Hygiene-Alarm: Wie oft solltest du deinen Schlafanzug (Pyjama) waschen und wechseln?

Eine Frau liegt zusammengerollt auf der Seite, die Augen geöffnet, und trägt einen blauen Schlafanzug auf einem hellen Hintergrund voller gelber Blumen und Blätter. Die Illustration hat etwas Verträumtes, Surreales an sich.

Aktualisiert von Marco am 8. Februar 2026
Veröffentlicht von Martin am 5. Oktober 2020

Das Wichtigste in Kürze

  • Wechsle deinen Pyjama alle zwei bis vier Tage – bei starkem Schwitzen, Krankheit oder im Sommer auch häufiger.
  • Wasche Schlafbekleidung bei mindestens 40 °C, regelmäßig auch bei 60 °C, um Bakterien, Viren und Pilze zuverlässig abzutöten.
  • In einer einzigen Nacht sammeln sich Millionen abgestorbener Hautzellen in deiner Schlafkleidung – zusammen mit Schweiß ein idealer Nährboden für Keime.
  • Achte immer auf das Pflegeetikett: Natürliche Stoffe wie Baumwolle vertragen in der Regel höhere Temperaturen als synthetische Materialien.
  • Hänge deinen Pyjama morgens zum Lüften auf, statt ihn im Bett liegen zu lassen – so bleibt er länger frisch und dein Bett trocken.

Wie oft wechseln wir unseren Pyjama wirklich?

Deutlich seltener, als die meisten vermuten würden. Eine Umfrage des britischen Matratzenherstellers Ergoflex aus dem Jahr 2015 ergab: Frauen tragen ihren Schlafanzug im Durchschnitt 17 Nächte am Stück, Männer immerhin noch 13 Nächte. Die meisten Befragten gaben an, ihren Pyjama erst dann zu waschen, wenn er unangenehm riecht – obwohl sich auf der Kleidung schon nach wenigen Nächten Schweiß, Hautschuppen und Körpersekrete ansammeln.

Das Problem: Unsere Haut stößt ununterbrochen verbrauchte Zellen ab – Forschende des Imperial College London beziffern die Menge auf rund 200 Millionen Hautzellen pro Stunde. Über acht Stunden Schlaf summiert sich das auf Milliarden abgestorbener Zellen, die in der Schlafkleidung hängen bleiben. Zusammen mit Schweiß entsteht so ein idealer Nährboden für Bakterien und Hausstaubmilben. Zu seltenes Waschen kann deshalb Hautreizungen, Blasenentzündungen oder Magen-Darm-Infekte begünstigen. (Yokouchi et al., 2016 – eLife)

Warum du deinen Pyjama regelmäßig wechseln solltest

Nachts schwitzt der Körper – je nach Person und Raumtemperatur teils erheblich. Gleichzeitig produzieren Talgdrüsen Fett und die Haut stößt verbrauchte Zellen ab. All das landet in der Schlafkleidung. Was auf den ersten Blick harmlos klingt, kann über mehrere Nächte zu einer echten Keimbelastung werden.

Eine im Journal of Applied Microbiology veröffentlichte Studie unter Leitung des Mikrobiologen Charles Gerba von der University of Arizona zeigt, dass getragene Kleidung erhebliche Mengen an Krankheitserregern beherbergen kann – darunter Darmbakterien wie E. coli, Salmonellen und sogar antibiotikaresistente Keime wie MRSA. Werden diese nicht durch gründliches Waschen entfernt, können sie beim nächsten Tragen auf die Haut und in empfindliche Körperbereiche gelangen. Besonders bei einem geschwächten Immunsystem steigt dadurch das Risiko für Infektionen. (Reynolds et al., 2022 – Journal of Applied Microbiology)

Mögliche Folgen zu seltenen Pyjama-Wechsels:

  • Hautirritationen, Ausschläge und Pickel durch Bakterien und Reibung
  • Blasenentzündungen, wenn Darmbakterien in die Harnwege gelangen
  • Verstärkte Hausstaubmilben-Belastung durch angesammelte Hautschuppen
  • Unangenehmer Geruch, der sich auch nach dem Waschen schwer entfernen lässt

Wie oft solltest du deinen Pyjama wechseln?

