Taschenfederkernmatratze

taschenfederkernmatratze

Material & Matratze


Namensgebung & Definition

Die Taschenfederkernmatratze trägt ihren Namen aufgrund kleiner Stofftaschen, in die die einzelnen Metallfedern in ihrem Innern eingenäht werden. Die Herstellung einer Matratze mit punktelastischem Taschenfederkern ist deutlich aufwendiger als die eines einfachen, flächenelastischen Bonellfederkerns, dessen Federn wie ein großes Metallgeflecht direkt miteinander verdrahtet werden: Für eine einzige Taschenfederkernmatratze müssen Hunderte zylinderförmige Stahlfedern Stück um Stück eingenäht werden, was zusätzliche Lohnkosten verursacht.

Um eine durchgängige Fläche in Matratzengröße zu erhalten, werden für einen Taschenfederkern viele Reihen aus Stofftäschchen mit bereits darin eingenähten Federn nebeneinandergelegt und durch Klammern oder Klebstoff fest miteinander verbunden. Auch dieser Vorgang ist arbeitsintensiv, sodass der Endpreis der meisten Taschenfederkernmatratzen höher ist als der Preis einfacher aufgebauter, flächenelastischer Federkernmatratzen.

Einordnung des Matratzentyps

Die Taschenfederkernmatratze gehört zur großen Familie der Federkernmatratzen, die sich durch ihre charakteristische Funktionsweise und ihre Material-Eigenschaften deutlich von den Schaumstoffmatratzen abgrenzt. Zur Gattung der Federkernmatratzen gehören neben den 3 Haupttypen (Bonellfederkern-, Taschenfederkern- und Tonnentaschenfederkernmatratzen) auch zahlreiche Mischtypen und Hybridmatratzen unterschiedlicher Bauart, die einen oder mehrere Federkern(e) enthalten können. Nicht selten wird ein Taschenfederkern auch gezielt mit Latex, Viscoschaum, Gelschaum oder Kaltschaum kombiniert, um spezielle Liege-Eigenschaften zu erzeugen.

Einen kompakten Überblick über alle Matratzengattungen, ihre Merkmale, ihre Vor- und Nachteile sowie ihre Eignung für die unterschiedlichen Schlaftypen findest Du jederzeit zum Nachlesen in unserem großen Matratzenarten-Vergleich.

Entstehungs-Geschichte der Taschenfederkernmatratze

Thomas Sheraton, seinerzeit unter King George III für das royale Möbeldesign zuständig, baute bereits im 18. Jahrhundert gewundene Metallfedern in die Sitzflächen von Polstermöbeln ein. Zu seiner Zeit warenflexible Schaumstoffe noch nicht erfunden, sodass sein vergleichsweise komfortabler Federkern rückblickend als Revolution des Sitzens gewertet werden darf.

Die ersten Federkernmatratzen nach ähnlichem Bauprinzip kamen gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf den Markt: Um die Metallfedern zur großflächigen Nutzung zu stabilisieren, verband man sie durch Draht. Das Ergebnis war die erste elastische Matratze, die jedoch nicht punktuell nachgab, sondern flächenelastisch reagierte. Ihr Bauprinzip ist bis heute als Bonellfederkern bekannt.

Von Beginn an rief der mangelnde Liegekomfort derartiger Federkernmatratzen findige Tüftler auf den Plan. Als die Frau eines englischen Ingenieurs namens James Marshall krank wurde, erfand dieser im Jahr 1899 die wohl erste punktelastische Taschenfederkernmatratze der Weltgeschichte: Er nutzte einzelne Metallfedern, die er in Baumwolltaschen einschlug und mit Rosshaar komfortabel polsterte − auf diese Weise blieb jede Feder in sich frei beweglich und konnte auf Belastungen punktueller reagieren. Marshalls Idee wurde allgemein begeistert aufgegriffen und im Grunde bis heute beibehalten − nur Fertigung und Materialien sind inzwischen moderner geworden.

Aufbau von Matratzen mit Taschenfederkern

Was alle Federkernmatratzen noch immer gemeinsam haben, ist ihr Matratzenkern aus feuerverzinkten Stahlfedern. Die Federn können je nach Konstruktion anders aussehen und auf unterschiedliche Weisen miteinander verbunden sein. Von Aufbau und Verflechtung der Metallfedern hängt ab, ob sich eine Federkernmatratze punkt- oder flächenelastisch verhält. Die Art, Materialqualität und fachgerechte Fertigung der Federkern-Ausstattung können Schlafkomfort und Preis einer Federkernmatratze maßgeblich beeinflussen.

