Snooze Project erklärt: Latex und die Latexmatratzen [Projekt: Matratzenkunde]

latexmatratze

Deine kleine Matratzenkunde: Die Latexmatratze

Was haben Autoreifen, Fetisch-Outfits und Kaugummi gemeinsam? Unglaublich, aber wahr: Sie alle bestehen aus Latex! Biegsamer, dehnbarer Latex ist eben DAS Top-Material, sobald dauerhafte Elastizität gefragt ist. Logisch, dass deshalb auch viele Matratzenhersteller Latex nutzen. Doch schon die synthetischen Latexmatratzen ganz ohne Naturkautschukanteil sind oft irre teuer. Sind Matratzen aus Latex ihren hohen Preis tatsächlich wert – oder gibt es vielleicht günstigere Alternativen? Das Team von Snooze Project hat für Dich den Test gemacht, kritisch nachgefragt und bis auf den Matratzenkern gebohrt!

Latex – was ist das?

Egal, ob Du eine Latexmatratze bei Ikea, im Online-Matratzenshop oder beim Ökoversand kaufen willst: Überall werden Dir die gleichen Arten begegnen. Ganz grob wird zunächst unterschieden, ob Naturlatex, synthetischer Latex oder eine Mischung aus beiden als Grundstoff bei der Matratzenherstellung eingesetzt wurde. Das Wort Latex (lateinisch: Milch) bezeichnete ursprünglich den Milchsaft des Kautschukbaums. Ritzt man seine Rinde ein und zapft Latex ab, kann daraus ein gummiartiger Stoff namens Kautschuk (von cau uchu, ur-brasilianisch: Baum) gewonnen werden.

Synthetischer Latex

Als Naturprodukt unterliegt Latex Qualitätsschwankungen, die die Fabrikation von Schäumen einheitlicher Härte erschweren. Deshalb sind Matratzen aus Naturlatex besonders teuer. Seit in den 1920er Jahren erstmals auch künstlicher Kautschuk in relevanten Mengen hergestellt werden konnte, wird der Begriff Latex weiter gefasst: Er beschreibt inzwischen auch den preisgünstigeren synthetischen Latex, der in chemischen Fabriken entsteht. Seit etwa 1960 wird Syntheselatex hauptsächlich auf Erdölbasis produziert.

Naturlatex: Täuschende Bezeichnung

Naturlatex wird zur besseren Steuerung der Matratzen-Eigenschaften gerne mit synthetischem Latex gemischt. Angesichts der verwirrenden Deklaration solltest Du unbedingt das Kleingedruckte lesen: Die Angabe „Naturlatex-Matratze“ bedeutet nämlich keineswegs, dass ausschließlich Latex natürlichen Ursprungs verwendet wurde! Leider werden auch Modelle mit geringen Naturlatex-Anteilen ab 10% unter dem irreführenden Label „Naturlatex“ angeboten. 

Mischen (un)possible?

Aus technischer Sicht spricht nichts dagegen, Naturlatex mit Syntheselatex zu mischen. Künstlicher Latex ist produktionsbedingt etwas fester – eine nützliche Eigenschaft, wenn es um den Härtegrad von Matratzen geht. Weil natürlicher Latex langlebiger und besonders punktelastisch ist, sind aus ihm hergestellte Matratzen zwar hochwertiger – mit zunehmendem Naturlatexanteil aber auch teurer. 100%ige Naturlatexmatratzen wirst Du nur selten angeboten bekommen: Die meisten bestehen zu höchstens 60% aus Latex natürlichen Ursprungs.

Man nehme: Latex

Unzählige Wissenschaftler und Ingenieure hatten sich bereits die Köpfe über die Stabilisierung von Kautschuk zerbrochen, ehe Charles Goodyear 1839 vom Anblick seiner kuchenbackenden Ehefrau zum Verfahren der Vulkanisation inspiriert wurde: Er schäumte erstmals Latex auf und stellte es anschließend in den heimischen Backofen. Und tatsächlich: Der so behandelte Latex wurde fest, blieb zugleich aber dauerhaft elastisch.

