Snooze Project erklärt: Tonnentaschenfederkern und die Tonnentaschenfederkern-Matratzen [Projekt: Matratzenkunde]

tonnentaschenfederkern-matratze

Deine kleine Matratzenkunde: Die Tonnentaschenfederkern-Matratze

Echt jetzt, dieses Wort muss doch Loriot erfunden haben: Tonnentaschenfederkernmatratze! Schon aus Protest gegen so ein Wortungetüm kommen Dir die Dinger schwer verdächtig vor. Aber was ist jetzt eigentlich dran am Tonnentaschenfederkern? Ist er bloß was für die Tonne, oder können Tonnentaschenfederkern-Matratzen tatsächlich etwas für Deinen guten Schlaf tun? Was immer Du auch wissen willst: Deine Matratzen-Erklärer von Snooze Project bringen Dir jetzt den ganzen komplizierten Kram rund um den Tonnentaschenfederkern liebend gerne verständlich rüber!

Wie zweieiige Zwillinge: Taschenfederkern und Tonnentaschenfederkern

Wie wir Dich kennen, hast Du es auf den ersten Blick gemerkt: Sogar auf angeblichen Expertenseiten und Matratzen-Test-Portalen werden die Bezeichnungen Taschenfederkern und Tonnen-Taschenfederkern oft fälschlicherweise verwechselt oder synonym gebraucht. Und tatsächlich haben sie so vieles gemeinsam, dass sie ihre Familienähnlichkeit nicht leugnen können. Bei jeder der beiden Varianten handelt es sich um eine Matratze, die auf einem punktelastischen Taschenfederkern basiert. Und bei beiden werden die Federn einzeln in Taschen eingenäht und reagieren deshalb so schön punktelastisch auf den Liegedruck, den Dein Körper auf sie ausübt.

Der kleine, feine Unterschied: Eigenschaften der Tonnentaschenfederkern-Matratze

Erst beim Blick auf die Stahlfedern im Innern wird klar, dass wir hier zumindest nicht über eineiige Zwillinge reden. Da, die Federn sehen ja ganz anders aus! Fast tut Dir die simple Taschenfederkernmatratze jetzt ein bisschen leid... Denn während sie immer brav auf die schlanke Taille ihrer Federn achten muss, ist bei Tonnentaschenfederkernmatratzen eindeutig Bauch gefragt: Ihre Federn wölben sich mittig wie lauter kleine Tonnen nach außen – und das ist auch gut so! Denn genau diese Fassform bewirkt einen besonderen Liegekomfort, den die Tonnentaschenfederkern-Matratze ihren schlanken Schwestern voraus hat.

Mehr Feder-Power mit Tonnentaschenfederkern

Wenn Du Dir die Tonnenfedern seitlich betrachtest, wird es ganz deutlich: Der Durchmesser dieser Drahtspiralen ist mittig viel größer als zu den beiden Enden hin. Aber wozu? Die Lösung liegt in der sogenannten progressiven Federwirkung: Je größer der Druck, desto mehr Widerstand setzt sie ihm entgegen. Eine Tonnentaschenfederkern-Matratze bietet also eine anatomisch flexible Anpassung an Deinen Körper und stützt alle Muskelpartien bewegungsgerecht ab. Im Gegensatz dazu reagieren taillierte Taschenfedern meist linear: Ihr Widerstand bleibt unabhängig von der Druckausübung immer gleich. Schwere Körperregionen wie Schultern oder Becken hängen da nachts schon mal durch – und kommentieren das am Folgemorgen prompt mit Verspannungen. 

Die Tonnentaschenfederkern-Matratze im Haltbarkeits-Test

Weil die Tonnentaschenfederkernmatratze so progressiv reagiert, bietet sie von allen Federkernmatratzen den höchsten Schlafkomfort, ist aber zugleich auch besonders haltbar: Bei richtiger Benutzung liegt sie sich auch nach Jahren nicht durch. Ganz schön clever, diese Tonnen! Sofern auch die Polster-Materialien rund um ihren metallischen Kern hochwertig genug sind, hält eine Matratze mit Tonnentaschenfederkern sehr lange, ohne trotzige Kuhlen oder beleidigte Dellen zu entwickeln. Auch dafür sorgen die Tonnenfedern mit dauerhafter Elastizität.

Tonnentaschenfederkern: Geräuscharm und formstabil

Durch ihre bauchige Form im Zusammenspiel mit den sie umgebenden Stofftaschen bleiben Tonnenfedern selbst unter starker Belastung praktisch berührungsfrei – und wo sich Federn nicht zu nahe kommen, werden sie weder quietschen noch sich gegenseitig beschädigen. Dem harten Stahl bleibt genügend Bewegungsfreiheit: Er wird nicht verkratzt und kann sich nirgends verhaken. Aus diesem Grund sind Tonnentaschenfederkern-Matratzen für ihre Langlebigkeit und Stabilität bekannt. Sie eignen sich von allen Federkern-Matratzen am besten für schwergewichtige Schläfer, aber auch für die meisten anderen Körpertypen. Dafür bewegen sie sich allerdings auch preislich eher im oberen Segment.

