Vegan im Schlafzimmer: Vegane Matratze, Bettwäsche & Co

Zuletzt aktualisiert am 21. Mai 2021
Veröffentlicht am 4. Februar 2021

Vegan leben – auch im Schlafzimmer

Immer mehr Menschen treffen die Entscheidung, sich vegan zu ernähren oder vegan zu leben. Mehr als 6,1 Millionen Deutsche gaben laut einer Erhebung des Allensbach-Instituts im Jahr 2019 an, sich vegetarisch zu ernähren, 400.000 Menschen mehr als zwei Jahre zuvor. Je nach Schätzung sind davon 600.000 bis 1,2 Mio. Veganerinnen und Veganer. Nun besteht das vegane Leben aber nicht nur darin, die Ernährung umzustellen. Tierische Produkte sind schließlich auch in anderen Lebensbereichen vertreten. Zum Beispiel im Schlafzimmer. Was bedeutet das für eine vegane Schlafumgebung? In diesem Artikel betrachten wir das Thema genauer.

Vegan – was bedeutet das eigentlich?

Veganismus ist eine aus dem Vegetarismus hervorgegangene Ernährungs- und Lebensweise. Das Wort ist eine Neuschöpfung und fügt die erste und letzte Silbe von “veg-etari-an” zusammen. Veganer leben ohne tierische Produkte. Das gilt nicht nur für die Ernährung. Sie verzichten beispielsweise auch auf Leder und Wolle.

Der häufigste Weg zum Veganismus dürfte ethisch motiviert sein und beginnt in vielen Fällen zunächst mit der vegetarischen Ernährung. VegetarierInnen wollen nicht für das Töten/Schlachten von Tieren mitverantwortlich sein und essen deshalb kein Fleisch und keinen Fisch. Wird ihnen bewusst, dass auch die Herstellung z.B. von Milch und Eiern ebenfalls das Töten der Tiere zur Folge hat, entscheiden sich die genannten Personen häufig für die vegane Ernährung.

Es gibt auch weitere Varianten der fleischlosen Ernährung, die wir hier der Übersicht halber kurz aufzählen:

  • Ovo-Lakto-Vegetarier: Sie essen weder Fisch noch Fleisch und verzichten auch auf Gelatine, essen allerdings Produkte von lebenden Tieren wie Milch und Honig
  • Lakto-Vegetarier: Sie verzichten auf Fleisch, Fisch und zusätzlich auch auf Eier
  • Ovo-Vegetarier: Sie meiden Fleisch und Fisch sowie Milch- und Milchprodukte
  • Pescetarier: Sie verzichten auf Fleisch, essen aber Fisch
  • Frutarier: Frutarier vertreten das Ansinnen, dass Pflanzen nicht oder möglichst wenig geschädigt werden. Sie essen daher vor allem Fallobst und Nüsse
  • Flexitarier: Sie legen Wert auf gesundes Essen, verzehren dabei auch Fleisch oder Fisch, aber nicht kontinuierlich

Mögliche Beweggründe für ein veganes Leben

Wir hatten die ethischen Gründe, aus denen heraus sich ein Mensch für die vegane Lebensweise entscheidet, bereits kurz angesprochen. Es gibt aber auch andere Zugänge zum Veganismus. Verschaffen wir uns einen kurzen Überblick:

Tierrechte und Ethik

Die Diskussion um Tierrechte und Tierethik ist nach wie vor sehr lebendig und kontrovers. Als Grundlage in diesem Zusammenhang wird immer wieder Peter Singers Buch “Animal Liberation. Die Befreiung der Tiere.” genannt. Kern der Argumentation ist die Annahme Singers, dass es keine moralische Rechtfertigung dafür gibt, das Leid eines Wesens, gleich welcher Natur es sei, nicht in Betracht zu ziehen. Nach dem Gleichheitsprinzip verdienen also auch nicht-menschliche empfindungsfähige Wesen ethische Berücksichtigung. Vermeidbares Leid sollte also vermieden werden. Das führt auch zu der Frage: Steht der Mensch über den Tieren? – um diesen zentralen Gedanken kreisen zahlreiche Erörterungen zum Thema vegane Lebensweise.

Umweltverträglichkeit

Die Diskussion über die vegane Lebensführung wird auch unter dem Aspekt der Umweltverträglichkeit geführt. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die durch Lebensmittel verursachten Treibhausgase. Eine vegane Ernährung soll sie Hochrechnungen zufolge um durchschnittlich 50 bis 73 % reduzieren können. Auch der landwirtschaftliche Flächenverbrauch könnte um 76 % gemindert werden. Renaturierte Flächen könnten dann dazu dienen, Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre einzulagern. Veganer und vegane Verbände weisen außerdem darauf hin, dass bei einer veganen Ernährung die Umwelt weniger mit Schadstoffen belastet werde. Zudem würden weniger Ressourcen benötigt als bei einer Ernährung mit Fleisch- und Milchprodukten.

Welternährung

Veganer und vegane Organisationen sehen auch positive Folgen für die Welternährung. Hintergrund ist der wesentlich verminderte Futterbedarf für die Tierproduktion in den Industrieländern. Das könnte die Ernährungssituation in den Entwicklungsländern nachhaltig verbessern.