Auch im Innern jeder Taschenfederkernmatratze steckt ein Kern aus elastischen Stahlfedern. Jede einzelne dieser zylindrischen Federn wird in eine kleine Stofftasche eingenäht, sodass keine Feder ihre Nachbarfedern direkt berührt. Lediglich die Stoffsäckchen hängen zusammen, wodurch die separierten Taschenfedern zu einem durchgängigen Federkern werden. Dieser Taschenfederkern wird rundum mit einer Schutzschicht aus Vlies oder Filz umgeben. Darüber sorgt eine Polsterschicht, die aus unterschiedlichen Schaumstoffen bestehen kann, für mehr Weichheit und Anpassungsfähigkeit − bei guter Qualität verhindert sie zudem, dass die harten Metallfedern von außen spürbar werden oder sich auf der Liegefläche durchdrücken. Die Umhüllung der Konstruktion bildet schließlich der Matratzenbezug aus nachgiebigem, aber strapazierfähigem und möglichst dichtem Stoff.

Merkmale & Eigenschaften von Taschenfederkernmatratzen

Im Gegensatz zu den taillierten, auch seitlich biegsamen Bonellfedern sind die Stahlfedern im Taschenfederkern meist zylindrisch geformt, wodurch sie ihre Sprungkraft hauptsächlich in senkrechter Richtung ausüben. Aufgrund ihrer Anordnung in Stofftaschen bleibt jede Feder in sich frei beweglich: Da zwischen den Federn keine Drahtverbindung verläuft, gibt eine Taschenfederkernmatratze punktelastisch dort nach, wo Druck entsteht.

Ein Taschenfederkern passt sich Deiner Körperkontur exakter an als Federkerne ohne Stofftaschen: Die Stofftaschen bewirken, dass Taschenfederkernmatratzen auf Druck punktuell nachgeben, die einzelnen Federn dabei aber nicht zur Seite wegrutschen können. Dadurch können Becken und Schultern ausreichend tief einsinken, was leichtere Körperregionen wie Taille und Nacken entlastet − zugleich herrscht aber auch genug Gegendruck, um Deine Muskulatur bequem abzustützen.

Da Taschenfederkernmatratzen gut durchlüftet sind und auch Wasserdampf zügig an die Raumluft abgeben, bieten sie eher kühles, luftiges Schlafklima. Dass sich die harten Metallfedern des Taschenfederkerns nicht gegenseitig berühren, wirkt sich außerdem positiv auf die Formstabilität und Lebensdauer der Taschenfederkernmatratze aus. Im Vergleich mit schlichteren Federkernmatratzen fällt auch auf, dass Modelle mit Taschenfederkern selbst nach längerer Nutzung kaum zur Geräuschentwicklung neigen.

Taschenfederkernmatratzen sind in eingeschränktem Maße auch auf verstellbaren Lattenrosten verwendbar − allerdings lassen sich nur kleine Korrekturen der Kopf- oder Fußposition erreichen. Für starke Höhenverstellungen (etwa eine aufrechte Sitzposition zum Lesen) sind Taschenfederkernmatratzen nicht biegsam genug, weshalb für sie in vielen Fällen auch ein günstiger, nicht verstellbarer Lattenrost oder ein einfacher Rollrost genügt.  

Die Taschenfederkernmatratze ist preislich im Durchschnitt höher angesiedelt als etwa die vergleichsweise simpel aufgebaute Bonellfederkernmatratze. Zum Teil liegt dies am hohen Produktionsaufwand des Taschenfederkerns, doch oft steckt auch Marketingpsychologie dahinter: Viele Verbraucher bewerten eine Matratze unbewusst nach ihrem Preis und halten teure Modelle für hochwertiger. Damit es Dir nicht ebenso ergeht, solltest Du bei Taschenfederkernmatratzen unbedingt auf deren charakteristische Qualitätsmerkmale achten, auf die wir weiter unten noch genauer eingehen.

