Tonnentaschenfederkern-Matratzen

tonnentaschenfederkern-matratze

Material & Matratze


Namensgebung & Definition

Die Tonnentaschenfederkernmatratze (kurz auch: TTFK-Matratze) verdankt ihren Namen gleich 2 typischen Merkmalen: Die Silhouette der bauchig geformten Stahlfedern in ihrem Matratzenkern ähnelt der kleiner Fässer oder Tonnen. Bei der Herstellung des Matratzenkerns werden die derart geformten Federn einzeln in kleine, miteinander verbundene Stoff-Taschen eingenäht.

Federn, deren Durchmesser zur Mitte hin zunimmt, gelten als besonders flexibel. Für eine gute Tonnentaschenfederkernmatratze müssen mehrere Hundert tonnenförmige Stahlfedern aufwendig eingenäht werden, was teils auch Handarbeit erfordert. Die höheren Lohnkosten bei ihrer Produktion tragen dazu bei, dass TTFK-Matratzen zu den teuersten Matratzentypen zählen.

Um eine durchgängig punktelastische Fläche in Matratzengröße zu erhalten, werden genau wie bei anderen Taschenfederkernmatratzenviele Reihen aus Stofftäschchen mit bereits darin eingenähten Federn nebeneinander angeordnet und durch Klammern oder Klebstoff fest miteinander verbunden. Auch dieser Vorgang ist arbeitsintensiv, sodass der Endpreis einer Tonnentaschenfederkernmatratze meist deutlich höher ist als der Preis einfacher aufgebauter Federkernmatratzen.

Einordnung des Matratzentyps

Die Tonnentaschenfederkernmatratze gehört zur großen Familie der Federkernmatratzen, die sich durch ihre Funktionsweise und ihre Material-Eigenschaften deutlich von den erst bedeutend später an den Markt gekommenen Schaumstoffmatratzen abgrenzt. Zur Gattung der Federkernmatratzen gehören neben den 3 Haupttypen (Bonellfederkern-, Taschenfederkern- und Tonnentaschenfederkernmatratzen) zahlreiche Mischtypen und Hybridmatratzen unterschiedlicher Bauart, die einen oder mehrere Federkern(e) enthalten können. Gelegentlich wird heutzutage auch ein Tonnentaschenfederkern mit Latex, Viscoschaum, Gelschaum oder Kaltschaum kombiniert − dadurch können Liege-Eigenschaften erreicht werden, die mit einem Federkernkonstrukt alleine nicht machbar wären.

Einen kompakten Überblick über alle Matratzengattungen, ihre Merkmale, ihre Vor- und Nachteile sowie ihre Eignung für die unterschiedlichen Schlaftypen findest Du jederzeit zum Nachlesen in unserem großen Matratzenarten-Vergleich.

Entstehungs-Geschichte der Tonnentaschenfederkernmatratze

Bereits im 18. Jahrhundert baute Thomas Sheraton, bevorzugter Möbeldesigner des britischen Königs Georg III.,  erstmals gewundene Metallfedern in die Sitzflächen von Polstermöbeln ein. Da flexible Schaumstoffe noch nicht erfunden waren, darf Sheratons vergleichsweise bequemer Federkern rückblickend als wahre Komfort-Revolution des Sitzens gelten.

Die ersten Federkernmatratzen nach ähnlichem Bauprinzip kamen gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf den Markt: Um die Metallfedern zur großflächigen Nutzung zu stabilisieren, verband man sie durch Draht. Das Ergebnis war die erste elastische Matratze, die jedoch noch nicht punktuell nachgab, sondern flächenelastisch reagierte. Bis heute sind Bonellfederkernmatratzen mit vergleichbarem Aufbau im Handel erhältlich.

Der mangelnde Liegekomfort damaliger Federkernmatratzen störte den englischen Ingenieur James Marshall, der im Jahr 1899 die punktelastische Taschenfederkernmatratze erfand: Er nutzte einzelne Metallfedern, die er in Baumwolltaschen einschlug und mit Rosshaar komfortabel polsterte − auf diese Weise blieb jede Feder in sich frei beweglich und konnte auf Belastungen punktueller reagieren.

