Snooze Project erklärt: Federkern und die Federkernmatratzen [Projekt: Matratzenkunde]

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Deine kleine Matratzenkunde: Die Federkernmatratze

Federkern... Je länger Du über dieses Wort nachdenkst, desto seltsamer wird es, oder? Dabei hast Du es schon x-mal gehört: Nicht nur bei Matratzen, sondern auch im Zusammenhang mit Sofas und anderen Polstermöbeln. FEDER-KERN?! Was für Federn eigentlich? Wo genau befindet sich dieser Kern? Und wie sieht ein Federkern eigentlich aus? In unserer Snooze Project Versuchswerkstatt haben wir drei Federkernmatratzen feierlich auf dem Altar der Wissenschaft geopfert – und dabei ein paar scharfe Blicke für Dich riskiert!

Federkern – was ist das?

Federkernmatratzen bestehen aus mehreren Schichten unterschiedlicher Materialien. Von außen siehst Du nur den Bezug: Meistens besteht sein Stoff aus Baumwolle oder einem strapazierfähigen Baumwoll-Mischgewebe mit Viskose- oder Kunstfaseranteil. In den Bezug ist oft auch eine Lage aus Polyesterfaservlies, Rosshaar, Schurwolle oder Baumwolle eingesteppt. Darunter entdeckst Du eine Polsterschicht aus Schaumstoff, die verhindern soll, dass die innere Metallstruktur von außen spürbar wird. Um den Federkern herum gibt es noch eine weitere Lage, diesmal aus Filz, dünnem Schaumstoff oder Vliesgewebe: Sie soll die Schaumpolsterung gegen Reibung an den harten Metallspiralen schützen. Ganz im Innern erblickst Du endlich den aus Stahlfedern gefertigten Federkern, der als Bonell-, Taschen- oder Tonnentaschenfederkern konzipiert sein kann.

Ausgangsmaterialien bestimmen die Qualität

Allein am vielschichtigen Aufbau erkennst Du schon, dass es in puncto Federkernmatratzen ganz besonders auf die Wertigkeit der einzelnen Schichten ankommt. Bei jeder Bewegung, die Du im Schlaf machst, reiben hier Materialien von sehr unterschiedlicher Härte aufeinander. Mechanik pur: Da zählt in erster Linie die Dichte und Langlebigkeit der verbauten Fasern und Schaumstoffe. Ob Du auf einer Federkernmatratzen bequem liegst, hängt von unzähligen Details ab – und nicht zuletzt auch davon, wie gut die einzelnen Schichten während der Herstellung aufeinander abgestimmt wurden.

Von spottbillig bis unerschwinglich

Aha, nun wundern Dich auch die riesigen Preisunterschiede zwischen den vielen angebotenen Varianten nicht mehr: Ähnlich wie zwischen Trabbi und Rolls Royce, die beide als Autos bezeichnet werden können, liegen also auch zwischen den billigen und teuren Federkernmatratzen Welten. Dazu kommt auch noch, dass die verschiedenen Federkern-Ausstattungen den Preis einer Federkernmatratze maßgeblich beeinflussen. Aber welche davon ist nun die richtige für Dich? 

Simples Prinzip: Der Bonell-Federkern

Gucken wir doch mal zusammen rein: Unsere aufgeschnittene Bonellfederkernmatratze besteht im Innern aus einer Schicht sanduhrenförmiger Stahlfedern, die durch ein Drahtgeflecht ziemlich fest miteinander verbunden sind. Hmmm, das sieht ziemlich stabil aus – doch auf Druck gibt die gesamte Fläche nach. Ein tieferes Einsinken schwerer Körperregionen wie z. B. Deiner Schultern ist nicht möglich. Flächenelastisch ist so ein Bonell-Federkern also schon – aber eben nicht punktelastisch. Außerdem schwingt die ganze Fläche nach, ähnlich wie ein Trampolin. Puh, das sieht eher nach einem unbequemen One-Night-Stand aus... Schnell weiter zur nächsten Variante!

Hübsch verpackt: Der Taschenfederkern

Da liegt schon unser zweiter Kandidat: Die Taschenfederkernmatratze. Sie war teurer als die Bonellfederkern-Matratze, und Du siehst auch gleich, wieso: Jede Feder wurde einzeln in eine Stofftasche eingenäht. Wir trennen mal eine auf – und finden eine zylinderförmige Stahlfeder, die im Gegensatz zum Bonellfederkern nicht tailliert ist. Die einzelnen Stofftaschen sind in Reihen miteinander verbunden, doch jede Feder bleibt frei beweglich. Wow, das macht tatsächlich einen Unterschied: Die Taschenfederkernmatratze gibt punktelastisch dort nach, wo Du sie eindrückst. Und dieses seltsame Trampolingefühl hast Du hier auch nicht. Na also, das könnte eine gemütliche Nacht werden! Aber Moment: Wieso versprechen Hersteller dann eigentlich für die dritte Bauart noch mehr Schlafkomfort?