Kaufberatung Taschenfederkernmatratze: Vorteile, Nachteile, Eignung & Tipps


Vorteile & Nachteile von Taschenfederkernmatratzen

Taschenfederkernmatratzen bringen interessante Vorteile mit, haben aber auch manche Nachteile, die sie für einige Personengruppen ungeeignet machen. Um Dir die Orientierung beim nächsten Matratzenkauf zu erleichtern, haben wir die wichtigsten positiven und negativen Eigenschaften von Taschenfederkernmatratzen im Überblick für Dich zusammengefasst.

Vorteile von Taschenfederkernmatratzen:

  • Atmungsaktiv & dampfdurchlässig, luftiges Schlafklima
  • Hohe Punktelastizität
  • Für die meisten Schlaftypen (Rücken-, Seiten- und Bauchschläfer) geeignet
  • Stofftaschen reduzieren Geräuschentwicklung gegenüber einfachen Federnkernmatratzen
  • Je nach Ausstattung teils sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Bei fachgerechter Fertigung auch für schwere Personen geeignet
  • Kaum anfällig gegen Schimmel
  • Meist lange Lebensdauer
  • Schlichte Rollroste & Lattenroste ohne Verstellmöglichkeit genügen als Unterbau

 

Nachteile von Taschenfederkernmatratzen:

  • Luftiges Schlafklima wird oft als zu kühl empfunden
  • Starr, daher kaum für verstellbare Lattenroste geeignet & schwierig zu transportieren
  • Schlechte AllergikerInnen-Eignung: Hohlräume anfällig gegen Hausstaubmilben
  • Eigengewicht steigt mit zunehmender Qualität (mehr Stahlfedern)
  • Hohes Gewicht erschwert Handhabung beim Drehen & Wenden
  • Geräuschbildung durch Stahlfedern nicht völlig ausgeschlossen
  • Gesundheitliche Nachteile durch ihren Metallkern werden diskutiert

 

Eignung von Matratzen mit Taschenfederkern

Qualitativ liegen Taschenfederkernmatratzen zwischen den simpel aufgebauten Bonellfederkernmatratzen und den meist hochwertigen Tonnentaschenfederkernmatratzen. Dank ihrer hohen Punktelastizität eignen sich Taschenfederkernmatratzen gleichermaßen für jeden Schlaftyp: Rückenschläfer, Bauchschläfer oder Seitenschläfer liegen auf einer Taschenfederkernmatratze genauso gut wie Wechselschläfer, die nicht auf eine bestimmte Schlafposition festgelegt sind.

Wie alle Federkernmatratzen bietet auch die Taschenfederkernmatratze ein sehr luftiges Schlafklima, von dem insbesondere Personen profitieren, die während der Nacht viel schwitzen. Falls Du beim Schlafen häufig frierst, solltest Du andere Matratzentypen wie die universeller einsetzbaren Kaltschaummatratzen in Deine Kauf-Überlegungen einbeziehen. Praktische One-fits-All-Matratzen wie die punktelastische Kaltschaummatratze von Snooze Project eignen sich beispielsweise für nahezu alle Schlaftypen, isolieren jedoch trotz hoher Atmungsaktivität etwas besser, sodass Du nachts weder frieren noch schwitzen musst.

Eine Taschenfederkernmatratze hat im Vergleich mit Schaummatratzen ein eher festes, straffes Liegegefühl − ob Du Dich damit wohlfühlst, solltest Du vor dem Kauf ausprobieren. Hochwertige Taschenfederkernmatratzen sind besonders formstabil, sodass bei regelmäßigem Drehen und Wenden auch nach längerer Nutzung kaum Liegekuhlen entstehen. Durch die robuste Bauweise des Taschenfederkerns eignet sich dieser Matratzentyp besonders gut für SchläferInnen mit höherem Körpergewicht.

Obwohl Taschenfederkernmatratzen aufgrund ihrer guten Luftzirkulation und eher hohen Festigkeit die Ansprüche erfüllen, die auch für Babymatratzen wesentlich wären, gibt es kaum Taschenfederkernmatratzen für Babys. Dass Eltern von Säuglingen oder Kleinkindern bevorzugt zu Matratzen aus Kaltschaum oder Latex greifen, liegt daran, dass Flüssigkeiten in eine Taschenfederkernmatratze sehr schnell versickern. Bei guten Schaumstoffmatratzen bleibt im Falle eines Malheurs dagegen meist genug Zeit, die Flüssigkeit noch an der Oberfläche mit einem Lappen aufzufangen − sie sind auf Dauer also hygienischer und pflegeleichter.

