Härtegrad bei Matratzen

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Härtegrad bei Matratzen (Definition)


Der Matratzen-Handel bietet Kaufinteressierten je nach Körperbau und -gewicht verschiedene Matratzenmodelle in mehreren unterschiedlichen Härtegraden an. So bezeichnen Angaben wie F1 oder H1 (beide werden parallel genutzt) besonders nachgiebige und weiche Matratzen für leichte, zierliche Schläfer, während Härtegrade wie F5 bzw. H5 besonders stabile, harte Liegeflächen für sehr schwere Schläfer beschreiben sollen. Härtegrade sind bislang nicht einheitlich genormt.

Härtegrad-Angaben bei Matratzen: Erklärung & Grundlagen


Der Härtegrad einer Matratze kann großen Einfluss auf die Schlafqualität haben: Je nachdem, welche Schlafposition Du bevorzugst, kann das Verhältnis zwischen Nachgiebigkeit und Stützfähigkeit letztendlich über Dein wohltuend komfortables oder störend unbequemes Liegegefühl auf einer Matratze entscheiden.

Wesentlich für Deinen erholsamen Nachtschlaf ist die optimale Stützung Deiner Wirbelsäule − doch die kommt nur dann zustande, wenn der Härtegrad Deiner Matratze perfekt zu Deinem Gewicht, aber auch zu Deinem Körperbau und Deinen Schlafvorlieben passt. Der optimale Matratzen-Härtegrad hängt also von Deinen ganz individuellen Bedürfnissen ab.

Beim Matratzenkauf: So funktioniert der Härtegrad-Test

Abhängig davon, welche Schlafposition(en) Du bevorzugst, sollte eine Matratze im idealen Härtegrad Deinen Körper an jeder aufliegenden Stelle bequem einsinken lassen, zugleich aber auch sämtliche Muskelpartien angemessen abstützen. Sichtbar wird die ergonomisch optimale Lagerung an Deinem Rücken: Wenn Du Dich in der Seitenlage befindest, bildet Deine Wirbelsäule auf der richtig gewählten Matratze eine gerade Linie.

Auf einer Matratze im richtigen Härtegrad zeigt sich deutlich: Schwerere Körperpartien, wie Becken und Schulter sinken tief genug in die Matratze ein und werden dadurch entlastet, während sich leichtere Bereiche wie Nacken, Taille und Beine sicher gestützt relaxen können. Dein Körper kann sich im Schlaf erholen und regenerieren, und Du wachst morgens entspannt und ausgeruht auf.

Entstehung & Herstellung unterschiedlicher Härtegrade bei Matratzen

Wie fest oder weich sich eine Matratze verhält, wird vor allem durch ihren Aufbau und die Festigkeit des verwendeten Materials bestimmt. Den Markt teilen derzeit hauptsächlich die folgenden Matratzentypen unter sich auf, die sich teils sehr unterschiedlich verhalten:

 

Tipp: Falls Du Dich schon auf einen bestimmten Matratzentyp festgelegt hast, kannst Du über den zugehörigen Hyperlink ausführlichere Infos aufrufen, die Dir helfen können, das Liegeverhalten „Deines“ Matratzentyps genauer zu verstehen!

Aufbau und Design einer Matratze tragen wesentlich zu ihrem Härtegrad bei. Manche Matratzentypen wie die einfacheren, oft schon sehr billig erhältlichen Federkernmatratzen sind abgesehen von den Stahlfedern innen hohl, während Schaummatratzen aller Art einen Aufbau mit durchgängig elastischem Matratzenkern aufweisen. Auch unterschiedliche Schichten einer Matratze, die aufgrund spezieller Eigenschaften miteinander kombiniert werden, können Liegegefühl und Härtegrad maßgeblich beeinflussen.