Die meisten Dermatologen und Hygieneexperten empfehlen, den Schlafanzug alle zwei bis vier Tage zu wechseln. Wer abends duscht, bevor er ins Bett geht, kann die Tragedauer auf bis zu sieben Tage ausdehnen. In bestimmten Situationen solltest du deinen Pyjama allerdings häufiger tauschen:

Bei starkem Nachtschweiß: Spätestens nach zwei Nächten gehört der Schlafanzug in die Wäsche. Im Sommer kann ein täglicher Wechsel sinnvoll sein, besonders wenn die Schlafzimmertemperatur über 20 °C liegt.

Bei Krankheit: Während einer Erkältung, Grippe oder Blasenentzündung solltest du den Pyjama täglich wechseln. Krankheitserreger wie Viren und Bakterien überleben im Stoff und können die Genesung verzögern.

Bei trockener oder schuppiger Haut: Empfindliche Haut bedeutet mehr Hautschuppen in der Kleidung. Ein Wechsel alle zwei Tage hilft, die Keimbelastung niedrig zu halten.

Wenn Haustiere im Bett schlafen: Tierhaare, Speichel und zusätzliche Mikroorganismen erhöhen die Keimbelastung deutlich. Hier ist ein täglicher Wechsel ratsam – das gilt auch, wenn Babys oder Kleinkinder bei dir im Bett schlafen.

So wäschst du deinen Pyjama richtig

Genauso wichtig wie die Wechselhäufigkeit ist die richtige Reinigung. Wird der Schlafanzug bei zu niedrigen Temperaturen oder mit dem falschen Waschmittel gewaschen, können Keime, Pilze und sogar fäkale Rückstände im Stoff verbleiben.

Die richtige Temperatur: Wasche deinen Pyjama bei mindestens 40 °C, um den Großteil der Bakterien zu entfernen. Ein- bis zweimal im Monat empfiehlt sich ein Waschgang bei 60 °C – das tötet auch hartnäckige Viren und Pilze zuverlässig ab. Achte dabei auf das Pflegeetikett, da nicht jedes Material die hohen Temperaturen verträgt.

Das richtige Waschmittel: Für helle Pyjamas eignet sich Vollwaschmittel, das besonders gründlich reinigt. Bunte Schlafbekleidung wäschst du am besten mit Colorwaschmittel, um die Farben zu schonen. Flüssigwaschmittel hat den Vorteil, dass es weniger Rückstände auf empfindlichen Stoffen hinterlässt als Waschpulver.

Tipp

Da Schlafkleidung häufig aus einem Materialmix besteht, lohnt sich immer ein Blick auf das Pflegeetikett. Dort findest du alle relevanten Waschsymbole, die dir bei der richtigen Pflege helfen.

Schlafanzug richtig trocknen

Nicht nur das Waschen, auch das Trocknen beeinflusst die Hygiene und Langlebigkeit deiner Schlafkleidung. Grundsätzlich ist Lufttrocknen die schonendste Methode – hänge den Pyjama nach dem Waschen auf einen Wäscheständer oder eine Leine und lass ihn an der Luft trocknen. Das schont die Fasern und spart Energie.

Wenn es schnell gehen muss, darf Schlafkleidung aus Baumwolle in der Regel in den Trockner – allerdings bei niedriger bis mittlerer Temperatur. Empfindliche Materialien wie Seide, Modal oder Wolle gehören dagegen nicht in den Trockner, da die Hitze die Fasern beschädigen und das Material einlaufen lassen kann. Wirf auch hier einen Blick auf das Pflegeetikett, bevor du den Trockner einschaltest. Pyjamas mit Applikationen, Stickereien oder Drucken solltest du grundsätzlich an der Luft trocknen, um die Verzierungen zu schützen.