Die Atmungsaktivität und Schimmelresistenz vonTaschenfederkernmatratzenkann bei der Nutzung in selten beheizten Zweitwohnungen, klammen Gartenhäuschen oder Kellergeschoss-Schlafzimmern vorteilhaft sein − allerdings genügt in derartigen Räumlichkeiten bei seltener Nutzung auch eine billigere Bonellfederkernmatratze. Für den Einsatz im Gästezimmer ist die Taschenfederkernmatratzen zwar nicht die preisgünstigste, aber eine der komfortabelsten Lösungen: Auf ihr werden die meisten Gäste angenehm ruhen, sofern Du für „Frostbeulen“ zusätzlich ein paar warme Decken bereithältst.

Auch für die allnächtliche Nutzung im Doppelbett eignet sich die Taschenfederkernmatratze gut, da sie − anders als die flächenelastische Bonellfederkernmatratze − kaum nachschwingt. Sofern nicht eine(r) der beiden PartnerInnen empfindlich auf nächtliche Bewegungen reagiert, kann eine vollflächige Taschenfederkernmatratze im Bettformat gewählt werden: Damit ist die lästige Besucherritze, die zwischen zwei separaten Matratzen entstehen würde, passé.

Seit einigen Jahren liegen Boxspringbetten stark im Trend. Dieser Bettentyp, der ursprünglich aus den USA stammt, ist häufig sogar mit zwei Taschenfederkernen ausgestattet: Einer liegt statt eines Lattenrosts im Unterbau (Boxspring) des Betts, ein weiterer liegt in Form einer Taschenfederkernmatratze obenauf. Ein derartiges Boxspringbett verhält sich sehr punktelastisch und stützt auch SchläferInnen mit höherem Körpergewicht zuverlässig ab. Für Paare bedeutet das, dass sie auf dieser stabilen Konstruktion bedenkenlos zum Kuscheln und für mehr auf einer Bettseite zusammenrücken können.

Wird eine Taschenfederkernmatratze im Einzelbett genutzt, kann sich ihr bauartbedingt nicht unterfederter Bereich störend bemerkbar machen: Weil der Taschenfederkern rundum in eine dicke Schaumstoffschicht gepackt wird, entsteht entlang der Kanten ein mehrere Zentimeter breiter Rand, unter dem sich keine Taschenfedern befinden. Bei breiten Doppelbetten fällt das kaum auf, doch bei schmalen Singleformaten gehen diese Zentimeter von der ohnehin schon knapp bemessenen Liegefläche ab. Hochwertige Schaummatratzen ohne Federkern können daher für EinzelschläferInnen die bequemere Alternative darstellen.

Falls Du abends vor dem Einschlafen gern noch liest und deshalb einen verstellbaren Lattenrost bevorzugst, solltest Du lieber eine Schaumstoffmatratze wählen: Die meisten Taschenfederkernmatratzen können sich der Biegung eines hochgestellten Kopfteils oder einer abgeschrägten Fußraste nur minimal anpassen. Weil der feste Stoff, der die Federn im Innern der Matratze umschließt, nicht nachgibt, würde eine Taschenfederkernmatratze durch starkes Biegen im nicht vakuumierten Zustand beschädigt. Selbst, wenn eine Taschenfederkernmatratze als Rolle angeliefert wurde: Ist sie einmal aus der ursprünglichen Folienverpackung befreit, darf sie nicht erneut aufgerollt oder geknickt werden.

Dass ein Taschenfederkern nicht biegsam und zudem relativ schwer ist, stellt auch für agile Stadtnomaden ein Problem dar: Bei jedem Umzug eine raumgreifende, nicht klappbare oder aufrollbare Matratze unterbringen zu müssen, kann zeitraubend und kostspielig sein. Speziell bei großen Matratzenformaten von 140x200 bis hin zu Übergrößen wie 200x220 kann etwa eine alltagstauglichere Kaltschaummatratze späteren Transportschwierigkeiten vorbeugen.