Hindernisse bei der Wahl des optimalen Härtegrads

Bei Schaummatratzen aus Latex, Viscoschaum oder Kaltschaum spielt zudem das Raumgewicht (RG) bzw. der RG-Wert des verwendeten Schaums eine große Rolle: Je höher der RG-Wert, desto dichter, hochwertiger und langlebiger das Material − und desto höher die Punktelastizität der Matratze. Durch den Effekt, dass punktelastische Matratzen unter jeder Stelle des Körpers sehr präzise nachgeben, ihn zugleich aber auch ganz besonders gut stützen, kann sich manche bisherige Vorliebe für eher harte oder eher weiche Matratzen verändern: Der laut Tabelle „richtige“ Härtegrad scheint plötzlich nicht mehr zu stimmen.

Obwohl zwischen dem Raumgewicht und der Festigkeit einer Matratze kein direkter Zusammenhang besteht, kann sich der gleiche Härtegrad bei Matratzen mit unterschiedlichen RG-Werten aufgrund der abweichenden Punktelastizität tatsächlich völlig anders anfühlen. Das erklärt, warum Du den richtigen Härtegrad für Deine nächste Matratze nicht allein anhand von Tabellen oder Listen herausfinden kannst: Es gibt weitere Faktoren, die den Schlafkomfort einer Matratze ebenfalls entscheidend beeinflussen können.

Gängige Härtegrade und ihre Bedeutung


In Prospekten, Matratzenläden, Online-Matratzenshops, Matratzen-Tests oder -Vergleichen ist immer wieder vom Matratzen-Härtegrad die Rede. Die meisten herkömmlichen Matratzenmodelle sind in mehreren (meist 3 oder 5 verschiedenen) Härtegraden erhältlich, zu denen häufig auch gleich der Körpergewichts-Bereich der jeweiligen Zielgruppe angegeben wird. Die einzelnen Matratzen-Härtegrade werden meist durch eine Buchstaben-Zahlen-Kombination angegeben. Verwirrend können die unterschiedlichen Bezeichnungen sein, die sich leider nicht alle nach derselben Systematik richten.

Die H-Skala: Von H1 bis H5

Die H-Skala umfasst 5 verschiedene Härtegrade. Der Härtegrad H1 steht für eine besonders weiche Liegefläche, während Matratzen-Härtegrad H5 auf eine besonders feste bzw. harte Liegefläche hinweist. Die restlichen Härtegrade H2, H3 und H4 befinden sich auf dieser Skala in aufsteigender Reihenfolge zwischen Härtegrad H1 (sehr weich) und Härtegrad H5 (sehr hart). H3 bedeutet also, dass es sich um eine mittelharte Matratze handelt.

Die F-Skala: Von F1 bis F5

Alternativ verwenden manche Matratzen-Anbieter und -Hersteller auch die Bezeichnungen F1 bis F5 für die Härtegrade, wenden aber grundsätzlich exakt dieselbe Systematik an. Somit bezeichnet F1 genau wie H1 eine besonders weiche Liegefläche – am anderen Ende der Härtegrad-Skala steht nun F5 genau wie H5 für eine sehr harte Liegefläche. Die Härtegrade F2, F3 und F4 verteilen sich auch hier analog zwischen den Härtegraden F1 und F5, und F3 ist die mittlere Matratzenhärte. 

Die reduzierte Skala: Von 1 bis 3

Einige Anbieter, Hersteller oder Matratzen-Discounter führen grundsätzlich nur Matratzen in den Härtegraden 2, 3 und 4. Der Grund hierfür ist vermutlich, dass die „extremen“ Härtegrade 1 oder 5 nur sehr selten nachgefragt werden. In solchen Fällen listen die Anbieter nur drei Härtegrade, beispielsweise 1, 2 und 3. Die Systematik bleibt ähnlich: 1 steht für eine weiche Liegefläche, 2 für eine mittlere und 3 für eine feste. Allerdings werden bei dieser Unterteilung die besonders weiche und besonders harte Klassifizierung der Liegefläche einfach außen vor gelassen: Diese Methode soll Kunden die Entscheidung erleichtern, spart zugleich aber auch die Verwaltungs- und Lagerkosten für zwei weitere, sowieso nur selten verlangte Härtegrade ein. 

