Matratzen Härtegrad

Zuletzt aktualisiert am 26. August 2021
Veröffentlicht am 30. Mai 2020

Definition: Was bedeutet der Härtegrad bei Matratzen?

Der Matratzen-Handel bietet Kaufinteressierten je nach Körperbau und -gewicht verschiedene Matratzenmodelle in mehreren unterschiedlichen Härtegraden an. So bezeichnen Angaben wie F1 oder H1 (beide werden parallel genutzt) besonders nachgiebige und weiche Matratzen für leichte, zierliche Schläfer, während Härtegrade wie F5 bzw. H5 besonders stabile, harte Liegeflächen für sehr schwere Schläfer beschreiben sollen. Härtegrade sind bislang nicht einheitlich genormt.

Der Härtegrad einer Matratze kann großen Einfluss auf die Schlafqualität haben: Je nachdem, welche Schlafposition Du bevorzugst, kann das Verhältnis zwischen Nachgiebigkeit und Stützfähigkeit letztendlich über Dein wohltuend komfortables oder störend unbequemes Liegegefühl auf einer Matratze entscheiden.

Wesentlich für Deinen erholsamen Nachtschlaf ist die optimale Stützung Deiner Wirbelsäule − doch die kommt nur dann zustande, wenn der Härtegrad Deiner Matratze perfekt zu Deinem Gewicht, aber auch zu Deinem Körperbau und Deinen Schlafvorlieben passt. Der optimale Matratzen-Härtegrad hängt also von Deinen ganz individuellen Bedürfnissen ab.

Unterschiedliche Härtegrade bei (unterschiedlichen) Matratzenarten

Wie fest oder weich sich eine Matratze verhält, wird vor allem durch ihren Aufbau und die Festigkeit des verwendeten Materials bestimmt. Den Markt teilen derzeit hauptsächlich die folgenden Matratzentypen unter sich auf, die sich teils sehr unterschiedlich verhalten:

Härtegrade bei unterschiedlichen Matratzen-Arten

Falls Du Dich schon auf einen bestimmten Matratzentyp festgelegt hast, kannst Du über den zugehörigen Hyperlink ausführlichere Infos aufrufen, die Dir helfen können, das Liegeverhalten „Deines“ Matratzentyps genauer zu verstehen!

Aufbau und Design einer Matratze tragen wesentlich zu ihrem Härtegrad bei. Manche Matratzentypen wie die einfacheren, oft schon sehr billig erhältlichen Federkernmatratzen sind abgesehen von den Stahlfedern innen hohl, während Schaummatratzen aller Art einen Aufbau mit durchgängig elastischem Matratzenkern aufweisen. Auch unterschiedliche Schichten einer Matratze, die aufgrund spezieller Eigenschaften miteinander kombiniert werden, können Liegegefühl und Härtegrad maßgeblich beeinflussen.

Bei Schaummatratzen aus Latex, Viscoschaum oder Kaltschaum spielt zudem das Raumgewicht (RG) bzw. der RG-Wert des verwendeten Schaums eine große Rolle: Je höher der RG-Wert, desto dichter, hochwertiger und langlebiger das Material − und desto höher die Punktelastizität der Matratze. Durch den Effekt, dass punktelastische Matratzen unter jeder Stelle des Körpers sehr präzise nachgeben, ihn zugleich aber auch ganz besonders gut stützen, kann sich manche bisherige Vorliebe für eher harte oder eher weiche Matratzen verändern: Der laut Tabelle „richtige“ Härtegrad scheint plötzlich nicht mehr zu stimmen.

Obwohl zwischen dem Raumgewicht und der Festigkeit einer Matratze kein direkter Zusammenhang besteht, kann sich der gleiche Härtegrad bei Matratzen mit unterschiedlichen RG-Werten aufgrund der abweichenden Punktelastizität tatsächlich völlig anders anfühlen. Das erklärt, warum Du den richtigen Härtegrad für Deine nächste Matratze nicht allein anhand von Tabellen oder Listen herausfinden kannst: Es gibt weitere Faktoren, die den Schlafkomfort einer Matratze ebenfalls entscheidend beeinflussen können.

