Verzeichnis gelistet sind.

Die neusten Artikel aus unserem Magazin

Alle Magazin Artikel

Zurück zum Magazin

0

Dein Warenkorb ist leer

0