3 Wege zur Latexmatratze

Die meisterprobte Methode zur Herstellung von Latexschaum ist das Dunlop-Verfahren: Flüssiglatex wird zusammen mit diversen Zusatzstoffen (z. B. Geliermitteln, Stabilisatoren, Antioxidantien und Wasserenthärtern) luftig aufgeschlagen. Dieser „Teig“ wird nun in eine Art überdimensionales Waffeleisen gegossen und durch darin eingearbeitete Heizstifte „gebacken“. Dabei entstehen die für Stiftlatex typischen Hohlräume, deren Anordnung und Form die Liegeeigenschaften der fertigen Latexmatratze bestimmen.

Beim Talalay-Verfahren wird das Latexgemisch unter Vakuum besonders gleichmäßig in der Gussform verteilt. Nun wird das Material bei -30° C schockgefrostet und dann auf 115° C erhitzt. Das Ergebnis: Einheitlich große Bläschen mit offenen Zellwänden, die später für eine bessere Belüftung des Matratzenkerns sorgen. Der Schönheitsfehler dieser Methode ist ihr hoher Energieverbrauch, weswegen sie heute immer seltener zum Einsatz kommt.

Erst seit einigen Jahren existiert das energiesparende SonoCore-Verfahren, das mit geänderten Rezepturen und einer ausgeklügelten Heizmethode höchst punktelastische Latexschäume von besonders gleichmäßiger und offener Zellstruktur erzeugt. Leider können damit bislang nur Matratzenauflagen, Latex-Topper, Latexkissen sowie dünne Latexschichten für Hybridmatratzen produziert werden – reine SonoCore-Latexmatratzen sind (noch) nicht im Handel erhältlich.

Wichtige Wäsche 

Ganz egal, welches Herstellungsverfahren die Latexmatratze bis hierhin durchlaufen hat – zum Schluss heißt es immer: Ab ins Bad! Der Kern jeder Latexmatratze wird jetzt mehrfach gewaschen und schließlich getrocknet. Für die Qualität der fertigen Matratze ist dieser Schritt ausschlaggebend: Bei mangelnder Sorgfalt können allergieauslösende Eiweiße darin zurückbleiben. Du gehörst zu den wenigen Latexallergikern? In diesem Fall solltest Du lieber eine geeignete Alternative wie punktelastische Kaltschaummatratzen wählen (wie unsere bspw.).

Latexmatratze bei Allergie?

Du weißt nicht, ob Du an einer Latexallergie leidest? Achtung: Von Selbstversuchen mit Latexhandschuhen raten wir Dir ausdrücklich ab! In seltenen Fällen kann es dabei zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock kommen. Im Zweifel besser beim Hautarzt einen Allergietest machen lassen – schließlich brauchen wir Dich lebend! Übrigens: Als Hausstauballergiker bist Du mit einer Latexmatratze gut beraten, da weder Milben noch Hausstaub in deren Kern eindringen können. Latexmatratzen gelten daher als besonders hygienisch.

Wieso sind Latexmatratzen oft so teuer?

Im Unterschied zu anderen Matratzenkernen wird der Kern einer Latexmatratze nicht aus einem riesigen Schaumstoffblock herausgeschnitten: Jede Größe und sogar Liegezone hat ihre eigene Gussform. Dieser zusätzliche Aufwand macht die Produktion der Latexmatratze äußerst kostspielig. Kommen wie beim Talalay-Latex hohe Energieausgaben dazu, klettert der Kaufpreis schon für die gängigen Einzelschläfermaße wie 90x200 nicht selten auf satte 1.000 Euro. Eine hochwertige Talalay-Latexmatratze in größeren Abmessungen wie 120x200, 140x200, 160x200 oder 180x200 schlägt mit Preisen ab circa 1.500 Euro zu Buche.

Bauformen der Latexmatratze 

Du willst jetzt endlich wissen, wie die fertige Latexmatratze von innen aussieht? Wir haben für Dich nachgesehen und hauptsächlich 2 Bauformen gefunden. Weit verbreitet ist die klassische Latexmatratze mit einem Kern aus Stiftlatex. Je nach Ausformung ihrer Längs- und Querkanäle hat eine solche Latexmatratze meist 3, 5, 7 oder 9 Liegezonen und ist in unterschiedlichen Härtegraden erhältlich. Stiftlatex gibt unter Druck punktgenau nach und bietet zugleich eine sehr gute Stützung für Skelett und Muskulatur.