Marshalls Idee wurde allgemein begeistert aufgegriffen und seither stetig weiterentwickelt. Ihre bekannteste Unterform, die Tonnentaschenfederkernmatratze, kam erst während der 1990er Jahre in Mode. Bauchige Stahlfedern sollen dank ihrer sogenannten progressiven Federwirkung noch flexibler und dynamischer auf individuelle anatomische Voraussetzungen reagieren als die herkömmlichen, meist zylinderförmigen Taschenfedern: Je größer der ausgeübte Druck, desto mehr Widerstand setzen sie ihm entgegen.

Aufbau von Matratzen mit Tonnentaschenfederkern

Das Innenleben sämtlicher Federkernmatratzen besteht aus einem Matratzenkern mit feuerverzinkten Stahlfedern. Diese Federn können je nach Marke und Modell anders aussehen und auf unterschiedliche Weisen miteinander verbunden sein. Von Aufbau und Verflechtung der Metallfedern hängt ab, ob sich eine Federkernmatratze punkt- oder flächenelastisch verhält. Die Art, Materialqualität und fachgerechte Fertigung der Federkern-Ausstattung können Schlafkomfort und Preis einer Federkernmatratze maßgeblich beeinflussen.

Auch im Innern jeder Tonnentaschenfederkernmatratze steckt ein Kern aus elastischen, in diesem Fall bauchig ausgeformten Stahlfedern. Jede einzelne Tonnenfeder wird in eine kleine Stofftasche eingenäht, sodass keine Feder ihre Nachbarfedern direkt berührt. Lediglich die Stoffsäckchen hängen zusammen, wodurch die separierten Tonnentaschenfedern zu einem durchgängigen Federkern werden.

Dieser Tonnentaschenfederkern wird rundum mit einer Schutzschicht aus Vlies oder Filz abgedeckt. Darüber sorgt eine Polsterschicht, die aus unterschiedlichen Schaumstoffen bestehen kann, für mehr Weichheit und Anpassungsfähigkeit − bei guter Qualität verhindert sie zudem, dass die harten Metallfedern im Laufe der Zeit von außen spürbar werden oder sich durchdrücken. Die Umhüllung der Konstruktion bildet schließlich der Matratzenbezug, der idealerweise aus leicht nachgiebigem, aber dicht gewebtem Stoff besteht.

Merkmale & Eigenschaften der Tonnentaschenfederkernmatratze

Im Gegensatz zu den Federn anderer Federkernmatratzen sind die Stahlfedern im Tonnentaschenfederkern zur Mitte hin breiter, wodurch sie ihre progressive Sprungkraft erhalten: Je höher die punktuelle Belastung, desto mehr Widerstand setzen sie ihr entgegen. TTFK-Matratzen können sich dadurch an unterschiedlich schwere Körperpartien anpassen und bieten auch SchläferInnen mit einem Körpergewicht von mehr als 90 Kilogramm genug Stützkraft. Ihr Liegegefühl ist eher hart und straff, wodurch sie eine besonders robuste Unterlage bilden.

Aufgrund ihrer Anordnung in Stofftaschen bleibt jede Feder einer Tonnentaschenfederkernmatratze in sich frei beweglich: Da zwischen den Federn keine Drahtverbindung verläuft, gibt dieser Matratzentyp punktelastisch dort nach, wo Druck entsteht. Ein Tonnentaschenfederkern passt sich Deiner Körperkontur exakter an als einfachere Federkerne. Von den Stofftaschen umschlossen können die fassförmigen Federn nicht mehr zur Seite wegrutschen, können aber durchaus auf einer Seite stärker eingedrückt werden als auf der anderen. Becken und Schultern sinken tief genug ein, was leichtere Körperregionen wie Taille und Nacken entlastet − zugleich erfahren besonders schwere Körperbereiche durch die spezielle Form der Tonnenfedern einen gleichmäßigen Gegendruck, der die Muskulatur angenehm abstützt.