Für Allergiker sind Federkernmatratzen generell weniger gut geeignet. Taschenfederkernmatratzen sind zwar gut durchlüftet, doch in den großen Hohlräumen können sich mit der Zeit Staub und feine Hautschüppchen ansammeln, die die perfekte Lebensgrundlage für Hausstaubmilben bilden. Die potenziell allergenen Ausscheidungen der Milben verbleiben im Innern der Taschenfederkernmatratze und können bei Menschen, deren Immunsystem darauf reagiert, Symptome wie Dauerschnupfen oder Augenreizungen auslösen.

Personen mit Rückenbeschwerden wird häufig eine Taschenfederkernmatratze empfohlen. Bezeichnungen wie orthopädisch oder rückenfreundlich sind jedoch nicht gesetzlich geschützt, sodass Du Dich hierauf nicht verlassen solltest. Falls Du häufig unter Rückenschmerzen oder Muskelverspannungen leidest, solltest Du grundsätzlich nur Matratzen kaufen, auf denen Du zuhause im eigenen Bett bei vollem Rückgaberecht mindestens 4 Wochen lang probeschlafen darfst − erst dann hat sich Dein Körper vollends an seine neue Schlafunterlage gewöhnt, und Du kannst deren Wirkung auf Deine Rückenprobleme zuverlässig beurteilen.

Ob Matratzen mit Metallanteil ein Gesundheitsrisiko darstellen könnten, ist nach wie vor umstritten: Es gibt bislang keinerlei wissenschaftlich anerkannte Nachweise für gesundheitliche Vorteile des metallfreien Schlafens, sondern lediglich Vermutungen und subjektive Erfahrungsberichte. Kritiker befürchten eine Wechselwirkung der Stahlfedern mit bioelektrischen Strömen im menschlichen Körper, die einen negativen Einfluss auf Nerven und Organe ausüben könnte. Wer den Metallfedern im Innern eine gesundheitsschädliche Wirkung zuschreibt, wird sicherlich lieber auf eine metallfreie Matratze aus Latex, Viscoschaum, Gelschaum oder Kaltschaum zurückgreifen.

Überblick: Für wen eignen sich Taschenfederkernmatratzen?

  • Alle Schlaftypen, darunter auch Seiten-, Bauch- und Wechselschläfer
  • Personen, die zu Nachtschweiß, Hitzewallungen etc. neigen
  • SchläferInnen mit Vorliebe für ein festes, straffes Liegegefühl
  • Personen mit einem Körpergewicht über 90kg
  • Paare und junge Familien (als große Doppelbettmatratze & fürs Boxspringbett)
  • Menschen, denen das Handling einer sperrigen Matratze keine Mühemacht
  • Übernachtungsgäste
  • VerbraucherInnen, die sich nicht an Metallteilen im Schlafbereich stören
  • NutzerInnen eines unverstellbaren Roll- oder Lattenrosts

 

Überblick: Für wen sind Taschenfederkernmatratzen weniger geeignet?

  • Personen, die im Bett zum Frieren neigen
  • Einzelschläfer mit schmalem Singlebett
  • Menschen mit Vorliebe für ein gemütliches, anschmiegsames Liegegefühl
  • Babys & Kleinkinder (aus Hygienegründen)
  • NutzerInnen eines verstellbaren (Motor-)Lattenrosts
  • Personen, die oft umziehen
  • Hausstaub-AllergikerInnen

Weitere Kauftipps: Qualitätsmerkmale bei Taschenfederkernmatratzen


Anzahl der Federn

Oft wird in der Werbung für Taschenfederkernmatratzen die Zahl der im Matratzenkern verbauten Federn angegeben. Diese Angabe bezieht sich üblicherweise auf eine Matratze im Single-Format 100 x 200 cm. Eine Matratze mit 1.000er Taschenfederkern weist also 500 Federn pro Quadratmeter auf, was für gute Qualität spricht. Generell gilt die Faustregel: Je höher die Federanzahl, desto punktelastischer die Matratze. Eine hochwertige Taschenfederkern- oder Tonnentaschenfederkernmatratze kann mit rund 500 bis 1.000 Federn pro Quadratmeter aufwarten.