Die Unterteilung der Härtegrade nach Beliebtheit (Tabelle)

HärtegradBezeichnungInterpretationHäufigkeit
Härtegrad 1 H1 oder F1 Besonders weiche Liegefläche Wird eher sehr selten nachgefragt
Härtegrad 2 H2 oder F2 Weiche Liegefläche Wird relativ häufig nachgefragt
Härtegrad 3 H3 oder F3 Mittelfeste Liegefläche Wird am häufigsten nachgefragt
Härtegrad 4 H4 oder F4 Feste Liegefläche Wird relativ häufig nachgefragt
Härtegrad 5 H5 oder F5 Besonders harte Liegefläche Wird eher sehr selten nachgefragt

Den richtigen Matratzenhärtegrad bestimmen


Leider richtet sich die Mehrzahl der Matratzenhersteller bei der Angabe passender Matratzen-Härtegrade ausschließlich nach dem Körpergewicht des/der Schlafenden. Andere Aspekte wie Körperbau, Schlafgewohnheiten, gesundheitliche Beschwerden oder bevorzugtes Liegegefühl werden kaum berücksichtigt. Im herkömmlichen Matratzenhandel kursiert deshalb die folgende Faustformel zur Bestimmung des richtigen Härtegrads:

Körpergewicht in kg < (Körpergröße in cm – 100) → weiche Matratze (H1 bis H2)

Körpergewicht in kg = (Körpergröße in cm – 100) → mittelharte Matratze (H3)

Am Beispiel einer 1,80 m großen Person würde dies bedeuten, dass bis zu einem Körpergewicht von knapp 80 kg die Härtegrade H1 oder H2 infrage kämen − bei einem Körpergewicht von 80 kg oder mehr wäre hingegen der Härtegrad H3 passender. Der offensichtlichste Nachteil solcher „Formeln“ liegt auf der Hand: Sie gehen nicht auf deutlich abweichende Körpergewichte ein und ermöglichen höchstens eine grobe Einschätzung des optimalen Härtegrades. Schon etwas hilfreicher ist dagegen eine feiner unterteilte Härtegrad-Tabelle wie die folgende.

Die Unterteilung der Härtegrade nach Körpergewicht (Tabelle)

HärtegradBezeichnungInterpretationIn der Regel passend für Körpergewicht
Härtegrad 1 H1 oder F1 sehr weich bis ca. 50 kg
Härtegrad 2 H2 oder F2 weich ca. 50 kg bis ca. 70 kg
Härtegrad 3 H3 oder F3 mittelfest / medium ca. 70 kg bis ca. 110 kg
Härtegrad 4 H4 oder F4 fest / extrafest ca. 110 kg bis ca. 130 kg
Härtegrad 5 H5 oder F5 sehr fest / hart ab ca. 130 kg

Den richtigen Härtegrad feststellen: Weitere wesentliche Aspekte (mit Liste)

Viele VerbraucherInnen klagen schon kurz nach dem Kauf einer neuen Matratze darüber, zu hart oder zu weich zu liegen. Offenbar genügt es oft nicht, anhand einer Tabelle den richtigen Härtegrad festzustellen: Schließlich besteht ein Mensch nicht nur aus Körpergewicht, sondern braucht je nach Körperbau und Schlafvorlieben womöglich doch einen individuellen, von der Tabelle abweichenden Härtegrad. Eine Härtegrad-Tabelle eignet sich als Orientierungshilfe, ist aber längst nicht immer passend.

Bei welchem Matratzentyp eignet sich welcher Härtegrad bei welchem Körpergewicht am besten? Wenn Du die Vorteile eines auf Dich abgestimmten Härtegrades genießen möchtest, hast Du dir diese Frage vermutlich auch schon gestellt. Das Problem: Grundsätzlich sind Tabellen und Liste zwar hilfreich, weil sie Dir erste Anhaltspunkte bieten − doch da jeder Härtegrad auf eine sehr große Personengruppe ausgelegt ist, und die Tabelle auch keine unterschiedlich aufgebauten Matratzentypen berücksichtigt, können sich große Abweichungen ergeben.