Pyjama-Materialien und ihre Pflege

Schlafanzüge werden aus unterschiedlichen Stoffen gefertigt, die jeweils eigene Pflegeanforderungen mitbringen.

Natürliche Stoffe wie Baumwolle, Merinowolle, Seide, Frottee, Jersey und Flanell sind besonders hautfreundlich und atmungsaktiv. Baumwolle ist dabei der Klassiker: Sie verträgt in der Regel Temperaturen bis 60 °C und eignet sich deshalb hervorragend für Allergiker und Menschen mit empfindlicher Haut.

Synthetische Materialien wie Fleece, Polyester, Polyamid und Polyacryl sind oft günstiger und trocknen schneller. Allerdings vertragen sie in der Regel keine hohen Waschtemperaturen und können Feuchtigkeit schlechter aufnehmen als Naturfasern.

Das richtige Material für die Jahreszeit: Im Sommer sind leichte, atmungsaktive Stoffe wie Baumwolle, Leinen oder Seide ideal – sie transportieren Feuchtigkeit gut ab und verhindern Hitzestau. In den kühleren Monaten sorgen Flanell, Frottee oder Merinowolle für angenehme Wärme, ohne dass du übermäßig schwitzt. Synthetische Stoffe wie Polyester lassen die Haut weniger atmen, was gerade im Sommer zu vermehrtem Schwitzen führen kann.

Baumwoll-Pyjamas – die Vorteile:

  • Waschbar bei bis zu 60 °C – ideal für hygienische Reinigung
  • Hautfreundlich, weich und gut verträglich für Allergiker
  • Atmungsaktiv und feuchtigkeitsaufnehmend

Wie viele Schlafanzüge braucht man?

Wer seinen Pyjama alle zwei bis vier Tage wechselt, braucht mindestens zwei, besser drei Schlafanzüge pro Saison. So hast du immer eine frische Garnitur parat, auch wenn die Wäsche gerade erst in der Maschine ist. Besonders praktisch ist das bei Krankheit oder unruhigen, schweißtreibenden Nächten – dann kannst du sofort wechseln, ohne auf den nächsten Waschgang warten zu müssen. Im Sommer, wenn der Pyjama häufiger gewechselt wird, lohnt sich eine zusätzliche Garnitur aus leichtem, schnell trocknendem Material.

Praktische Tipps für die Pyjama-Pflege

Morgens lüften statt liegen lassen: Hänge deinen Pyjama nach dem Aufstehen auf einen Kleiderbügel oder über eine Stuhllehne. So kann die Feuchtigkeit entweichen und der Stoff bleibt frisch. Verbleibt der Schlafanzug im Bett, überträgt sich die Restfeuchtigkeit auf Bettwäsche und Matratze.

Unterwäsche tragen: Wer einen Slip unter dem Pyjama trägt, reduziert den direkten Hautkontakt und verlängert die Tragedauer des Schlafanzugs. Allerdings raten manche Gynäkologen Frauen, nachts auf Unterwäsche zu verzichten, um ein feuchtwarmes Klima im Intimbereich zu vermeiden. Hier gilt: die individuell passende Lösung finden.

Funktionswäsche bei starkem Schwitzen: Spezielle Funktionsschlafanzüge transportieren Feuchtigkeit schneller von der Haut weg. Auch wenn manche Modelle mit antibakteriellen Silberionen ausgestattet sind, solltest du den normalen Waschrhythmus beibehalten – die Wirkung der Ionen lässt mit der Zeit nach.

Bei hartnäckigen Gerüchen: Riecht der Pyjama trotz Waschen bei hohen Temperaturen unangenehm, kann ein Bad in verdünntem Weißweinessig helfen. Der Essig neutralisiert Gerüche und wirkt antibakteriell. Alternativ eignet sich auch Zitronensäure.