Weitere Vorteile von Tonnentaschenfederkern-Matratzen

Egal, ob Deine Tonnentaschenfederkern-Matratze die Abmessungen 80x200, 90x200, 100x200, 140x200, 160x200 oder 180x200 haben soll: Die Auswahl in diesem Segment ist riesig. Hersteller von Tonnentaschenfederkern-Matratzen nutzen bewusst den guten Ruf, den sich diese Matratzen-Bauart aus vergangenen Jahrzehnten bis in die Jetztzeit herüberretten konnte: Schließlich war sie im Vergleich zu den damals kaum formstabilen, technisch wenig ausgereiften Schaumstoffen eine echte Wohltat. Auch wenn sich dieser Vorsprung inzwischen in Nichts aufgelöst hat, lässt sich mit den hochpreisigen Tonnentaschenfederkern-Matratzen auch heute noch gutes Geld verdienen – Dir als Kunde sichert diese Tatsache immerhin eine schier unüberschaubare Vielfalt an Maßen und Features.

Jede Nacht ein halber Liter Schweiß 

Angesichts des Fakts, dass jeder Mensch Nacht für Nacht bis zu 500 ml Flüssigkeit ausschwitzt, ist die gute Belüftung der Schlafunterlage unumstritten wichtig. Im Vergleich mit althergebrachten Schaummatratzen bieten Dir Modelle mit Tonnen-Taschenfederkern oft eine deutlich bessere Luftzirkulation. Auch größere Mengen Feuchtigkeit werden hierdurch zuverlässig an die Raumluft weitergegeben - das sorgt für ein angenehmes Schlafklima, beugt Milben und Schimmelbildung vor und ist damit ideal für Allergiker. Ähnlich gute Belüftungseigenschaften bieten Dir sonst nur intelligent geschichtete Kaltschaum-Varianten wie die Matratzen von Snooze Project: Durch einen offenporigen Spezialschaum im Innern sind auch diese modernen One-for-All-Matratzen so luftig, dass Du sie sogar ganz ohne Lattenrost direkt auf den Boden legen darfst.

Nachteile der Tonnentaschenfederkern-Matratze

Mal ehrlich: Es wäre nicht Dein echtes Leben, wenn Matratzen mit Tonnentaschenfederkern nur Schokoladenseiten hätten, oder? Leider wahr, auch diesmal können wir Dir ein paar kleine Dämpfer leider nicht ersparen. Dass sich die meisten Federkernmatratzen nicht für verstellbare Lattenroste eignen, hatten wir bereits in den Artikeln über Bonell-Federkernmatratzen und Taschenfederkernmatratzen erläutert – und mit der Tonnentaschenfederkernmatratze verhält es sich nicht anders. Besonders auf den bequemen, elektrisch verstellbaren Motor-Lattenrosten leidet der wenig flexible Tonnentaschenfederkern: Er kann durch die ständigen Biegebewegungen innerlich beschädigt werden. Und spätestens bei einem Federbruch sind all die schönen Vorteile der progressiven Federung wieder dahin...

Immer auf die kleinen Dicken: Tonnenfedern und ihre Gewichtsprobleme 

Ein weiteres Manko der meisten Tonnentaschenfederkernmatratzen ist ihr hohes Gewicht. Na klar, durchtrainierte Muskelmenschen mit gesundem Rücken wird das kaum beeindrucken. Doch zierliche oder alters- bzw. krankheitsbedingt schwächere Personen kommen beim Handling einer Tonnentaschenfederkern-Matratze schnell an ihr körperliches Limit. Damit scheidet nahezu eine komplette Generation als Käufer aus: Senioren treffen mit pflegeleichten Kaltschaum-Varianten wie den Matratzen von Snooze Project meist die bessere Wahl. Selbst solche Qualitäts-Kaltschäume mit hohem Raumgewicht wirken im direkten Vergleich federleicht – und dennoch garantieren sie höchsten Schlafkomfort und eine lange Lebensdauer.

Tonnenschwere Tonnenfedern 

Schon in den Singleschläfer-Maßen 80x200, 90x200 oder 100x200 knackt eine Tonnentaschenfederkern-Matratze mit 1000 Federn gut und gerne die 20-Kilogramm-Marke. Da verschieben sogar Schläfer ohne jedes Handicap eventuelle Umzugspläne lieber noch ein bisschen in die Zukunft, wenn sie bloß an den Transport ihrer Tonnentaschenfederkernmatratze denken. Umso eher solltest Du bei bereits vorhandenen Rückenproblemen vom Kauf einer Tonnentaschenfederkernmatratze Abstand nehmen – es sei denn, ein Lieblingsmensch aus Deinem Umfeld übernimmt freiwillig für die kommenden Jahre das Aufziehen frischer Bettwäsche und die regelmäßig anfallenden Wendearbeiten für Dich.