Falls Du gerne etwas härter liegst, kannst Du Dich problemlos auch für einen Matratzen-Härtegrad entscheiden, der eine Stufe höher liegt als der für Dein Gewicht empfohlene Härtegrad. Magst Du es dagegen weich und gemütlich, bist Du mit einem niedrigeren Härtegrad wahrscheinlich zufriedener − dabei solltest Du allerdings auf ein hohes Raumgewicht der Matratze achten, denn nur Matratzen mit hoher Punktelastizität setzen auch schweren Muskelpartien dauerhaft genug Rückstellkraft entgegen, sodass keine störenden Kuhlen entstehen.

Wir halten fest: Tatsächlich gibt es entgegen der im Matratzenhandel üblichen Praxis neben Deinem Körpergewicht noch einige andere Faktoren, die Du unbedingt in die Härtegrad-Ermittlung für Deine nächste Matratze einbeziehen solltest. Die 5 wichtigsten Aspekte haben wir nachfolgend zusammengefasst.

Den perfekten Härtegrad bei Matratzen finden: 5 wichtige Aspekte (Liste)

  1. Verhältnis zwischen Körpergewicht & Körpergröße
  2. Körperbau (breites / schmales Becken, athletisch / bauchbetont, Figurtyp etc.)
  3. Schlafposition (Seiten-, Bauch-, Rücken- oder Wechselschläfer)
  4. Vorhandene Beschwerden wie Rückenschmerzen & Muskelverspannungen
  5. Persönliche Vorlieben bezüglich der Liegehärte

Gesundheitliche Folgen bei falschem Härtegrad


Wie negativ sich ein falsch gewählter Matratzen-Härtegrad auswirken kann, zeigt sich an vielen Beispielen. Bereits Grundschulkinder, die nachts auf einer zu weichen Matratze schlafen, klagen angesichts schwerer Schulranzen über Rückenschmerzen. Bei Babys können zu weiche Matratzen nach aktuellem Forschungsstand das Risiko für einen plötzlichen Kindstod erhöhen. Bei Erwachsenen macht sich eine zu harte oder zu weiche Matratze häufig durch Nacken- und Schulterbeschwerden bemerkbar.

Der richtige Matratzen-Härtegrad bei Rückenschmerzen

Für SchläferInnen, die unter Rückenschmerzen leiden, kann der optimale Härtegrad der Matratze besonders wesentlich sein. Ist ein Härtegrad für Deine körperlichen Bedürfnisse zu niedrig, sinkt Dein Körper zu tief in die weiche Matratze ein. Deine Wirbelsäule hängt im Liegen unnatürlich durch, und mit der Zeit bildet sich in der Liegefläche der Matratze eine störende Kuhle. Dadurch werden Lendenwirbel, Hals und Nacken allnächtlich stark belastet, und Du wachst morgens mit schmerzhaften Muskelverspannungen auf.

Auch auf einer Matratze mit zu hohem Härtegrad kann Deine Wirbelsäule nicht ihre natürliche Doppel-S-Form einnehmen: Sie lässt die schweren Körperbereiche wie Becken und Schultern nicht ausreichend tief einsinken. Aufgrund der zu harten, unnachgiebigen Matratze wird die Wirbelsäule überstreckt, und Deine Hals- und Nackenmuskulatur kann sich nicht angemessen entspannen. Zudem wird Deine Lendenwirbelsäule belastet, weil Po und Becken nur zum Teil einsinken können.

Für Menschen mit Rückenbeschwerden kann der Grat zwischen zu weich und zu hart besonders schmal sein. Wenn Du bereits jetzt unter Rückenschmerzen leidest, solltest Du beim Kauf Deiner nächsten Matratze darauf achten, dass sie für Dich und Deinen Körperbau weder zu hart noch zu weich ist. Eine ausreichend hohe Stützkraft ist wichtig für die nächtliche Regeneration von Knochengerüst, Muskulatur und Gelenken.