Da Tonnentaschenfederkernmatratzen gut durchlüftet sind und Wasserdampf zügig an die Raumluft abgeben, bieten sie wie alle Taschenfederkernmatratzen ein eher kühles, luftiges Schlafklima. Dass sich die harten Metallfedern nicht gegenseitig berühren, wirkt sich generell positiv auf die Formstabilität und Lebensdauer aller hochwertigen Taschenfederkernmatratze aus. Anders als schlichtere Federkernmatratzen entwickeln TTFK-Matratzen selbst nach längerer Nutzung nur höchst selten störende Bewegungsgeräusche.

Tonnentaschenfederkernmatratzen eignen sich nicht für verstellbare Lattenroste − da sie kaum biegsam sind, lassen sich höchstens kleine Korrekturen der Kopf- oder Fußposition erreichen. Für starke Höhenverstellungen (etwa eine aufrechte Sitzposition zum Lesen) sind TTFK-Matratzen nicht flexibel genug, weshalb für sie meist ein günstiger, starrer Lattenrost oder einfacher Rollrost genügt. 

Die Tonnentaschenfederkernmatratze ist preislich von allen Federkernmatratzen am höchsten angesiedelt. Zum Teil liegt dies am hohen Produktionsaufwand des Taschenfederkerns, doch oft steckt auch Marketingpsychologie dahinter: Den Liegekomfort einer Matratze beurteilen viele Verbraucher unbewusst nach ihrem Preis − teure Modelle werden häufig als besonders hochwertig eingeschätzt. Damit es Dir nicht ebenso ergeht, kannst Du bei jeder Tonnentaschenfederkernmatratze auf einfach zu erkennende Qualitätsmerkmale achten, die wir Dir weiter unten noch genauer erläutern.

Kaufberatung Tonnentaschenfederkernmatratze: Vorteile, Nachteile, Eignung & Tipps


Vorteile & Nachteile der Tonnentaschenfederkernmatratze

Längst nicht für jeden Schlaftyp muss die teuerste Matratze automatisch auch die beste sein. Tonnentaschenfederkernmatratzen bringen Vorteile mit, haben aber auch typische Nachteile, die sie für einige Personengruppen ungeeignet machen. Um Dir die Orientierung beim nächsten Matratzenkauf zu erleichtern, haben wir die wichtigsten positiven und negativen Eigenschaften von Tonnentaschenfederkernmatratzen im Überblick für Dich zusammengefasst.

Vorteile von Tonnentaschenfederkernmatratzen:

  • Atmungsaktiv & dampfdurchlässig, luftiges Schlafklima
  • Hohe Punktelastizität
  • Druckreaktiv durch progressive Federwirkung
  • Für die meisten Schlaftypen (vor allem Rücken- & BauchschläferInnen) geeignet
  • Stofftaschen reduzieren Geräuschentwicklung gegenüber einfachen Federnkernmatratzen
  • Solide Schlafunterlage auch für schwere Personen
  • Kaum anfällig gegen Schimmel
  • Bei fachgerechter Verarbeitung lange Lebensdauer
  • Schlichte Rollroste & starre Lattenroste genügen als Unterbau

 

Nachteile von Tonnentaschenfederkernmatratzen:

  • Festes Liegegefühl, häufig zu hart für leichte Personen & SeitenschläferInnen
  • Luftiges Schlafklima wird oft als zu kühl empfunden
  • Starr, für verstellbare Lattenroste ungeeignet & sperrig beim Transport/Umzug
  • Schlechte AllergikerInnen-Eignung: Hohlräume anfällig gegen Hausstaubmilben
  • Eigengewicht steigt mit zunehmender Qualität (mehr Stahlfedern verbaut)
  • Hohes Gewicht erschwert Handhabung beim Drehen & Wenden
  • Geräuschbildung durch Stahlfedern nicht völlig ausgeschlossen
  • Gesundheitliche Nachteile durch Metallfedern im Matratzenkern werden diskutiert

 

Eignung von Matratzen mit Tonnentaschenfederkern

Qualitativ gelten Tonnentaschenfederkernmatratzen unter allen Federkernmatratzen als hochwertigste Variante. Dank ihrer Punktelastizität eignen sich Tonnentaschenfederkernmatratzen im Grunde für jeden Schlaftyp: Rückenschläfer, Bauchschläfer oder Seitenschläfer liegen auf einer TTFK-Matratze genauso gut wie Wechselschläfer, die nicht auf eine bestimmte Schlafposition festgelegt sind.