Es kann jedoch irreführend sein, die Qualität einer Matratze ausschließlich anhand ihrer Feder-Anzahl zu beurteilen: Einige Hersteller sind dazu übergegangen, die bedeutend kleineren Microfedern zu verbauen. Von diesen Mini-Federn passen viel mehr in einen Taschenfederkern, ohne dass diese hohe Anzahl an Federn die Liegeeigenschaften der Matratze nachweislich verbessern würde. Im Gegenteil: Da Microfedern aus feinerem Draht bestehen, sind sie oft sogar kurzlebiger als ihre größeren Vorbilder. Außerdem ist ein Microtaschenfederkern bedeutend flacher und kann schwere Körperregionen nicht so tief einsinken lassen wie herkömmliche Taschenfederkerne.

Überdurchschnittlich viele Federn können sich auch nachteilig auswirken: Hochwertige Taschenfederkernmatratzen sind durch ihren hohen Metallanteil besonders schwer. Dadurch sind sie beim Beziehen und regelmäßigen Wenden nur mit hohem Kraftaufwand handhabbar. Generell liegt das Gewicht guter Taschenfederkernmatratzen im mittleren bis oberen Bereich − schwerer sind von allen Matratzentypen nur noch gleichwertige Latex- oder Tonnentaschenfederkernmatratzen.

Anzahl der Feder-Windungen (Gangzahl)

Die sogenannte Gangzahl der verbauten Taschenfedern gilt ebenfalls als Kriterium zur Qualitätsbeurteilung von Federkernmatratzen. Sie gibt an, wie viele Windungen jede einzelne Feder aufweist. Stahlfedern mit einer hohen Anzahl an Windungen verbessern tatsächlich den Schlafkomfort, da sich die Liegefläche aufgrund ihrer gesteigerte Elastizität besser an Belastungen anpassen kann. Zudem sind Federn mit hoher Gangzahl besonders robust und können die Lebensdauer des Taschenfederkerns verlängern.

Tabelle: Feder-Gangzahl & Matratzen-Qualität

Anzahl WindungenQualität
3 minderwertig, nicht zu empfehlen
4 ausreichend, zur gelegentlichen Nutzung (z.B. im Gästebett)
5 gut
6 oder 6,5 sehr gut
7 oder mehr hervorragend

Raumgewicht

Abgesehen von den Federn hat auch das Material der Polsterung oberhalb des Taschenfederkerns bedeutenden Einfluss auf den Schlafkomfort: Eine Schicht aus punktelastischem Latex oder Kaltschaum mit hohem Raumgewicht bringt die Wirkung eines guten Federkerns viel besser zur Geltung als eine Abdeckung aus unelastischem Filz oder kurzlebigem Billigschaumstoff. Deshalb solltest Du Dich in Deiner Kaufentscheidung nicht ausschließlich von der Anzahl der Federn leiten lassen.

Das Raumgewicht ist normalerweise als wichtigstes Qualitätsmerkmal von Schaumstoffmatratzen bekannt. Bei Taschenfederkernmatratzen hingegen sagen die meisten Herstellerangaben etwas über die Metallfedern aus. Dennoch spielt das Raumgewicht auch hier eine entscheidende Rolle, da ein Taschenfederkern nach außen durch eine oder mehrere zusätzliche Schaumstoffschicht(en) gepolstert ist.

Da ein Taschenfederkern oft erst nach vielen Jahren Ausfallerscheinungen zeigt, hängt die Lebensdauer einer Taschenfederkernmatratze vor allem von der Qualität der Außenschicht ab. Taschenfederkernmatratzen sollten daher wie alle Federkernmatratzen mit sehr dichten Schäumen mit hohem Raumgewicht bzw. RG-Wert ausgestattet sein. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die innenliegenden harten Metallfedern auch nach längerer Nutzung nicht von außen spürbar werden.

Matratzenbezug

Genau wie die Deckschicht einer Taschenfederkernmatratze sollte auch ihr Bezugsstoff leicht elastisch sein, um die Punktelastizität der Federn nicht abzuschwächen. Wesentlich ist auch eine hochwertige Verarbeitung mit dichtem Gewebe und haltbaren Nähten, da Federkernmatratzen aufgrund der Härteunterschiede zwischen Metallfedern und Schaumschicht(en) immensen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind.

Aus hygienischen Gründen sollte jeder Matratzenbezug mit einem Rundum-Reißverschluss ausgestattet sein: So lässt er sich bei Verunreinigungen oder Flecken einfach abnehmen und in die Waschmaschine stecken, und AllergikerInnen können zumindest außen Staub und Milben regelmäßig entfernen. Eine Synthetik-Beimischung erhöht die Formstabilität des Bezugsstoffs. Eine Waschtemperatur von 60° C sollte schon aus Hygienegründen für jeden modernen Matratzenbezug zugelassen sein.