Falls Du gerne etwas härter liegst, raten wir Dir zu einem Matratzen-Härtegrad, der eine Stufe über dem für Dich „berechneten“ Härtegrad liegt − liegst Du dagegen lieber weich, wählst Du am besten den nächstniedrigeren Härtegrad.

Andere Gesundheitsprobleme durch den falschen Härtegrad

Manchmal leiden wir unter Beschwerden, die wir zunächst gar nicht mit unserer Matratze in Verbindung bringen. Ein typisches Beispiel sind Kopfschmerzen, die von gelegentlichem Ziehen bis hin zur ausgewachsenen Migräne reichen können. Gerade Migränegeplagte haben oft schon vieles ausprobiert, um den schmerzhaften Anfällen vorzubeugen − doch wer denkt dabei schon an einen falschen Härtegrad bei der Matratze, die schon seit Jahren in Gebrauch ist?

Wenn sich Migräne oder Kopfweh im Urlaub spontan bessern, kann des Rätsels Lösung nicht nur im nachlassenden Stress, sondern auch in der härteren oder weicheren Hotelmatratze zu finden sein. In solchen Fällen kann es sich lohnen, die heimische Matratze gegen ein Modell mit besser passendem Härtegrad auszutauschen.

Wer unter Durchblutungsstörungen leidet, sollte sich ebenfalls über einen anderen Härtegrad Gedanken machen. Gerade dann, wenn Du morgens häufig mit „eingeschlafenen“ Gliedmaßen aufwachst, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass der Härtegrad Deiner Matratze nicht zu Dir oder Deiner bevorzugten Schlafposition passt. Sehr harte Matratzen erzeugen oft einen zu starken Gegendruck, der Blutbahnen vorübergehend abquetschen kann − mit der Zeit können daraus massive Taubheitsgefühle entstehen, die selbst nach dem Aufstehen andauern.

Falls Du Dich in unseren Beschreibungen wiedererkennst, solltest Du beim nächsten Matratzenkauf verstärkt auf den richtigen Härtegrad achten − doch das ist in der Praxis oft gar nicht so leicht.

Probleme bei der Ermittlung des korrekten Matratzen-Härtegrads


Der Umgang mit den Härtegrad-Angaben im Matratzengeschäft kann kompliziert sein: Viele Matratzenmarken nutzen ihre ganz eigene Einteilung in Härtegrade, die für unterschiedliche Gewichtsklassen und Personengruppen geeignet sein sollen. Leider richten sich die meisten Hersteller bei der Einteilung ihrer Matratzen in Härtegrade ausschließlich nach dem Körpergewicht des Nutzers bzw. der Nutzerin. Unterschiede im Körperbau, individuelle Schlafgewohnheiten oder das persönlich bevorzugte Liegegefühl werden bei der Ermittlung des richtigen Härtegrads im Matratzenladen vor Ort zu selten berücksichtigt.

Matratzen-Härtegrade als clevere Werbestrategie

Die Einteilung von Matratzen in 3 oder 5 unterschiedliche Härtegrade wirkt aus Verbrauchersicht zunächst praktisch. Leider kann jedoch jeder Hersteller seine eigene Skala erfinden und in Eigenregie entscheiden, wie weich oder hart die Härtegrade seiner Matratzen in der Praxis sind. So erklären sich auch die vielen unterschiedlichen, mitunter verwirrenden Bezeichnungen für ein und denselben Härtegrad.

Hast Du „Deinen“ passenden Härtegrad endlich gefunden, kannst Du mangels einer einheitlichen gesetzlichen Regelung bestenfalls beim selben Hersteller hoffen, auf mehreren Matratzen-Modellen desselben Härtegrads tatsächlich auch gleich gut zu liegen. Echte Vergleiche mit den zahllosen anderen Angeboten sind aufgrund der uneinheitlichen Härtegrad-Einteilung diverser Anbieter kaum möglich.