Härtegradskalen erklärt: Welche gibt es und was bedeuten sie?

In Prospekten, Matratzenläden, Online-Matratzenshops, Matratzen-Tests oder -Vergleichen ist immer wieder vom Matratzen-Härtegrad die Rede. Die meisten herkömmlichen Matratzenmodelle sind in mehreren (meist 3 oder 5 verschiedenen) Härtegraden erhältlich, zu denen häufig auch gleich der Körpergewichts-Bereich der jeweiligen Zielgruppe angegeben wird. Die einzelnen Matratzen-Härtegrade werden meist durch eine Buchstaben-Zahlen-Kombination angegeben. Verwirrend können die unterschiedlichen Bezeichnungen sein, die sich leider nicht alle nach derselben Systematik richten.

Die H-Skala: Von H1 bis H5

Die H-Skala umfasst 5 verschiedene Härtegrade. Der Härtegrad H1 steht für eine besonders weiche Liegefläche, während Matratzen-Härtegrad H5 auf eine besonders feste bzw. harte Liegefläche hinweist. Die restlichen Härtegrade H2, H3 und H4 befinden sich auf dieser Skala in aufsteigender Reihenfolge zwischen Härtegrad H1 (sehr weich) und Härtegrad H5 (sehr hart). H3 bedeutet also, dass es sich um eine mittelharte Matratze handelt.

Die F-Skala: Von F1 bis F5

Alternativ verwenden manche Matratzen-Anbieter und -Hersteller auch die Bezeichnungen F1 bis F5 für die Härtegrade, wenden aber grundsätzlich exakt dieselbe Systematik an. Somit bezeichnet F1 genau wie H1 eine besonders weiche Liegefläche – am anderen Ende der Härtegrad-Skala steht nun F5 genau wie H5 für eine sehr harte Liegefläche. Die Härtegrade F2, F3 und F4 verteilen sich auch hier analog zwischen den Härtegraden F1 und F5, und F3 ist die mittlere Matratzenhärte.

Die reduzierte Skala: Von 1 bis 3

Einige Anbieter, Hersteller oder Matratzen-Discounter führen grundsätzlich nur Matratzen in den Härtegraden 2, 3 und 4. Der Grund hierfür ist vermutlich, dass die „extremen“ Härtegrade 1 oder 5 nur sehr selten nachgefragt werden. In solchen Fällen listen die Anbieter nur drei Härtegrade, beispielsweise 1, 2 und 3. Die Systematik bleibt ähnlich: 1 steht für eine weiche Liegefläche, 2 für eine mittlere und 3 für eine feste. Allerdings werden bei dieser Unterteilung die besonders weiche und besonders harte Klassifizierung der Liegefläche einfach außen vor gelassen: Diese Methode soll Kunden die Entscheidung erleichtern, spart zugleich aber auch die Verwaltungs- und Lagerkosten für zwei weitere, sowieso nur selten verlangte Härtegrade ein.

Härtegrade nach Beliebtheit (Tabelle)

HärtegradBezeichnungInterpretationHäufigkeit
Härtegrad 1H1 oder F1Besonders weiche LiegeflächeWird eher selten nachgefragt
Härtegrad 2H2 oder F2Weiche LiegeflächeWird relativ häufig nachgefragt
Härtegrad 3H3 oder F3Mittelfeste LiegeflächeWird am häufigsten nachgefragt
Härtegrad 4H4 oder F4Feste LiegeflächeWird relativ häufig nachgefragt
Härtegrad 5H5 oder F5Besonders harte LiegeflächeWird eher selten nachgefragt

Härtegrade nach Gewicht (Tabelle)

HärtegradBezeichnungInterpretationIn der Regel passend für Körpergewicht
Härtegrad 1H1 oder F1sehr weichbis ca. 50kg
Härtegrad 2H2 oder F2weichca. 50kg bis 70kg
Härtegrad 3H3 oder F3mittelfest / mediumca. 70kg bis 110kg
Härtegrad 4H4 oder F4fest / extrafestca. 110kg bis 130kg
Härtegrad 5H5 oder F5sehr fest / hartab ca. 130kg

Beratung: Wie den richtigen Härtegrade finden?