Tonnentaschenfederkern: Für die Tonne?

Die Tonnentaschen-Federkernmatratze ist eine Sonderform der Taschen-Federkernmatratze. Auch hier sind die Federn in Stofftaschen eingefasst und aneinandergereiht. Doch Moment mal: Diese Stahlfedern sind bauchig, sodass Dich ihre Form an Tonnen oder Fässer erinnert. Mittig nach außen gewölbte Federn lassen sich laut Werbung leichter eindrücken. Die Matratzen sollen dadurch noch punktelastischer und anpassungsfähiger sein. Naja... Zumindest bei unseren „Versuchskaninchen“ ist davon nicht viel zu spüren. Zufall?

Top in Form: Der Marketingtrick mit den Federn 

Bereits im Rahmen eines Federkernmatratzen-Tests vor über 10 Jahren stellte die Stiftung Warentest kaum Komfort-Unterschiede zwischen Taschen-Federkernmatratzen und den oft deutlich teureren Tonnentaschen-Federkernmatratzen fest. Norbert Vogt von der Forschungsgruppe Industrieanthropologie der Universität Kiel äußerte damals: „Anzahl und Form der Federn haben kaum Einfluss auf die Liegeeigenschaften. Den Unterschied zwischen Taschen- und Bonell-Federkern machen die Stofftaschen“. Logisch, dass Dir die kostspielige Tonnentaschenfederkern-Matratze nicht besser vorkam als die mittelpreisige Taschenfederkern-Matratze: Die ausschlaggebenden Stofftaschen haben sie alle beide.

Typische Merkmale der Federkernmatratze

Unabhängig davon, ob es sich um Bonellfederkern-, Taschenfederkern- oder Tonnentaschenfederkernmatratzen handelt: Die Familie der Federkernmatratzen überrascht mit unverhofften Vorteilen, bringt aber leider auch Nachteile mit sich. Ist Federkern tatsächlich am besten für Dich? Um Dir die Entscheidung zu erleichtern, haben wir nachfolgend die wichtigsten positiven und negativen Eigenschaften von Federkernmatratzen für Dich zusammengefasst.

Pro Federkernmatratze

Weil Kaltschaummatratzen in den vergangenen Jahren immer hochwertiger geworden sind, haben sich die früheren Vorteile der Federkernmatratzen relativiert: Kaltschaum bietet Dir inzwischen häufig die gleichen oder gar bessere Eigenschaften zum niedrigeren Preis. Knapp führend sind die Federkern-Varianten noch immer bezüglich ihrer Dampfdurchlässigkeit. Schimmelbildung kommt bei ihnen wegen ihres luftigen Kerns kaum vor – das kann bei der Nutzung in selten beheizten Zweitwohnungen, klammen Gartenhäuschen oder Kellergeschoss-Schlafzimmern ein echter Gewinn sein. Auch, falls Du nachts so richtig ins Schwitzen kommst, eignen sich Federkernmatratzen wegen ihrer guten Belüftung besonders gut für Dich.

Weitere Vorteile von Federkernmatratzen 

Die Stahlkonstruktion im Innern von Federkernmatratzen ist sehr robust. Insgesamt hängt ihre Formstabilität jedoch auch immer von den restlichen Schichten ab. Wirklich gute Materialien können richtig ins Geld gehen. Dagegen sind billigere Modelle nicht nur kurzlebiger, sondern weisen in ihrem Kern auch weniger Federn auf. Auch wenn diese günstigen Bonell-Federkernmatratzen mit zunehmendem Alter deutlich an Komfort verlieren: Wegen des geringen Metallanteils lassen sich solche Leichtgewichte immerhin prima transportieren.