Zweifelhafte Gewichtseinteilung bei Härtegraden

Erst beim direkten Vergleich mehrerer Angebote lässt sich feststellen, dass viele Matratzenläden und Online-Matratzenshops sogar derselben Anzahl an Härtegraden ganz unterschiedliche Gewichtsgruppen zuordnen: Beim einen Anbieter wird ein 100 Kilogramm schwerer Schläfer in den Härtegrad H3 einsortiert − beim anderen landet er mit seinem Körpergewicht im Härtegrad H4.

Aus werbepsychologischer Sicht geschieht zugleich etwas ganz Anderes: Unser argloser, ganz menschlich reagierender Schläfer wird sich unbewusst über die breitgefächerten Wahlmöglichkeiten zwischen 5 verschiedenen Härtegraden freuen, sich persönlich angesprochen fühlen, weil er in eine der Gruppen passt − und den ihm sehr individuell erscheinenden Service des Händlers als Pluspunkt auf seiner geistigen Pro-und-Contra-Liste verbuchen. Auf diese Weise werden Härtegrade in Wahrheit häufig als Kaufanreiz eingesetzt.

Noch immer keine DIN-Norm für Härtegrade

Eine für alle Hersteller verbindliche Industrie-Norm zum Thema „Härtegrad bei Matratzen“ existiert genauso wenig wie eine wissenschaftlich fundierte Formel zur eindeutigen Berechnung der richtigen Matratzenhärte für unterschiedliche Personen. Dass auch die regelmäßigen Matratzentests der Stiftung Warentest immer wieder Zweifel am Wahrheitsgehalt von Härtegrad-Angaben wecken, verunsichert VerbraucherInnen zusätzlich.

Die Ergebnisse der Warentester legen schon seit Längerem den Verdacht nahe, dass viele Härtegrad-Bezeichnungen schlichter Etikettenschwindel sind. Angaben zum Härtegrad handelsüblicher Matratzen sollten Dir bis zur Einführung einer entsprechenden DIN-Norm lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen, müssen aber nicht stur befolgt werden.

Abweichende Härtegrade: Steigende Unsicherheit durch Billigproduktion

Je nach Matratzen-Material kann noch ein weiterer Aspekt die Wahl des passenden Härtegrads erschweren: Oft machen sich bereits zwischen 2 Matratzen des gleichen Modells und Härtegrads fühlbare Unterschiede bemerkbar. Bei weniger hochwertigen Kaltschaum-Matratzen, deren Herstellung oft in Fernost erfolgt und nicht immer minuziös überwacht wird, können sich sogar innerhalb eines großen Schaumstoffblocks unterschiedlich nachgiebige Bereiche ausbilden.

Matratzen, die aus einem nicht fachgerecht hergestellten Schaumstoffblock zugeschnitten werden, können später ein sehr stark voneinander abweichendes Liegeverhalten sowie unterschiedliche Härtegrade aufweisen − dennoch werden sie alle unter demselben Härtegrad-Label verkauft. Angesichts all dieser Ungenauigkeiten kannst Du Härtegrad-Tabellen guten Gewissens beiseiteschieben, sofern eine Matratze den zu Beginn beschriebenen Härtegrad-Test besteht und Du sie als bequem empfindest. Entscheiden sollte letzten Endes immer Dein ganz persönliches Liegegefühl.

Falscher Härtegrad: Was tun bei zu harter oder zu weicher Matratze?


Den richtigen Härtegrad zu finden, ist nicht einfach. Viele Matratzen werden trotz aller Bemühungen und angeblich fachmännischer Beratung im Matratzenladen falsch gekauft. Erst Wochen oder Monate nach dem Kauf stellt sich schließlich heraus, dass die neue, teure Matratze zu hart oder zu weich ist. Was lässt sich dagegen tun?