Leider richtet sich die Mehrzahl der Matratzenhersteller bei der Angabe passender Matratzen-Härtegrade ausschließlich nach dem Körpergewicht des/der Schlafenden. Andere Aspekte wie Körperbau, Schlafgewohnheiten, gesundheitliche Beschwerden oder bevorzugtes Liegegefühl werden kaum berücksichtigt. Im herkömmlichen Matratzenhandel kursiert deshalb die folgende Faustformel zur Bestimmung des richtigen Härtegrads:

Körpergewicht in kg < (Körpergröße in cm – 100) → weiche Matratze (H1 bis H2)

Körpergewicht in kg = (Körpergröße in cm – 100) → mittelharte Matratze (H3)

Achtung: Faustformel zur Bestimmung des Härtegrads

Am Beispiel einer 1,80 m großen Person würde dies bedeuten, dass bis zu einem Körpergewicht von knapp 80 kg die Härtegrade H1 oder H2 infrage kämen − bei einem Körpergewicht von 80 kg oder mehr wäre hingegen der Härtegrad H3 passender. Der offensichtlichste Nachteil solcher „Formeln“ liegt auf der Hand: Sie gehen nicht auf deutlich abweichende Körpergewichte ein und ermöglichen höchstens eine grobe Einschätzung des optimalen Härtegrades. Schon etwas hilfreicher ist dagegen eine feiner unterteilte Härtegrad-Tabelle wie die folgende.

Persönliches Empfinden spielt ein wichtige Rolle

Viele VerbraucherInnen klagen schon kurz nach dem Kauf einer neuen Matratze darüber, zu hart oder zu weich zu liegen. Offenbar genügt es oft nicht, anhand einer Tabelle den richtigen Härtegrad festzustellen: Schließlich besteht ein Mensch nicht nur aus Körpergewicht, sondern braucht je nach Körperbau und Schlafvorlieben womöglich doch einen individuellen, von der Tabelle abweichenden Härtegrad. Eine Härtegrad-Tabelle eignet sich als Orientierungshilfe, ist aber längst nicht immer passend.

Bei welchem Matratzentyp eignet sich welcher Härtegrad bei welchem Körpergewicht am besten? Wenn Du die Vorteile eines auf Dich abgestimmten Härtegrades genießen möchtest, hast Du dir diese Frage vermutlich auch schon gestellt. Das Problem: Grundsätzlich sind Tabellen und Liste zwar hilfreich, weil sie Dir erste Anhaltspunkte bieten − doch da jeder Härtegrad auf eine sehr große Personengruppe ausgelegt ist, und die Tabelle auch keine unterschiedlich aufgebauten Matratzentypen berücksichtigt, können sich große Abweichungen ergeben.

Falls Du gerne etwas härter liegst, kannst Du Dich problemlos auch für einen Matratzen-Härtegrad entscheiden, der eine Stufe höher liegt als der für Dein Gewicht empfohlene Härtegrad. Magst Du es dagegen weich und gemütlich, bist Du mit einem niedrigeren Härtegrad wahrscheinlich zufriedener − dabei solltest Du allerdings auf ein hohes Raumgewicht der Matratze achten, denn nur Matratzen mit hoher Punktelastizität setzen auch schweren Muskelpartien dauerhaft genug Rückstellkraft entgegen, sodass keine störenden Kuhlen entstehen.

Wie finde ich den passenden Härtegrad für mich?

Wir halten fest: Tatsächlich gibt es entgegen der im Matratzenhandel üblichen Praxis neben Deinem Körpergewicht noch einige andere Faktoren, die Du unbedingt in die Härtegrad-Ermittlung für Deine nächste Matratze einbeziehen solltest. Die 5 wichtigsten Aspekte haben wir nachfolgend zusammengefasst.

  1. Verhältnis zwischen Körpergewicht & Körpergröße
  2. Körperbau (breites / schmales Becken, athletisch / bauchbetont, Figurtyp etc.)
  3. Schlafposition (Seiten-, Bauch-, Rücken- oder Wechselschläfer)
  4. Vorhandene Beschwerden wie Rückenschmerzen & Muskelverspannungen
  5. Persönliche Vorlieben bezüglich der Liegehärte