Liegezonen

Mehrere Liegezonen sollen bei Matratzen die passende Stützung für unterschiedlich schwere Körperregionen wie Beine, Becken, Taille, Schultern und Nacken bewirken. Im Bereich der Taschenfederkernmatratzen gibt es Modelle mit 3, 5, 7 oder 9 Liegezonen, welche meistens von der Matratzenmitte aus symmetrisch angeordnet sind.

Die Ergebnisse unabhängiger Matratzentests konnten wiederholt belegen, dass Liegezonen nicht unbedingt ein Garant für besseren Schlaf sind. So berichtete die Stiftung Warentest wiederholt, dass die angeblich vorhandenen Zonen im Labor oft gar nicht nachweisbar seien. Bei anderen Modellen  seien die Unterschiede zwischen den Zonen viel zu gering, um überhaupt eine messbare Schlafverbesserung zu erreichen.

Selbst wenn sich eine Taschenfederkernmatratze in allen Körperzonen wie vorgesehen verhält, gibt es ein weiteres Problem: Sobald Du Dich im Schlaf bewegst und womöglich leicht schräg, etwas höher oder etwas tiefer als üblich liegst, gelangt die Wirkung der unterschiedlichen Zonen nicht mehr zuverlässig an die dafür vorgesehenen Körperpartien. Daher ist eine 7-Zonen-Taschenfederkern-Matratzenur selten besser als eine unzonierte, wird aber häufig viel teurer angeboten als gleichwertige Matratzen ohne Liegezonen.

Probeschlafen, Garantie & Prüfsiegel

Dein Körper kann mehrere Wochen brauchen, um sich an eine neue Schlafunterlage anzupassen. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist deshalb auch bei Taschenfederkernmatratzen die Möglichkeit zum unverbindlichen Probeschlafen bei Dir zuhause – selbstverständlich auf der ausgepackten Matratze, in Deinem eigenen Bett und für einen großzügig bemessenen Zeitraum.

Durch Probeschlaf-Optionen kannst Du eine Matratze in aller Ruhe testen – ganz anders als beim kurzen, oft hektischen Probeliegen im Matratzenladen. Seriös sind Händler und Onlineshops, die Dir ähnliche Bedingungen einräumen, wie wir es für unsere Snooze Project Matratze tun. Ein großer Vorteil des Probeschlafens ist auch die erleichterte Rückgabe bei Nichtgefallen, denn meist musst Du diese nicht erst wortreich begründen.

Auf hochwertigere Taschenfederkern-Matratzen gewähren viele Anbieter außerdem bis zu 10 Jahre Garantie, die sich allerdings meist nur auf den Taschenfederkern selbst erstreckt und lediglich bei sachgemäßer Benutzung gilt. Achte auf die Garantiebedingungen, wenn Du Deinen Garantieanspruch behalten willst − oft geht der Garantieanspruch bei Matratzen mit Taschenfederkern schon durch die Nutzung eines verstellbaren Lattenrosts verloren.

Die gesundheitliche Unbedenklichkeit einer Taschenfederkernmatratze kannst Du am leichtesten an renommierten Prüfsiegeln wie STANDARD 100 by OEKO-TEX® erkennen. Generell sind Taschenfederkernmatratzen aus heimischer und damit ökologisch günstigerer Produktion in einem deutschen Fachbetrieb in Bezug auf Schadstofffreiheit und Umweltfreundlichkeit eher zu empfehlen als Billigmatratzen aus Fernost, die bereits vor ihrem Verkauf große Transportstrecken zurückgelegt haben und nicht selten ein Innenleben aus minderwertigen Materialien aufweisen.

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  • Super informativ und leicht verständlich

    Ich finde es sehr spannend, über die verschiedenen Matratzenarten zu lesen. Es ist super, dass ihr aufklärt, welche Matratze für einem selber am besten geeignet ist und worauf man beim Kauf achten muss. Ehrlich gesagt habe ich vorher nie darauf so geachtet, aber jetzt weiß ich, dass es sich schon lohnt, genauer hinzugucken.