In der Seitenlage sinken schwerere Körperpartien generell tiefer ein als in anderen Schlafpositionen. Obwohl aus anatomischer Sicht durchaus geeignet, wird eine Tonnentaschenfederkernmatratze daher von Seiten- und Wechselschläfern oft als zu unnachgiebig empfunden. Wie alle Taschenfederkernmatratzen hat auch sie im Vergleich zu Schaummatratzen ein festeres Liegegefühl − ob Du Dich damit wohlfühlst, solltest Du vor dem Kauf ausprobieren. Falls auch Dir die recht straffe Liegefläche zu unkomfortabel erscheint, kommt eine hochwertige Kaltschaummatratze als preisgünstige und anschmiegsamere Alternative in Betracht.

Fachmännisch gefertigte Tonnentaschenfederkernmatratzen sind sehr formstabil. Sofern sie gemäß Herstellerangabe regelmäßig umgedreht und gewendet werden, können bei diesem Matratzentyp auch nach längerer Nutzung kaum Liegekuhlen entstehen. Durch die beständige Bauweise des Taschenfederkerns und die typische Form der verbauten Federn eignet sich die TTFK-Matratze besonders gut für SchläferInnen mit höherem Körpergewicht.

Wie alle Federkernmatratzen bietet auch die Tonnentaschenfederkernmatratze ein sehr luftiges Schlafklima, von dem insbesondere Personen profitieren, die während der Nacht viel schwitzen. Falls Du hingegen beim Schlafen häufig frierst, solltest Du andere Matratzentypen wie die universeller einsetzbaren Kaltschaummatratzen in Deine Kauf-Überlegungen einbeziehen. Praktische One-fits-All-Matratzen wie die punktelastische Kaltschaummatratze von Snooze Project eignen sich ebenfalls für nahezu alle Schlaftypen, isolieren aber trotz hoher Atmungsaktivität etwas besser, sodass Du keine Probleme mit der Schlaftemperatur zu fürchten hast.

Obwohl TTFK-Matratzen aufgrund ihrer guten Luftzirkulation und eher hohen Festigkeit alle Ansprüche erfüllen, die auch für Babymatratzen wesentlich wären, gibt es kaum Tonnentaschenfederkernmatratzen für Babys. Dass Eltern von Kleinkindern bevorzugt zu Säuglingsmatratzen aus Kaltschaum oder Latex greifen, liegt daran, dass Flüssigkeiten in eine Tonnentaschenfederkernmatratze sehr schnell einsickern. Bei guten Schaumstoffmatratzen bleibt dagegen im Falle eines Malheurs mehr Zeit, um die Flüssigkeit noch an der Oberfläche mit einem Lappen aufzusaugen − sie sind also nicht nur preisgünstiger zu haben, sondern auf Dauer auch hygienischer und pflegeleichter.

Die Atmungsaktivität und Schimmelresistenz von Matratzen mitTonnentaschenfederkernkann bei der Nutzung in wenig beheizten Räumen, klammen Gartenhäuschen oder Souterrain-Schlafzimmern vorteilhaft sein − bei seltener Nutzung genügt für derartige Räumlichkeiten aber auch eine billigere Bonellfederkernmatratze. Für den Einsatz im Gästezimmer ist eine Tonnentaschenfederkernmatratze zwar keine preisgünstige, dafür aber eine langlebige und komfortable Lösung: Auf ihr werden die meisten Gäste angenehm ruhen, sofern Du für „Frostbeulen“ zusätzlich ein paar warme Decken bereitlegst.

Auch für die allnächtliche Nutzung im Doppelbett eignet sich die Tonnentaschenfederkernmatratze gut, da sie − anders als eine flächenelastische Bonellfederkernmatratze − kaum nachschwingt. Sofern nicht eine(r) der beiden PartnerInnen empfindlich auf nächtliche Bewegungen reagiert, kann eine vollflächige TTFK-Matratze im Bettformat gewählt werden: Damit ist die lästige Besucherritze, die zwischen zwei separaten Matratzen entstehen würde, passé.