Vorbeugen beim Kauf: Option zum Probeschlafen nutzen

Zunächst haben wir einen Tipp für Deine zukünftigen Matratzenkäufe. Da der menschliche Körper mehrere Wochen brauchen kann, um sich an eine neue Schlafunterlage zu gewöhnen, lassen sich Matratzen durch kurzes Probeliegen im Geschäft leider kaum treffsicher beurteilen. Inzwischen gibt es aber bessere Möglichkeiten! Manche Online-Matratzenshops der neuen Generation bieten Dir heutzutage an, jede gekaufte Matratze für einen feststehenden Zeitraum (zum Beispiel 30 Tage) zuhause auszuprobieren.

Auf jeder neuen Snooze Project Matratze darfst Du in Deinen eigenen 4 Wänden sogar volle 100 Nächte Probeschlafen und Dir dabei ganz entspannt Dein eigenes Urteil bilden. Probeschlafen ist völlig anders als das herkömmliche Probeliegen: Keine weiteren Kunden als Zuschauer, kein Zeitdruck, keine Plastik-Schutzfolie zwischen Dir und der Matratze. Im Gegenteil: Jetzt testest Du Deine neue Matratze im eigenen Bett, in gewohnter Umgebung, mit Deinem Bettzeug und Deinem Lieblingskissen.

Dank Probeschlafen musst Du Dich in puncto Liegekomfort nicht länger auf die Aussagen umsatzorientierter Matratzenverkäufer verlassen. Wenn Du zuhause in Seitenlage probeschläfst, kannst Du eine Vertrauensperson bitten, dabei Deinen Rücken zu fotografieren. Auf diese Weise kannst Du ganz einfach selbst überprüfen, ob Deine Wirbelsäule gerade bleibt − und wie gut die bestellte Matratze tatsächlich zu Dir passt.

Bei allen Händlern mit Probeschlaf-Optionen solltest Du das Kleingedruckte beachten: Nur bei wenigen Anbietern (wie Snooze Project) erhältst Du Dein Geld zurück, wenn Dir die gelieferte Matratze doch nicht zusagen sollte. Andere Händler bieten bei Rücksendung der Matratze oft nur einen Gutschein für ihren Shop an − ein Angebot, auf das Du Dich nur dann einlassen solltest, wenn Du für diesen Gutschein auch ganz sicher Verwendung hättest.

Lösungen für zu harte oder zu weiche Matratzen

Du kanntest die Probeschlaf-Option noch nicht und konntest Deinen Matratzen-Fehlkauf nicht innerhalb der viel zu knappen Frist zurückgeben − oder hast Deine Matratze vor Ort ganz ohne Rückgaberecht gekauft? Wenn eine gerade erst erworbene Matratze im Nachhinein doch den falschen Härtegrad hat, ist das zwar ärgerlich, aber kein Weltuntergang.

Eine zu harte Matratze lässt sich nachträglich mit einem weichen Topper meist doch noch angenehmer gestalten. Geeignete Matratzentopper wie unser softer Snooze Project Matratzentopper bestehen meist aus nachgiebigem Viscoschaum. Sie werden wie eine zusätzliche Komfortschicht auf die eigentliche Matratze gelegt und bewirken, dass schwerere Körperpartien ausreichend tief einsinken können. Oft genügt diese Maßnahme bereits, um allzu feste Matratzen schließlich doch noch verwendbar zu machen. Wenn Du auch beim Topper-Kauf auf Probeschlaf-Optionen achtest, gehst Du kein Risiko ein.

Schwieriger verhält sich der Fall, wenn die versehentlich im falschen Härtegrad gekaufte Matratze deutlich nachgiebiger ist als ursprünglich geplant: Eine zu weiche Matratze kannst Du leider nicht nachträglich fester machen, selbst wenn Du sie statt auf einem Lattenrost direkt auf dem Boden benutzt. Fehlende Stützeigenschaften lassen sich nicht ergänzen − deshalb solltest Du nicht über einen längeren Zeitraum auf einer zu nachgiebigen Matratze schlafen.