Antibiotikaresistenzen

Ein zunehmendes Problem in der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung ist die ansteigende Antibiotikaresistenz. Befürworter der veganen Lebensweise empfehlen daher die Reduzierung des Fleischkonsums, da Antibiotika immer häufiger in der Tiermast eingesetzt werden.

Persönliche Betroffenheit

Bei zahlreichen Menschen war die persönliche Betroffenheit der Auslöser, um Veganer zu werden. Dazu gehören Medienberichte über Tiertransporte, die Massentierhaltung oder industrielle Schlachtungen. Genannt werden aber auch Gründe wie die frühe Trennung der Kälber von ihren Müttern, die Haltungsbedingungen für Milchkühe und Legehennen oder die Schlachtung von Milchkühen und Legehennen, deren Leistung nachlässt, um nur einige Beispiele zu nennen. Das führt in der Konsequenz dann dazu, auch auf andere Produkte zu verzichten, die tierische Stoffe beinhalten oder mit Tierversuchen getestet wurden wie etwa Leder, Pelze, Tierborsten, Daunenjacken und -kissen oder Kosmetika.

Das vegane Schlafzimmer

Vegan zu leben heißt also nicht nur, die Ernährung umzustellen. Denn tierische Produkte werden in vielen Lebensbereichen verwendet, mal offen nachvollziehbar, häufig aber auch quasi versteckt in Vor- oder Zwischenprodukten der eigentlichen Ware. So wird für einen Veganer auch das Schlafzimmer zu einem Ort der Überprüfung. Wo finden wir also in der Schlafumgebung tierische Bestandteile?

Vegane Matratzen

Viele handelsübliche Matratzen enthalten tierische Bestandteile. Für die Liegefläche etwa wird häufig Rosshaar verwendet. Selbst ein modernes Material wie Latex ist nicht unbedingt vegan, da bei der Herstellung üblicherweise Milch verwendet wird. Das wäre mit einer veganen Lebensführung nicht vereinbar. Im Gegensatz zu den Matratzen von Snooze Project. Die in den Matratzen verwendeten Schaumstoffe sind CertiPUR® zertifiziert und frei von tierischen Produkten. CertiPUR® garantiert die Sicherheit, gesundheitliche Eignung und Umweltverträglichkeit der eingesetzten Schaumstoffe. Bei unserem Matratzenbezug sowie unseren Schaumstoffen haben wir darauf geachtet, mit dem OEKO-TEX® Standard 100 Klasse 1 zu arbeiten. So stellen wir sicher, dass die in den Matratzen verbauten Textilien und Schaumstoffe absolut unbedenklich sind und keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffe enthalten.

Vegan Bettdecken

In Bettdecken und Kissen werden auch heute noch Daunen eingesetzt. Für Veganer ein absolutes No-Go. Enten und Gänse machen den größten Teil der Tiere aus, die zur Feder- und Daunengewinnung genutzt werden. Während die Federn und Daunen bei Enten in der Regel nach der Schlachtung entnommen und verwendet werden, stammen die Federn bei Gänsen auch von lebenden Tieren.

Vegane Bettwäsche

Auch in puncto Bettwäsche und Kleidung gibt es für Veganer Alternativen zu Seide, Pelz, Wolle und Leder. In Betracht kommen zum Beispiel Viskosefasern wie etwa Tencel oder Lyocell. Und der Teppich vor dem Bett? Veganer bekommen keine kalten Füße, auch wenn sie sie nicht auf echtes Fell oder Wolle setzen, sondern auf Kunstfasern.

Fazit

Auf Fleisch, Eier, Milch, Fisch, Butter, Honig, Leder und Daunen verzichten? Das erscheint immer noch vielen Mitmenschen als merkwürdig. Wie ernährt man sich alternativ, wie richtet man seine Schlafumgebung ein? Wird das Leben nicht unnötig kompliziert, ist die vegane Grundhaltung nicht viel zu radikal?

Doch immer mehr Menschen, vor allem junge, urbane, orientieren ihren Lebensstil an Gesundheitsbewusstsein und Nachhaltigkeit. Der Veganismus ist “salonfähig”, das zeigt schon ein Blick in die Verkaufsregale herkömmlicher Supermärkte und Discounter. Und tatsächlich: Wer sich mit der Massentierhaltung beschäftigt, wird nicht behaupten können, dass sie tiergerecht ist. Tatsache ist, dass ein Großteil der Tiere, die wir Menschen konsumieren, nicht nur sterben, sondern vorher leiden müssen. Fakt ist, dass unser Konsum- und Essverhalten eingreift in Tier- und Umwelt, was es schwierig macht, es als reine Privatsache anzusehen.

Helfen könnte es, den Veganismus nicht als Verbotskultur zu betrachten, sondern die Lust auf eine gesundheitsbewusste und nachhaltige Lebensführung in den Fokus zu rücken. Neue Ideen haben immer die besten Chancen, wenn sie begeistern und nicht belehren. Wer mag, setzt den Veganismus auf seinen geistigen Menü-Plan und findet heraus, ob dabei nahrhafte Gedanken entstehen. Die Auseinandersetzung lohnt in jedem Fall.