Die ursprünglich in den USA beheimateten Boxspringbetten liegen derzeit auch in Europa stark im Trend. Bei diesem Bettentyp kommen oft sogar zwei Taschenfederkerne zum Einsatz: Einer liegt anstatt eines Lattenrosts im Unterbau (Boxspring) des Betts, ein weiterer liegt in Form einer Taschenfederkern- oder Tonnentaschenfederkernmatratze obenauf. Ein derartiges Boxspringbett verhält sich sehr punktelastisch und stützt auch SchläferInnen mit höherem Körpergewicht zuverlässig ab. Für Paare bedeutet das, dass sie auf dieser stabilen Konstruktion bedenkenlos zum Kuscheln und für mehr auf einer Bettseite zusammenrücken können.

Bei einer Tonnentaschenfederkernmatratze im Einzelbett kann sich hingegen ihr bauartbedingt nicht unterfederter Randbereich störend bemerkbar machen: Weil der Tonnentaschenfederkern rundum von einer dicken Schaumstoffschicht umhüllt ist, entsteht entlang der Matratzenkanten ein mehrere Zentimeter breiter Rand, unter dem sich keine Stahlfedern befinden. Bei Doppelbetten stört dieser Umstand kaum, doch bei schmalen Bettformaten geht dieser Bereich von der ohnehin schon knapp bemessenen Liegefläche ab. Hochwertige Schaummatratzen ohne Federkern können daher für SingleschläferInnen die bequemere Alternative darstellen.

Wer gerne einen verstellbaren Lattenrost nutzt, sollte ebenfalls eine Schaumstoffmatratze bevorzugen: Der Biegung eines hochgestellten Kopfteils oder einer abgeschrägten Fußraste können sich Tonnentaschenfederkernmatratzen nicht ausreichend anpassen. Weil die festen Stoffbahnen, welche die Federn im Innern der Matratze umschließen, kaum nachgeben, würde eine TTFK-Matratze durch starkes Biegen im nicht vakuumierten Zustand beschädigt. Selbst, wenn eine Tonnentaschenfederkernmatratze als Rolle angeliefert wurde: Einmal aus der ursprünglichen Folienverpackung befreit, darf sie keinesfalls erneut aufgerollt oder geknickt werden.

Aufgrund ihres hohen Metallanteils sind gute Tonnentaschenfederkernmatratzen wahre Schwergewichte, was beim Drehen, Wenden und regelmäßigen Bettenmachen hinderlich sein kann. Dass ein Tonnentaschenfederkern starr und schwer ist, stellt jedoch nicht nur für SeniorInnen oder körperlich Beeinträchtigte, sondern auch für mobile Stadtnomaden ein Problem dar: Bei jedem Umzug eine raumgreifende, nicht falt- oder aufrollbare Matratze unterbringen zu müssen, kann zeitraubend und kostspielig sein. Speziell bei sperrigen Matratzenformaten von 140x200 bis hin zu Übergrößen wie 200x220 kannst Du mit einer alltagstauglichen, leichteren Kaltschaummatratze spätere Handhabungs- und Transportschwierigkeiten vermeiden.

Für Allergiker sind Federkernmatratzen generell weniger gut geeignet. Ein Tonnentaschenfederkern ist zwar gut durchlüftet, doch in den großen Hohlräumen zwischen den Stahlfedern können sich mit den Jahren Staub und mikrofeine Hautschüppchen ansammeln, die eine perfekte Lebensgrundlage für Hausstaubmilben bilden. Der potenziell allergieauslösende Milbenkot verbleibt im Innern der Tonnentaschenfederkernmatratze und kann bei Menschen, deren Immunsystem darauf reagiert, Symptome wie Dauerschnupfen oder Augenreizungen auslösen.

Personen mit Rückenbeschwerden wird oft eine Tonnentaschenfederkernmatratze empfohlen. Bezeichnungen wie orthopädisch oder rückenfreundlich sind jedoch nicht gesetzlich geschützt, sodass Du Dich hierauf nicht verlassen solltest. Falls Du unter Rückenschmerzen oder Muskelverspannungen leidest, solltest Du grundsätzlich nur Matratzen kaufen, auf denen Du zuhause im eigenen Bett bei vollem Rückgaberecht mindestens 4 Wochen lang probeschlafen darfst − erst dann hat sich Dein Körper vollends an seine neue Schlafunterlage gewöhnt, und Du kannst deren Wirkung auf Deine Rückenprobleme zuverlässig beurteilen.