Es geht auch exotischer 

Weniger bekannt, aber besonders für Schläfer mit höherem Körpergewicht geeignet, ist die Latex-Schichtmatratze: Hier sorgen eine oder mehrere Lagen aus Kokoskautschuk für mehr Festigkeit. Kokos-Kautschuk oder Kokos-Latex besteht meist aus mit (Natur-)Latex vermischten Kokos-Hohlfasern. Manchmal wird auch gepresste Kokosfaser als stabilisierender Innenkern verbaut. Vorsicht könnte bei Baby-Latexmatratzen mit Kokosfasern angesagt sein: Sie stehen derzeit wegen ihrer angeblichen Verbindung zu Fällen des plötzlichen Kindstods in der wissenschaftlichen Diskussion.

So erkennst Du eine gute Latexmatratze 

Hartgesottene Fans des Snooze Project Blogs wissen: Die Matratzenindustrie liebt Marketingtricks. Eine hochwertige Latexmatratze hat dennoch Merkmale, an denen Du sie treffsicher erkennst. So verrät Dir ein hohes Raumgewicht (RG) von in der Regel mindestens 70 kg/m³, dass Du eine hervorragende Punktelastizität und Haltbarkeit erwarten darfst. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Möglichkeit zum unverbindlichen Probeschlafen bei Dir zuhause – selbstverständlich auf der ausgepackten Matratze und für mehrere Wochen. Auf gute Latexmatratzen bekommst Du zudem mindestens 10 Jahre Garantie.

Der richtige Bezug 

Matratzenkerne aus Latex sind echte Diven: Sie brauchen ihren Lieblings-Pyjama, um sich in Deinem Bett wirklich wohlzufühlen. Weil speziell der synthetische Latex zuverlässigen Schutz vor direktem Sonnenlicht benötigt, sollte sein Bezug sehr dicht gewebt sein. Zugleich ist auch Dehnbarkeit gefordert, um die aufwändig erzeugte Punktelastizität des Latexkerns nicht oberflächlich auszubremsen. Dass ein alltagstauglicher Stoffbezug leicht abnehmbar und bei 60° C waschbar sein sollte, gilt generell für alle Matratzentypen.

Pflegefall Latexmatratze 

Eigentlich wäre es nicht tragisch, die Latexmatratze regelmäßig zu drehen und zu wenden – wenn sie bloß nicht so schwer wäre... Außerdem wollen die meisten Modelle ausgiebig belüftet werden. Um Schimmelbildung vorzubeugen, ist allmorgendliches Stoßlüften angesagt: Weit geöffnete Fenster, für mindestens 5 Minuten. So kann die Latexmatratze aufgenommene Feuchtigkeit an die frische, trockene Raumluft abgeben. Immerhin die perfekte Ausrede, um Dein Bett nicht machen zu müssen – ein aufgedecktes Bett fördert schließlich die Verdunstung.

Vorteile der Latexmatratze:

  • grundsätzlich punktelastisch und druckentlastend
  • auch für Schwergewichte geeignet (v. a. Kokos-Schichtlatex)
  • gute Wärme-Isolierung
  • relativ lange Haltbarkeit
  • auch für verstellbare Lattenroste geeignet

Nachteile der Latexmatratze:

  • oft schwierige Handhabung durch ein hohes Gewicht
  • regelmäßig sehr pflegeintensiv (drehen, wenden, lüften)
  • in aller Regel sehr teuer in der Anschaffung
  • bei Talalay-Latex: schlechte Ökobilanz
  • je nach Porenform geringe Luftzirkulation

 Latexmatratze oder Kaltschaummatratze? 

Pah, das kann Kaltschaum und Poly-Schaum (finden wir) viel besser! Das sagen nicht nur wir von Snooze Project: Auch beim alle Jahre wieder durchgeführten Matratzentest der Stiftung Warentest führen Kaltschaummatratzen seit langem die Bestenliste an. Nicht umsonst entscheiden sich immer mehr Kunden für moderne One-for-All- Matratzen wie die Matratzen von Snooze Project. Die intelligente Schichtung ausgewählter Kaltschäume erreicht die perfekte Kombination bester Eigenschaften: Hohe Punktelastizität, geringes Gewicht, minimaler Pflegeaufwand, gute Durchlüftung, ein angenehmes Schlafklima... – und das alles zum bezahlbaren Preis.

Es ist Deine Entscheidung: Jetzt losliegen und auf Deiner Snooze Project 100 Nächte probeschlafen und selber entscheiden!

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