Kein Weichspüler bei Nachtschweiß: Weichspüler legt sich wie ein Film um die Fasern und verringert deren Saugfähigkeit. Das bedeutet, dass Schweiß schlechter aufgenommen wird und vermehrt auf der Haut bleibt – das stört den Schlafkomfort und kann zu Hautreizungen führen.

Tipp

Schmutzige Pyjamas gehören direkt in den Wäschekorb – nicht auf den frischen Schlafanzug legen. So vermeidest du, dass Feuchtigkeit und Hautschuppen auf die saubere Kleidung übertragen werden.

Fazit

Auch wenn der Pyjama nur wenige Stunden pro Nacht getragen wird, sammeln sich darin erstaunlich schnell Schweiß, Hautschuppen und Bakterien. Ein Wechsel alle zwei bis vier Tage – bei starkem Schwitzen, Krankheit oder im Sommer auch häufiger – schützt deine Gesundheit und sorgt für ein angenehmeres Schlafgefühl. Wasche deinen Schlafanzug bei mindestens 40 °C und gönne ihm regelmäßig einen 60-Grad-Waschgang. Wer morgens den Pyjama kurz lüftet, auf das richtige Material für die Jahreszeit setzt und zwei bis drei Garnituren im Schrank hat, hat lange Freude an frischer, hygienischer Schlafkleidung.

FAQ

Die meisten Experten empfehlen einen Wechsel alle zwei bis vier Tage. Wer abends duscht und nachts wenig schwitzt, kann den Schlafanzug auch bis zu einer Woche tragen. Bei starkem Schwitzen, Krankheit oder wenn Haustiere im Bett schlafen, sollte der Wechsel häufiger – idealerweise täglich – erfolgen.

Mindestens 40 °C sind empfehlenswert, um die meisten Bakterien zu entfernen. Ein- bis zweimal im Monat solltest du den Pyjama bei 60 °C waschen, um auch hartnäckige Keime, Viren und Pilze abzutöten. Achte dabei immer auf die Angaben im Pflegeetikett.

Baumwolle ist besonders empfehlenswert: Sie ist hautfreundlich, atmungsaktiv und verträgt Waschtemperaturen bis 60 °C. Für Allergiker und Menschen mit empfindlicher Haut ist Baumwolle daher die erste Wahl. Im Sommer eignen sich auch Leinen und Seide, im Winter halten Flanell und Merinowolle angenehm warm.

Mindestens zwei bis drei Garnituren pro Saison sind ideal. So hast du immer einen frischen Pyjama zur Hand, auch wenn gerade gewaschen wird. Im Sommer kann eine zusätzliche Garnitur aus leichtem Material sinnvoll sein, da der Schlafanzug häufiger gewechselt werden muss.

Wenn der Schlafanzug trotz heißer Wäsche unangenehm riecht, hilft ein Bad in verdünntem Weißweinessig oder Zitronensäure. Beides neutralisiert Gerüche und wirkt antibakteriell. Verzichte außerdem auf Weichspüler – dieser verschließt die Fasern und kann Gerüche einschließen.

Das ist Geschmackssache. Ein Slip unter dem Pyjama reduziert den direkten Hautkontakt und hält den Schlafanzug länger frisch. Manche Gynäkologen empfehlen Frauen jedoch, nachts auf Unterwäsche zu verzichten, um ein feuchtwarmes Milieu im Intimbereich zu vermeiden.

Das hängt vom Material ab. Baumwoll-Pyjamas vertragen in der Regel den Trockner bei niedriger bis mittlerer Temperatur. Empfindliche Stoffe wie Seide, Modal oder Wolle sollten an der Luft trocknen, da die Hitze die Fasern beschädigen kann. Ein Blick auf das Pflegeetikett gibt dir Sicherheit.

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