Ob Matratzen mit Metallanteil ein Gesundheitsrisiko darstellen könnten, ist nach wie vor umstritten: Es gibt bislang keinerlei wissenschaftlich anerkannte Nachweise für gesundheitliche Vorteile des metallfreien Schlafens, sondern lediglich Vermutungen und subjektive Erfahrungsberichte. Kritiker befürchten eine Wechselwirkung der Stahlfedern mit bioelektrischen Strömen im menschlichen Körper, die einen negativen Einfluss auf Nerven und Organe ausüben könnte. Wer den Metallfedern im Innern eine gesundheitsschädliche Wirkung zuschreibt, wird sicherlich lieber auf eine metallfreie Matratze aus Latex, Viscoschaum, Gelschaum oder Kaltschaum zurückgreifen.

Überblick: Für wen eignen sich Tonnentaschenfederkernmatratzen?

  • Alle Schlaftypen, jedoch vor allem Bauch- und Rückenschläfer
  • Personen, die zu Nachtschweiß, Hitzewallungen etc. neigen
  • SchläferInnen mit Vorliebe für eine feste, straffe Liegefläche
  • Personen mit einem Körpergewicht von mehr als 90 kg
  • Paare und junge Familien (als große Doppelbettmatratze & fürs Boxspringbett)
  • Menschen, denen das Handling einersperrigen Matratzekeine Mühemacht
  • Übernachtungsgäste
  • NutzerInnen eines Rollrosts oder starren Lattenrosts

 

Überblick: Für wen sind Tonnentaschenfederkernmatratzen weniger geeignet?

  • Personen, die im Bett zum Frieren neigen
  • Einzelschläfer mit schmalem Singlebett
  • Menschen mit Vorliebe für ein gemütliches, softes Liegegefühl
  • Babys & Kleinkinder (aus Hygienegründen)
  • NutzerInnen eines verstellbaren (Motor-)Lattenrosts
  • Menschen, die keinen hohen Kraftaufwand beim Bettenmachen leisten können/wollen
  • Personen, die häufig umziehen
  • Hausstaub-AllergikerInnen
  • VerbraucherInnen, die keine Metallteile im Schlafbereich wünschen

Weitere Kauftipps: Qualitätsmerkmale bei Tonnentaschenfederkernmatratzen


Anzahl der Federn

Oft wird bei Tonnentaschenfederkernmatratzen mit der hohen Anzahl der im Matratzenkern verbauten Federn geworben. Um jedoch mehrere Modelle miteinander vergleichen zu können, solltest Du darauf achten, ob sich die Angabe zur Federanzahl auf einen Quadratmeter, eine Matratze im Single-Format 100 x 200 cm oder gar auf das komplette (Boxspring-)Bett bezieht. Eine 100x200-Matratze mit 1.000er Tonnentaschenfederkern weist 500 Federn pro Quadratmeter auf, was für gute Qualität spricht. Generell gilt die Faustregel: Je höher die Federanzahl, desto punktelastischer die Matratze.

Eine hochwertige Taschenfederkern- oder Tonnentaschenfederkernmatratze kann mit rund 500 bis 1.000 Federn pro Quadratmeter aufwarten. Überdurchschnittlich viele Federn können sich jedoch auch nachteilig auswirken: Ein Manko von Tonnentaschenfederkernmatratzen ist ihr hohes Gewicht, das durch den hohen Metallanteil verursacht wird. Dadurch sind sie beim Beziehen und regelmäßigen Wenden nur mit großem Kraftaufwand handhabbar. Generell liegt das Gewicht guter TTFK-Matratzen im oberen Bereich − von sämtlichen Matratzentypen sind nur Latexmatratzen ähnlich schwer.