Contra Federkernmatratze 

Die Kehrseite der Medaille folgt prompt: Ihre große Anzahl an Stahlfedern macht hochwertige Taschenfederkernmatratzen steinschwer. Und „gute Belüftung“ kann auch Frost-Frust bedeuten: Auf einer Federkernmatratze frierst Du viel eher als etwa auf einer Kaltschaummatratze. Viele Bonellfederkern-Matratzen schwingen zudem bei Bewegung nach – das nervt besonders auf breiteren Partnermatratzen. Oft wird zwar zu zwei separaten Bonellmatratzen geraten, damit der/die PartnerIn nicht ständig mithüpft, doch dann sorgt die Besucherritze allnächtlich für Ärger. Ruhe versprechen erst die punktelastischen, aber auch teureren Taschenfederkernmatratzen.

Weitere Nachteile von Federkernmatratzen 

Einfache Federkernmatratzen bieten keinerlei Punktelastizität. Schwere Körperzonen sinken nicht tief genug ein – Dein Liegekomfort leidet spürbar. Bei Billigmodellen drücken zudem im Lauf der Jahre gerne mal harte Stahlfedern durch die minderwertige Polsterung. Zudem entstehen Kuhlen, die Deinen Schlaf ebenfalls empfindlich stören können. Generell sinkt das Stützvermögen einer Federkernmatratze mit zunehmender Nutzungsdauer: Bereits nach einem Jahr gehen bis zu 10 Prozent verloren, so Experten. Und damit nicht genug: Viele Federkernmatratzen entwickeln irgendwann störende Geräusche. Knarzende Metallfedern: Da mutiert auch das gemütlichste Schlafzimmer zum Horror-Spukschloss.

Machen Metallfedern krank? 

Die in Federkernmatratzen verbauten Stahlspiralen fachen immer wieder Diskussionen über metallfreies Schlafen an. Einige Baubiologen befürchten, dass Metallfedern das natürliche Erdmagnetfeld stören könnten. Auch Wechselwirkungen mit elektromagnetischen Feldern, wie sie in der Nähe von Radioweckern oder Fernsehgeräten auftreten, sind zumindest theoretisch möglich: Immerhin kann das Metallgeflecht im Innern von Federkernmatratzen problemlos eine Funkantenne ersetzen.

Gefahr durch Metall umstritten 

Snooze Project rät: Falls Du eine Federkernmatratze kaufen willst, achte unbedingt auf die Möglichkeit zum unverbindlichen Probeschlafen! Solltest Du innerhalb dieses Zeitraums – 100 Tage sind ideal – tatsächlich ungewohnte Schlafprobleme bemerken, kannst Du die Federkernmatratze dank Probeschlaf-Option wieder zurückgeben und auf eine Matratze ohne Metall umschwenken. Was von dem Hype um metallfreie Betten wirklich zu halten ist, bleibt vorerst fraglich. In jedem Fall empfehlen wir Dir in diesem Zusammenhang auch gleich, jegliche Aluhüte vor dem Schlafengehen abzunehmen...

Zu wem passen Federkernmatratzen? 

Zurück zum Ernst des Lebens: Gute Tonnentaschenfederkernmatratzen sind also erheblich teurer als einfache Bonell-Federkernmatratzen. Letztere sind aber nicht punktelastisch und schon deshalb für die meisten Körpertypen ungeeignet. Du brauchst bloß eine billige Gelegenheitsmatratze fürs Gästezimmer? Dann kannst Du auch zur preisgünstigen Federkernmatratze vom Discounter greifen. Manche Personen mit niedrigem Körpergewicht verbringen sogar angenehme Nächte auf solchen „Billigheimern“: Speziell Kinder und sehr leichte, zierliche Frauen liegen hierauf durchaus bequem. Für alle anderen Personengruppen eignen sich jedoch eher die teureren Taschenfederkernmatratzen.

Alternativen zu Federkernmatratzen 

Ob es sich lohnt, quietschende Federn in Kauf zu nehmen, können wir von Snooze Project Dir nicht pauschal beantworten. Ob Federkernmatratzen zu Dir passen, ist allein eine Frage Deiner individuellen Schlaf- und Wohnbedürfnisse. Ehe Du Dich endgültig entscheidest, solltest Du deshalb auch andere Matratzenarten in Erwägung ziehen. Innovative Kaltschaummatratzen aus intelligent geschichteten, hochwertigen Materialien können oft locker mit dem Schlafkomfort mancher teuren Tonnentaschenfederkernmatratze mithalten. Moderne All-in-One-Modelle wie die Matratzen von Snooze Project eignen sich für fast alle Schlaftypen, sind im alltäglichen Leben variabler einsetzbar – und im Vergleich zum Qualitäts-Federkern trotzdem meist die preisgünstigere Wahl. Kein Metall, kein Quietschen: Ganz beruhigt schlafen auf Matratzen von Snooze Project!

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