Mindestens einmal im Leben machen die meisten Menschen schlechte Erfahrungen beim Matratzenkauf − doch die lassen sich durch kreative Lösungen in etwas Positives ummünzen. Vielleicht kennst Du jemanden, der sich riesig über eine weiche, fast neue Matratze freuen würde. Auch für ein Upcycling-Projekt, etwa eine gemütliche Kuschel-Ecke für die ganze Familie, sind weiche Matratzen häufig optimal geeignet. Auf diese Weise landet der Fehlkauf nicht gleich auf dem Wertstoffhof, sondern findet doch noch eine sinnvolle Verwendung.

Moderne Matratzen: Es geht auch ohne Härtegrad


Zu hart, zu weich, dubiose Härtegrad-Tabellen: All das sind Probleme, mit denen wohl jeder Matratzenkäufer schon einmal konfrontiert war. Seit wenigen Jahren versucht eine neue Generation von Matratzen-Onlineshops, sich von undurchsichtigen Matratzenkonzepten zu befreien: Mit modernen Matratzen, von denen einige sogar komplett ohne verwirrende Härtegrade auskommen. Das trifft auch auf die Matratzen von Snooze Project zu, die aus zwei sich ergänzenden Schichten bestehen.

All-fits-One-Matratze: Eine, die zu (fast) allen passt

Der Aufbau der Snooze Project One-fits-All-Matratze wurde so konzipiert, dass sie für alle Seitenschläfer, Rückenschläfer, Bauchschläfer oder Wechselschläfer gleichermaßen geeignet ist − ganz unabhängig vom Körpertyp. Die stützende Basisschicht der Matratze aus langlebigem Poly-Schaum sorgt für die nötige Stützung. Die darüber liegende Komfortschicht aus anschmiegsamem Kaltschaum mit extra-hohem Raumgewicht (RG 50) gibt dort nach, wo Druck entsteht, und passt sich punktgenau der Köperkontur an.

Modernes Konzept gegen komplizierte Härtegrade

Der 2-Schichten-Aufbau hat einen erstaunlichen Effekt: Unsere Matratze bietet umso mehr Unterstützung, je mehr Druck entsteht. Dadurch fühlt sich die druckreaktive Snooze Project Matratze für Personen mit einem Körpergewicht zwischen 50 und 120 kg immer mittelfest an. In herkömmlichem Matratzenjargon könnte man auch sagen: Ihr Härtegrad steigt mit zunehmendem Gewicht des Schläfers.

Klare Matratzenkonzepte ohne umständliche Härtegrade können offenbar funktionieren, denn mehr als 95 Prozent unserer Kunden zeigen sich begeistert und bleiben bei ihrer Snooze Project Matratze. 

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  • herrlich

    lustig und informativ, danke. schöne grüße!

  • ganz okay

    Ich denke, ein bisschen weniger Trara hätte es auch getan, aber es sind unterm Strich ein paar gute Infos drin.
    Ich finde es nur nicht so ganz einfach, Härtegrade auf "genau richtig" herunterzubrechen, weil es, so toll SnoozeProject vielleicht auch sein mag, unwahrscheinlich erscheint, dass auf einem einzigen Produkt ein Mensch mit 50kg Körpergewicht genauso optimal schläft, wie ein Mensch mit 150kg. Die Aussage "genau richtig" führt vielleicht dazu, dass sich manch einer nicht wirklich ernst genommen fühlt.
    Wenn man einen religiösen Menschen fragt, woran er glaubt, will man ja auch nicht "an das Richtige" zur Antwort haben.

  • Informativ und gelungen!

    Guter und informativer Artikel wie ich finde, vor allem wenn man (versucht) sich mit dem Thema Härtegrade und solchen Matratzenthemen gründlich auseinanderzusetzen. Doch so klar wie einige Anbieter das dann meinen ist das oft ja nicht. Bleibt die Frage wozu die ganze Komplexität? Den Artikel fand ich auf jeden Fall erhellend. Danke!