Anzahl der Feder-Windungen (Gangzahl)

Die sogenannte Gangzahl der verbauten Tonnenfedern gilt ebenfalls als Kriterium zur Qualitätsbeurteilung von Tonnentaschenfederkernmatratzen. Die Gangzahl gibt an, wie viele Windungen jede einzelne Feder aufweist. Stahlfedern mit einer hohen Anzahl an Windungen verbessern tatsächlich den Schlafkomfort, da sich die Liegefläche aufgrund ihrer gesteigerten Elastizität besser an Belastungen anpassen kann. Zudem sind Federn mit hoher Gangzahl besonders robust und können die Lebensdauer des Tonnentaschenfederkerns verlängern.

Tabelle: Feder-Gangzahl & Matratzen-Qualität

Anzahl WindungenQualität
3 minderwertig, nicht zu empfehlen
4 ausreichend, zur gelegentlichen Nutzung (z.B. im Gästebett)
5 gut
6 oder 6,5 sehr gut
7 oder mehr hervorragend

Raumgewicht

Abgesehen von den Federn hat auch das Material der Polsterung oberhalb des Tonnentaschenfederkerns bedeutenden Einfluss auf den Schlafkomfort: Eine Schicht aus punktelastischem Latex oder Kaltschaum mit hohem Raumgewicht unterstützt die Liegeeigenschaften eines guten Federkerns viel besser als eine Abdeckung aus unelastischem Filz oder kurzlebigem Billigschaumstoff. Deshalb solltest Du Dich in Deiner Kaufentscheidung nicht ausschließlich von der Anzahl der Federn leiten lassen. Entscheidend ist letzten Endes immer Dein persönliches Liegegefühl.

Das Raumgewicht ist üblicherweise als wichtigstes Qualitätsmerkmal von Schaumstoffmatratzen bekannt. Bei Tonnentaschenfederkernmatratzen hingegen beziehen sich die meisten Herstellerangaben auf die Anzahl, Machart und Anordnung der Metallfedern. Dennoch spielt das Raumgewicht auch bei TTFK-Matratzen eine entscheidende Rolle, da ihr Tonnentaschenfederkern nach außen hin durch eine oder mehrere zusätzliche Schaumstoffschicht(en) gepolstert wird.

Da ein Tonnentaschenfederkern oft erst nach vielen Jahren Ausfallerscheinungen zeigt, hängt die Lebensdauer einer Tonnentaschenfederkernmatratze vor allem von der Qualität der Außenschicht ab. TTFK-Matratzen sollten daher wie alle Federkernmatratzen mit sehr dichten Schäumen mit einem hohen Raumgewicht bzw. RG-Wert ausgestattet sein. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die innenliegenden harten Metallfedern auch nach längerer Nutzung nicht von außen spürbar werden.

Matratzenbezug

Genau wie die Deckschicht einer Tonnentaschenfederkernmatratze sollte auch ihr Bezugsstoff leicht elastisch sein, um die Punktelastizität der Federn nicht abzuschwächen. Wesentlich ist auch eine hochwertige Verarbeitung mit dichtem Gewebe und haltbaren Nähten, da sämtliche Federkernmatratzen aufgrund der Härteunterschiede zwischen Metallfedern und Schaumschicht(en) immensen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind.

Aus hygienischen Gründen sollte jeder Matratzenbezug mit einem Rundum-Reißverschluss ausgestattet sein: So lässt er sich bei Verunreinigungen oder Flecken einfach abnehmen und in die Waschmaschine stecken. AllergikerInnen können auf diese Weise zumindest außenherum Staub und Milben regelmäßig entfernen. Eine Synthetik-Beimischung erhöht die Formstabilität des Bezugsstoffs. Schon aus Hygienegründen sollte eine Waschtemperatur von 60° C für jeden modernen Matratzenbezug zugelassen sein.

In unserem Ratgeber-Artikel bieten wir Dir umfassende Infos darüber, wie Du einen Matratzenbezug am besten wäschst und trocknest. Außerdem erfährst Du dort auf einen Blick, welche Eigenschaften ein guter Matratzenbezug haben sollte, um Dir die alltägliche Pflege und Reinigung so leicht wie möglich zu machen.