Vorsicht, Falle: Kreatives Federnzählen 

Zur empfohlenen Mindestanzahl der Federn findest Du in den unzähligen Online-Tipps zum Kauf von Tonnentaschenfederkernmatratzen rätselhaft unterschiedliche Informationen. Wie kann das sein? Schließlich wirkt sich die Menge der Federn doch offenbar stark auf den Preis verschiedener Modelle aus?! Als Matratzenkäufer kannst Du aufgrund irreführender Angaben schon mal ordentlich Federn lassen: So mancher Hersteller lässt sich die künstlich auf hoch getrimmte Anzahl der Tonnenfedern ganz schön teuer bezahlen.

Tolle Tricks mit Tonnenfedern 

Durch allerlei Hokuspokus zaubern die Hersteller von Tonnentaschenfederkern-Matratze rasch mal mehr Federn herbei. Beliebt ist der Kniff, gleich mehrere Lagen Federn übereinander in eine Matratze einzubauen. So erhöht sich die Anzahl schwuppdiwupp auf das Doppelte – leider aber ohne merklichen Effekt auf Deinen Schlafkomfort. Na super, und was ist dann mit den stylisch klingenden Mikrofedern, über die Du kürzlich gelesen hast? Genau, auch sie werden gerne als zusätzliche Lage über dem eigentlichen Tonnentaschenfederkern verbaut. Praktischerweise sind Mikrofedern schön klein, sodass sehr viele davon nebeneinander in eine Lage passen – das pusht die Federnanzahl einer Matratze in Nullkommanix aufs Dreifache hoch. Besser schlafen wird dadurch wohl nur der Hersteller, dem diese magische Masche ein sattes Umsatzplus beschert...

Viele Federn = gute Matratze? 

Die Stiftung Warentest hat in den vergangenen Jahren regelmäßig Tonnentaschenfederkern-Matratzen ohne Liegezonen sowie mit 3, 5 oder 7 Zonen überprüft. Wie so oft war vom Testsieger bis hin zu eher mittelmäßigen Modellen alles vertreten. Die Überraschung beim letzten Test im Februar 2017: Am besten schnitt schließlich eine Tonnentaschenfederkern-Matratze ab, die in der Größe 90x200 mit ganzen 448 Tonnenfedern ausgestattet ist - in puncto Federanzahl ist das höchstens Mittelfeld. Auch die Kernhöhe ließ übrigens keinen Rückschluss auf die Qualität der untersuchten Tonnentaschenfederkern-Matratzen zu. Kann das tatsächlich stimmen?

Testergebnisse: Zahl der Federn nicht ausschlaggebend 

Auch andere unabhängige Matratzentests zeigen ganz klar, dass guter Liegekomfort nicht primär durch eine hohe Anzahl von Federn (und damit einen hohen Preis) bestimmt wird, sondern stets auch von vielen weiteren Ausstattungsmerkmalen abhängt. Unterschiedliche Bauarten, die Qualität der Polster-Materialien, die Matratzendicke und der Härtegrad beeinflussen Dein persönliches Liegegefühl meist stärker als die Menge oder Höhe der Tonnenfedern im Innern. Für manche Schlaftypen reichen bei leichtem Körperbau sogar billige Discountermodelle aus.

Muss es eine 7-Zonen-Tonnentaschenfederkern-Matratze sein? 

Auch diesmal konnten die Messungen des Warentester-Prüflabors ein wichtiges Ergebnis früherer Tests bestätigen: Liegezonen sind überbewertet und bringen nach Ansicht der Schlafexperten kaum Vorteile. In vielen Fällen waren nicht einmal Unterschiede zwischen den angeblich vorhandenen Liegezonen messbar. Spannend waren die Resultate aus für Personen, die nachts leicht frieren: Ihnen riet die Stiftung Warentest rundweg von den gut durchlüfteten Federkernmatratzen ab. Bei Eiszapfen an den Füßen schläft es sich nach Meinung der Stiftung Warentest auf den wärmeisolierenden Latex- oder Kaltschaum-Matratzen bedeutend kuschliger.

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  • Gut zu wissen

    Wieder mal ein lehrreicher Artikel über einer der verschiedenen Matratzentypen.
    Mir würde es noch besser gefallen, wenn ihr mal ein Bild hinzufügt, um das ganze anschaulicher zu machen. Man könnte auch ein Vergleich zwischen normalen Taschenfederkern und Tonnentaschenfederkern ziehen. Aber ansonsten war der Artikel gut und unterhaltsam geschrieben!