Liegezonen

Mehrere Liegezonen sollen bei Matratzen die passende Stützung für unterschiedlich schwere Körperregionen wie Beine, Becken, Taille, Schultern und Nacken bewirken. Im Handel sind Tonnentaschenfederkernmatratzen mit 3, 5, 7 oder 9 Liegezonen erhältlich. Meistens sind die Zonen von der Matratzenmitte aus symmetrisch angeordnet, sodass die TTFK-Matratze im Bett jederzeit problemlos gedreht werden kann.

Die Ergebnisse unabhängiger Matratzentests konnten allerdings wiederholt belegen, dass Liegezonen nicht unbedingt ein Garant für besseren Schlaf sind. So berichtete die Stiftung Warentest wiederholt, dass die angeblich vorhandenen Zonen im Labor oft gar nicht nachweisbar seien. Bei anderen Modellen seien die Unterschiede zwischen den Zonen viel zu gering, um überhaupt eine messbare Schlafverbesserung zu erreichen.

Selbst wenn sich eine Taschenfederkernmatratze in allen Körperzonen wie vorgesehen verhält, gibt es ein weiteres Problem: Sobald Du Dich im Schlaf bewegst und womöglich leicht schräg, etwas höher oder etwas tiefer als üblich liegst, gelangt die Wirkung der unterschiedlichen Zonen nicht mehr zuverlässig an die dafür vorgesehenen Körperpartien. Daher ist eine 7-Zonen-Tonnentaschenfederkern-Matratzenur selten besser als eine unzonierte, wird aber häufig viel teurer angeboten als gleichwertige Matratzen ohne Liegezonen.

Probeschlafen, Garantie & Prüfsiegel

Dein Körper kann mehrere Wochen brauchen, um sich an eine neue Schlafunterlage anzupassen. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist deshalb auch bei Tonnentaschenfederkernmatratzen die Möglichkeit zum unverbindlichen Probeschlafen bei Dir zuhause – selbstverständlich auf der ausgepackten Matratze, in Deinem eigenen Bett und für einen großzügig bemessenen Zeitraum.

Durch Probeschlaf-Optionen kannst Du eine Matratze in aller Ruhe testen – ganz anders als beim kurzen, oft hektischen Probeliegen im Matratzenladen. Seriös sind Händler und Onlineshops, die Dir ähnliche Bedingungen einräumen, wie wir es für unsere Snooze Project Matratze tun. Ein großer Vorteil des Probeschlafens ist auch die erleichterte Rückgabe bei Nichtgefallen, denn meist musst Du diese nicht erst wortreich begründen.

Auf hochwertigere Tonnentaschenfederkern-Matratzen gewähren viele Anbieter außerdem bis zu 10 Jahre Garantie, die sich allerdings meist nur auf den Taschenfederkern selbst erstreckt und lediglich bei sachgemäßer Benutzung gilt. Achte auf die Garantiebedingungen, wenn Du Deinen Garantieanspruch behalten willst − oft geht der Garantieanspruch bei Matratzen mit Tonnentaschenfederkern schon durch die Nutzung eines verstellbaren Lattenrosts verloren.

Die gesundheitliche Unbedenklichkeit einer Taschenfederkernmatratze kannst Du am leichtesten an renommierten Prüfsiegeln wie STANDARD 100 by OEKO-TEX® erkennen. Generell sind Taschenfederkernmatratzen aus heimischer und damit ökologisch günstigerer Produktion in einem deutschen Fachbetrieb in Bezug auf Schadstofffreiheit und Umweltfreundlichkeit eher zu empfehlen als Billigmatratzen aus Fernost, die bereits vor ihrem Verkauf große Transportstrecken zurückgelegt haben und nicht selten ein Innenleben aus minderwertigen Materialien aufweisen.

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  • Gut zu wissen

    Wieder mal ein lehrreicher Artikel über einer der verschiedenen Matratzentypen.
    Mir würde es noch besser gefallen, wenn ihr mal ein Bild hinzufügt, um das ganze anschaulicher zu machen. Man könnte auch ein Vergleich zwischen normalen Taschenfederkern und Tonnentaschenfederkern ziehen. Aber ansonsten war der Artikel gut und unterhaltsam geschrieben!